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Gemeinsam gegen den Welpenhandel
TASSO und der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH)
Der Hinterhof-Hundehandel der unseriösen Art hat nur ein Ziel: Die Gewinnmaximierung. Dieser Handel hat sich in den letzten Jahren leider zu einem sehr lukrativen Geschäft entwickelt. Gerade in Deutschland. Die »Vermehrung« der Hunde ist denkbar einfach, die Nachfrage unwissender Tierhalter scheinbar grenzenlos und die Gewinnspannen der Händler riesig. Seit mehr als zwei Jahren macht TASSO mit der Kampagne »Wühltischwelpen - nein Danke!« auf das Elend der Wühltischwelpen aufmerksam.
Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) hat sich jetzt den Zielen von TASSO angeschlossen. Andrea Thümmel von TASSO im Gespräch mit Udo Kopernik, Pressesprecher beim VDH.
TASSO: Herr Kopernik, der unseriöse Handel mit Hundewelpen hat sich in den letzten Jahren explosionsartig entwickelt. Wie konnte es aus Ihrer Sicht dazu kommen?
Udo Kopernik: Das hat ganz unterschiedliche Ursachen, die aber alle dieses äußerst lukrative Geschäft unterstützen. Mit den offenen Handelswegen in der EU wurde es immer leichter, auch Hunde im großen Stil aus den östlichen und südost-europäischen Ländern zu importieren, in denen Hundewelpen für wenige Euros zu haben sind. Über das Internet können die Welpen preisgünstig bundesweit angeboten werden und viele Händler verstehen es zudem, sich nach außen einen seriösen Anstrich zu geben. Gravierend ist jedoch die Einstellung der Käufer; nicht wenige wollen in erster Linie schnell und vor allem zum kleinen Preis ihren Vierbeiner erwerben. Dies wissen die Hundehändler auszunutzen.
TASSO: Was kann der VDH gegen unseriöse Händler tun? Welche Möglichkeiten haben Sie zusammen mit Ihren Verbänden?
Udo Kopernik: Es gibt zwei wesentliche Strategien, die wir verfolgen. Im Vordergrund steht die gezielte und nachhaltige Aufklärungsarbeit. Hier muss man immer wieder bei Null beginnen, was mühsam ist. Daher sind wir für jede Unterstützung dankbar. Auf der anderen Seite steht die politische Arbeit. Wir müssen erreichen, dass der gewerbliche Handel mit Welpen strenger überwacht und auch an den Grenzen gründlicher kontrolliert wird.
TASSO: Schläft die Politik? Ist das Thema einfach nicht interessant? Es geht doch um Themen wie Steuermindereinnahmen, Seuchenbekämpfung und Dokumentenfälschung.
Udo Kopernik: Ich will da niemandem Untätigkeit unterstellen, und wir haben in unserer Gesellschaft sicher größere Probleme zu bewältigen. Es ist aber nun einmal so, dass es immer rücksichtslose Menschen geben wird, die für den eigenen Vorteil gezielt Lücken suchen, die nicht immer von der Politik vorhersehbar waren. Hier sehen wir uns gefordert, auch denen den Rücken zu stärken, denen die Umsetzung einer Vielzahl von Gesetzen und Verwaltungsvorschriften übertragen wurde. Ich glaube aber auch, dass es noch kein breites politisches Bewusstsein dafür gibt, was diese Entwicklung langfristig für Auswirkungen haben wird.
TASSO: TASSO und der VDH haben gemeinsam eine Expertenrunde ins Leben gerufen. Unsere Zielrichtung ist eindeutig.
Udo Kopernik: Ja, wir wollen damit sowohl in der breiten Öffentlichkeit als auch in der Politik Aufmerksamkeit erzeugen und die bestehenden Probleme und die drohenden Folgen bewusst machen. Der wirtschaftliche Schaden steht dabei für uns im Hintergrund. Wir beklagen neben den gravierenden Mängeln, die bereits bei der Aufzucht und dem Transport der Welpen bestehen, auch die Gefahren, die später von Hunden ausgehen, die nur eine unzulängliche Sozialisation durchlaufen haben und meist zu früh von Müttern und Geschwistern getrennt wurden. Darüber hinaus gelangen Infektionskrankheiten in unser Land, die es vorher hier nicht gab oder die als ausgerottet galten. Deshalb ist unsere Expertenrunde breit aufgestellt.
TASSO: Herr Kopernik, danke für das Gespräch.


