Hier finden Sie alle TASSO-Pressemeldungen aus den Jahren 2007-2010.
TASSO gibt Tipps für den lauten Jahreswechsel
Hattersheim, 28.12.2010 (profact) – Wenn es die Deutschen zu Silvester wieder so richtig krachen lassen, verkriechen sich auch wieder Zehntausende von Hunden und Katzen ängstlich unterm Sofa. Tiere haben schließlich ein bedeutend empfindlicheres Gehör als der Mensch, für sie sind explodierende Raketen und Böller echter Stress. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. gibt Tipps für verantwortungsvolle Tierhalter:
• Zitternde Tiere nicht trösten, das bestärkt sie nur in ihren Ängsten
• Keine Ohren verstopfen, das regt sie nur noch mehr auf
• Angstlösende Medikamente vom Tierarzt helfen unmittelbar, „menschliche“ Beruhigungsmittel wie Baldrian sind angeblich wirkungslos
• Manche Tierhalter schwören auf alternative Präparate wie Homöopathika (Phosphorus) oder Bach-Blütenextrakte (Rescue), deren Wirkung ist aber nicht wissenschaftlich nachgewiesen
• Die Tierhalter dürfen selber keine Angst vor dem Knallen haben, das würde sich auf ihre Tiere übertragen
• Haustiere während des Feuerwerks auf keinen Fall allein lassen
• Bestehen „Fluchtmöglichkeiten“ – beispielsweise durch eine geöffnete Haus- oder Terrassentür – Hunde unbedingt anleinen und Katzen in eine Transportbox setzen
Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale: „Wer ängstliche Tiere besitzt, sollte eines auf keinen Fall tun: Selber mitknallen. Dies wäre ausgesprochen verantwortungslos.“ Weitaus sinnvoller sei es, die Vorhänge zu schließen und Fernseher, Radio oder den CD-Player auf eine etwas höhere Lautstärke zu stellen. „Für mich ist der Silvesterlärm ohnehin unsinnig, teuer und akustische Umweltverschmutzung“, ergänzt McCreight.
hilft nur die Registrierungspflicht
Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO appelliert an Politiker: Mit Chip und Registrierung ist der Besitzer fast immer eindeutig feststellbar
Hattersheim, 20.12.2010 (profact) – Der Mischlingshund lag in hohem Schnee und zitterte vor Kälte, die Katze war vollkommen durchnässt. Nur weil sie rechtzeitig von Mitarbeitern des Tierheims Nürnberg versorgt wurden, haben die beiden Tiere überlebt. Ein Paar hatte beim Spaziergang den Hund an einem abgelegen Zaun des Tierheims entdeckt, die Katze steckte in einer Tasche neben einem Glascontainer. Polizisten brachten das entkräftete Tier ins Tierheim. Wem die beiden Vierbeiner gehören, lässt sich nicht feststellen …
„Immer häufiger kommt es vor, dass sich Besitzer von Haustieren durch einfaches Anbinden oder Abstellen ihrer Verantwortung entziehen“, berichtet Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierzentralregister betreibt. „Es ist für sie ja auch völlig gefahrlos: Ist das Tier nicht bei uns oder bei einer anderen Haustierdatenbank registriert, lässt sich der Besitzer nicht ermitteln.“ McCreight plädiert deshalb an Politiker, die allgemeine Registrierungspflicht endlich auf die Tagesordnung zu setzen. So wie es die Schweiz schon vor Jahren gemacht hat. „Seit 2007 müssen dort alle Hunde eindeutig und fälschungssicher markiert und registriert sein“, erklärt der Tierschützer. „Damit sollen Beißunfälle besser aufgeklärt, Seuchen schneller erkannt und bei entlaufenen, verwahrlosten oder ausgesetzten Hunden der Besitzer schneller ermittelt werden.“ Welpen müssten spätestens mit drei Monaten einen Chip erhalten, dessen Nummer zusammen mit den Daten des Besitzers registriert wird. „Das Aussetzen von Hunden ist in der Schweiz seitdem erheblich zurückgegangen“, sagt McCreight. „Alle Service-Leistungen von TASSO sind übrigens kostenlos. Tierbesitzer müssen somit für die Registrierung bei uns nichts zahlen.“
TASSO bittet alle Eltern, lebendige Weihnachtsgeschenke sorgfältig zu überlegen
Hattersheim, 06.12.2010 (profact) – Hundewelpen und Katzenkinder sehen ausgesprochen süß aus und erobern Kinderherzen im Sturm. Als Weihnachtsgeschenk scheinen sie deshalb besonders ideal zu sein. Doch Vorsicht: Tierheime werden alle Jahre wieder mit einer Flut von Vierbeinern konfrontiert, Weihnachtsgeschenke für Kinder, die nach der ersten Euphorie den Spaß am Familienzuwachs verloren haben.
„Ein Haustier bringt auch Verantwortung mit sich“, sagt Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. „Auf der Tagesordnung stehen nicht nur Kuscheln, Schmusen und Streicheln, sondern auch regelmäßiges Gassi gehen, Saubermachen und Füttern. Manche Kinder sind damit überfordert. Wenn dann die Eltern nicht mitspielen, wird das unüberlegt geschenkte Haustier zur Belastung.“
Der Tierschützer appelliert an Eltern, Kindern keine Tiere zu Weihnachten zu schenken. Oder nur dann, wenn zuvor ganz klar über die notwendige Pflege und die Zuständigkeiten gesprochen wurde. Die beste Zeit, sich beispielsweise einen jungen Hund ins Haus zu holen, sei ohnehin das Frühjahr. „Dann macht es einfach mehr Spaß, draußen mit dem Hund herumzutollen“, sagt McCreight und verweist auf die Tierheime, in denen recht häufig schon bereits stubenreine junge Hunde – aber natürlich auch andere Vierbeiner wie Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen – sehnsüchtig auf ein neues Herrchen oder Frauchen warten.
Was tun, wenn einem jetzt ein Igel über den Weg läuft? TASSO gibt Tipps.
Hattersheim, 18.11.2010 (profact) – Viele Jahre lang galt: Wer im Spätherbst einen herumlaufenden kleinen Igel sieht, sollte ihn mitnehmen und zu Hause über den Winter bringen. Doch das muss man heutzutage differenzieren, betont Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V.: „Igel sind robuster, als viele denken. Nur wenn das Tier erkennbar krank oder unterernährt ist, benötigt es menschliche Hilfe.“
Derzeit sind noch viele kleine Igel unterwegs, um sich für den bevorstehenden Winter ein Fettpolster anzufressen. Liegen die Außentemperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt, haben sie auch gute Aussichten. „Allerdings sollte ein Jungigel im November wenigstens 500 bis 600 Gramm wiegen, bevor er sich ohne die Gefahr des Verhungerns ins Winterquartier verabschieden kann“, erklärt McCreight. „Solange draußen noch Insekten oder Würmer zu entdecken sind, ist die Speisekarte gefüllt. Dann sollte man den Igel seiner Wege ziehen lassen.“
Wenn die Nahrungstiere der Igel seltener werden, hilft ein abendliches Zubrot zum ausreichenden Winterspeck: „Zum Füttern eignet sich Dosenfutter für Katzen, vermischt mit Haferflocken, oder ungewürztes gegartes Rührei und Hack“, empfiehlt Ulli Seewald, Vorsitzende von Pro Igel e.V. In diesem bundesweit tätigen Verein haben sich Igelexperten, darunter Wissenschaftler, Tierärzte, Sachbuchautoren und Vorsitzende deutscher Igelschutzvereine, zusammengeschlossen. Macht das Stacheltier einen eher jämmerlichen Eindruck, ist auffallend dünn und apathisch, dann sei Hilfe im Haus nötig. „Einen Igel zu Hause zu pflegen und überwintern zu lassen, erfordert Sachkenntnis “, sagt sie. „Deshalb sollte man sich zunächst informieren; auf unserer Homepage www.pro-igel.de findet man genaue Hinweise und Tipps“.
Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V., Tasso e.V. und Grüne fordern Registrierungspflicht für Haustiere
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Hattersheim/ Reichelsheim, 08.11.2010 - Laut Aussagen der Tierschutzorganisation Tasso e.V. entläuft in Deutschland durchschnittlich alle 90 Sekunden ein Hund oder eine Katze. Die meisten landen in den ohnehin schon überfüllten und finanziell überforderten Tierheimen und verursachen dort pro Tier Aufwendungen von mindestens 11 Euro am Tag. Bundesweit entstehen somit jährliche Kosten im zweistelligen Millionenbereich.
Die effektivste Lösung des Problems liegt nach Philip McCreight von Tasso e.V. in einer flächendeckenden Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen. „Pro Jahr spart Tasso e.V. den deutschen Tierheimen schon jetzt durch die Rückvermittlung von über 50.000 registrierten Tieren im Jahr ca. 9 Millionen Euro ein. Wären alle 13 Millionen Hunde und Katzen registriert, könnten die Tierheime jedes Jahr sogar um mehr als 20 Millionen Euro entlastet werden“, so der Tierschützer.
Gemeinsam mit der tierschutzpolitischen Sprecherin von Bündnis 90/die Grünen im Hessischen Landtag, Ursula Hammann, setzen sich der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) und Tasso e.V. für die zügige Einführung einer gesetzlichen Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht in Hessen ein.
„Hessen kann Ernst machen mit dem Tierschutzgedanken, indem es als erstes Bundesland die gesetzliche Registrierungspflicht für Hunde und Katzen einführt. Eine besondere Konstellation, bei der alle Beteiligten profitieren: Tierheime, Tierhalter und Kommunen, die letztlich für die Unterbringung der Fundtiere zuständig sind“, so Ursula Hammann.
In diesem Zusammenhang verweist Tasso e.V. darauf, dass mit der Registrierung die Kommunen nicht zusätzlich belastet werden. In Deutschland existieren bereits mehrere Haustierregister und eine langjährige Erfahrung in diesem Bereich.
Ein positiver Zusatzeffekt der Registrierungspflicht ist der Rückgang ausgesetzter Tiere, wie Mike Ruckelshaus vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) betont: „Seit Einführung der gesetzlichen Registrierungspflicht für Hunde in der Schweiz im Jahr 2007 ist die Zahl der ausgesetzten Tiere erheblich gesunken. Dies ist ein bedeutender Fortschritt für den Tierschutz.“
Foto: Von links: Philip McCreight (TASSO), Ursula Hammann (Bündnis 90/ Die Grünen), Mike Ruckelshaus (bmt)
Chihuahua-Hündin lebte ein Jahr lang unerkannt in Italien – TASSO vermittelte sie zurück
Hattersheim/Hohenstein, 12.10.2010 (profact) – Es sollte ein Traumurlaub werden, doch es kam anders: Kaum war Thekla Saalmann mit Ehemann, zwei Kindern und Chihuahua-Hündin Cortita im Ferienhaus am Gardasee eingetroffen, stürzte sich ein großer Hund auf den winzigen Vierbeiner. „Ich bin aus dem Haus gerannt und wollte Cortita beschützen“, erzählt Thekla Saalmann. „Doch die war schon in Panik weg gerannt und auch nach stundelangem Suchen nicht auffindbar.“
Wie die gebürtige Dessauerin mit Wohnsitz im baden-württembergischen Hohenstein weiter berichtet, habe die Ferienhausbesitzerin sofort Suchplakate drucken lassen, die Gemeinde und die Polizei informiert. Ohne Erfolg. „Ich legte meine Shirts an ruhigen Stellen aus, in der Hoffnung, dass der Hund den Geruch erkennt. Aber Cortita kam nicht, und niemand hatte sie gesehen. Es war schrecklich.“ Nach einer Woche reisten die Saalmanns ab – ohne Cortita.
Zurück in Deutschland, informierte Thekla Saalmann TASSO, denn Cortita ist gechipt und bei der Tierschutzorganisation registriert. Aber auch TASSO konnte zunächst nicht helfen, die Chihuahua-Hündin blieb in Italien verschollen. Bis Ende August 2010, genau ein Jahr nach ihrem Verschwinden: „Ich hatte auf meinem Anrufbeantworter eine Nachricht von TASSO, dass man Cortita gefunden habe“, erzählt die 33-Jährige. „Ich habe sofort zurückgerufen, und man sagte mir, dass sie in Bozen in Südtirol gefunden wurde. Sie lebte seit drei Tagen bei einer Pflegefamilie. Die Leute hatten sie dort in einem Freibad gefunden, wo sie herum irrte.“ Eine Tierärztin habe den Hund untersucht und den Chip mit einem Scanner ausgelesen. Die Anfrage bei TASSO führte schließlich zu Thekla Saalmann als eingetragene Besitzerin. „Mit einer Freundin bin ich natürlich sofort nach Italien gefahren und konnte Cortita dort endlich wieder in den Arm nehmen.“
Thekla Saalmanns Fazit: „Wenn ein Hund gechipt und bei TASSO registriert ist, sollte man bei seinem Verschwinden die Hoffnung nicht aufgeben. Selbst ein so kleiner Hund wie meine Cortita hat es geschafft, ein Jahr lang in Italien zu überleben!“
Am 3. Oktober werden die mit insgesamt 17.000 Euro dotierten Preise verliehen
Hattersheim/Pfullingen, 29.09.2010 (profact) – 221 Tierschützer haben sich in diesem Jahr um die „Goldene Pfote“ der Tierschutzorganisation TASSO e.V. beworben, elf davon sind inzwischen in der Endrunde im Bereich „nationaler Tierschutz“, 15 auf der Zielgerade beim Tierschutz im Ausland. In den beiden Kategorien werden jeweils erste, zweite und dritte Preise vergeben, dotiert mit 5000, 2000 und 1000 Euro. Zusätzlich steht ein Preisgeld von 1000 Euro für ein besonders innovatives Tierschutzprojekt zur Verfügung. „Dass wir aktive Tierschützer auch finanziell unter die Arme greifen können, haben wir unseren großzügigen Sponsoren zu verdanken“, erklärt Philip McCreight von TASSO.
Die „Goldene Pfote“ wird 2010 bereits zum dritten Mal vergeben, Ort der Preisverleihung ist wie auch in den Vorjahren das Tierschutzzentrum Pfullingen des Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt). Als Schirmherrin konnte die Künstlerin Dunja Rajter gewonnen werden, durch das Programm führt die TV-Journalistin Claudia Ludwig.
68 Hundebesitzer berichteten von skrupellosen Händlern und horrenden Tierarztkosten
Duisburg, 13.09.2010 (profact) – Zum ersten Mal haben sich am vergangenen Wochenende Opfer dubioser Hundehändler getroffen. Diese „Züchter“ halten Rassehunde unter katastrophalen hygienischen und sozialen Bedingungen und missbrauchen die Hündinnen als „Gebärmaschinen.“ Die Welpen werden schon im Alter von wenigen Wochen für 40 oder 50 Euro an skrupellose Händler verkauft und in Deutschland mit Gewinnspannen von bis zu 1000 Prozent angeboten. Dennoch liegen die Preise um die Hälfte bis zwei Drittel unter denen bei seriösen Züchtern. Doch sehr viele der jungen Hunde sind nicht oder nur unzureichend geimpft, sie leiden unter zum Teil unheilbaren Krankheiten und psychischen Störungen. Für die Besitzer bedeutet das horrende Tierarztkosten oder sogar den baldigen Tod des Welpen. Einer der führenden Welpenhändler hat seinen Sitz im Ruhrgebiet.
Um den unheilvollen Kreislauf von Angebot und Nachfrage zu stoppen, haben die drei Tierschutzorganisationen TASSO e.V., der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) und der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) 2010 zum Jahr gegen den unseriösen Welpenhandel ausgerufen. Im Rahmen der Kampagne meldeten sich immer mehr Betroffene, die sowohl rechtlichen als auch tierärztlichen Rat und Beistand suchten. Diesen Menschen wurde nun in Duisburg ein von den Tierschutzorganisationen organisiertes Forum geboten.
68 Hundebesitzer ließen sich von Rechtanwalt Peer Fiesel, Präsident des Landestierschutzverbandes NRW, und Diana Plange, Fachtierärztin und Sachverständige für Tierschutz, über Hintergrunde und sinnvolle Maßnahmen zum Thema „Wühltischwelpen“ informieren. „Aufklärung ist das beste Mittel, den Sumpf des unseriösen gewerbsmäßigen Hundehandels auszutrocknen“, resümiert Philip McCreight von TASSO im Anschluss an das dreistündige Treffen. Und Dieter Ernst, Geschäftsführer des ETN, erklärt: „Der Zusammenschluss drei Tierschutzorganisationen TASSO, bmt und ETN, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, ist beispielhaft. Wir werden weiterhin alles tun, um den Verbrechern, die auf Kosten der Tiere viel Geld verdienen, das Handwerk zu legen!“
Angeleinte Vierbeiner möglichst nicht unbeaufsichtigt lassen
Hattersheim, 02.09.2010 (profact) – Hundebesitzer sollten möglichst darauf verzichten, ihren Vierbeiner mit zum Einkaufen zu nehmen. Lässt man ihn im Auto, droht im Sommer und bei direkter Sonneneinstrahlung der Hitzetod. Leint man ihn vor dem Supermarkt an, könnte er Opfer von Dieben werden. Darauf weist die Tierschutzorganisation TASSO e.V. hin. Deren Leiter Philip McCreight berichtet von einem aktuellen Fall des Hundediebstahls: Vor wenigen Wochen verschwand vor einem Geschäft in Münster die Mischlingshündin Pia, zurück blieb nur die Leine. Trotz intensiver Suche der Besitzer (www.pia-gesucht.de) und mit Unterstützung von TASSO und der Online-Hunde-Community DogSpot (www.dogspot.de/gruppen/aktion-pia-gesucht/) ist das etwa 40 Zentimeter hohe Tier nach wie vor verschwunden.
„Warum man einen Hund einfach so ableint und mitnimmt, ist für mich schleierhaft“, sagt McCreight. „Vielleicht war es ein schlechter Scherz, und der Dieb lässt Pia bald irgendwo laufen. Aber vielleicht steckt auch mehr dahinter. Auf jeden Fall sollte ein Hund besser nicht mehr vor einem Geschäft angeleint werden. Oder nur dann, wenn man ihn jederzeit im Blick hat.“
Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. warnt vor kriminellen Spenden-Anrufern - gefälschte Telefonnummer gaukelt Seriosität vor
Hattersheim, 18.08.2010 (profact) - Schon Anfang vergangenen Jahres trieben sie ihr Unwesen: Abzocker, die bei Telefonanrufen um Namen und Kontodaten für das Abbuchen von Spenden baten. Jetzt sind sie wieder aktiv. Wie Betroffene berichten, geben sich die Kriminellen als Mitarbeiter bekannter Tierschutzorganisationen aus, auch TASSO ist betroffen: Man habe doch vor Jahren eine Unterschrift gegen Tiertransporte geleistet. Jetzt wäre es doch an der Zeit für eine Spende. Man könne aber auch die Patenschaft für ein Tier übernehmen. Der Einfachheit halber würde man das Geld direkt vom Konto abbuchen ...
Das Perfide an der neuen Abzockwelle: Das Telefondisplay bleibt nicht etwa leer, was sofort auf einen unseriösen Anrufer deuten würde, es erscheint eine plausible Rufnummer. Mal aus Frankfurt, mal aus Berlin oder München. Sogar Handynummern sollen hin und wieder zu sehen sein. Die Abzocker wollen damit suggerieren, dass man nichts zu verschleiern habe. "Das gehört zur Masche", erklärt Philip McCreight von TASSO. "Die Abzocker nutzen einen technischen Trick, Call ID Spoofing genannt. Damit lässt sich beim Rufaufbau eine x-beliebige Nummer übermitteln, die mit der Realität nichts zu tun hat." Die bei Betroffenen bisher auf dem Display erschienenen Nummern führten beim Rückruf denn auch prompt ins Leere.
"Telefonwerbung bei Verbrauchern ohne deren Einwilligung ist generell verboten", fasst McCreight zusammen. "Seriöse Tierschutzorganisationen wie TASSO rufen niemals an, um Spenden zu sammeln oder gar Kontodaten abzufragen. Bei solchen Anrufen handelt es sich grundsätzlich um Abzocker." Sein Tipp: "Sobald es um die Weitergabe persönlicher Daten geht, sofort auflegen!"
Adrian Priscu wollte einen Straßenhund vor Misshandlungen schützen
Brasov/Rumänien, 04.08.2010 – Weil er einen Straßenhund vor Misshandlungen bewahren wollte, wurde Adrian Priscu (50) von einem Landsmann mit einer Flasche niedergeschlagen und anschließend mit einer Glasscherbe so schwer verletzt, dass er am Tatort verstarb.
Laut rumänischen Medienberichten beobachtete Priscu von seinem Wohnungsfenster aus, wie ein Mann einen Straßenhund quälte. Er eilte dem wimmernden Tier zu Hilfe. Es kam zu einem Streit, in dessen Verlauf der Angreifer den 50-Jährigen mit der Flasche niederschlug. Anschließend rammte er ihm eine Glasscherbe in die Brust. Die Verletzung war so schwer, dass die schließlich eintreffenden Rettungskräfte nur noch den Tod des Rumänen feststellen konnten.
