08.09.2009
Bilanz einer Ölpest - 40 Kilometer Küste kontaminiert
Langesund (Norwegen) - Die Schäden, die der vor einem Monat havarierte Frachter "MV Full City" anrichtete sind gravierend. Norwegens malerische Südküste ist auf über 40 Kilometern Länge mit Schweröl kontaminiert und Tausende Seevögel fanden den Tod. Auch noch einen Monat nach der Havarie ist die Küste stark verschmutzt und die Reinigungsarbeiten dauern an. Schätzungen zufolge werden sich die Kosten für den gesamten Katastropheneinsatz auf ca. 60 Millionen Euro belaufen. Die norwegische Küstenwacht bestätigte, dass über 700.000 Liter Schweröl ausgelaufen sind. Neben den starken Verschmutzungen wurden auch unzählige Seevögel durch das Öl getötet. Ortsansässige Ornithologen zählten knapp 40 betroffene Vogelarten. Ein Team der deutschen Meeresschutzorganisation Project Blue Sea ist vor Ort und hat mit Unterstützung der norwegischen Regierung und heimischen Naturschutzverbänden eine Rettungsstation für lebend aufgefundene, verölte Seevögel errichtet. Dort werden betroffene Tiere veterinärmedizinisch betreut, aufgepäppelt, gereinigt und letztendlich in speziellen Frischwasserpools auf ihre Widerauswilderung vorbereitet.
Die bekannte Fernsehjournalistin und Tierliebhaberin Diana Eichhorn äußerte sich betroffen zu dem Unglück: "Es stimmt mich mehr als traurig, Fotos der ölverschmierten Tiere und der geschundenen Natur anzusehen. Deprimierend und unbegreiflich finde ich zudem, dass auch der Einsatz altersschwacher Tank- und Frachtschiffe, die jederzeit verunglücken können, noch immer billigend in Kauf genommen wird. Wir können den ehrenamtlichen "Rettern" von Project Blue Sea gar nicht genug danken! Ohne Sie wären solche Katastrophen noch katastrophaler."
Weitere Informationen sowie kostenfreies Fotomaterial erhalten Sie bei www.projectbluesea.de