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Als Straßen- oder Streunerkatzen bezeichnet man ehemalige Hauskatzen und ihre Nachkommen, die herrenlos und auf sich allein gestellt leben müssen. Und obwohl sie auf der Straße zwangsläufig verwildern, sind sie nicht zu verwechseln mit den echten Wildkatzen (Felis Sylvestris). Kaum einer nimmt Notiz von ihnen und wenn, werden sie gejagt, verscheucht, erschossen, überfahren oder vergiftet. In aller Regel also ein schreckliches Dasein. Oftmals hatten diese Katzen früher ein Zuhause. Haben sich bei einem Spaziergang verirrt oder sind ausgesetzt worden, weil sie lästig wurden. Sie sind aber auf jeden Fall immer noch Hauskatzen und im Gegensatz zu den Wildkatzen auf Hilfe durch den Menschen angewiesen.
Die Streuner leben in stillgelegten Fabrikhallen, verfallenen Häusern, Gartenlauben, an Kliniken, auf Friedhöfen um wenigstens etwas Schutz vor der Witterung zu haben. Sie suchen in der Dämmerung nach Futter, finden, wenn sie Glück haben, irgendwelche Essensreste oder fangen selber eine Maus und hoffen, dass sich vielleicht doch noch jemand um sie kümmert. Sie sind, da geschwächt, schutzlos Krankheiten und Parasiten ausgesetzt. Warum gibt es so viele Streuner und warum sehen wir sie in Deutschland nicht wie in anderen Ländern massenweise auf der Straße? Gaby Classen vom Katzenschutzbund Mönchengladbach erzählt aus über 20-jähriger Erfahrung: »Die Streuner haben meistens ein schlimmes Schicksal hinter sich und versuchen nun, sich mit der Situation draußen zurecht zu finden. Sie sind äußerst misstrauisch. Sie meiden den Menschen, weil sie oft schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die meisten Straßenkatzen sind nicht kastriert und das ist das eigentliche Grundproblem der unzähligen Streuner. Die weiblichen Katzenkinder werden schon mit zirka 5 Monaten geschlechtsreif und dann natürlich auch trächtig. Das bedeutet, dass z. B. die vielen im April geborenen Katzenkinder leider schon im Oktober des gleichen Jahres ebenfalls Katzenmütter sind. So jung und schlecht versorgt sind sie kaum in der Lage, diese Würfe gross zu ziehen. Ein Schrecken ohne Ende.«
Hochrechnungen zufolge sind über 3 Millionen Katzen in Deutschland nicht kastriert und können sich inklusive der Nachkommen immer weiter vermehren. »Was dies in Zukunft für das ohnehin schon bestehende Katzenelend in Deutschland bedeutet, kann man sich leicht ausmalen.« so Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Kastration ist die einzige Möglichkeit, der Situation Herr zu werden und sollte deshalb eine Selbstverständlichkeit für jeden Katzenbesitzer sein. Nicht nur, dass die Katzenpopulation dadurch sinnvoll reguliert wird. Durch die mit der Kastration einhergehende Hormonumstellung lösen sich auch viele Verhaltensprobleme, Revierkämpfe nehmen ab und die tödliche Krankheit Katzenaids könnte eingedämmt werden. Katzenhalter, die ihre Tiere bei TASSO registriert haben, scheinen sich übrigens auch ihrer Verantwortung gegenüber den Tieren bewusst zu sein. Fast 90 Prozent aller bei TASSO registrierten Katzen sind auch kastriert.