„Wenn eines Tages Tierfreunde um ihr Leben bangen müssen, weil sie einen Hund oder eine Katze vor Misshandlungen schützen wollen, dann sind unsere ethisch-moralischen Grundfeste, die unsere Gesellschaft zusammen halten, ernsthaft gefährdet“, sagt dazu Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Der Preis für Zivilcourage scheine in der heutigen Gesellschaft immer höher zu werden, meint auch Petra Zipp, stellvertretende Vorsitzende des Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) mit Blick auf die aktuellen Debatten in Deutschland: „Dass ein Tierfreund seinen beherzten Einsatz für einen Straßenhund mit seinem Leben bezahlen musste, schockiert derzeit ganz Rumänien und belebt erneut die Diskussion um das weiterhin ungewisse Schicksal der Straßenhunde. Dieter Ernst vom Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) befürchtet: „Der tragische Tod von Adrian Priscu wirft auch die Frage auf, ob wir es mit einer zunehmenden Verrohung der Gesellschaft zu tun haben.“
Tötung oder Kastration?
Wie aus Regierungskreisen zu erfahren ist, soll voraussichtlich im September über das Schicksal der Straßenhunde abgestimmt werden. Zur Diskussion stehen die großflächige Tötung der Hunde, wie einige Politiker immer wieder fordern, und die Umsetzung des vor zwei Jahren vom Senat angenommenen Gesetzesentwurfes, der die Tötung der Straßentiere verbietet und Kastrationen bindend vorschreibt.
„Die Regierung hatte über zwei Jahre Zeit, die Straßenhundpopulation nachhaltig durch Kastrationen zu begrenzen“, erklärt die bmt-Auslandstierschutzkoordinatorin, PetraZipp, die gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen TASSO und ETN Kastrationsprojekte in bestimmten rumänischen Gemeinden finanziert. „Stattdessen gingen einzelne Behörden wieder dazu über, grausame Tötungsaktionen von Straßentieren durchzuführen, die von dem Großteil der Bevölkerung abgelehnt werden, weil sie inhuman sind.“
Die drei Tierschutzorganisationen TASSO, bmt und ETN veranstalten in den nächsten Tagen in Brasov eine Pressekonferenz, um anlässlich des tödlichen Angriffs auf Adrian Priscu einen humanen und respektvollen Umgang mit den Straßenhunden zu fordern.
Mit der Kampagne „Hund im Backofen“ kämpfen die Tierschutzorganisation TASSO e.V. und die Online-Community dogspot.de gegen leichtfertige Hundebesitzer
Hattersheim, 02.08.2010 (profact) – Dieser Sommer hat‘s in sich: Tagelang Temperaturen von mehr als 30 Grad, Mensch und Tier am Rand der Erschöpfung. Dennoch finden sich Autofahrer, die ihren Wagen in praller Sonne parken – mit dem Hund auf dem Rücksitz. „Dabei reichen schon Außentemperaturen von 20 Grad, um bei direkter Sonneneinstrahlung des Innere des Wagens in wenigen Minuten auf über 50 Grad aufzuheizen“, erklärt Philip McCreight von TASSO. „Für den Hund bedeutet das akute Lebensgefahr.“
Zur Aufklärung über dieses rücksichtslose Verhalten hat TASSO Plakate und Infokarten produziert, die Tierfreunde an „neuralgischen Orten“ wie Parkplätze an Supermärkten, Zoos oder Vergnügungsparks platzieren können. „Das Material ist kostenlos und kann auf unserer Website tasso.net oder bei dogspot.de bestellt werden“, sagt McCreight und empfiehlt denjenigen, die einen apathisch wirkenden, stark hechelnden Hund in einem geparkten Auto entdecken, einen Anruf bei der Polizei. Außerdem sollte der Besitzer ausfindig gemacht werden, beispielsweise durch einen Ausruf in den angrenzenden Geschäften oder über die Verantwortlichen von Zoos und Parks. „Die Polizeibeamten werden wahrscheinlich eine Scheibe des Wagens einschlagen und den Hund befreien“, so McCreight. Die Kosten für den Einsatz müsse nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz (AZ 12 A 10619/05) der Hundebesitzer tragen. „Außerdem kann er mit einer Anzeige wegen Tierquälerei rechnen“, gibt der TASSO-Chef zu bedenken.
Ist der Hund endlich befreit, sollte man sehr behutsam mit ihm umgehen und ihn keinesfalls beispielsweise mit kaltem Wasser überschütten. Dr. Rolf Wilcken von der Tierklinik Hochmoor im münsterländischen Gescher empfiehlt feuchte Umschläge an Beinen und Pfoten. Durch die Verdunstung des Wassers werde die Körpertemperatur des Hundes schnell gesenkt. Eiskaltes Wasser sei auch fürs Trinken tabu. „Wenn der Hund überhaupt noch in der Lage ist, Wasser aufzunehmen, sollte dies temperiert sein“, rät Wilcken. Ein Besuch beim Tierarzt sei in jedem Fall notwendig. „Hier kann der Flüssigkeitsverlust durch Infusionen schnell ausgeglichen werden.“
Hier sehen Sie, was sich im Sommer in einem Auto abspielt:
http://www.youtube.com/watch?v=FRf9C_WYkA4
Hattersheim, 16.07.2010 (profact) – Trinken, trinken, trinken! Was bei den derzeitigen Temperaturen für Menschen gilt, müsste doch auch für Hunde und Katzen richtig sein, oder? „In den letzten Tagen erhalten wir viele Anfragen dieser Art“, erzählt Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Der Flüssigkeitsbedarf bei Menschen und Hunden beziehungsweise Katzen liegt tatsächlich auf ähnlichem Niveau, erklärt denn auch Ferdinand Nießen, Tierarzt in Düsseldorf. 30 bis 40 Milliliter handwarmes Leitungswasser pro Kilo Körpergewicht, so lautet seine Empfehlung. Für einen 80 Kilo schweren Mann wären dies pro Tag wenigstens 2,5 Liter, ein 20 Kilo schwerer Hund käme auf eine Tagesration von 0,6 bis 0,8 Liter, eine 5 Kilo schwere Katze wäre schon mit einem kleinen Schälchen Wasser zufrieden.
Dass manche Vierbeiner selbst relativ kleine Mengen Wasser verschmähen, müsse nicht unbedingt Anlass zur Sorge sein, so der Tierarzt. Denn Hunde und Katzen schwitzen nicht wie der Mensch am ganzen Körper, sondern nur an den Pfoten und geben somit nur wenig Flüssigkeit an die Außenwelt ab. Den größten Teil der für die Abkühlung nötigen Verdunstung erledigen sie durch Hecheln, Katzen lecken zudem noch ihr Fell, der verdunstende Speichel kühlt.
„Beim Flüssigkeitshaushalt spielt nicht nur das Trinken eine Rolle, sondern auch das Fressen“, sagt Nießen. „Ernähren sich Hund oder Katze überwiegend mit Feuchtfutter, kann dessen Wassergehalt zum Tagespensum addiert werden.“ Eine Umstellung von Trocken- auf Feuchtfutter sei aber nicht unbedingt notwendig: „Die Futterkringel oder -bröckchen mit warmem Wasser übergießen und zehn Minuten quellen lassen. Den meisten Hunden und Katzen schmeckt eine solcher Brei.“
Zur einfachen Kontrolle, ob der Hund genügend Flüssigkeit aufgenommen hat, empfiehlt Nießen die Fingerprobe im Maul. „Sind die Lefzen innen noch richtig nass, ist alles in Ordnung!“
Gemeinsame Aktion der Tierschutzvereine TASSO, bmt und ETN
Dorsten, 29.06.2010 (profact) - Rund 200 Tierfreunde haben am vergangenen Wochenende in Dorsten unter dem Motto "Wühltischwelpen? Nein, Danke!" gegen den gewerblichen Welpenhandel demonstriert. Initiiert wurde die Demonstration vom Tierschutzverein TASSO e.V, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) und dem Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), die gemeinsam das Jahr 2010 zum "Jahr gegen den unseriösen Welpenhandel" ausgerufen haben. Ziel der Aktion war das "Welpenkaufhaus" im Dorstener Stadtteil Ulfkotte, dessen Besitzer sich schon seit vielen Jahren im Fokus tierschützerischer und behördlicher Aktivitäten befindet. "Wir wollen mit dieser Demo ein weiteres Zeichen gegen den profitorientierten Handel mit Welpen setzen", so Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, gegenüber Medien.
Petra Zipp, stellvertretende Bundesvorsitzende des bmt, verwies auf die zu "Gebärmaschinen" degradierten Hündinnen, die überwiegend in Osteuropa unter "absolut tierschutzwidrigen Bedingungen kontinuierlich Welpen produzieren müssen". Schon im Alter von drei bis vier Wochen würden die jungen Hundebabys den Müttern entrissen, oft mit gefälschten Papieren versehen und für weniger als 50 Euro hiesigen Händler übergeben. Nach stundenlangen Transporten, dank offener Grenzen ohne jegliche Kontrollen, landeten die Welpen schließlich bei deutschen Anbietern - die sie für etwa die Hälfte des marktüblichen Preises anbieten.
"Gewinnspannen von bis zu 1000 Prozent sind keine Ausnahme, sondern die Regel", so Dieter Ernst, Geschäftsführer des ETN. "Dieser Profit lockt natürlich skrupellose Geschäftemacher an, die leider nach wie vor Käufer finden, für die offenbar nur eines gelte: Hauptsache, billig!"
Dass ein großer Teil der Schnäppchen-Welpen schon nach wenigen Wochen schwer erkrankt und viele die Strapazen nicht überleben, sei den Kunden beim Kauf gar nicht bewusst: "Dabei genügt ein Blick auf die Homepage des Welpenhändlers hier in Dorsten", meint Petra Zipp. "Da steht wörtlich: Frisch eingetroffen! Als ob es sich um Bananen und nicht um lebende Tiere handelt. Und was mit den immer älter werdenden Welpen passiert, die mangels Nachfrage nicht gekauft werden, kann sich wohl jeder ausrechnen ..."
Ziel der drei Tierschutzvereine ist einerseits die erhebliche Drosselung der Nachfrage nach "Billigwelpen" - McCreight: "Das funktioniert nur durch Aufklärung" -, andererseits ein generelles Verbot des gewerblichen Welpenhandels. Dazu soll im Rahmen der gemeinsamen Kampagne "Wühltischwelpen? Nein, Danke!" eine Petition "auf höchster Ebene" eingereicht werden. "Unsere Tierheime sind voll von Hunden", meinte Dieter Ernst. "Hier findet sich bestimmt ein dankbares und vor allem gesundes Tier Und wer unbedingt einen reinrassigen Welpen haben will, kann sich ja an einen seriösen Züchter wenden. Unterm Strich kommt das immer noch preiswerter."
Treppe benutzen oder kleine Vierbeiner auf den Arm nehmen
Hattersheim, 17.06.2010 (profact) - Immer wieder sieht man Hundebesitzer, die ihren Vierbeiner mit auf die Rolltreppe nehmen. Eine für den Hund sehr gefährliche Sache, warnt Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale. Denn das Tier kann sich am Ende der Treppe mit Krallen oder Haaren in dem kamm-ähnlichen stählernen Aufsatz verfangen, böse Verletzungen sind die Folge. "Wenn man schon die Rolltreppe nutzen will, gehören kleine Hunde auf den Arm", so der Tierschützer. "Große Hunde haben auf einer Rolltreppe gar nichts verloren!"
Vielen städtischen Verkehrsbetrieben als Betreiber von Rolltreppen ist die Gefahr zwar bekannt, es finden sich in der Regel aber keine Warnhinweise. Statt eines Verbotsschilds sieht man nur ein "Gebotsschild", das kaum erkennbar darauf hinweist, einen Hund doch bitte auf den Arm zu nehmen. "Darauf achtet doch niemand", meint McCreight. "Hier sollte dringend nachgebessert werden!"
TASSO identifizierte das Tier nach einem Autounfall
Hattersheim, 04.06.2010 (profact) – Familie Kollak aus dem friesischen Städtchen Schortens ist überglücklich: Ihr heißgeliebter Kater Max ist wieder da, 22 Monate nach seiner „Flucht“ von der heimischen Terrasse. „Wir haben ihn damals nur mal eben ins Freie setzen wollen“, erzählt Klaus Kollak (44), "das Tier kannte bis dahin ja nur die Wohnung.“ Anscheinend hat Max die neu gewonnen Freiheit so gut gefallen, dass er über das Nachbargrundstück flitzte und sich fortan nicht mehr blicken ließ. Bis jetzt. Doch das erste Wiedersehen war ein Schock für die Familie: „Max lag schwer verletzt auf dem Tisch einer Tierärztin hier in Schortens, am Kopf sah man noch die Reifenspuren von einem Autounfall. Es ging bei dem Tier wirklich um Leben und Tod.“
Dass Max nun wieder wohlauf im Kreis seiner Familie lebt, ist aber nicht nur der tierärztlichen Kunst von Dr. Marita Wilken zu verdanken, sondern auch einer unbekannten Finderin, die das Tier mitten auf Fahrbahn liegen sah, in ihr Auto packte und bei der Tierärztin in Obhut gab. „Mein Dank gilt aber auch TASSO“, sagt Kollak. „Der Kater ist dort mit seiner Ohrtätowierung registriert, so konnte die Tierärztin über einen kurzen Telefonanruf sofort uns als Besitzer ausfindig machen. Die Anrufe von Dr. Wilken und TASSO seien unmittelbar nacheinander erfolgt, so Kollak weiter. „Ich kann deshalb nur jedem Haustierbesitzer empfehlen, die kostenlosen Leistungen von TASSO in Anspruch zu nehmen. Ohne Registrierung hätten wir Max wohl nicht mehr wiedergesehen.“
Für den Kater habe sein Verschwinden und der beinahe tödliche Unfall natürlich Konsequenzen, sagt Kollak. „Wir haben ihm sofort Hausarrest verordnet. Ins Freie darf er nun nicht mehr, das ist für alle Beteiligten das Beste.“
Kater Max mit seinen glücklichen Besitzern Klaus und Anja K. (Foto: privat)
Preis ist mit 17.000 Euro dotiert – Gefördert werden Initiativen im In- und Ausland – Dunja Rajter ist Schirmherrin
Hattersheim, 12.05.2010 (profact) – Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. verleiht zum dritten Mal die „GOLDENE PFOTE“ für herausragende Projekte im Bereich Tierschutz. Um den mit insgesamt 17.000 Euro dotierten Preis können sich sowohl Privatpersonen als auch Tierschutzvereine, Tierheime, Tierärzte und -heilpraktiker sowie andere Tierschützer bewerben. In den Kategorien „Auslandstierschutz“, „Tierschutz in Deutschland“ und zum ersten Mal „Innovationen“ werden Initiativen bewertet, die Tieren in Not helfen, Tierleid vermeiden oder dauerhaft zu einer verbesserten Lebenssituation von Tieren beitragen. Bedingung für die Preisvergabe ist die unmittelbare Verwendung der Prämie für das eingereichte Projekt.
Schirmherrin der „GOLDENEN PFOTE 2010“ ist die Künstlerin Dunja Rajter. „Die Unterstützung dieses Preises ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagt die gebürtige Kroatin und aktive Tierschützerin. Vor Jahren hat sie selbst eine Straßenhündin aus Kroatien aufgenommen (siehe Foto) und unterstützt seitdem den Tierschutz in ihrer Heimat.
Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale in Hattersheim: „Wir stellen immer wieder fest, dass ambitionierte Tierschutzprojekte an der nötigen finanziellen Unterstützung scheitern. Mit der ‚GOLDENEN PFOTE‘ wollen wir nicht nur das Engagement belohnen, sondern auch einen Teil zur wirtschaftlichen Realisierung beitragen.“
Die Teilnahmeunterlagen können ab sofort über die Homepage www.tasso.net angefordert werden. Dort finden sich auch Informationen über Projekte und Preisträger aus dem vergangenen Jahr. Einsendeschluss für die Projektvorschläge ist der 15. Juli 2010. Die Verleihung der „GOLDENEN PFOTE“ findet am 3. Oktober 2010 in Pfullingen (Baden-Württemberg) statt.
Tierschützer laufen Sturm gegen neuen Gesetzentwurf
Seit Tagen beschäftigt ein umstrittener Gesetzentwurf zum Umgang mit Straßenhunden die rumänische Öffentlichkeit. Tierschützer sprechen von einer neuen Dimension der Gewalt, mit der Politiker das Straßenhundeproblem in den Griff bekommen wollen.
Wie aus Kreisen rumänischer Abgeordneter zu hören ist, soll eine großflächige Tötung der Straßenhunde im ganzen Land vorgesehen sein. Das Füttern herrenloser Tiere werde verboten. Aufgegriffenen Hunden drohe bereits nach sieben Tagen der Tod. Beginnen soll die geplante Fang- und Tötungsaktion in der Hauptstadt Bukarest, in der nach Schätzungen fast 40.000 herrenlose Hunde leben. Danach werde die Maßnahme auf das gesamte Land ausgeweitet.
Wie Carmen Arsene von der Nationalen Tierschutzvereinigung Rumäniens mitteilt, sind dieses Mal unterschiedslos alle Hunde betroffen: junge, alte, gesunde, kranke, verletzte, aggressive oder sanfte. Ebenso vielfältig wären die Tötungsmethoden. Sie erinnert an grausame Aktionen aus naher Vergangenheit: "Die Behörden haben das Erschlagen, Vergiften, Strangulieren und Erschießen der Tiere zugelassen und einkalkuliert, dass die gefangenen Hunde in den Tötungsstationen jämmerlich an Hunger, Beißereien und Verletzungen verendet sind", so die gebürtige Rumänin. Es sei bekannt, dass einige Städte Kopfprämien von 25 Euro pro getötetem und "als Müll" entsorgtem Hund zahlen würden.
Gesetz wird blockiert
Vor zwei Jahren hat der Senat einen Gesetzentwurf angenommen, der das Töten der Straßenhunde verbot und die Kastration als Mittel der Wahl zur Populationsreduzierung vorschrieb. "Dieser Entwurf Nr.912 wird bis heute vom Komitee für öffentliche Verwaltung und ökologisches Gleichgewicht der Abgeordnetenkammer blockiert", erklärt Carmen Arsene. In diesem Vakuum habe der Präfekt von Bukarest den neuen Gesetzentwurf vorgelegt, der anders als der bisherige Entwurf die Vernichtung der im Land lebenden Straßenhunde fordere und Massentötungen legalisiere.
Dass die Bevölkerung ein schärferes Vorgehen gegen Straßenhunde ablehnt, zeigt laut Arsene eine Meinungsforschung der eResearch Corp. Das Ergebnis belege, dass 70 Prozent der befragten rumänischen Bürger gegen die Euthanasie der Hunde sind und sich für die Kastration als beste Lösung aussprechen. 74 Prozent lehnen die geplante Änderung ab, der zufolge sogar Menschen bestraft werden sollen, die in der Nähe ihrer Wohnung Straßenhunde füttern, damit sie nicht verhungern. Erstaunlicherweise würden die Zeitungen nicht über diese aktuelle Umfrage berichten, obwohl sie ihnen vorliege. "Sie drucken weiter tendenziöse Artikel über die Gefahr von Straßenhunden", hat Carmen Arsene beobachtet.
Rumänische Tierschützer setzen auf massiven internationalen Protest, der die Abgeordneten von der Effizienz des Konzepts "Kastration und Wiederauswilderung" überzeugen könnte als der einzigen Lösung zur Reduzierung der Zahl der Hunde.
Der bmt, TASSO und der Europäische Tier- und Naturschutz (ETN) protestieren bei den rumänischen Verantwortlichen und werden prüfen, ob die vorgesehene Massentötung von Hunden gegen europäisches Recht verstößt.
Infos und Protestmöglichkeiten unter
www.bmt-auslandstierschutz.de
www.tasso.de
www.etn-ev.de
Keine Sorge bei Auslandsreisen mit Hund oder Katze:
Transponder funktionieren weltweit
Der Identifikations-Chip macht eine Rückvermittlung problemlos möglich
Hattersheim, 26.04.2010 (profact) – Wer mit Hund, Katze oder Frettchen EU-Grenzen passiert, muss für sein Tier den EU-Heimtierausweis mitführen. Vorgeschrieben ist außerdem eine "eindeutige Kennzeichnung". Bis zum 3. Juli 2011 reicht dazu eine Tätowierung, danach ist der vom Tierarzt unter die Haut gesetzte Transponder gesetzlich vorgeschrieben. "Bis dahin sollte man aber nicht warten", empfiehlt Philip McCreight von TASSO, dem europaweit größten Register für Heimtiere. "Denn eine Tätowierung kann verblassen und unleserlich werden, der Transponder dagegen bietet eine eindeutige und nachhaltige Identifizierung." Und die sei nötig, um ein entlaufenes Tier auch im Ausland von TASSO kostenlos ermitteln zu lassen.
Doch trotz Transponder und Registrierung bei TASSO – viele Tierbesitzer fürchten, dass der Chip im Ausland nicht ausgelesen werden könne, so McCreight weiter. „Dafür gibt es aber kaum noch Gründe“, sagt der Tierschützer. "Wenn das Lesegerät einwandfrei funktioniert, wird auch der Transponder seine Kennung preisgeben." Dr. Jürgen Bartz, Tierarzt bei der Virbac Tierarzneimittel GmbH in Bad Oldesloe, dem deutschen Marktführer für Tier-Transponder, pflichtet ihm bei: "ISO-Transponder und Lesegeräte unterliegen einer internationalen Norm. Selbst in den USA, die sich dem viele Jahre verschlossen haben, setzt sich der ISO-Standard mittlerweile durch."
