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Rumänien: Kastrieren statt töten

Thomas Busch und Team bei der Arbeit in Bals

Während die Regierung in Bukarest gerade über einen neuen Gesetzesentwurf entscheidet, der das erneute massenweise Töten von Straßenhunden im ganzen Land legalisieren soll, geht der Bürgermeister von Bals, Madalin Ady Teodosescu, ganz neue, für sein Land revolutionäre Wege. 172 Hündinnen, 94 Rüden, 22 Katzen und 14 Kater wurden in nur 10 Tagen in seiner kleinen Stadt kastriert. Möglich wurde die Aktion nicht nur, weil das dreiköpfige Team vom Tierärztepool rund um Thomas Busch bis zum Umfallen operiert hat und die AGILA Haustierversicherung in Zusammenarbeit mit TASSO die Kastrationsaktion großzügig unterstützt hat; möglich wurde sie vor allem, weil der  Bürgermeister der Stadt die Idee der Tierschützer vor Ort voll und ganz unterstützt.

„Castrate and Release“ bedeutet Hilfe zur Selbsthilfe durch Kastrieren der Tiere und Aussetzen in der gewohnten Umgebung. Teodosescu hatte die Hilfsaktion der Deutschen zum wiederholten Mal gut vorbereitet und die Bevölkerung mit Plakaten dazu aufgerufen, ihre Haustiere kastrieren zu lassen. Die Aktion zeigt, dass man seine Tiere nicht massenweise grausam töten muss, um das Problem der unzähligen Straßenhunde zu lösen. Bals hat erkannt, dass man andere Wege gehen kann und wird irgendwann die erste Stadt Rumäniens ohne Straßenhunde sein.

Aktuell: Der Bürgermeister von Bals, Madalin Ady Teodosescu, hat TASSO eine Erklärung zukommen lassen, in der er sich als Vertreter der Stadt Bals verpflichtet, die kastrierten Straßentiere in ihrem ursprünglichen Territorium zu beschützen.

Frau Priscu zu Besuch in Deutschland

Vergnügliche Tage im frühlingshaften Deutschland: Teodora Priscu, Dorothea Carpus, Corina Tolzin (TASSO) und Beate Jäger, die Gastgeberin

Viele Tierhalter haben uns gefragt, wie es Frau Priscu geht. Der netten Dame, deren Mann im Sommer 2010 von seinem Nachbar brutal ermordet wurde, weil er einem Straßenhund vor seinem Haus helfen wollte. Der Täter ist inzwischen - vorläufig - wieder auf freiem Fuß und wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft von Frau Priscu und ihrer Mutter. Der Hund, der damals von Herrn Priscu vor den Schlägen seines Peinigers gerettet wurde, hat ein liebevolles Zuhause mit Familienanschluss in Deutschland gefunden. Menschen, die durch den TASSO-Newsletter von der traurigen Geschichte erfahren hatten, haben über 6.000,- Euro für Frau Priscu gespendet, die ihr im Dezember 2010 übergeben wurden. Gerührt war sowohl das TASSO-Team als auch Frau Priscu, als sie und ihre Mutter unerwartet von Frau Jäger zur Erholung an den Niederrhein eingeladen wurden.

Und das war Ende Juli 2010 geschehen:

Rumäne musste sterben, weil er einem Straßenhund das Leben retten wollte -
„Zivilcourage und Humanität“ sind nicht nur rumänische Themen

Weil er einen Straßenhund vor den Schlägen eines Mannes retten wollte, musste Adrian Priscu (50) qualvoll sterben. Der in Brasov wohnhafte Rumäne hörte am Samstag, 31. Juli 2010,  aus seiner Wohnung Wimmerlaute eines Hundes vor seinem Fenster. Von dort konnte er beobachten, wie ein Mann grundlos und brutal auf einen Straßenhund einschlug. Sofort eilte er dem Hund zu Hilfe.

Zunächst kam es zu lautstarken Wortgefechten zwischen den beiden Männern, gefolgt von einem Handgemenge, bei dem der Täter Adrian Priscu mit einer Flasche so heftig am Kopf traf, dass dieser das Gleichgewicht verlor und zu Boden fiel. Der Täter verletzte Adrian Priscu daraufhin mit einer Glasscherbe der Flasche derartig die Brust, dass das Opfer wenige Minuten später an den Folgen der Stichverletzung stirbt. Der von Nachbarn zu Hilfe gerufene Krankenwagen konnte Priscu nicht mehr reanimieren; er stirbt noch am Unfallort.

Die Polizei verhaftete den Täter und brachte ihn in Untersuchungshaft. Zu dem Täter wurden bisher in der rumänischen Presse keine Angaben gemacht. „Zivilcourage und Humanität sind nicht nur rumänische Themen, wie jüngste Berichterstattungen auch in Deutschland immer wieder beweisen“, äußert sich Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO zu dem Vorfall. „Dem Mann gebührt meine Hochachtung; der Familie mein tief empfundenes Mitleid“, so McCreight weiter. Der ETN, TASSO und der Bund gegen Missbrauch der Tiere werden nächste Woche in Brasov, der zweitgrößten Stadt in Rumänien, eine Pressekonferenz geben und zu einem humanen Miteinander zwischen Mensch und Tier aufrufen.
 

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