Definiert wurde die Normung unter den Codes 11784 und 11785 von der "International Organization for Standardization", kurz ISO. So besteht die ISO-Norm 11784 aus einer 15-stelligen Zahl. Die ersten drei Ziffern kennzeichnen in der Regel das Herkunftsland des Transponders, beispielsweise 276 für Deutschland, 040 für Österreich oder 280 für Italien. Danach folgen der Herstellercode (zum Beispiel 0981 für Datamars oder 0968 für AEG) und eine weltweit einmalige 8-stellige Zahl. "Wurde das Tier bei uns mit diesem Code registriert, können wir im Verlustfall den dazu gehörigen Besitzer abfragen und schließlich kontaktieren", erklärt McCreight. „Das bedeutet auch zwangsläufig, dass Chippen allein gar nichts bringt, wenn das Tier nicht auch bei uns registriert ist. Deshalb sollte jeder Tierbesitzer spätestens vor Reiseantritt eine Registrierung vornehmen beziehungsweise die Einträge in unserer Datenbank checken. Wie alle Leistungen von TASSO ist auch dieser Service natürlich kostenlos.“
TASSO-Umfrage bestätigt zunehmende Toleranz der Arbeitgeber
Deutschlands Arbeitgeber sind auf den Hund gekommen. Zumindest für 1760 Herrchen und Frauchen, die ihren Vierbeiner mit an ihren Arbeitsplatz bringen dürfen. Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, wertet dies als Zeichen zunehmender Toleranz, und das nicht mal ohne Eigennutz des Chefs: "Wer seinen Hund mit ins Büro nehmen darf, arbeitet entspannter und somit effizienter. Das Arbeitsklima bessert sich - wovon letztlich auch der Arbeitgeber profitiert."
Das bestätigt Andreas Constantin Meyer, Gründer und Geschäftsführer der Online-Plattform
www.fotocommunity.de, mit mehr als einer Million Mitgliedern die größte Internetgemeinschaft für Fotobegeisterte in Europa. Für ihn war es von Anfang an nie eine Frage, ob Hunde im Büro erlaubt sind oder nicht: "Unsere tierischen Kollegen tragen sehr viel zum guten Klima bei, ein Office ohne Hunde kann und will sich hier niemand vorstellen." Die fünf Hunde Chicco, Dora, Otti, Jule und Maira jedenfalls fühlen sich in den Büros am Bonner Rheinufer buchstäblich pudelwohl.
Ähnlich sieht es Ann Marisa Freese, Geschäftsführerin der auf den Online-Lebensmittelhandel spezialisierten Kisju GmbH in Berlin: "Tiere sollten an der Seite ihres Besitzers leben und nicht allein zu Hause gelassen werden. Wir möchten das unterstützen. In unserem Büro sind alle Tiere herzlich willkommen. Unsere drei Hunde Neo, Louis und Maya tragen täglich zu einem herzlichen und kollegialen Betriebsklima bei."
Insgesamt 3451 Haustierbesitzer hatten auf die TASSO-Umfrage geantwortet, 51 Prozent gaben an, dass sie ihr Haustier mit ins Büro nehmen dürfen.
TASSO: Bundesweite Registrierungspflicht von Haustieren würde Tierheime jährlich um 28 Millionen Euro entlasten
Sofortige Rückvermittlung entlaufener Vierbeiner statt kostenintensiver Unterbringung – Noch immer sind neun Millionen Hunde und Katzen nicht erfasst
Hattersheim, 31.03.2010 (profact) – Wenn jeder Hund und jede Katze mit einem Transponder-Chip ausgestattet und bei TASSO registriert wäre, könnten deutsche Tierheime jährlich rund 28 Millionen Euro an Unterbringungskosten einsparen. So Philip McCreight, Leiter der auf die kostenlose Registrierung und Rückvermittlung von Haustieren spezialisierten Tierschutzorganisation TASSO e.V.
Der Experte rechnet vor: Ein Tierheim kalkuliert zwölf Euro pro Tag für die Unterbringung eines Fundtieres, das im Schnitt 15 Tage im Tierheim verbringt, da der Besitzer sich erst dann meldet oder identifiziert werden kann. Wäre das Tier mit einem Transponder-Chip ausgestattet und bei TASSO registriert, könne die Rückvermittlung sofort beginnen, das Heim spare somit pro Tier 180 Euro. "Da TASSO jedes Jahr mehr als 50.000 Haustiere meist innerhalb weniger Stunden zurückvermittelt, ergibt dies bei den Tierheimen schon jetzt eine Kostenentlastung von hochgerechnet über neun Millionen Euro", sagt McCreight.
Allerdings sei nur etwa ein Drittel aller in Deutschland lebenden Hunde und Katzen bei TASSO erfasst, knapp neun Millionen liefen immer noch ohne Registrierung herum. "Unser Service ist für alle Beteiligten kostenlos", argumentiert McCreight. "Deshalb sollte die Politik hier ein Exempel statuieren, das sowohl für Tierhalter als auch für Tierheime nur Vorteile bringt: die bundesweite Registrierungspflicht." Erste Gespräche mit verantwortlichen Politikern habe es bereits gegeben: "Zumindest hier in Hessen steht man unseren Vorschlägen offen gegenüber."
Hattersheim - Im ersten Anlauf wurden über 200 Berliner Vierbeiner mit Transpondern ausgestattet.
Seit Anfang dieses Jahres müssen alle Berliner Hunde mit einem Mikrochip (Transponder) ausgestattet sein. Dessen eindeutige Identifikationsnummer hilft beispielsweise TASSO, das Tier bei Verlust zurück zu vermitteln. Vorausgesetzt natürlich, der Hund wurde bei der Tierschutzorganisation registriert. Somit eine durchaus begrüßenswerte Initiative des Gesetzgebers. Während die Registrierung in der TASSO-Datenbank und die Rückvermittlung kostenlos erfolgen, gibt es den Chip aber nur gegen Geld. 30 bis 40 Euro sind für den Chip und das Einsetzen beim Tierarzt einzukalkulieren - für Menschen am Rand oder sogar unter dem Existenzminimum ist das oft zu viel.
"Gerade in Berlin leben Tausende in Armut", berichtet Claudia Hollm von der Tiertafel Deutschland e.V. Der Verein unterstützt bedürftige Tierhalten mit kostenloser artgerechter Ernährung und Pflege ihrer Vierbeiner. "Das Chippen der Hunde können sich diese Menschen einfach nicht leisten - und kommen somit automatisch mit dem Gesetz in Konflikt."
Als "Erste Hilfe" hat nun TASSO - zusammen mit ehrenamtlichen Helfern des mobilen Tierarztdienstes "Smartvet" und des "International Fund for Animal Welfare" (IFAW) - in Berlin die erste Chip-Aktion gestartet. Mehr als 200 Hunde wurden tierärztlich untersucht, erhielten einen Transponder und die Registrierung bei TASSO. Das alles ohne Kosten für die Tierhalter. 300 weitere Tiere sollen demnächst in Rathenow, Potsdam und Hamburg mit einem Mikrochip ausgestattet werden. "Eine tolle Aktion", freut sich Claudia Hollm. Und für TASSO-Chef Philip McCreight hat sich wieder einmal gezeigt, dass Tierschutz eine Gemeinschaftsaufgabe sein muss: "Das Ganze ist deutlich mehr als die Summe der Teile", sagt er. "Wenn jeder das einbringt, was er am besten kann, ergibt dies ein unschlagbares Ergebnis - zum Wohl von Mensch und Tier."
(Foto: Maike Müller / maike-mueller.de)
Hattersheim, 26.02.2010 (profact) – Sie finden sich in aller Regel in kostenlosen Online-Anzeigenbörsen: Anbieter angeblicher Welpen zum Nulltarif, für die lediglich der Transport nach Deutschland bezahlt werden müsse. Denn die süßen Hundekinder – überwiegend sehr kleiner Rassen wie Chihuahuas oder Yorkshire-Terrier – wären in Kamerun zu Hause. Für 100 bis 200 Euro könne man sie aber einfliegen lassen. Ein Schnäppchen angesichts der Preise, die normalerweise für reinrassige Tiere genannt werden …
Was viele nach wie vor nicht wissen: Diese Tiere existieren gar nicht! "Das Internet ist voll von Berichten abgezockter Hundeliebhaber", berichtet Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale. "Denn hinter den in sehr schlechtem Deutsch abgefassten Anzeigen stecken Betrüger, die nicht nur auf die Vorauszahlung der angeblichen Flugkosten bestehen, sondern anschließend auch noch mit frei erfundenen Zoll- und Tierarztkosten oder mit Beträgen für die Anschaffung einer speziellen Transportbox zur Kasse bitten." Das üblicherweise per anonymem Bargeldtransfer überwiesene Geld sei auf jeden Fall weg, sagt McCreight, die Chancen auf Wiederbeschaffung gingen gegen Null.
Das bestätigt Katja S. aus Bremerhaven: "Mein Mann und ich haben uns so sehr einen Yorkshire-Welpen gewünscht, hatten aber dafür leider nicht das nötige Geld. Dann sahen wir diese Anzeige in einem Online-Portal." Lediglich 150 Euro sollte die 32-Jährige zahlen, für die Flugkosten von Kamerun nach Deutschland. "Ich habe das Geld angewiesen. Doch dann kam ein paar Tage später eine E-Mail, dass der Welpe auf einem französischen Flughagen festsäße", erzählt Katja S. "Ich müsste sofort Geld für eine Flugtransportbox einzahlen, so 600 bis 1200 Euro, ansonsten könne der Welpe nicht transportiert werden." Als die Hundeliebhaberin weder antwortete noch zahlte, folgte eine weitere Mail aus Kamerun. "In der drohte man mir mit horrenden Kosten für die Unterbringung auf dem Flughafen." Katja S. kam die Sache inzwischen sehr verdächtig vor, sie reagierte nicht. Und der Kameruner Abzocker lies auch nichts mehr von sich hören.
Ann-Kathrin Fries, TASSO-Rechtsexpertin mit Anwaltskanzlei in Wesseling, rät jedem, der im Internet auf Angebote für Kamerun-Welpen stößt, den Betreiber der Webseiten zu kontaktieren und um Löschung zu bitten. „Die großen Anzeigenportale kennen das Problem oft schon“, sagt sie. "Die reagieren denn auch schnell mit dem Entfernen. Aber hin und wieder gelingt es den Abzockern, sich bei kleineren Börsen einzuschleichen." Angeboten zu kostenlosen Welpen sollte man ohnehin mit großer Skepsis begegnen, rät die Rechtsexpertin: "Meist hat die Sache einen Haken, der ganz schön ins Geld gehen kann."
Tierfreunde berichten über unseriösen Handel mit jungen Hunden
Much, Hattersheim, Pfullingen, 28.01.2010 (profact) – Schon jetzt schlägt die Kampagne "Wühltischwelpen – nein Danke!" hohe Wellen. Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), TASSO e.V. und der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) hatten die Aktion im Dezember 2009 gemeinsam gestartet. Laut TASSO berichteten bisher rund 100 Betroffene von ihren Erfahrungen mit unseriösen Hundehändlern. Über 2300 Menschen hätten das Informationsmaterial angefordert und etwa 100.000 Informationskarten verteilt. Die überwältigende Resonanz der Betroffenen zeige, dass sich der Welpenhandel für viele unseriöse Züchter zu einem lukrativen Geschäft entwickelt hat. Daher werden die drei Tierschutzorganisationen ihre Aufklärungsarbeit in den nächsten Monaten verstärkt fortführen.
"Es ist erschreckend, mit welcher Skrupellosigkeit die unseriösen Züchter vorgehen", kommentieren ETN, TASSO und der bmt die erste Auswertung der Erfahrungsberichte. "Das Mitleid und die Tierliebe der Menschen wird von gewissenlosen Händlern ausgenutzt, um Profit zu machen – auf Kosten der Tiere, aber auch der Menschen, die ihren Welpen leiden und sterben sehen." Denn einhellig berichten die Betroffenen auf der Homepage von TASSO von kranken Tieren, die langwierig, aber erfolglos von den Tierärzten behandelt wurden. Sarah G. schreibt: "… Meine Hündin ist jetzt 7 Monate und todkrank, und ich bin am verzweifeln." Und ein anderer Betroffener berichtet: "Ich habe es damals auch gemacht, und dann war der Welpe voll mit Würmern und Flöhen und starb kurze Zeit später. Man hat mir gesagt er wäre 9 Wochen alt, dabei war er laut Tierarzt gerade ein paar Tage alt, viel zu früh vom Muttertier weg."
Neben dem Verlust des Tieres haben offenbar alle Tierhalter zudem hohe Tierarztkosten zu beklagen, die die durch den vermeintlich günstigen Preis beim Kauf des Rassewelpen gesparte Summe um ein Vielfaches übersteige. Ein Mitarbeiter eines Zoofachgeschäfts bestätigt die Erfahrungen der Tierschützer: "Bald wöchentlich erscheinen zur Zeit Kunden mit Welpen kleiner Rassen. Auf Nachfrage geben die Leute als Alter meist 4-6 Wochen an, haben keine Ahnung von der Ernährung, und meist sind sie über das Internet an den Hund gekommen. Meine Kollegen und ich sind jedesmal entsetzt und versuchen den Leuten klar zu machen, dass sie damit diesen Handel forcieren. Die Antworten sind meist: war günstig, tat mir so leid, Papiere brauche ich nicht usw. Manche dieser Hunde sehen schon krank aus, und wir versuchen alles, die Leute sofort zum Tierarzt zu schicken."
ETN, Tasso und bmt erneuern angesichts dieser erschreckenden Berichte ihren Appell, keine Welpen zu Schnäppchenpreisen zu kaufen und sich vor dem Kauf genau über die Herkunft des Tieres zu informieren. Auch Mitleid, so die Tierschutzorganisationen, sei ein schlechter Ratgeber beim Kauf von Tieren. Worauf Interessenten beim Kauf eines Hundes achten sollten, haben ETN, Tasso und bmt in einem Positionspapier zusammengefasst. Es findet sich, zusammen mit weiteren Informationen, auf den Websites der drei Organisationen.
Die Immobilien-Suchmaschine immobilo aus Berlin nahm 10.102 Wohnungsangebote in den 30 größten Städten unter die Lupe. Hunde- oder Katzenbesitzer haben in Hamburg die größte Chance, eine neue Mietwohnung zu finden: In 93,5 Prozent der Angebote mit Angaben zu Haustieren wurden diese ohne Einschränkung akzeptiert. Leipzig und Frankfurt folgen mit 85,9 beziehungsweise 85 Prozent. Auch in Dortmund, Bochum und Münster sind Haustiere in über 75 Prozent der Fälle willkommen. Ganz schlecht sehe es dagegen in Aachen aus, wie immobilo-Geschäftsführer Christian Scherbel verrät. 66,7 Prozent der Vermieter würden Haustiere generell ablehnen. In Stuttgart seien es immerhin noch 59,7 Prozent, in Karlsruhe 40,7. Unproblematisch geht es offenbar in Leipzig, Kiel und Hannover zu: In diesen Städten werde lediglich in 2 Prozent der Anzeigen darauf hingewiesen, dass Haustiere unerwünscht sind. "Insgesamt ist Deutschland aber sehr tierfreundlich", kommentiert Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO die Auswertung. "Schließlich akzeptieren 62,58 Prozent der Vermieter Hunde und Katzen und 27,52 Prozent könnten nach Vereinbarung zustimmen. Lediglich 8,53 Prozent der Vermieter lehnen Vierbeiner rundweg ab."
Wie McCreight erklärt, sei ein generelles Tierhaltungsverbot als Klausel im Mietvertrag ohnehin unzulässig. "Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, wird häufig schon im Wohnungsangebot deutlich gemacht, dass sich Mieter mit tierischen Anhang besser gar nicht erst um die Wohnung bewerben sollen", sagt er. "Dabei dürfen Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen, Fische oder auch Schildkröten grundsätzlich auch ohne die Zustimmung des Vermieters gehalten werden."
Hattersheim, 05.01.2009 (profact) – Durchschnittlich alle zehn Minuten konnte die Tierschutzorganisation im vergangenen Jahr entlaufene Hunde oder Katzen ihren Besitzer zurückvermitteln. Insgesamt wurden 52.371 Tiere wiedergefunden. Dank TASSO, der Tierschutzorganisation, die sich seit über 26 Jahren unter anderem der kostenlosen Rückvermittlung vermisster Haustiere widmet.
Dass der Verein im vergangenen Jahr besonders erfolgreich war, ist laut TASSO-Chef Philip McCreight auf das weiter wachsende Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter zurückzuführen: "Der unter die Haut schmerzlos eingesetzte Transponder ist bei Hunden und Katzen immer häufiger anzutreffen. Dieser Chip ist schließlich die Voraussetzung für die eindeutige Identifizierung des Tieres. Er allein aber nützt gar nichts, wenn das Tier nicht auch bei uns registriert ist, was übrigens keinerlei Kosten verursacht. 2009 hatten wir zum Glück einen regen Zulauf, es gab genau 505.577 Neuzugänge in unserem Haustierzentralregister. Die Datenbank ist damit auf mehr als 4,6 Millionen Eintragungen angewachsen."
Trotz der positiven Bilanz ist McCreight nicht recht zufrieden: "Noch immer sind mehr als 60 Prozent aller Haustiere nicht registriert, obwohl sie vielfach einen Chip besitzen. Dabei funktioniert die kostenlose Registrierung über das Internet schnell und sicher: Einfach bei www.tasso.net rechts auf den Button "Registrieren" klicken. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt, persönliche Daten sind so vor jedem Mitlesen geschützt."
Vorbildlicher Tierschutz im In- und Ausland wurde honoriert
Zum zweiten Mal hat TASSO den Tierschutzpreis „Die Goldene Pfote“ vergeben, ausgezeichnet wurden vorbildliche Projekte im In- und Ausland. Die diesjährige GOLDENE PFOTE wurde von den beiden Sponsoren REICO und AGILA Haustierversicherung finanziell unterstützt. Der mit 5.000,- Euro dotierte 1. Preis in der Kategorie "International" ging an das "Dog and Cat Rescue Center" auf der thailändischen Insel Samui. Für das Preisgeld soll ein Operationsraum ausgebaut werden. Unter den nationalen Preisträgern konnte das Düsseldorfer Projekt "Underdog", das sich um Hunde von Wohnungslosen kümmert, die meisten Jurystimmen auf sich vereinen. Die 5.000,- Euro verwendet die gemeinnützige Kooperative aus Tierärzten und Sozialarbeiten für den Kauf von Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln.
Mit seinem Engagement für Grönlands Schlittenhunde eroberte der Österreichische Tierschutzverein aus Wien den 2. Platz im internationalen Bereich. In der nationalen Endausscheidung belegte Pro Canis e.V. aus dem bayrischen Trautskirchen den gleichen Rang. Beide Preisträger erhielten je 2.000,- Euro als Unterstützung für ihre laufenden Projekte. Die dritten Plätze gingen an „Andes Animales Desamparados“ aus Mexiko und Tiere in Not Odenwald e.V. Das Preisgeld betrug jeweils 1.000,- Euro.
168 Vereine und Privatpersonen aus insgesamt neun Ländern hatten sich für die diesjährige "GOLDENE PFOTE" beworben, 26 von ihnen kamen in die Endauswahl. Die Bewertung der eingereichten Wettbewerbsformulare übernahm eine fünfköpfige Experten-Jury unter Leitung der TV-Journalistin Claudia Ludwig. Zum ersten Mal wurde auch ein Internet-Voting durchgeführt, an dem sich rund 15.000 Tierfreunde beteiligten.
Hundewelpen und Katzenkinder sehen ausgesprochen süß aus und erobern Kinderherzen im Sturm. Als Weihnachtsgeschenk scheinen sie deshalb besonders ideal zu sein. Doch Vorsicht: Tierheime werden alle Jahre wieder mit einer Flut von Vierbeinern konfrontiert, Weihnachtsgeschenke für Kinder, die nach der ersten Euphorie den Spaß am Familienzuwachs verloren haben. "Ein Haustier bringt auch Verantwortung mit sich", sagt Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale. "Auf der Tagesordnung stehen nicht nur Kuscheln, Schmusen und Streicheln, sondern auch regelmäßiges Gassi gehen, Saubermachen und Füttern. Manche Kinder sind damit überfordert. Wenn dann die Eltern nicht mitspielen, wird das unüberlegt geschenkte Haustier zur Belastung." Der Tierschützer appelliert an Eltern, Kindern keine Tiere zu Weihnachten zu schenken. Oder nur dann, wenn zuvor ganz klar über die notwendige Pflege und die Zuständigkeiten gesprochen wurde. Die beste Zeit, sich einen jungen Hund ins Haus zu holen, sei ohnehin das Frühjahr. "Dann macht es einfach mehr Spaß, draußen mit dem Hund herumzutollen", sagt McCreight und verweist auf die Tierheime, in denen recht häufig schon bereits stubenreine junge Vierbeiner sehnsüchtig auf ein neues Herrchen oder Frauchen warten.
Tierschutzorganisationen machen gegen grausamen Welpenhandel mobil
Much, Hattersheim, Pfullingen, 03.12.2009 - Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), TASSO e.V. und der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) starten eine gemeinsame Kampagne gegen den grausamen Handel mit Hundewelpen. Unter dem Slogan "Wühltischwelpen – nein Danke!" realisieren sie ab sofort eine breit angelegte Aufklärungsoffensive. Ziel ist es, die Missstände des illegalen und unseriösen Hundehandels offen zu legen und damit das zehntausendfache Tierleid zu beenden. Neben der Aufklärung bieten die Vereine Betroffenen auch Hilfestellung, um die Machenschaften öffentlich zu machen.
"Die unseriöse Hundezucht floriert – im Ausland und in Deutschland. Zu Schleuderpreisen werden Welpen aller Rassen auf Parkplätzen aus dem Kofferraum heraus verkauft. Die Händler locken die Kunden mit Dumpingpreisen für einen Rassehund. Vielfach kaufen die Interessenten das kleine Fellbündel aus Mitleid, um ihm ein liebevolles Zuhause zu geben", so die drei Initiatoren der Kampagne.
"Beim Geschäft mit der Ware Hund zählt nur die Profitmaximierung", kritisiert Heinz Wiescher, Präsident des ETN. "Aus Profitgier werden die Tiere nicht geimpft, schlecht genährt und viel zu früh von der Mutter getrennt. Die Folge: Die meisten Welpen sind krank, leiden ihr Leben lang unter den Folgen dieser tierquälerischen Behandlung oder sterben jämmerlich noch im Welpenalter."
"Bei uns melden sich viele Betroffene, deren Welpen trotz intensiver tierärztlicher Behandlung nicht gerettet werden konnten“, berichtet Philip McCreight von TASSO. "Diese Menschen sind traurig und verzweifelt, weil sie ihren Hund verloren haben. Ihnen wollen wir die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen öffentlich zu machen, um andere vor solchen Kaufentscheidungen zu schützen, denn dieses Mitleid gefährdet Hundeleben."
Dr. Jörg Styrie vom bmt empfiehlt tierlieben Menschen, die einen Hund haben wollen: "In den Tierheimen warten Hunde jeden Alters auf ein neues Zuhause. Auch Welpen und Rassehunde. Vergessen Sie bitte auch nicht, dass gerade in den süd- und osteuropäischen Urlaubsländern neben ausgewachsenen Straßenhunden auch täglich unzählige Welpen getötet werden, weil es für sie keinen Platz auf dieser Welt gibt. Seriöse Tierschutzorganisationen sind gerne behilflich, einen Welpen aus dem Ausland zu adoptieren."
Ein Positionspapier von TASSO, ETN und bmt dient dazu, seriöse Tierschutzorganisationen zu erkennen. Eine Postkarte zur Aufklärung über den unseriösen Welpenhandel erhalten Sie hier. Außerdem finden Betroffene ein Formular, um ihre Erfahrungen öffentlich zu machen. Den Aufklärungsfilm des ETN über den unseriösen Welpenhandel finden Sie auf www.etn-ev.de sowie auf www.tasso.net.
Die Herbstgrasmilbe gehört zu den Spinnentieren, sie ist weltweit verbreitet und findet sich häufig auf Wiesen und in Gärten. Jetzt im Herbst schlüpfen die Larven der Milbe und lauern bevorzugt auf Grashalmen auf ihre Opfer. Die erkennen sie am Geruch, Hunde und Katze gehören ebenso dazu wie Menschen. Die Larven lassen sich von den Grashalmen abstreifen und suchen dann ein geschütztes Plätzchen, wo sie mit ihren Mundwerkzeugen die Haut anbohren. Dabei sondern sie ein Sekret ab, das die unteren Hautschichten auflöst. Diese Mischung dient ihnen dann als Nahrung. Herbstgrasmilben saugen zwar kein Blut wie Flöhe oder Zecken, die Folgen für das Opfer sind aber vergleichbar: Das Immunsystem reagiert auf den Speichel der Parasiten mit stark juckenden Quaddeln.
Gerade sehr junge Milben sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen, sie sind gerade mal 0,3 Millimeter groß. Um festzustellen, ob Hunde oder Katzen befallen sind, legt man neben ihren Schlafplatz ein großes Stück weißes Papier. Das lockt die Tiere an und verrät ihre Anwesenheit. Zur Behandlung befallener Tiere sollte das Fell zunächst sorgfältig ausgebürstet und die Haut anschließend mit einem geeigneten chemischen Mittel aus der Apotheke oder vom Tierarzt eingerieben werden. "Obwohl in vielen Online-Foren dafür geworben wird: Neemöl - das Öl des Neembaums - hilft nur gegen die Eier der Herbstgrasmilben, und die liegen im Gras", erklärt Dr. Rolf Wilcken, Leiter der Abteilung Kleintiere der Tierklinik Hochmoor im münsterländischen Gescher. "Bereits geschlüpften Tieren und solchen, die im Fell sitzen, kann es nichts anhaben."
Kinostart: 12. November 2009
Regie: Lasse Hallström
Hauptdarsteller: Richard Gere, Joan Allen
Inhalt:
Als Professor Parker (Richard Gere) eines Tages nach der Arbeit einen herrenlosen Hundewelpen am Bahnhof findet, ahnt er noch nicht, dass dies der Beginn einer ganz besonderen Freundschaft ist. Während seine Frau (Joan Allen) den kleinen japanischen Akita-Hund sehr zögerlich aufnimmt, wird Parkers Herz von Hachiko im Sturm erobert. Schon bald begleitet ihn der aufgeweckte Hachiko jeden Tag zum Bahnhof und holt ihn am Abend wieder ab. Bis er eines Tages vergeblich auf die Rückkehr seines Herrchens wartet …
Unsere Meinung:
HACHIKO berührt das Herz und streichelt die Seele: Die wundervolle wahre Geschichte des treuen Akita-Hundes handelt von tiefem Vertrauen und einer ganz besonderen Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Feinfühlig, berührend und humorvoll durch die Augen eines einzigartigen Hundes erzählt. Dieser Film könnte aber auch bewirken, dass die Rasse der Akita in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses rückt. Was durchaus negative Folgen haben kann, und zwar dann, wenn das „Ach, wie ist der süß“ zum spontanen Kauf anregt. Der Akita-Inu (Inu ist japanisch für Hund) gilt hinsichtlich Erziehung und Umgang als nicht gerade problemlos. Er besitzt einen sehr starken Jagd- und Schutztrieb, ist revier- und rangordnungsbewusst und duldet fremde Hunde nur ungern neben sich. Unter der richtigen Führung ist er allerdings ausgesprochen familienbezogen und pflegeleicht. Potenzielle Frauchen beziehungsweise Herrchen sollten sich vor der Anschaffung eines Akita-Inu – und das gilt für Hunde generell – über die typischen Rassemerkmale ausgiebig informieren.
Wenn Hunde oder Katzen aus scheinbar unerklärlichem Grund plötzlich erbrechen und unter Durchfall leiden, können Giftpflanzen im Spiel sein. Darauf weist die Tierschutzorganisation TASSO e.V. hin.
Viele der hübsch blühenden Zierkräuter finden sich in heimischen Gärten, wo sie ohne Bedenken angepflanzt wurden. So ist beispielsweise die sehr beliebte Begonie gefährlich, der höchste Giftgehalt steckt bei ihr in den Wurzeln, die grabende Hunde zwischen die Kiefer bekommen können. Nicht weniger giftig ist der fast überall wuchernde Efeu. Werden Blätter, Beeren, Fruchtfleisch, Stängel oder Pflanzensaft von den Tieren aufgenommen, lösen sie neben Erbrechen und Durchfall auch Krämpfe und Lähmungen aus. Selbst die so harmlos aussehende Gartentulpe hat es buchstäblich in sich und kann bei Tieren Koliken auslösen.
Sehr giftig sind der Blaue Eisenhut (die giftigste Pflanze Mitteleuropas, das Gift dringt allein durch Berührung in die Haut ein), die Engelstrompete und die Rinde der falschen Akazie. Diese Pflanzen schädigen das Herz-/Kreislaufsystem, eine tierärztliche Behandlung ist dringend erforderlich. "Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass Hunde oder Katzen von sich aus keine Pflanzen fressen", rät Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale. "Schon beim Spielen im Garten beißen sie manchmal aus lauter Übermut in eine Pflanze oder graben im Komposthaufen herum. Gelangen dabei giftige Gewächse in Maul oder Magen, muss sofort gehandelt werden. Mit Vergiftungen ist nicht zu Spaßen."
Für Bernhard Scholz, Vorsitzender des Tierheims im baden-württembergischen Kehl, hat die plötzliche Schwemme an ausgesetzten Hunden, Katzen und Kleintieren einen ganz bestimmten Grund: Es sind Tiere, die für Kinder sozusagen als lebendiges Spielzeug angeschafft wurden und die jetzt in der Ferienzeit lästig geworden sind. "Seit Beginn der Schulferien haben wir zehn Hunde und 35 Katzen und Kleintiere aufgenommen, alle sind hier in der Nähe einfach angebunden oder im Karton abgestellt worden", sagt Scholz und plädiert für mehr Aufklärung an Schulen: "Oft sind es die Kinder, die ihre Eltern drängen ‚Mama, ich möchte einen Hund‘ und denen es nicht bewusst ist, was das für eine Verantwortung mit sich bringt." Schüler ab zwölf Jahren sollen nach den Vorstellungen des Tierheim-Vorstands lernen, welche Aufgaben vor allem nach der Anschaffung eines Hundes auf sie zukommen. "Motivierten Schülern bieten wir beispielsweise an, Hunde spazieren zu führen, und das mehrmals täglich."
Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO kann den Aussagen Kohls nur beipflichten: "Auch unsere Erfahrung zeigt, dass noch immer viele Tiere wie ein x-beliebiges Spielzeug gekauft werden. Irgendwann ist dann der Hund, die Katze oder das Meerschweinchen lästig, und dieser Zeitpunkt liegt häufig in den Sommermonaten, wenn es ab in den Urlaub geht." Statt sich um eine Pflegestelle für das Tier zu kümmern, werde es ausgesetzt in der Hoffnung, dass sich schon jemand findet, der es versorgt.
Laut McCreight sollten Eltern vor der – durchaus lobenswerten und sinnvollen – Anschaffung eines Haustiers mit den Kindern über die damit verbunden Aufgaben sprechen: "Wer füttert und hält Körbchen, Käfig oder Box in Ordnung? Wer sorgt bei einem Hund für den notwendigen täglichen Auslauf?" Nicht zu vergessen seien auch die laufen Kosten, die beispielsweise in einem Hundeleben durchaus die 10.000-Euro-Marke überschreiten könnten. "Ein Tier ist kein Spielzeug, das man nach Lust und Laune benutzen und dann in die Ecke stellen kann. Ein Tier braucht Zuwendung und Pflege, und das erfordert ein großes Verantwortungsbewusstsein, sowohl bei Kindern als auch bei den Eltern."
Um den mit 5.000 Euro dotierten Preis können sich sowohl Privatpersonen als auch Tierschutzvereine, Tierheime, Zoos, Tierärzte und -heilpraktiker sowie andere Tierschützer bewerben. In den Kategorien "Auslandstierschutz“ und "Tierschutz in Deutschland" werden Initiativen bewertet, die Tieren in Not helfen, Tierleid vermeiden oder präventiv zu einer verbesserten Lebenssituation von Tieren beitragen. Bedingung für die Preisvergabe ist die unmittelbare Verwendung der Prämie für das eingereichte Projekt.
Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale in Hattersheim: "Wir stellen immer wieder fest, dass ambitionierte Tierschutzprojekte an der nötigen finanziellen Unterstützung scheitern. Mit der "GOLDENEN PFOTE" wollen wir nicht nur das Engagement belohnen, sondern auch einen Teil zur wirtschaftlichen Realisierung beitragen.“
Die Teilnahmeunterlagen können ab sofort unter der E-Mail-Adresse award@tasso.net oder über die Homepage www.tasso.net angefordert werden. Dort finden sich auch Informationen über Projekte und Preisträger aus dem vergangenen Jahr. Einsendeschluss für die Projektvorschläge ist der 31. Oktober 2009. Die Verleihung der "GOLDENEN PFOTE" findet im Rahmen einer Feierstunde Ende des Jahres statt.
Angesichts der vielen streunenden Hunde vor allem in südlichen und südöstlichen Urlaubsländern entdeckt so mancher seine Tierliebe. Mit dem Ergebnis, dass man sich von dem Vierbeiner nicht mehr trennen mag. Der Hund wird also in eine Transportbox gepackt und nach Deutschland "importiert". Dagegen sei prinzipiell auch nichts einzuwenden, meint Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO, gibt aber zu bedenken, dass sich kaum ein Tierfreund der dann auf ihn zukommenden bürokratischen Hürden bewusst ist. Sinnvoller wäre es, den Hund am Urlaubsort zu lassen und beispielsweise die örtlichen Tierschutzorganisationen zu unterstützen. McCreight: "In vielen Feriengebieten haben sich Tierfreunde organisiert, um das Problem streunender Hunde in den Griff zu bekommen, und zwar in erster Linie durch Kastration. Dadurch wird das bisher ungebremste Wachstum der Population wirkungsvoll eingedämmt." Als Beispiel nennt der TASSO-Chef den "Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V." (bmt), der vor allem in Osteuropa entsprechende Projekte gestartet hat.
Wer dennoch nach dem Urlaub einen Hund verwöhnen möchte, sollte sich laut McCreight in einem Tierheim umsehen: "Die wissen derzeit nicht mehr, wohin mit den Tieren. Es mangelt sowohl an Unterbringungsmöglichkeiten als auch an Geld für die Verpflegung. Schuld daran trägt wohl auch die derzeitige schwierige wirtschaftliche Situation bei vielen Haustierbesitzern." Nicht zuletzt könne man bei einem Hund aus dem Tierheim auch sicher sein, dass dieser gesund ist und die notwendigen Impfungen erhalten hat.
Immer mehr Menschen holen sich einen bellenden oder miauenden Vierbeiner ins Haus. Gegenüber 2007 stieg der Hunde-Anteil im letzten Jahr um 200.00 auf 5,5 Millionen. Katzen sind noch populärer, zu den 7,9 Millionen kamen weitere 300.000 hinzu. Diese Zahlen nannte jetzt der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) in Düsseldorf. Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale im hessischen Hattersheim, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, die neuen Hausgenossen unbedingt registrieren zu lassen: „Ohne Registrierung keine Rückvermittlung für den Fall, dass Hund oder Katze weglaufen“, sagt der Tierschützer.
Vorher allerdings sollte der Tierarzt den Vierbeiner durch einen unter die Haut gespritzten Mikrochip eindeutig kennzeichnen. Wird das Tier aufgefunden und beispielsweise in ein Tierheim gebracht, ließe sich dort mit einem Lesegerät die Chipnummer ermitteln. McCreight: „Diese Nummer in Verbindung mit den Kontaktdaten des Halters helfen uns, das weggelaufene Tier schnell und weltweit wiederzufinden und dem Besitzer zurück zu vermitteln.“ Optimal liefe die Registrierung über das Internet unter www.tasso.net. „Bereits jede dritte Registrierung erfolgt schnell und sicher online.“
Mit inzwischen über 4,5 Millionen registrierten Tieren betreibt TASSO e.V. das größte Tierregister in Europa. 50 Mitarbeiter stehen rund um die Uhr und an jedem Tag des Jahres für die Suche nach verschwunden Haustieren zur Verfügung. Obwohl sich der Verein ausschließlich aus Spenden finanziert, sind sämtliche Leistungen kostenlos.
Die Sonne scheint, es ist warm – das beste Wetter also für eine kleine Radtour, an der auch lauffreudige Hunde teilnehmen können. Allerdings sind einige Grundregeln zu beachten. TASSO hat dazu den Hamburger Hundetrainer Detlev Schönfelder befragt, hier seine Tipps:
Nur kräftige Hunde dürfen mit
Die meisten Hunde laufen gern, man darf sie aber nicht überfordern. Für Welpen und Hunde bis zu einem Jahr ist das Mitlaufen neben dem Rad tabu. Es sollte draußen außerdem nicht zu warm sein. Grundsätzlich gilt zudem: Die Geschwindigkeit muss der Größe des Hundes angemessen sein, wobei man nach „Sprintstrecken“ immer eine Pause einlegen sollte.
Ohne Training geht’s nicht
Hund und Fahrrad müssen sich erst aneinander gewöhnen. Dazu nimmt man das Rad zwischen sich und dem kurz angeleinten Hund und schiebt erst einmal ein paar Runden. Der Hund muss sich dabei immer auf Sattelhöhe befinden. Bleibt das Rad stehen, sollte der Hund sich hinsetzen. Klappt diese Übung, wird in freiem Gelände – möglichst abseits von Straßen und stark frequentierten Wegen – mit Herrchen oder Frauchen im Sattel geübt. Fahren Sie langsam und mit einigen Kurven, weichen Sie Hindernissen aus und bremsen Sie spontan, Ihr Hund sollte alles brav mitmachen.
Vorsicht in dichtem Straßenverkehr
Der Hund am Fahrrad muss immer auf der dem Verkehr abgewandten Seite des Radwegs laufen. Vermeiden Sie unbedingt dicht befahrene Straßen. Das Mitführen von Hunden am Rad ist zwar nicht verboten, mit rechtlichen Konsequenzen sollte man aber rechnen, wenn das Gespann Rad-Hund zum Verkehrshindernis wird oder gar das Tierschutzgesetz missachtet wird. Das Laufen auf der Straße wird dem Hund ohnehin kaum Freude machen, rauer Asphalt schadet den Pfoten, Autoabgase machen das Atmen schwer.
Die zehn Regeln von Hundetrainer Detlev Schönfelder fürs Radfahren mit Hund
- Viele Pausen einlegen, Hund beobachten
- Keine zu jungen, kranken oder alten Hunde am Rad laufen lassen
- Laufleistung (Strecke und Tempo) langsam steigern
- Nie bei Hitze fahren. Der Hund hat keine Fahrtwindkühlung, und in Bodennähe ist es außerdem wärmer als auf dem Sattel
- Wasser oder ein erfrischendes Bad im Bach anbieten
- Nicht zu lange auf Asphalt bleiben
- Abgasreiche Strecken schnell verlassen
- Stark befahrene Radwege meiden
- Nicht die Leine ums Lenkrad wickeln
- Nie vor der Radtour füttern
Da nach wie vor viele Hundebesitzer ihren Vierbeiner längere Zeit im geparkten Wagen zurücklassen, hat die Tierschutzorganisation die Kampagne "Hund im Backofen" gestartet – bereits über 110.000 "Denkzettel" wurden angefordert. Damit allerdings hat Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, nicht gerechnet: "Schon kurz nach Vorstellung der Kampagne in unserem Newsletter gingen Hunderte von Bestellungen für die Informationskarten ein!" Diese "Denkzettel" sollen Autofahrer über das Schicksal von im heißen Wagen zurückgelassenen Hunden informieren. "Inzwischen haben wir fast 2000 Anfragen für mehr als 110.000 Karten", so McCreight.
Die Resonanz auf die Kampagne zeige, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, meint McCreight. Offenbar wüssten noch zu wenig Autofahrer von der Gefahr, denen ein Hund im geparkten Wagen ausgesetzt ist: "Steht das Auto in der prallen Sonne, sind sogar frühlingshafte 20 Grad Außentemperatur zu viel. Schon nach wenigen Minuten kann die Temperatur im Innenraum auf über 50 Grad steigen – für den Hund besteht dann akute Lebensgefahr."
Wie der TASSO-Chef weiter ausführt, nehmen viele Hundebesitzer ihren Vierbeiner im Auto mit auf eine ausgedehnte Einkaufstour oder sogar zum Besuch von Zoos und Vergnügungsparks. Auf dem Parkplatz werde dann die Seitenscheibe ein paar Zentimeter heruntergekurbelt und der Hund seinem Schicksal überlassen. McCreight: "Was viele nicht bedenken: Auch wenn der Wagen anfangs im Schatten steht, schon nach wenigen Minuten kann sich die Situation radikal ändern. Die Sonne wandert, trifft sie das Auto, wird es im Innenraum schnell fast so heiß wie in einem Backofen. Hunde würden nur ein wenig an den Pfoten schwitzen," erklärt McCreight. "Ihren Wärmehaushalt regelten sie überwiegend durch Hecheln." Doch bei Temperaturen von über 50 Grad würde das auch nicht mehr helfen. "Die Tiere verlieren sehr schnell viel Flüssigkeit, das führt zum Kollaps und schließlich zum Tod."
McCreight empfiehlt denjenigen, die einen apathisch wirkenden, stark hechelnden Hund in einem geparkten Auto entdecken, einen Anruf bei der Polizei. Außerdem sollte der Besitzer ausfindig gemacht werden, beispielsweise durch einen Ausruf in den angrenzenden Geschäften oder über die Verantwortlichen von Zoos und Parks. "Die Polizeibeamten werden wahrscheinlich eine Scheibe des Wagens einschlagen und den Hund befreien", so McCreight. Die Kosten für den Einsatz müsse nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz (AZ 12 A 10619/05) der Hundebesitzer tragen. "Außerdem kann er mit einer Anzeige wegen Tierquälerei rechnen", gibt der TASSO-Chef zu bedenken.
Ist der Hund endlich befreit, sollte man sehr behutsam mit ihm umgehen und ihn keinesfalls beispielsweise mit kaltem Wasser überschütten. Dr. Rolf Wilcken von der Tierklinik Hochmoor im münsterländischen Gescher empfiehlt feuchte Umschläge an Beinen und Pfoten. Durch die Verdunstung des Wassers werde die Körpertemperatur des Hundes schnell gesenkt. Eiskaltes Wasser sei auch fürs Trinken tabu. "Wenn der Hund überhaupt noch in der Lage ist, Wasser aufzunehmen, sollte dies temperiert sein", rät Wilcken. Ein Besuch beim Tierarzt sei in jedem Fall angeraten. "Hier kann der Flüssigkeitsverlust durch Infusionen schnell ausgeglichen werden."
Hermine Ohler leitet ehrenamtlich und quasi rund um die Uhr die Enten-Hotline in Düsseldorf und hat jetzt in der Brutsaison alle Hände voll zu tun. Über 400 Mal musste Hermine Ohler in diesem Jahr schon ihren "Entenverstand" unter Beweis stellen: Die agile 61-Jährige wird immer dann gerufen, wenn Entenmütter mit ihren Küken dort auftauchen, wo sie normalerweise nicht hingehören – auf Balkonen, Terrassen, Garagendächern oder mitten im Großstadtverkehr beispielsweise. "Dass Enten in unmittelbarer menschlicher Nachbarschaft brüten, ist gar nicht so ungewöhnlich", erklärt Hermine Ohler. "In Parkanlagen finden die Tiere durch stöbernde Hunde und spielende Kinder kaum Ruhe."
Zwischen April und Juli hat die inoffizielle "Entenbeauftragte der Stadt Düsseldorf" Hochsaison, die Küken sind geschlüpft und erkunden als Nestflüchter im Schlepptau der Mutter die Umgebung. Wenn sie dabei verkehrsreiche Straßen überqueren oder hilflos auf Dächern und Balkonen wuseln, wisse kaum jemand, was zu tun sei, so Ohler. "Die Mutter zu fangen gelingt fast nie", weiß die Expertin. "Enten können schließlich hervorragend fliegen." Sammle man stattdessen die Küken ein, könnte das für den Nachwuchs fatale Folgen haben. "Küken brauchen ihre Mutter zum Schutz und zum Wärmen. Auf viele wirken die Kleinen zwar putzmunter und selbstständig, aber das täuscht."
Wird Hermine Ohler alarmiert, rückt sie in ihrem kleinen Auto und mit einem Drahtgehege an. "Ich fange grundsätzlich die gesamte Entenfamilie", betont sie. "Nicht mit Gewalt, sondern mit Einfühlungsvermögen und ein paar Tricks." Anschließend geht es zum nächstgelegenen Gewässer, einen See zum Beispiel. Nur wenn die Küken frisch aus den Eiern geschlüpft sind, kommen sie für ein paar Tage in einen Stall. "Diese kleinen Gehege in einem Schuppen hat die Stadt zur Verfügung gestellt", erzählt Ohler. "Weitere offizielle Zuwendungen gibt es nicht. Zum Glück bezahlt mir der Düsseldorfer Tierschutzverein Benzin und eventuelle Tierarztkosten. Für alles andere muss ich selber aufkommen … und das seit nunmehr zwölf Jahren."
Für Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. hat Hermine Ohlers Engagement Vorbildcharakter. "Wenn es Tieren schlecht geht, schauen immer noch sehr viele Menschen weg, sie wollen weder Zeit noch Geld und Mühe investieren. Den ehrenamtlichen Tierschützern gilt deshalb mein besonderer Respekt. Ohne sie sähe es in unserer Welt um einiges schlechter aus!"
Immer wieder lassen Hundebesitzer ihren Vierbeiner längere Zeit im geparkten Wagen zurück – dabei kann sich der Innenraum bei direkter Sonneneinstrahlung lebensgefährlich aufheizen. Steht der Wagen in der prallen Sonne, sind sogar frühlingshafte 20 Grad Außentemperatur zu viel. Schon nach wenigen Minuten kann die Temperatur im Innenraum auf über 50 Grad steigen – für den Hund besteht dann akute Lebensgefahr. Darauf weist die Tierschutzorganisation TASSO e.V. hin.
Viele Hundebesitzer nehmen ihren Vierbeiner im Auto mit auf eine ausgedehnte Einkaufstour oder sogar zum Besuch von Zoos und Vergnügungsparks. Auf dem Parkplatz wird dann die Seitenscheibe ein paar Zentimeter heruntergekurbelt und der Hund seinem Schicksal überlassen. Was viele nicht bedenken: Auch wenn der Wagen anfangs im Schatten steht, schon nach wenigen Minuten kann sich die Situation radikal ändern. Die Sonne wandert, trifft sie das Auto, wird es im Innenraum schnell fast so heiß wie in einem Backofen. "Hunde schwitzen nur ein wenig an den Pfoten" erklärt Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale. "Ihren Wärmehaushalt regeln sie überwiegend durch das Hecheln." Doch bei Temperaturen von über 50 Grad würde das auch nicht mehr helfen. "Die Tiere verlieren sehr schnell viel Flüssigkeit, das führt zum Kollaps und schließlich zum Tod."
McCreight empfiehlt denjenigen, die einen apathisch wirkenden, stark hechelnden Hund in einem geparkten Auto entdecken, einen Anruf bei der Polizei. Außerdem sollte der Besitzer ausfindig gemacht werden, beispielsweise durch einen Ausruf in den angrenzenden Geschäften oder über die Verantwortlichen von Zoos und Parks. "Die Polizeibeamten werden wahrscheinlich eine Scheibe des Wagens einschlagen und den Hund befreien", so McCreight. Die Kosten für den Einsatz müsse nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz (AZ 12 A 10619/05) der Hundebesitzer tragen. "Außerdem kann er mit einer Anzeige wegen Tierquälerei rechnen", gibt der TASSO-Chef zu bedenken.
Ist der Hund endlich befreit, sollte man sehr behutsam mit ihm umgehen und ihn keinesfalls beispielsweise mit kaltem Wasser überschütten. Dr. Rolf Wilcken von der Tierklinik Hochmoor im münsterländischen Gescher empfiehlt feuchte Umschläge an Beinen und Pfoten. Durch die Verdunstung des Wassers werde die Körpertemperatur des Hundes schnell gesenkt. Eiskaltes Wasser sei auch fürs Trinken tabu. „Wenn der Hund überhaupt noch in der Lage ist, Wasser aufzunehmen, sollte dies temperiert sein“, rät Wilcken. Ein Besuch beim Tierarzt sei in jedem Fall angeraten. "Hier kann der Flüssigkeitsverlust durch Infusionen schnell ausgeglichen werden."
"Sie werden gejagt, gefangen und getötet – die Straßenhunde genießen in den wenigsten EU-Mitgliedsstaaten Schutz und Respekt", sagt Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Petra Zipp vom Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) pflichtet ihm bei: "Mit der Tiergesundheitsstrategie 2007-2013‘ hat sich das Europaparlament zu seiner Verantwortung für Haustiere bekannt, zu denen die Straßentiere als verwilderte ausgesetzte Heimtiere natürlich auch gehören", so die Tierschützerin. Folgerichtig beriefen sich Tierschutzorganisationen nun auf dieses Papier, um Straßentiere in die Vorbeugungsmaßnahmen (Impfen, Kastrieren, medizinische Versorgung) der Kommission mit einzubinden.
Diese Forderung trugen TASSO, der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) sowie Vier Pfoten und Europäischer Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) nun in Brüssel vor. Sie untermauerten ihr Anliegen mit fast 60.000 Unterschriften, die seit Januar 2008 gesammelt worden waren. Der bmt hatte zu Beginn des letzten Jahres seine Kampagne "Auch Straßenhunde haben ein Recht auf Leben!" gestartet und eine Resolution verabschiedet, in der die EU aufgefordert wurde, im Rahmen der "Tiergesundheitsstrategie" Fördergelder für flächendeckende Kastrationsprojekte bereit zu stellen.
Die Tierschützer vertreten gemeinsam rund 3,5 Millionen europäische Bürger, die nicht mehr akzeptieren wollen, dass Straßenhunde in einer wachsenden europäischen Gemeinschaft immer wieder grausamen Tötungsaktionen zum Opfer fallen. „In fast allen EU-Ländern werden Straßenhunde gefangen und getötet – die Methoden sind zutiefst inhuman und schockieren, wie jüngste Übergriffe aus Rumänien an Straßenhunden belegen, die Öffentlichkeit“, sagt Petra Zipp.
Gemeinsam vertreten die Tierschützer die Auffassung, dass die EU die politisch Verantwortlichen für derartige Rechtsbrüche zur Rechenschaft ziehen und jenen Mitgliedsstaaten helfen muss, die finanziell und personell nicht in der Lage sind, ihr Straßentierproblem nachhaltig und tiergerecht zu lösen. Darüber hinaus würde eine systematische Registrierung und Erfassung der Haushunde und ihrer Artgenossen auf den Straßen die Besitzer zu mehr Verantwortung erziehen und gleichzeitig den illegalen Handel mit Welpen erschweren, wenn nicht ganz unterbinden.
Die EU Kommission dankte den Tierschutzorganisationen für die übergebenen Resolutionen und den sachlichen Dialog, ohne sich jedoch auf konkrete Zusagen festzulegen. Die Tierschutzorganisationen werden sich daher weiterhin mit aller Kraft für die Umsetzung ihrer Forderung einsetzen.
Hundebesitzer auf dem Weg nach Italien müssen im Reisegepäck nicht nur eine Hundeleine mitführen, sie sollten sie auch verwenden. Zumindest dann, wenn es mit dem Vierbeiner durch Städte oder Parkanlagen geht. Denn seit dem 1. April gilt eine entsprechende Regierungsverordnung.
Wie die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" berichtet, dürfe die Leine sogar nur eineinhalb Meter lang sein, ausziehbare Leinen müssten sich nach dieser Distanz einrasten lassen. Um Hundeangriffe auf Menschen und andere Tiere zu verringern, sei auch das Mitführen eines Maulkorbs Pflicht. Eine generelle Maulkorbpflicht gebe es zwar nicht – sollte es aber zu Zwischenfällen kommen, trage der anwesende Hundehalter die volle Verantwortung. Zur Vermeidung berühmt-berüchtigter "Tretminen" ist nach dem Bericht des Blatts auch die Beseitigung des Hundekots gesetzlich vorgeschrieben. Wie und durch wen die neuen Regeln überprüft werden, ist aber offenbar noch unklar. Das gilt auch für die Höhe des Bußgelds, das bei Verstößen fällig wird.
Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. sieht die neuen Vorschriften mit gemischten Gefühlen: "Hinsichtlich der geforderten Beseitigung von Hundehäufchen habe ich ein gewisses Verständnis für eine gesetzliche Regelung. Beim generellen Leinenzwang in Städten und Parks und dem grundsätzlichen Mitnehmen eines Maulkorbs ist man aber deutlich über das Ziel hinaus geschossen. Ein Leinenzwang allein verhindert noch lange keinen Beißvorfall. Denn meist ist das Problem am anderen Ende der Leine zu finden."
"Hallo, ich rufe an vom Tierschutz, um die Daten Ihres Haustiers abzugleichen und zu fragen, ob die Mitgliedschaft verlängert werden soll." So oder so ähnlich melden sich derzeit falsche Tierschützer am Telefon. Ihr Ziel: Die Angerufenen sollen Geld überweisen oder persönliche Daten mitsamt Bankverbindung preisgeben. Als Urheber der Telefonaktionen werden bevorzugt Tierschutzorganisationen missbraucht, unter anderen der auf die Rückvermittlung von Haustieren spezialisierte TASSO e.V.: "Abgesehen davon, dass wir gar keine Mitgliedsbeiträge oder sonstige Gebühren verlangen; wir nehmen Kontakt mit den bei uns registrierten Tierbesitzer ausschließlich im Rahmen von Rückvermittlungen verlorener Tiere auf", erklärt Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale in Hattersheim bei Frankfurt.
Telefonanrufen, bei denen es um Geld geht, sollte man grundsätzlich mit äußerster Vorsicht begegnen, rät McCreight. Sicheres Indiz für unseriöse Anfragen sei die ausgeblendete Telefonnummer. "Moderne Telefone verfügen über ein Display, das die Nummer des Anrufers zeigt", erklärt der Tierschützer. Diese Nummer werde automatisch an den Angerufenen übermittelt – es sei denn, die Weitergabe wurde vom Anrufer bewusst abgeschaltet. CLIR (Calling Line Identification Restriction) nennt sich diese Funktion, die anonyme Anrufe überhaupt erst möglich macht. "Leider gibt es keine Möglichkeit, bei aktivierter CLIR den Anrufer zu identifizieren", bedauert McCreight und empfiehlt: "Ruft jemand in Sachen Tierschutz an, fragt nach persönlichen Daten oder bittet um Beiträge oder Spenden, genügt ein Blick aufs Display. Bleibt dieses leer, einfach um eine Telefonnummer für den Rückruf bitten – mit ziemlicher Sicherheit wird dann das Gespräch vom Anrufer blitzschnell beendet…"
Der Frühling naht – und mit ihm eine Gefahr, die in Sträuchern und auf Gräsern lauert: Zecken! Steigen die Temperaturen dauerhaft über sieben Grad, werden die spinnenartigen Tiere putzmunter und entwickeln Appetit auf frisches Blut. Dass beim Stich Erreger der Borreliose oder Babesiose übertragen werden können, ist eine sowohl für Menschen als auch für Tiere gefährliche Nebenerscheinung.
Zecken lauern im kniehohen Gras oder niedrigen Büschen auf ihre Opfer, die sie an deren Ausdünstungen erkennen. Bei unmittelbarem Kontakt mit dem Opfer lassen sie sich vom Halm oder Ast abstreifen und suchen eine warme Körperstelle mit möglichst dünner Haut. Dort stechen sie zu, saugen Blut und "spucken" unverdauliche Blutbestandteile von Zeit zu Zeit in die Wunde zurück. Und genau dabei können krank machende Erreger übertragen werden. Eine Blutmahlzeit kann durchaus mehrere Tage andauern.
Nach jedem Spaziergang auf die Suche gehen
Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., rät allen Hundebesitzern, sofort nach einem Spaziergang im Grünen das Tier sorgfältig nach Zecken abzusuchen. "Entfernen sollte man die Schmarotzer mit einer speziellen Zeckenzange oder einem Zeckenhaken. Zur Not funktionieren auch Pinzette oder spitze Fingernägel." In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass man die Zecke nicht zerquetscht, denn dann würden eventuell vorhandene Erreger unmittelbar in die Stichwunde gebracht werden. "Öl oder Nagellack sind tabu", warnt McCreight. Die Zecke würde im Todeskampf ihren Mageninhalt in die Wunde entleeren und so eine Infektion beschleunigen. Auf die traditionell strittige Frage "Ziehen oder Drehen?" hat Dr. Rolf Wilcken, Leiter der Abteilung Kleintiere der Tierklinik Hochmoor, eine ganz einfache Antwort: "Wie man die Zecke aus der Haut befördert, ist völlig egal. Manchmal geht es mit Ziehen, manchmal mit Drehen leichter. Man sollte aber immer am Kopf und damit so nah wie möglich an der Einstichstelle ansetzen." Das Wichtigste sei eine möglichst schnelle Entfernung des Parasiten, ergänzt der Tierarzt. Denn dann wäre eine Infektion sehr unwahrscheinlich.
Impfung ist möglich
Gegen die Borreliose gibt es für Hunde seit kurzem eine Impfung. Laut Informationen des Herstellers ist der Impfstoff gegen die pathogenen Keime bisher einmalig in Deutschland. Die Grundimmunisierung kann laut Herstellerangaben bereits bei Welpen ab einem Alter von zwölf Wochen durchgeführt werden. Der beste Startpunkt für die Grundimmunisierung sei das zeitige Frühjahr, beginnend mit zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen. Danach folgt die dritte Impfung im Herbst. Eine weitere Auffrischung folgt im Frühjahr des Folgejahres. Danach sollte der Hund jedes Jahr - im Idealfall vor Beginn der Zeckenzeit - erneut geimpft werden. Als kleine Eselsbrücke gilt: Im ersten Jahr die Impfungen immer dann durchführen, wenn die Uhren umgestellt werden! In den darauffolgenden Jahren genügt eine Impfung im Frühjahr, wenn die Tage wieder länger und die Uhren vorgestellt werden.
Bei der Hunde-Borreliose handelt es sich um eine Erkrankung durch den Bakterienstamm Borrelia burgdorferi sensu stricto. Symptome wie Appetit- und Lustlosigkeit oder Fieber sind die ersten Anzeichen. Im späteren Verlauf der Borrelioseerkrankung können Gelenkentzündungen und Lahmheit dazu kommen.
400 Euro für einen reinrassigen und geimpften Shi-Tsu-Welpen aus deutscher Zucht. Wer dahinter ein Schnäppchen vermutet, könnte das Opfer eines betrügerischen Hundehändlers werden. Erst kürzlich hat die Potsdamer Polizei einen 25-Jährigen dingfest gemacht, der in mindestens 15 Fällen Welpen mit gefälschten Papieren über das Internet verkauft haben soll. Den Käufern hatte der Mann gefälschte holländische Impfdokumente übergeben, die meisten Tiere erkrankten denn auch an der meist tödlich verlaufenden Welpenkrankheit Parvovirose. Im Angebot hatte der Hundehändler neben Shi-Tsus auch Welpen der Rassen American Stafford, Labrador, Prager Rattler, Bulldogge, Stafford Terrier und Pitbull – allesamt für etwa 30 Euro in Polen erworben und illegal über die Grenze geschafft. Die Verkaufspreise lagen zwischen 400 und 600 Euro.
Experten gehen davon aus, dass dieser aufgedeckte Hundehandel kein Einzelfall gewesen ist und mit weiteren unseriösen Angeboten gerechnet werden muss. "Wer unbedingt einen Welpen haben will, sollte diesen von einem Züchter erwerben, der Mitglied eines dem Verband für das Deutsche Hundewesen angeschlossenen Rassehunde-Zuchtvereins ist", empfiehlt Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. "Bei VDH-Züchtern kann man sicher sein, dass die Welpen aus einer intakten Hundefamilie und nicht aus einer Qualzucht stammen und vorschriftsmäßig geimpft sind."
Da aufgefundene Hunde oder Katzen recht häufig bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle landen, die Beamten aber von den TASSO-Serviceleistungen für aufgefundene Haustiere oft nichts oder nur wenig wissen, hat die Tierschutzorganisation jetzt eine Aufklärungskampagne gestartet. Eine kostenlose Informationsbroschüre informiert Polizeidienststellen über den Ablauf einer Rückvermittlung aufgefundener Tiere. Damit soll verhindert werden, dass Polizisten abgegebene Fundtiere mehr oder weniger automatisch an ein Tierheim weiterleiten. "Trägt das Tier eine SOS-Plakette von TASSO, genügt ein Anruf bei uns, und der Besitzer kann seinen Liebling bei der Polizei abholen", erklärt Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale. "Denn leider kann nicht jeder, der ein Haustier findet, es bei sich aufnehmen bis der Besitzer gefunden wird. Ein Tierheim oder eben eine Polizeidienststelle ist da oft der einzige Ausweg."
Mit der Aufklärungskampagne sei TASSO bei den Polizisten auf großes Interesse gestoßen, so der Tierschützer weiter. "Finder entlaufener Tiere sollten die Beamten dennoch auf unsere kostenlosen und unkomplizierten Dienste aufmerksam machen", empfiehlt McCreight. "Damit wird dem Tier schließlich ein unnötiger Transport und damit Stress erspart."
Ab dem 11. März 2009 dürfen kosmetische Inhaltsstoffe, beispielsweise chemische Substanzen zur UV-Filterung, Öle oder Konservierungsstoffe, nicht mehr an Tieren getestet werden. Grundlage ist die 7. Änderung der EU-Kosmetikrichtlinie. "Das ist ein wichtiger Etappensieg im Tierschutz", erklärt dazu Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO.
Bereits seit 1998 verbietet das deutsche Tierschutzgesetz Tierversuche bei der Entwicklung von Kosmetika. Viele Hersteller zogen sich aus der Affäre, indem sie zwar selber keine Tierversuche durchführen ließen, stattdessen aber an Tieren getestete Produkte aus dem europäischen Ausland bezogen und sie unter der eigenen Marke verkauften. Erst 2004 reagierte darauf die zuständige EU-Kommission, Tierversuche an kosmetischen Endprodukten wurden verboten. Worauf einige Kosmetikhersteller keine fertigen Produkte mehr importierten, sondern lediglich an Tieren getestet Grundsubstanzen. Die Novellierung der EU-Kosmetikrichtlinie zieht jetzt auch darunter einen Schlussstrich.
Verbraucher, die dennoch ganz sicher gehen wollen, verweist McCreight an Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) oder des Internationalen Herstellerverbandes gegen Tierversuche in der Kosmetik (IHTK). „Bei Produkten dieser Hersteller – die es übrigens auch in Drogeriemärkten gibt – kann man sicher sein, dass kein Tier in Versuchen leiden musste“, unterstreicht McCreight.
Links zum Thema:
BDIH: http://www.bdih.de/
IHTK: http://www.ihtk.de/
Ingrid Glöckler aus Nerenstetten in der Nähe von Ulm kann es immer noch nicht fassen: Pepples ist wieder da, zurückvermittelt von TASSO, dem größten Haustierzentralregister Europas. Anfang 2001 war die getigerte Langhaarkatze mitsamt Mutter und drei Geschwistern von einem auf den anderen Tag verschwunden, erzählt die Katzenliebhaberin. "Da alle fünf Freigänger waren, dachten wir natürlich sofort an Diebstahl. Wir haben deshalb auch keine umfangreichen Suchaktionen gestartet, sehr zum Leidwesen unserer Kinder. Vor wenigen Tagen dann der Anruf von TASSO: Wir haben Ihre Pepples gefunden, Sie können das Tier abholen!"
Wie Ingrid Glöckler erzählt, sei die inzwischen neun Jahre alte Katzendame in einem Mühlenbetrieb in der Nachbarschaft aufgetaucht. Dort habe man sie ins Haus gelockt und nach Tätowierungen abgesucht. "Wir hatten Pepples wenige Wochen nach der Geburt bei TASSO registrieren lassen, sie besitzt Markierungen in beiden Ohren. Zum Glück war eine jetzt noch eindeutig lesbar", so Ingrid Glöckler. Diese Nummer hatte der Finder telefonisch an TASSO übermittelt, und die Tierschutzorganisation setzte sich sofort mit dem überglücklichen Frauchen in Verbindung. "Pepples hat uns auch sofort wiedererkannt, war ganz schmusig und hatte auch nach wie vor keine Angst vor unserem Hund. Nur die Freiheit liebt sie nicht mehr so wie früher und bleibt gerne im Haus. Wer weiß, was sie auf ihrer achtjährigen Wanderschaft so alles erlebt hat …"
Die anderen vier Katzen allerdings sind nach wie vor spurlos verschwunden.
Exakt 49.103 entlaufene Hunde und Katzen haben im Jahr 2008 buchstäblich das Weite gesucht und konnten trotzdem an ihre Besitzer zurückvermittelt werden. Dank TASSO, der Tierschutzorganisation, die sich seit über 26 Jahren unter anderem der kostenlosen Suche nach vermissten Haustieren widmet.
Dass der Verein im vergangenen Jahr besonders erfolgreich war, ist laut TASSO-Chef Philip McCreight auf das weiter wachsende Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter zurückzuführen: „Der unter die Haut schmerzlos eingesetzte Transponder-Chip ist bei Hunden und Katzen immer häufiger anzutreffen. Dieser Chip ist schließlich die Voraussetzung für die eindeutige Identifizierung des Tieres. Er allein aber nützt gar nichts, wenn das Tier nicht auch bei uns registriert ist, was übrigens keinerlei Kosten verursacht. 2008 hatten wir zum Glück einen regen Zulauf, es gab genau 501.159 Neuzugänge in unserem Haustierzentralregister.“
Trotz der positiven Bilanz ist McCreight nicht recht zufrieden: „Noch immer sind rund 63 Prozent aller Heimtiere nicht registriert, obwohl sie vielfach einen Chip besitzen. Dabei funktioniert die Registrierung über das Internet schnell und sicher: Einfach unter www.tasso.net auf „Registrierung“ klicken. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt, persönliche Daten sind so vor jedem „Mitlesen“ geschützt.“
Alle Jahre wieder sehen sich Tierheime mit einer Flut von Vierbeinern konfrontiert, deren Besitzerwechsel erst wenige Wochen zurückliegt. Dabei handelt es sich um Weihnachtsgeschenke für Kinder, überwiegend kleine Hunde und Katzen, oft auch Meerschweinchen und Hamster. Nach der anfänglichen Freude über das "Spielzeug" vergeht den Beschenkten offenbar recht schnell die Lust am neuen Hausgenossen, mutmaßt Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale im hessischen Hattersheim. "Ein Haustier bringt auch Verantwortung mit sich", so der Tierschützer. "Auf der Tagesordnung stehen nicht nur Kuscheln, Schmusen und Streicheln, sondern auch regelmäßiges Gassi gehen, Saubermachen und Füttern. Manche Kinder sind damit überfordert. Wenn dann die Eltern nicht mitspielen, wird das unüberlegt geschenkte Haustier zur Belastung." Diese Einschätzung findet sich durchgängig auch bei Tierheimen in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München, wie diese auf Nachfrage bestätigten.
Philip McCreight appelliert an Eltern, Kindern keine Tiere zu Weihnachten zu schenken. Oder nur dann, wenn zuvor ganz klar über die notwendige Pflege und die Zuständigkeiten gesprochen wurde. "Auf Welpen unterm Christbaum sollte man aber grundsätzlich verzichten", empfiehlt McCreight. "Damit sie möglichst schnell stubenrein werden, zerren manche frischgebackenen Hundebesitzer die kleinen, noch sehr empfindlichen Tiere durch den Schnee. Das kann mit bösen Erkältungen oder einer Lungenentzündung enden." Die beste Zeit, sich einen jungen Hund ins Haus zu holen, sei das Frühjahr. "Dann macht es auch mehr Spaß, draußen mit dem Hund herumzutollen", sagt McCreight und verweist auf die Tierheime, in denen recht häufig schon bereits stubenreine junge Vierbeiner sehnsüchtig auf ein neues Herrchen oder Frauchen warten.
Bei Zoll, Polizei und Behörden häufen sich die Fälle illegaler Tiertransporte aus Süd- und Osteuropa. Nach einem Bericht der "Passauer Neue Presse" stammen die Tiere meist aus Ländern, in denen die Vierbeiner keinen allzu hohen Stellenwert haben. Viele Streuner seien dabei, die in der Slowakei, Ungarn, Rumänien oder Griechenland das Ortsbild prägten. In der jüngsten Beschlagnahme wurden dem Bericht zufolge aus einem Auto 30 Hunde und eine Katze befreit, die auf dem Weg nach Norddeutschland waren.
Das Blatt zitiert Verena Schwarz vom Landratsamt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, die in dem organisierten Transport Hinterleute aus dem kriminellen Milieu vermutet, die unter dem Deckmantel des Tierschutzes Geschäfte machen wollen. Veterinäramtsleiter Dr. Johann Hölzl bemerkte, dass viele der Tiere weder den zollrechtlichen noch den tierschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechen. Teilweise seien 50 Prozent der Tiere überhaupt nicht geimpft, bei etlichen habe man gefälschte Pässe gefunden, sogar drei Wochen alte Welpen seien schon befreit worden.
Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. warnt dringend davor, die oft für wenig Geld bevorzugt auf Autobahnrastplätzen angebotenen Hunde oder Katzen zu kaufen: "Die Verkäufer haben mit Tierschutz nichts am Hut, denen geht es nur ums Geschäft! Derartige Machenschaften bringen das Engagement echter Tierschützer in Misskredit." Wer ein Heimtier anschaffen will, sollte möglichst viel über dessen Vorleben wissen. "Diese Informationen gibt es zuverlässig nur bei Tierheimen oder anerkannten Züchtern", so McCreight. Dort könne man auch sicher sein, dass alle notwendigen Untersuchungen und Impfungen vorliegen. "Auto oder Fernseher kann man zu Schnäppchenpreisen kaufen, aber keine lebendigen Tiere", betont der Tierschützer.
70 Prozent aller Heimtiere, vor allem Hunde und Katzen, sind nicht in einer Heimtier-Registrierungsdatenbank erfasst. Damit können sie im Verlustfall nur sehr schwer an die Besitzer zurückvermittelt werden. Sie landen in Tierheimen, wo sie manchmal viele Tage, Wochen oder sogar Jahre ihr Dasein fristen müssen. Die Kosten für die Unterbringung der unregistrierten Fundtiere belaufen sich hochgerechnet auf 16,5 Millionen Euro pro Jahr. Diese Zahlen nannte jetzt Philip McCreight, Leiter von TASSO e.V., eine der führenden Tierschutzorganisationen in Europa und Betreiber der mit fast vier Millionen Eintragungen größten europäischen Registrierdatenbank für Heimtiere.
Ohne Chip und Registrierung kein Zurück
"Jedes größere Heimtier sollte eindeutig mit einem Mikrochip gekennzeichnet und bei uns registriert sein", empfiehlt McCreight. Laufe das Tier weg, ließe es sich von Tierärzten oder Tierheimen schnell und einfach dem Besitzer zuordnen. Dazu müsse lediglich die im Chip gespeicherte Registriernummer mit einem Scanner ausgelesen und an TASSO übermittelt werden. "Wir setzen uns dann umgehend telefonisch oder per E-Mail mit dem Halter in Verbindung und arrangieren die Rückführung." Obwohl die Leistungen von TASSO vollkommen kostenlos sind, seien erst 30 Prozent der Heimtiere registriert, so McCreight weiter. Nach seinen Erfahrungen landen jährlich mehr als 400.000 "herrenlose" Fundtiere in den Tierheimen. "Da sie entweder keinen Chip beziehungsweise keine Tätowierung vorweisen oder nicht registriert wurden", sagt der Experte, "können sie nicht an ihre Besitzer zurückvermittelt werden. Sie bleiben also meist für lange Zeit in ihren Boxen. Den deutschen Tierheimen entstehen damit jährliche Zusatzkosten von rund 16,5 Millionen Euro – Geld, das an anderer Stelle dringend gebraucht wird!" Beispielsweise für die Organisation des Tierheims, die meist ohne Computerhilfe sehr aufwendig ist.
Wie ein Sack Flöhe …
Denn ein Tierheim zu führen sei wie sprichwörtlich "einen Sack Flöhe hüten", wie es der Leiter eines großen hessischen Tierheims einmal ausdrückte. An allen Ecken und Enden wäre ständig etwas los, es fehle häufig an qualifiziertem Personal und vor allem an Pflege- und Futtermitteln. Kommen dann noch organisatorische Engpässe hinzu, könne ein Tierheim schnell vor dem Kollaps stehen. "Wir können leider nicht allen dieser äußerst wichtigen Institutionen individuell unter die Arme greifen", erklärt Philip McCreight, "aber wir wollen zumindest dazu beitragen, dass die Organisation besser wird. Deshalb unterstützen wir Tierheime durch die Übernahme der Kosten für die spezielle Software 'AnimanagerOfficePro'."
Software hilft
Das Programmpaket der Firma CoMedius Business Solutions in Karben bei Frankfurt ist maßgeschneidert für die softwaretechnischen Bedürfnisse von Tierheimen, Tierschutzvereinen, Tierpensionen und ähnlichen Unternehmungen. Die Software ist modular aufgebaut, wie ihr Entwickler Stefan Muth erklärt. So gibt es ein Modul namens „Bestandsbuch“. Tierheime können hier zu jedem „Insassen“ ein ganz spezifisches Profil anlegen, vom Namen über Rasse, Geschlecht und Alter bis hin zum Aufnahmegrund. Selbst an ein Porträtfoto wurde gedacht. Ist das Tier noch nicht bei TASSO registriert und macht damit eine Rückvermittlung nahezu unmöglich, übernimmt der ‚Animanager‘ die Anmeldung automatisch und auf Knopfdruck. „Sollte das Tier vermittelt werden und seinem neuen Besitzer weglaufen, können wir über die Registrierung europaweit nach ihm fahnden“, erklärt McCreight. „Diese Software ist somit ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz, den wir gerne unterstützen.“
Herbstzeit ist Schneckenzeit. Viele Gartenbesitzer bekämpfen die schleimigen Kriecher jetzt mit Schneckenkorn. Das ist aber nicht nur für die Schnecken selbst lebensgefährlich, sondern auch für Hunde und Katzen.
Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., berichtet von einer Frau, die ihre Katze bei TASSO als vermisst gemeldet hatte: "Drei Tage später rief die Frau wieder an und erzählte, sie hätte ihre Katze gefunden, tot hinter der Heizung im Keller." Eine Untersuchung beim Tierarzt habe ergeben, dass die Katze vermutlich an Schneckenkorn verendet ist. "Die typischen Vergiftungssymptome wie Erbrechen und Lähmungen sind bei Hunden viel leichter zu erkennen als bei Katzen. Die ziehen sich in solchen Fällen in abgelegene Winkel zurück", weiß McCreight. Laut Dr. Rolf Wilcken von der Tierklinik Hochmoor im münsterländischen Gescher gebe es gegen eine Vergiftung mit Schneckenkorn vor allem bei Hunden kein wirksames Gegenmittel: "Bis spätestens einer Stunde nach der Aufnahme des Korns muss bei dem Hund der Magen ausgepumpt oder sonstwie geleert werden. Klappt das nicht und lassen sich die Krämpfe nicht medikamentös lindern, ist es in der Regel zu spät, die Vergiftung endet tödlich."
Wie die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN berichtet, enthält handelsübliches Schneckenkorn das Nervengift Metaldehyd, das bereits in kleinen Mengen tödlich sein kann. "Gartenfreunde mit Kindern oder Heimtieren sollten es auf keinen Fall verwenden", warnt Martina Schnell, Heimtier-Referentin der Stiftung. Es komme immer wieder zu tödlichen Vergiftungen, nicht nur bei Hunden und Katzen, auch so mancher Igel würde qualvoll am Schneckengift sterben.
McCreight empfiehlt zur Schneckenabwehr Mittel, die ohne Chemie wirken, beispielsweise Schneckenzäune, Bierfallen oder die Ansiedlung natürlich Fressfeinde wie Igel, Frösche, Eidechsen, Blindschleichen und Spitzmäuse. "Obwohl es verlockend klingt, sollte man aber keine indischen Laufenten zur Schneckenvertilgung anmieten", sagt der TASSO-Chef. "In letzter Zeit häufen sich Internet-Angebote zu dieser Möglichkeit. Die Enten hätten zwar eine ausgesprochene Vorliebe für Schnecken, würden aber das biologische Gleichgewicht des Gartens durcheinander bringen", sagt McCreight und beruft sich dabei auf Björn Clauss, einen Spezialisten für Laufenten aus dem oberbayrischen Soyen. Zudem sei das Mieten von Haustieren, die sich ständig an eine neue Umgebung gewöhnen müssen, nicht artgerecht.
Wenn Fiffi den Briefträger attackiert oder Bello den Nachbarn ins Bein beißt, ist es mit einer Entschuldigung selten abgetan. Auf den Hundebesitzer können enorme Kosten zukommen, beispielsweise für Arzt- und Krankenhausbesuche. Während Schäden durch kleine Heimtiere wie Katzen, Hamster oder Vögel in der Regel durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt sind, müssen Hunde separat versichert sein. Dafür gibt es spezielle Versicherungspolicen.
Experten schätzen, dass von den rund fünf Millionen Hunden in deutschen Haushalten drei Millionen ohne jeglichen Versicherungsschutz herumlaufen. "Die Besitzer dieser Hunde gehen unnötig ein hohes Risiko ein", warnt Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. "Denn wie schnell kommt ein Radfahrer durch den plötzlich vor ihm auftauchenden Hund zu Fall, oder ein Autofahrer muss für einen Hund so stark bremsen, dass ihm der Hintermann drauf fährt und vielleicht auch noch eine Massenkarambolage verursacht." Ein solcher Unfall kann sehr teuer werden, meint McCreight: "Neben der ärztlichen Versorgung ist vielleicht auch noch eine langjährige Pflege notwendig. Kommen dann auch noch Ansprüche wegen Verdienstausfall oder Schadenersatzforderungen hinzu, kann sich der finanzielle Schaden auf mehrere Millionen Euro summieren – für die der Hundebesitzer mit seinem gesamten Vermögen und Einkommen geradestehen muss."
Auf der sicheren Seite sei der Hundebesitzer nur, wenn er eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, die in den Bundesländern Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Hessen ohnehin vorgeschrieben ist. Sie übernehme die Kosten für Schäden, die durch den Hund entstanden sind. Solche Versicherungen seinen gar nicht mal so teuer: "Zwischen 50 und 200 Euro pro Jahr", sagt der TASSO-Chef und empfiehlt ein Gespräch mit dem Versicherungsmakler des Vertrauens. "Wichtig ist die Deckungssumme. Für eine Absicherung von drei Millionen Euro sind etwa 50 Euro Jahresprämie zu zahlen. Doch drei Millionen sind bei schwer wiegenden Personenschäden schnell zusammen. Besser ist eine Deckung von 7,5 oder zehn Millionen", so McCreight.
Seit mehr als 25 Jahren macht sich TASSO e.V. auf die Suche nach entlaufenen Heimtieren. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Jüngstes Beispiel: der Jack-Russell-Terrier Chicco. Der war der Familie Hammerschmidt aus Kassel bei der Autofahrt zur Ferienwohnung ins spanische Feriendomizil „abhanden gekommen“. "Wir hatten kurz hinter Málaga auf einem Rastplatz gehalten", erzählt Mutter Karin Hammerschmidt. "Bei der Weiterfahrt stellten die Kinder fest, dass ein wichtiges Familienmitglied fehlte: unser Hund!"
Die Urlauber machten sofort kehrt, auf dem Rastplatz war von Chicco aber nichts mehr zu sehen. "Da der Hund bei TASSO registriert ist, habe ich sofort die Notrufzentrale des Vereins angerufen", so Karin Hammerschmidt. Damit setzte sie ein lange bewährtes, umfangreiches und effizientes Suchprogramm in Gang. Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale: "Wir haben sofort unseren Aktionsplan für im Ausland entlaufene Hunde gestartet. Und tatsächlich: Zwei Tage später meldete sich bei uns ein Tierheim in Marbella, dort war ein Jack-Russell-Terrier mit der SOS-Halsbandplakette von TASSO abgegeben worden. Wir überprüften die Daten – es war Chicco." Eine TASSO-Mitarbeiterin informierte sofort die Hammerschmidts, die wenige Stunden später ihren geliebten Chicco wieder in den Armen halten konnten.
Über 2000 im Ausland weggelaufene Heimtiere finden so laut McCreight jährlich zu ihren Besitzern zurück, "von Dallas bis Tokio, von Tel Aviv bis Oslo", wie der TASSO-Chef berichtet. Damit die Rückvermittlung klappt, muss das Tier aber nicht nur registriert, sondern auch entsprechend gekennzeichnet sein. "Optimal ist ein implantierter Transponder-Chip, der ohnehin bei den meisten Auslandsreisen vorgeschrieben ist", sagt McCreight. Da aber nicht alle Tierheime vor allem in Süd- und Osteuropa über Chip-Lesegeräte verfügen, sollte zusätzlich die bei TASSO kostenlos erhältliche SOS-Plakette am Halsband befestigt werden. McCreight: "Auf dieser Plakette stehen unsere Telefonnummer sowie der Code, unter dem das Tier bei uns gespeichert ist. Unsere Notrufzentzentrale ist das ganze Jahr über rund um die Uhr besetzt, Finder können uns also immer erreichen." Fremdsprachenprobleme seien bei TASSO kaum ein Thema: "Wir sind ein internationales Team. Neben Englisch, Französisch und Spanisch kann man mit uns auch Italienisch, Portugiesisch, Griechisch, Polnisch und Rumänisch sprechen …"
In vielen südlichen Ländern gehören sie zum Straßenbild: Herumstreunende und offenbar herrenlose Hunde und Katzen. Ihr teilweise jämmerliches Aussehen verleitet viele Urlauber zur spontanen Hilfe. "Und das ist auch gut so", meint Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale. Tierschützerisches Engagement dürfe nicht vor der eigenen Haustür enden, artgerechtes Futter und vor allem tierärztliche Hilfe sei für Streuner oft lebensnotwendig.
Oftmals zu weit ginge die Tierliebe aber, wenn sich Urlauber nicht mehr von ihrer vierbeinigen Ferienbekanntschaft trennen und diese mit nach Hause nehmen wollen. "Für den Grenzübertritt ist in allen europäischen Ländern eine Tollwutimpfung vorgeschrieben", erklärt McCreight. "Sie muss wenigstens vier Wochen zurückliegen und darf nicht älter als ein Jahr sein. Da die Wenigsten entsprechend lange Urlaub machen können, ist der ‚Export‘ schon aus Zeitgründen kaum möglich." Hinzu komme: "Die mitgebrachten Tiere müssen bei der Einfuhr nach Deutschland gechippt oder gut leserlich tätowiert sein. Außerdem muss eine spezielle amtliche (EU) Mustergesundheitsbescheinigung für sie vorgelegt werden. Aus zahlreichen Urlaubsländern ist zusätzlich eine Bescheinigung über einen Bluttest, der drei Monate vor der Einfuhr erfolgte, erforderlich."
Wer die Einfuhr dennoch riskiere, müsse damit rechnen, dass der Hund oder die Katze vom Zoll in Quarantäne geschickt werden. "Das kann vor allem bei Welpen zu schweren psychischen Belastungen führen", warnt McCreight. Viel besser sei es, den liebgewordenen Hausgenossen einem örtlichen Tierheim oder einer Tierschutzorganisation anzuvertrauen. "An vielen Orten in Süd- und Osteuropa gibt es Einrichtungen für herrenlose Tiere, die mit Unterstützung aus Deutschland arbeiten", sagt der TASSO-Chef. "Will man unbedingt einen Hund oder eine Katze mit nach Hause nehmen, sind diese Organisationen der beste Ansprechpartner. Vor allem: Die Tiere sind dort in der Regel bereits geimpft, entwurmt und kastriert beziehungsweise sterilisiert."
Wer mit seinen Hund verreisen will, sollte ihm ganz besondere Aufmerksamkeit entgegenbringen. Dies gilt besonders für die Fahrt mit dem Auto. Hier die wichtigsten Tipps für eine unbeschwerte Reise …
"Ganz wichtig ist die Registrierung des Hundes bei TASSO", empfiehlt Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale im hessischen Hattersheim. Sollte das Tier während der Fahrt oder am Urlaubsort weglaufen, ließe es sich über die bei TASSO registrierten Angaben schneller wiederfinden und exakt dem Besitzer zuordnen. "Optimal zur Identifizierung ist der unter die Haut des Vierbeiners eingesetzte Transponder-Chip mit eindeutiger Kennung", so McCreight weiter. "Zur Not tut’s aber auch eine Tätowierung." Die Daten könne der Finder des Hundes beziehungsweise ein Tierheim oder Tierarzt an TASSO durchgeben, der Verein würde dann sofort den Besitzer per Handy über den Fund informieren. "Dieses Service ist für alle Beteiligten vollkommen kostenlos", ergänzt McCreight.
Damit es erst gar nicht dazu kommt, empfiehlt der Tierschutzexperte den Hund nicht nur bei Pausen während der An- und Abreise, sondern auch die ersten Tage am Urlaubsort nicht ohne Leine laufen zu lassen: "Die unbekannte Umgebung macht manche Tiere so nervös, dass sie die Kommandos ihres Besitzers überhören und aufgeschreckt die Flucht ergreifen." Dies würde nicht nur dem Hund und seiner Familie den Urlaubsspaß verderben, in der Nähe stark befahrener Straßen oder der Autobahn könne dies auch ganz schlimme Folgen haben, meint McCreight.
Verantwortungsbewusste Hundebesitzer packen zum Reiseproviant für Kinder und Erwachsene natürlich auch Wasser für den Hund und den passenden Napf. Mit dem Fressen sollte man allerdings vorsichtig umgehen. McCreight: "Dauert die Fahrt mehrere Stunden, kann dem Hund bei vollem Magen übel werden. Am besten ist es, man füttert ihn vier bis sechs Stunden vor Reiseantritt und dann erst wieder am Urlaubsort. Hunde können diese Hungerkur problemlos ertragen."
Ginge es über die Grenze, sei der Heimtierausweis mit aktuellen Impfdaten zwingend vorgeschrieben. "Den sollte man immer dabei haben", meint der TASSO-Chef. "Der für die EU-Länder vorgeschriebene Pass enthält neben Angaben zum Halter auch Adresse, Name, Art und Geschlecht des Tieres einschließlich Geburtsdatum, Fellkleid und Daten zu Impfungen." Angegeben seien außerdem die Transponder- beziehungsweise Tätowiernummer.
Auf was man sonst noch beim Urlaub mit dem Hund achten sollte, hier die Checkliste von TASSO:
Vor der Reise:
- Fahrten und Urlaubsort mit dem Tierarzt besprechen
- Adresse und Telefonnummer des Urlaubsziels bei TASSO eintragen lassen
- Länderspezifische Vorschriften für bestimmte Hunderassen überprüfen
- Vorrat an wichtigen Medikamente anlegen
- Gültigkeit der Schutzimpfungen überprüfen und ggf. nachholen
- Bei Auslandsreisen die Einreisebestimmungen abklären (Botschaft)
- Futter und Leckereien kaufen
Fürs Gepäck:
- Heimtierausweis
- Nummer und Kontaktdaten der Haftpflichtversicherung
- Transportkorb, Maulkorb (ist einigen Ländern vorgeschrieben), Leine, Körbchen oder Decke
- Frisches Trinkwasser in der Flasche, Wassernapf
- Plastiktüten und Schaufel
- Futter, Leckereien, Dosenöffner
- Bürste, Kamm, Handtuch, Spielzeug
Für die Reiseapotheke:
- Notwendige Medikamente
- Mittel gegen Reisekrankheit und Beruhigungsmittel, Antibiotika
- Mittel gegen Durchfall
- Wundspray/ Desinfektionsmittel
- Augen- und Ohrentropfen
- Tücher zum Reinigen von Augen und Pfoten
- Floh- und Zeckenhalsband bzw. pharmazeutische Präparate
- Verbandmaterial
Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. warnt vor betrügerischen Aktionen angeblicher Tierschutzorganisationen. Laut Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, erhielten derzeit zahlreiche Tierbesitzer Anrufe aus Spanien, in denen nach einem per SMS auf das Handy übermittelten PIN-Code des Online-Bezahldienstes "Clickandbuy" gefragt wird. Dieser Code würde beispielsweise für die Weiterleitung der Vermisstenanzeige an Tierheime benötigt, so die Behauptung. Tatsächlich aber dient der von "Clickandbuy" gesendete Code ausschließlich zur Verifizierung der Anmeldung beim Bezahldienst. "Die Betrüger haben sich mit den Angaben aus der Vermisstenanzeige angemeldet, unter anderem auch mit der üblicherweise angegebenen Handy-Nummer", mutmaßt McCreight. "Damit die Registrierung klappt und man per Mausklick weltweit einkaufen kann, muss man den von 'Clickandbuy' per SMS zugesandten Bestätigungs-Code in ein Web-Formular eingeben. Damit soll die Authentizität der Anmeldung sichergestellt werden."
Der TASSO-Chef empfiehlt: Wenn jemand am Telefon nach eindeutig vertraulichen Informationen wie PIN-Codes fragt, grundsätzlich auflegen. "Da auf die klassischen Phishing-Methoden per E-Mail kaum noch jemand hereinfällt, suchen sich die Betrüger neue Einnahmequellen", meint McCreight. "Besitzer vermisster Tiere scheinen optimale Opfer zu sein. Schließlich würden viele alles tun, nur um ihren Liebling zurückzubekommen." Um Abzock-Versuchen vorzubeugen, sollten Vermisstenanzeigen niemals Name, Anschrift oder Telefonnummer enthalten, warnt der Tierschutzexperte. Viel besser sei es, die Suche TASSO zu überlassen. Die von dem Verein verbreiteten Suchanzeigen enthalten keinerlei Informationen, die auf den Besitzer des vermissten Tieres schließen lassen. Zudem ist dieser Service vollkommen kostenfrei.
Auch wenn draußen die Temperaturen noch eher frühlingshaft als sommerlich sind: Im geparkten Auto kann bei prallem Sonnenschein das Thermometer dennoch auf mehr als 30 Grad steigen. Besonders betroffen sind dunkel lackierte Wagen mit großen Scheiben. Hier einen Hund für mehrere Stunden einzusperren – wie sogar auf Zoo-Parkplätzen empfohlen wird – kann an Tierquälerei grenzen, so die Tierschutzorganisation TASSO e.V.
Viele Hundebesitzer wollen ihren Vierbeiner nicht allein zu Hause lassen und nehmen ihn im Auto mit. Auch dahin, wo Hunde nicht erlaubt sind. In Zoos, Museen und Rummelplätzen beispielsweise. Auf dem Parkplatz wird dann die Seitenscheibe ein paar Zentimeter heruntergekurbelt und der Hund oft für mehrere Stunden seinem Schicksal überlassen. Was aber viele nicht bedenken: Auch wenn der Wagen anfangs im Schatten steht, schon nach wenigen Minuten kann sich die Situation radikal ändern. Die Sonne wandert, trifft sie das Auto, wird es im Innenraum schnell unerträglich heiß. "Hunde schwitzen nur ein wenig an den Pfoten" erklärt Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale. „"hren Wärmehaushalt regeln sie überwiegend durch das Hecheln." Doch bei Temperaturen von weit über 30 Grad würde das auch nicht mehr helfen. "Die Tiere verlieren sehr schnell viel Flüssigkeit, das führt zum Kollaps und schließlich zum Tod."
McCreight empfiehlt denjenigen, die einen apathisch wirkenden, stark hechelnden Hund in einem geparkten Auto entdecken, sofort den Besitzer ausfindig zu machen. Beispielsweise durch einen Lautsprecher-Ausruf. Führe dies nicht zum Erfolg, solle man die Polizei rufen. "Die wird dann wahrscheinlich eine Scheibe des Wagens einschlagen und den Hund befreien", so McCreight. Die Kosten für den Einsatz müsse nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz (AZ 12 A 10619/05) der Hundebesitzer tragen. "Außerdem kann er mit einer Anzeige wegen Tierquälerei rechnen", gibt der TASSO-Chef zu bedenken.
Ist der Hund endlich befreit, sollte man sehr behutsam mit ihm umgehen und ihn keinesfalls beispielsweise mit kaltem Wasser überschütten. Dr. Rolf Wilcken von der Tierklinik Hochmoor im münsterländischen Gescher empfiehlt feuchte Umschläge an Beinen und Pfoten. Durch die Verdunstung des Wassers werde die Körpertemperatur des Hundes schnell gesenkt. Eiskaltes Wasser sei auch fürs Trinken tabu. "Wenn der Hund überhaupt noch in der Lage ist, Wasser aufzunehmen, sollte dies temperiert sein. Trinkt er gar nicht mehr, muss er sofort zum Tierarzt, der den Flüssigkeitsverlust über Infusionen ausgleicht", rät Wilcken.
Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. warnt vor betrügerischen Anrufen in ihrem Namen. Laut Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, erhielten derzeit Tierbesitzer ominöse Anfragen, die darauf zielen, Patenschaften für Hunde oder Katzen abzuschließen. Für die Futter- und Unterbringungskosten seien dann teilweise vierstellige Summen zu zahlen. "Solche kostenpflichtigen Patenschaften gibt es bei TASSO gar nicht", erklärt McCreight. "Wir rufen auch niemals Leute an und bitten um Geld, das widerspricht vollkommen unserer Philosophie."
Der Tierschützer schildert als typisches Beispiel für die Abzocke den Anruf bei der Familie K. im saarländischen Neukirchen: "Da meldete sich eine Frau, gab sich als TASSO-Mitarbeiterin aus und verwies auf eine angeblich geleistete Unterschrift gegen Tiertransporte. Man sei doch für den Tierschutz, ob man denn selber auch ein Tier besitze …" Für McCreight ist diese Frage der klare Beweis für die betrügerische Absicht: "TASSO kennt selbstverständlich alle relevanten Daten der registrierten Tiere und ihrer Besitzer, nachzufragen wäre also vollkommen unlogisch." Wenn der Angerufene Interesse zeige, würde ihm eine mehrjährige Patenschaft für einen Hund oder eine Katze angeboten, so McCreight weiter. "Die Summen können sich durchaus im vierstelligen Bereich bewegen, zu zahlen über Bargeldtransfer-Dienste wie WesternUnion. Weil man angeblich das Geld schnell benötige und eine Überweisung zu lange dauern würde."
Der TASSO-Chef empfiehlt: Wenn sich jemand am Telefon für einen unserer Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter ausgibt und für Tierschutzprojekte Geld verlangt, sofort nach der Nummer für einen Rückruf fragen, da man im Moment keine Zeit habe. Entweder legt der Anrufer sofort aus oder gibt tatsächlich die Rufnummer heraus – und die sollte man schnellstmöglich der Polizei mitteilen, die können den Inhaber sofort ermitteln.
Klein, ungefährlich und wertvoll – so beschreibt Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., die typischen Eigenschaften potenzieller tierischer Entführungsopfer. Für McCreight hat der Fall der 24-jährigen Studentin Carolin Kass aus Paderborn, die vor wenigen Tagen 2000 Euro "Finderlohn" zahlen sollte, Seriencharakter: "Die Erpresser hatten die kleine Chihuahua-Hündin angeblich gefunden und verlangten von TASSO die Telefonnummer der Besitzerin, um bei ihr dann richtig abkassieren zu können", berichtet der Tierschützer. "Wir haben Frau Kass aber gewarnt und um Einschaltung der Polizei gebeten."
Die Studentin befolgte den Rat, TASSO gab die Rufnummer mit ihrer Einwilligung an die Erpresser heraus, und wenige Stunden später schnappte die Kripo-Falle bei der Geldübergabe zu. "Für die Hundebesitzerin und ihren kleinen Liebling ist zwar alles glimpflich abgelaufen", so McCreight weiter, "es hätte aber auch böse enden können." Dass die Erpresser den Hund tatsächlich nur gefunden hätten, wie sie gegenüber der Polizei wohl behaupteten, bezweifelt der TASSO-Chef. "Dazu sind die uns gegenüber viel zu abgebrüht aufgetreten." So sei denn auch durchaus damit zu rechnen, dass diese Entführung kein Einzelfall bleibt. Damit es erst gar nicht zu einer solchen Situation kommt, rät McCreight:
• Der Hund sollte möglichst keinerlei Hinweise auf den Besitzer mit sich tragen, beispielsweise keine Telefonnummer. Besser ist die kostenlose SOS-Halsbandplakette von TASSO mit individueller Registrier- und zentraler Rufnummer. Die TASSO-Mitarbeiter sind geschult und fühlen den Findern auf den Zahn.
• Nach deutschem Recht ist der Finderlohn bei Tieren auf drei Prozent des Wertes festgesetzt (§ 971 BGB). Für einen 1000 Euro teuren Hund wären also 30 Euro Finderlohn angemessen, wer mehr verlangt und das Tier zurückhält, macht sich strafbar. In solchen Fällen immer die Polizei einschalten.
• Wirkliche Tierfreunde helfen ohne jeden finanziellen Hintergedanken. Wenn die Belohnung beim Finder ganz eindeutig im Vordergrund steht, sollte man misstrauisch sein.
• Bei der Übergabe des Hundes sollte der Besitzer keinesfalls allein sein, sondern einen Zeugen dabei haben. Plötzlichen Erpressungsversuchen könnte man so schon im Vorfeld begegnen.
Pro Jahr liefen hochgerechnet rund 170.000 Hunde ihren Besitzern weg, so McCreight. Dank der Registrierung bei TASSO und der Mithilfe zahlreicher Tierfreunde würde zwar die Mehrheit der Vierbeiner früher oder später wieder zu Hause landen; allzu leichtfertig solle man aber nicht mit dem Tier umgehen: "Auch der gehorsamste Hund kann plötzlich das Weite suchen und dabei unseriösen Geschäftemachern in die Hände fallen. Hinzu kommt die 'Entführungsgefahr' beispielsweise beim Festbinden vor einem Geschäft. Mein Tipp: In unbekannter Umgebung den Hund nie frei laufen lassen und beim Festbinden in kurzen Abständen nachsehen, ob er noch da ist."
Die im Volksmund "Hundemalaria" genannte Babesiose des Hundes ist weiter auf dem Vormarsch. Übertragen werden die Bakterien durch Auwaldzecken, die inzwischen aus ihrer Winterruhe erwacht sind und gierig auf Opfer lauern.
Der diesjährige Winter war zwar ungewöhnlich lang, aber insgesamt eher mild. Aufgrund der fehlenden zweistelligen Minusgrade werden somit Heerscharen von Zecken überlebt haben. Die winzigen Spinnentiere lauern nun im kniehohen Gras oder niedrigen Büschen auf ihre Opfer, die sie an deren Ausdünstungen erkennen. Bei unmittelbarem Kontakt mit dem Opfer lassen sie sich vom Halm oder Ast abstreifen und suchen eine warme Körperstelle mit möglichst dünner Haut. Dort stechen sie zu, saugen Blut und "spucken" unverdauliche Blutbestandteile von Zeit zu Zeit in die Wunde zurück. Eine Blutmahlzeit kann so mehrere Tage andauern.
Tödlicher Stich
Für Hunde besonders gefährlich sind Auwaldzecken, erkennbar an den Punkten auf dem Rückenschild. Diese Zeckenart ist Zwischenwirt für Hunde-Babesien (Babesia canis canis), Einzeller, die als Parasiten die roten Blutkörperchen befallen. In der Regel erfolgt die Übertragung der Erreger zwei bis drei Tage nach dem initialen Zeckenstich durch das "Spucken" der Zecke. Die ersten Symptome einer Infektion mit Hunde-Babesien treten nach etwa einer Woche auf. Laut Dr. Rolf Wilcken, Leiter der Abteilung Kleintiere der Tierklinik Hochmoor im westfälischen Gescher, gehören dazu ein gestörtes Allgemeinbefinden und Fieber, gefolgt von Fressunlust, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit. "Ein bis zwei Tage später kommt es aufgrund des Zerfalls der roten Blutkörperchen zu Blutarmut, Blutharnen und manchmal auch zu Gelbsucht." Entzündungen der Maul- und Magenschleimhaut sowie der Muskulatur seien ebenfalls häufig. "Die akute Form der Hunde-Babesiose endet unbehandelt binnen weniger Tage mit dem Tod durch Atemnot, Blutarmut und Nierenversagen", so Dr. Wilcken.
Nach jedem Spaziergang auf die Suche gehen
Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., rät allen Hundebesitzern, sofort nach einem Spaziergang im Grünen das Tier sorgfältig nach Zecken abzusuchen. "Entfernen sollte man die Schmarotzer mit einer speziellen Zeckenzange oder einem Zeckenhaken. Zur Not funktionieren auch Pinzette oder spitze Fingernägel." In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass man die Zecke nicht zerquetscht, denn dann würden eventuell vorhandene Erreger unmittelbar in die Stichwunde gebracht werden. "Öl oder Nagellack sind tabu", warnt McCreight. Die Zecke würde im Todeskampf ihren Mageninhalt in die Wunde entleeren und so eine Infektion beschleunigen. Auf die traditionell strittige Frage "Ziehen oder Drehen?" hat Dr. Wilcken eine ganz einfache Antwort: "Wie man die Zecke aus der Haut befördert, ist völlig egal. Manchmal geht es mit Ziehen, manchmal mit Drehen leichter. Man sollte aber immer am Kopf und damit so nah wie möglich an der Einstichstelle ansetzen." Das Wichtigste sei eine möglichst schnelle Entfernung des Parasiten, ergänzt der Tierarzt. Denn dann wäre eine Infektion mit Hunde-Babesiose sehr unwahrscheinlich.
Hattersheim, 30.11.2009 (profact) – Selbst wenn es draußen stürmt und schneit: Hunde brauchen täglich ihren Spaziergang an der frischen Luft. Denn nur dann bleiben ihre Abwehrkräfte intakt. Große, starke Hunde mit dichtem Fell sind natürlich weniger empfindlich als kleine, zarte Wesen. Bei besonders harschen Temperaturen und heftigem Regen oder Schneefall sollen diese vor allem nicht zu lange untätig herumstehen, das vergrößert die Erkältungsgefahr. Ist der Hund so richtig durchnässt, sorgt zu Hause ein auf der Heizung angewärmtes Handtuch für Abhilfe. Damit wird er kräftig abgerubbelt. Problematisch sind aber immer die Pfoten. Streusalz und Splitt können Verletzungen verursachen und zu Entzündungen führen. Als Schutz haben sich fetthaltige Cremes bewährt, viele Hundebesitzer schwören auch auf das Einreiben mit Hirschtalg.
Katzen mit Freigang mögen zwar weder Regen noch Schnee, Kälte macht ihnen aber nicht viel aus. Man sollte sie vor die Tür lassen, so oft sie wollen. Wichtig ist aber ein schnell erreichbares warmes Plätzchen im Haus. Zugluft sollte aber immer vermieden werden, das Körbchen gehört also weder unter ein gekipptes Fenster noch auf einer Fensterbank.
Wellensittich & Co. verlassen zwar nicht das Haus, dennoch können auch sie unter der kalten Jahreszeit leider. Und zwar durch den veränderten Tag-Nacht-Rhythmus. Als Tropenbewohner sind sie auf gleich lange Tag- und Nachtphasen konditioniert. Eine Tageslichtlampe mit programmierbarem Schaltstecker kann für den Ausgleich der Winterdunkelheit sorgen.
Für Hamster und Meerschweinchen liegt die größte gesundheitliche Gefahr in der Zugluft. Sie erkälten sich sehr schnell und überstehen schwere Infektionen oftmals nicht. Zur Stärkung des Immunsystems sollten Meerschweinchen täglich 10 bis 30 mg Vitamin-C erhalten.
Wer ein Tier hält, haftet bekanntlich für Schäden, die es anrichtet. Was aber, wenn man zum Tierhüter wird? So nennt das Gesetz Personen, die die Aufsicht über ein Tier übernehmen. Tierhüter ist beispielsweise, wer sich während des Urlaubs um das Tier des Nachbarn kümmert. Zum Tierhüter wird aber auch, wer ein Fundtier bei sich aufnimmt. Die Frage nach der Haftung für den Schaden, den das fremde Tier während dieser Zeit anrichtet, richtet sich danach, ob es sich um einen "Pensionsgast" oder um ein Fundtier handelt.
"Neben dem Anspruch auf Ersatz der Futter- und Tierarztkosten kann der Finder vom Tierhalter auch die Kosten ersetzt verlangen, die ihm entstehen, wenn er für einen entstandenen Schaden in Anspruch genommen wird. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Finder weder vorsätzlich noch grob fahrlässig gehandelt hat", erklärt Ann-Kathrin Fries, Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Tierrecht. "Anders sieht es dagegen bei der Haftung des Tierhüters für seinen Pensionsgast aus, da er sich vertraglich dazu verpflichtet hat, für eine bestimmte Zeit die alleinige Verantwortung zu übernehmen. Wichtig ist daher, vor der Zusage beim Tierhalter zu erfragen, ob eine Haftpflichtversicherung für das Tier besteht und ob der Tierhüter ebenfalls mitversichert ist. Fehlt eine solche Versicherung des Tierhüters, so haftet dieser mit seinem Privatvermögen und kann nur sehr begrenzt einen Ausgleich vom Tierhalter verlangen", so Fries weiter.
"Keiner sollte sich durch die Rechtssprechung davon abhalten lassen, einem entlaufenen Tier zu helfen. Das wäre einfach unethisch", appelliert Philip McCreight, Leiter von Europas größtem Haustierzentralregister, an alle Tierfreunde. "Es kommt darauf an, sich richtig zu verhalten, wenn man ein Tier findet", erläutert der Experte. Zunächst sollte überprüft werden, ob sich der Halter anhand einer am Halsband befindlichen Plakette mit Adresse oder Telefonnummer feststellen lässt, oder ob das Tier eine TASSO-Marke trägt. Wenn das Tier eine Tätowierung – meist im Ohr – besitzt, kann TASSO helfen, den Besitzer zu ermitteln. Findet sich weder eine Tätowierung noch ein Hinweis auf den Besitzer oder ein Zentralregister, sollte das Tier von einem Tierarzt, einem Tierheim oder der Polizei per Lesegerät nach einem Mikrochip abgesucht werden. Dieser Chip ermöglicht die Zuordnung zum Tierbesitzer. "Nicht handeln ist ebenso falsch, wie das Tier zu behalten. Das wäre Unterschlagung einer Fundsache", warnt McCreight. "Im Zweifelsfall am besten die TASSO-Notrufzentrale anrufen, wenn man ein Tier gefunden hat und sich nicht sicher ist, was zu tun ist."
Hundertausende Straßenhunde leben in Süd- und Osteuropa, den meisten von ihnen droht früher oder später das Ende in einer der vielen Tötungsstationen. Besonders schlimm sieht die Situation in Rumänien aus, wie der "Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V." (bmt) berichtet. Rumänien scheint die Tötungsmaschinerie allerdings in Kürze außer Kraft zu setzen, ein entsprechendes Verbot ist laut bmt in Vorbereitung. Daraus ergibt sich allerdings das Problem der unkontrollierten Vermehrung der Straßenhunde, die nur durch Kastration und anschließender Registrierung in den Griff zu bekommen ist. "Die datentechnische Erfassung der Hunde ist für die Unterscheidung von bereits gekennzeichneten und geimpften Tieren notwendig", erklärt Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale in Hattersheim. Die Tierschutzorganisation unterstützt das Projekt auf ausdrücklichen Wunsch der Behörden im rumänischen Brasov (Kronstadt) sowohl mit ihrem in über 25 Jahren erworbenen Registrierungs-Know-how als auch beim Aufbau einer Datenbank vor Ort.
"Unser System ist so flexibel, dass auf spezifische Anforderungen des Projekts einerseits und der besonderen Situation in Rumänien andererseits eingegangen werden könnte", so McCreight. "Das bmt-Projekt setzt im Hinblick auf die Straßenhunde auf Bewusstseinsänderung in Rumänien", sagt McCreight. "Es ist mittelfristig als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht. Dabei ist ein systematisches Vorgehen entscheidend für den Erfolg des Projekts. Wir sind froh und stolz, unseren Teil dazu beitragen zu können."
Während der Veranstaltung verabschiedete der bmt eine Resolution zum Schutz von Europas Straßenhunden. Die Resolution fordert die Europäische Kommission und das Europäische Parlament auf, sich endlich zu ihrer Verantwortung für die Straßenhunde in der EU zu bekennen und Fördermitteln bereitzustellen. Nur durch die Finanzierung von Kastrationsprogrammen könne eine nachhaltige Lösung der Straßenhundproblematik erreicht werden.
"Wir sind dem Hund als bestem Freund des Menschen Respekt und Achtung schuldig und müssen das Töten der Straßenhunde beenden." Erklärte der bekannte Schauspieler Pierre Brice, der selbst zwei Straßenhunde aus Rumänien adoptiert hat.
Den gesetzlichen Rahmen hierfür sehen die Tierschützer in dem von der EU 2006 verabschiedeten Tierschutzaktionsplan und der im Herbst 2007 angenommenen Strategie zur Tiergesundheit. Darüber hinaus enthält der am 13.12.2007 ratifizierte EU-Vertrag ausdrücklich die Verantwortung der EU für die Tiere als fühlende, leidensfähige Wesen.
Die Resolution soll innerhalb der nächsten Monate an die EU-Kommission und die Mitglieder des Europäischen Parlamentes übergeben werden.
Interessierte Tierfreunde und Tierschützer, die die Resolution ebenfalls unterzeichnen möchten, erhalten diese beim Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V., Tierschutzzentrum Pfullingen, Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen, Tel. 07121/82017-0 oder unter www.bmt-tierschutz.de.
Im vergangenen Jahr konnte TASSO e.V. genau 41.271 Heimtierbesitzer glücklich machen: Die europaweit agierende Tierschutzorganisation verhalf ihnen zu einem Wiedersehen mit dem entlaufenen Vierbeiner. "Betroffen waren überwiegend Hunde- und Katzenhalter", berichtet Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, und schildert den typischen Ablauf einer "Rettungsaktion": "In den meisten Verlustfällen erreichen uns Anrufe von Tierheimen oder Menschen, die das Tier aufgenommen und unsere Telefonnummer der SOS-Halsbandplakette entnommen haben. Wir setzen uns dann mit dem Besitzer in Verbindung und sagen ihm, wo sein Liebling sich gerade befindet."
Recht häufig musste TASSO aber auch selbst auf die Suche gehen, so McCreight weiter. Dazu gehörten Anrufe bei in Frage kommenden Tierheimen ebenso wie der Suchplakat-, E-Mail- und SMS-Service. "Wir nutzen nahezu sämtliche Kommunikationskanäle, um Tiere zurückzuvermitteln", erklärt McCreight. "Und da die gefunden Tiere dank unseres Engagements nur sehr kurze Zeit in Tierheimen verbringen, ersparen wir den ohnehin finanziell knapp ausgestatteten Auffangstationen jedes Jahr fast sechs Millionen Euro Unterbringungskosten." Doch trotz dieses großen technischen und personellen Aufwands stünden die TASSO- Leistungen allen Beteiligten kostenlos zur Verfügung: "Das verdanken wir allein der finanziellen Hilfe großzügiger Tierfreunde", erklärt der TASSO-Chef.
Voraussetzung für eine Rückvermittlung ist nach Angaben von McCreight die – kostenlose – Registrierung des Heimtieres in der TASSO-Datenbank. Davon sei auch 2007 ausgiebig Gebrauch gemacht worden: Rund 470.000 Neuanmeldungen verzeichnete die Tierschutzorganisation allein im vergangenen Jahr. Der Gesamtbestand liege nunmehr bei über 3,7 Millionen Tieren. "Damit sind wir – mit gewaltigem Abstand zu anderen Haustierregistern – nicht nur die Nummer Eins in Deutschland, sondern sogar in ganz Europa", sagt McCreight.
Als "wichtigen politischen Meilenstein im Tierschutz" begrüßt Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., das jetzt von den EU-Landwirtschaftsministern beschlossene Verbot für den Handel mit Hunde- und Katzenfellen. Ab dem 31. Dezember 2008 dürfen demnach solche Felle nicht mehr in die EU eingeführt oder aus der Union ausgeführt werden. Die Verordnung muss im Dezember noch formal verabschiedet werden.
Das Verbot untersagt auch den Verkauf von Kleidungsstücken, modischen Accessoires oder Spielzeug, in denen Heimtierfelle verarbeitet worden sind. Stoppen will die EU zudem die vielfach anzutreffende Irreführung der Verbraucher. Nach Angaben der Kommission kaufen viele Menschen unwissentlich Kleidung, in der beispielsweise das Futter oder der Kragen aus Hunde- oder Katzenfell besteht. Zur Unkenntlichmachung sei der Pelz oft eingefärbt oder nicht als solcher gekennzeichnet worden. So gebe es etliche Artikel, in denen als Material "Felis catus" angegeben wäre, zu Deutsch "Hauskatze". Und bei Hundefellen finden sich Begriffe wie Gae-Wolf, Sobaki oder auch asiatischer Wolf.
"Wir fordern schon lange eine grundsätzliche Kennzeichnungspflicht, um das Tierschutzproblem in Deutschland in den Griff zu bekommen." Das sagte Dr. med. vet. Burkhard Wendland, Vizepräsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt), im Gespräch mit der Tierschutzorganisation TASSO e.V.
Dass die Chippung für das Tier gesundheitsschädlich sei, weist Wendland energisch zurück: "Nicht nur bei Hunden, Katzen und Frettchen, sondern sogar bei kleinen Nagern und Pferden wurde eine hohe Bioverträglichkeit der Transponder festgestellt", erklärte der Tierarzt. "Die kleine Injektion ist auf jeden Fall einer für das Tier schmerzhaften Tätowierung vorzuziehen."
Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale im hessischen Hattersheim, begrüßt das engagierte Vorgehen des bpt-Vizepräsidenten, verweist aber auf zahlreiche Haustiere, die trotz Transponder nicht ihren Besitzern zugeordnet werden können, da die Tiere nicht registriert sind. "Damit ist eine Rückvermittlung von vornherein ausgeschlossen", so McCreight. 603.000 Tiere sind nach einer Hochrechnung von TASSO zwar gechippt, tauchen aber in keiner Haustier-Datenbank auf. "Deshalb sind wir auch für die untrennbare Einheit von Chippen und Registrieren", sagt der Tierschutzexperte. "Das Eine macht ohne das Andere keinen Sinn."
Immer mehr exotische Haustiere landen im Tierheim, weil ihre Besitzer vollkommen überfordert sind. Hinzu kommen in vielen Fällen höchst unzureichende Kenntnisse über den typischen Lebensraum und das Verhalten der Wildtiere. Das sagt Diana Erdmann, Betreiberin der Wildtierstation Lüneburger Heide e.V., die sich immer öfter mit den Schicksalen der Exoten auseinandersetzen muss.
So habe beispielsweise vor einigen Tagen eine angebliche Tierfreundin eine Klapperschlange abgegeben, weil sie ihr dann doch zu gefährlich erschien. "Auf die Frage, wo sie das Reptil her habe, antwortete mir die Dame ganz lapidar: Aus dem Internet, geliefert wurde sie per Postpaket", erzählt Diana Erdmann. Dieses Verhalten sei typisch, fährt die Tierschützerin fort. Noch nie wäre es so leicht gewesen, an teilweise hochgefährliche Wildtiere zu kommen. "Das Internet ist voll mit Adressen von Händlern, die selber oft gar nicht genau wissen, was sie da verkaufen. Auf Beratung hofft man da vergebens." Geltungsdrang und das Gefühl, ein "besonderes" Haustier zu haben, ist laut Erdmann der häufigste Beweggrund für die Anschaffung wilder Hausgenossen. "Und der Markt macht es jenen, die so etwas Ausgefallenes suchen, sehr leicht", fährt die Expertin fort. "Neben entsprechenden Verkaufs-Webseiten sind mir und meinen Mitarbeitern besonders die so genannten Reptilienbörsen ein Dorn im Auge."
Recht häufig landen Wildtiere anonym bei Hilfsorganisationen oder Tierheimen. So wie die Boa Constrictor, die in einem Eimer nachts vor der Tür des Tierheims Sülfeld bei Wolfsburg abgestellt wurde. Für Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., ist solches Verhalten feige und verantwortungslos. "Wer sich ein Tier anschafft, muss dafür sorgen, egal, ob es sich um einen Hund, eine Katze, einen Wellensittich oder eine Vogelspinne handelt." McCreight hat auch kein Verständnis für jene Zoohandlungen, in denen man quasi im Vorbeigehen und ohne jegliche Beratung ein exotisches Tier kaufen kann. "Das Artenschutzabkommen greift in den meisten Fällen viel zu kurz", erklärt der Tierschützer. "Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf. Die letzte Korrektur liegt inzwischen 24 Jahre zurück."
Das Geschäftsprinzip ist so einfach wie genial: Befestigt man an leicht verlierbaren Gegenständen wie Hauschlüssel, Schirme, Feuerzeuge oder kleine Fotoapparate eine Erkennungsmarke mit Web-Adresse und Identifikationsnummer, kann der Finder über das Internet indirekt Kontakt mit dem Besitzer aufnehmen und den Fund melden. Vorausgesetzt, der Gegenstand wurde vorher bei dem jeweiligen Online-Service registriert. Solche Web-Dienste gibt es seit langem, einige laufen recht erfolgreich. Nicht zuletzt deshalb, weil das Geldverdienen quasi automatisch erfolgt: Von der Registrierung über die Zusendung der Rechnung und der Annahme einer Fundmeldung bis hin zur E-Mail-Benachrichtigung des Besitzers erledigt eine Software die Arbeit. Der Inhaber des Services muss sich nur noch um die Kontoauszüge kümmern. Nun haben auch vermeintlich Tierschützer diese "Gelddruckmaschinen" für sich entdeckt. Sie bieten kostenpflichtige Dienste an, bei denen nicht Schlüssel oder Schirme mit Anhängern gekennzeichnet werden sollen, sondern Hunde und Katzen.
Für Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., eine fatale Entwicklung: "Es geht hier nicht um tote Gegenstände, die sich zur Not wiederbeschaffen lassen, es geht hier um Lebewesen. Der Tierbesitzer muss sich jederzeit darauf verlassen können, dass die Rückvermittlung klappt. Ein fehleranfälliger Web-Server kann diese Aufgabe niemals bewältigen, denn dazu sind Gespräche beispielsweise mit Findern, Tierheimen oder Tierärzten notwendig." McCreight verweist in diesem Zusammenhang auf seine 50 Mitarbeiter, die eine persönliche Betreuung der registrierten Tierbesitzer rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr sicherstellen.
Den Tierschützer aus dem hessischen Hattersheim ärgert nicht nur die Tatsache, dass einige dieser Services bis zu 60 Euro "Registriergebühr" kassieren und als materielle Gegenleistung lediglich einen mehr oder weniger attraktiven Anhänger liefern; oft wird als Verkaufsargument auch das Chippen des Haustiers mit einem Transponder verteufelt. Dieser soll angeblich Allergien oder sogar Krebsgeschwulste auslösen. "Die elektronische Kennzeichnung von Hunden, Katzen und Frettchen ist in allen EU-Ländern für den Grenzübertritt bereits gesetzlich vorgeschrieben", erklärt McCreight. "Ab 2011 soll sie generell gelten." Ein Transponder sei zudem erst dann aktiv, wenn ein Lesegerät in seine Nähe kommt. „Ansonsten verhält er sich völlig passiv und ruft keinerlei Irritationen hervor."
Der TASSO-Chef rät: Ohne Registrierung ist ein Transponder sinnlos. Doch statt sein Tier bei kostenpflichtigen Web-Diensten registrieren zu lassen, deren weitere Existenz ohnehin fraglich ist, sollte man es besser direkt bei TASSO anmelden – ohne jegliche Kosten. Dieser Verein existiert seit mehr als 25 Jahren, er unterhält mit 3,5 Millionen Tieren die größte Haustierdatenbank Europas. Die Registrierung gibt es ebenso zum Nulltarif wie die SOS-Halsbandplakette. Auch alle anderen Leistungen bis hin zur Rückvermittlung des vermissten Tieres erfolgen ohne jegliche Zahlung.
Einen Hund oder eine Katze ohne Transponder-Chip auf die Straße lassen – für diesen Leichtsinn hat Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. kein Verständnis: "Läuft der Vierbeiner weg und kommt nicht von allein zurück, wird man ihn wohl nicht mehr wiedersehen." Tausende von Hunden und Katzen warten in deutschen Tierheimen als Fundtiere sehnsüchtig auf ihre Besitzer, schildert McCreight die Situation. Niemand wisse, wem die Tiere gehörten, da man sie nicht identifizieren könne. "Dabei ist das 'Chippen' nur ein minimaler Eingriff", so der Tierschützer weiter. "Der Tierarzt platziert den etwa reiskorngroßen Transponder-Chip mit einer Spezialkanüle ins Bindegewebe an der linken Halsseite. Davon merkt das Tier so gut wie gar nichts." Jeder Chip besitzt eine einmalige Seriennummer, die mit einem Lesegerät abgefragt werden kann. "Dieser Code muss natürlich mit den Daten des Tierbesitzers verknüpft werden", erklärt McCreight. "Dazu schickt man TASSO einfach einen Brief, ein Fax oder gibt die Chipnummer sowie seine Personalien online ein. Das entsprechende Formular haben viele Tierärzte, im Internet ist es unter www.tasso.net zu finden." Die Registrierung sei selbstverständlich ebenso kostenlos wie das Rückvermitteln des Tieres bei Verlust.
Was McCreight sehr oft in Staunen versetzt, ist die Unkenntnis vieler Tierbesitzer in Sachen Transponder-Chip: "Die Skala der Märchen reicht vom ständig Strahlen aussendenden Chip bis zum Verursacher von Geschwülsten. Außerdem glauben etliche Menschen, dass der Transponder die Daten des Tierbesitzers enthält. Nichts davon ist wahr." Wie der Leiter von TASSO erklärt, bestehe der Transponder aus einer winzigen Spule und einem mikroskopisch kleinen Sender. Der aber erst dann aktiv werde, wenn ihn ein Lesegerät über die Spule mit Energie versorge. "Ohne Lesegerät verhält sich der Transponder absolut regungslos. Und da er aus einem gewebefreundlichen Material besteht, sind gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Tier so gut wie ausgeschlossen."
Wenn im Spätsommer die Nachttemperaturen deutlich sinken, wird so mancher Hundebesitzer beim frühmorgendlichen Spaziergang durch die Wiesen von einem plötzlichen Jaulen seines Vierbeiners überrascht: Der Hund wurde von einer Wespe oder einer Biene gestochen. Die Insekten sitzen im tiefen Gras, von der Nachtkälte noch leicht benommen und kaum flugfähig. Stöbert sie der Hund mit Nase oder Pfoten auf, reagieren sie auf diesen Angriff mit ihrem Giftstachel. In den meisten Fällen stecken Hunde die Attacke ohne größere Probleme weg, wobei kühlende Umschläge oder ein Eisbeutel auf der Einstichstelle helfen. Hat sich das Tier aber nach etwa einer halben Stunde noch immer nicht beruhigt und zeigt deutliche Krankheitssymptome, ist rasche Hilfe angesagt. "Diese Komplikationen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen", warnt Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V.
Auch Tiere können allergisch reagieren
Insektengifte bestehen im Wesentlichen aus Proteinen, also aus Eiweißen, auf die nicht nur Menschen, sondern auch Tiere manchmal allergisch reagieren. Beim Hund können sich dann beispielsweise Pusteln und Quaddeln am ganzen Körper bilden, Augenlider, Lefzen und Schleimhäute schwellen an, die Atmung fällt schwer, der Hund wirkt insgesamt apathisch. In einem solchen Fall sollte der Hundebesitzer so schnell wie möglich einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen, da ansonsten das Leben des Vierbeiners akut gefährdet ist. Der Tierarzt behandelt den Hund – je nach Schwere der Symptome – mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Antihistaminika oder Cortison. "Anzeichen für einen schweren Schockzustand ist beispielsweise die verlangsamte Füllungszeit der Kapillargefäße", erklärt Dr. Rolf Wilcken von der Tierklinik Hochmoor im münsterländischen Gescher. "Um das festzustellen, drückt man mit dem Finger fest gegen das Zahnfleisch, das unter dem Druck weiß wird. Wenn die Druckstelle nicht sofort nach dem Loslassen wieder ihre normale Farbe erreicht, sondern länger als fünf Sekunden blass bleibt, ist sofortige ärztliche Hilfe nötig."
Bienen hinterlassen ihre Giftblase
Zeigt sich in der Einstichstelle ein kleiner, zuckender Gegenstand, stammt der Stich von einer Biene, die dabei ihre Giftblase zurückgelassen hat. Die Blase sollte man auf keinen Fall mit den Fingern herausziehen, denn dabei wird das Organ zusammengedrückt, und in die Einstichstelle fließt noch mehr Gift. Besser ist es, die Giftblase mit dem Fingernagel abzuhebeln. Ganz besonders kritisch sind Stiche ins Maul, unabhängig davon, ob von Wespe oder Biene. Schwellen die Schleimhäute oder die Zunge stark an und leidet der Hund an Atemnot, ist Erste Hilfe notwendig, sonst kann der Stich zur Erstickung führen. Gehen Sie dabei so vor:
• Ziehen Sie die Zunge des Hundes aus dem Maul und überstrecken Sie den Kopf etwas. Oft setzt dabei die Spontanatmung wieder ein.
• Führt dies nicht zum Erfolg, muss der Hund beatmet werden. Schließen Sie dazu das Maul des Tieres und umhüllen seine Nase mit einem Taschentuch.
• Blasen Sie nun kräftig in die Nasenlöcher und beobachten dabei den Brustkorb des Tieres. Der muss sich analog zu Ihrer Beatmung ausdehnen. Ist dies nicht der Fall, haben Sie zu kräftig gepustet und die Luft in den Magen statt in die Lungen geblasen.
• Fahren Sie mit der Beatmung so lange fort, bis die Spontanatmung des Hundes eingesetzt hat und der Puls (zu finden an der Innenseite eines Hinterlaufs) deutlich fühlbar ist. Bringen Sie dann den Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt.