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Qualvolle Tierversuche verbieten

18.02.2016
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Noch immer werden in Deutschland besonders qualvolle Tierversuche durchgeführt, obwohl eine EU-Richtlinie ein grundsätzliches Verbot dieser Experimente vorsieht. Unter dem Deckmantel der Depressionsforschung müssen Ratten und Mäuse bis zur völligen Erschöpfung schwimmen oder werden mit Elektroschocks traktiert – ein Skandal und ein extremer Widerspruch zum Tierschutzrecht. Gemeinsam mit den Vereinen Ärzte gegen Tierversuche und Bund gegen Missbrauch der Tiere fordert TASSO e.V. daher ein Verbot dieser Versuche.

Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO, appelliert an alle Tierfreunde: „Unterstützen Sie bitte unsere Kampagne für ein Verbot besonders qualvoller Tierversuche, und unterschreiben Sie hier.“

Zum Hintergrund:

Die EU sieht in ihrer Tierversuchsrichtlinie ein Verbot für schwerstbelastende Tierexperimente vor, wenn das schwere Leid voraussichtlich lang anhaltend ist. Damit beabsichtigt sie, dass die Mitgliedstaaten eine Schmerz-Leidens-Obergrenze einführen, ab der ein Tierversuch unter keinen Umständen genehmigt werden darf.

Seit der Novellierung der Tierversuchsregelungen in der EU im Jahr 2010 müssen Tierversuche in vier Schweregrade eingeteilt werden: „keine Wiederherstellung der Lebensfunktionen“, „gering“, „mittel“ und „schwer“. Als Beispiele für den höchsten Schweregrad „schwer“ werden unter anderem erzwungenes Schwimmen und Zufügen von Elektroschocks, Tod durch Vergiftung oder durch Abstoßung von Organen nach Transplantationen, Versagen mehrerer Organe, metastasierende Tumore oder die Verwendung von Stoffwechselkäfigen mit schwerer Einschränkung der Bewegungsfreiheit über einen längeren Zeitraum genannt.

Deutschland nutzt jedoch ein Schlupfloch, das von der EU ermöglichte Verbot schwerstbelastender Tierversuche zu umgehen, und lässt weiterhin die Durchführung derartiger Versuche zu.

So wurden beispielsweise am Institut für Molekulare Psychiatrie der Universität Bonn Mäuse wochenlang Stressversuchen ausgesetzt, die ein Verhalten ähnlich einer Depression hervorrufen sollen: unter anderem werden sie fixiert, Lichtblitzen sowie Nahrungs- und Wasserentzug ausgesetzt. Auch wird der sogenannte „forcierte Schwimmtest“ oder „Verzweiflungstest“ durchgeführt, bei dem eine Maus in einen mit Wasser gefüllten Behälter gesetzt wird, aus dem es kein Entkommen gibt. Mäuse, die vergleichsweise früh aufhören zu schwimmen, gelten als depressiv. Des Weiteren wurden am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim Ratten in Experimenten Elektroschocks ausgesetzt: Dabei wird das Bodengitter, auf dem sie sitzen, unter Strom gesetzt. Wenn sie nicht mehr aufspringen, gelten sie als „erlernt hilflos“ und werden als „Modell“ für Depression eingesetzt.

Weitere Informationen:
www.tasso.net/tierversuche oder
http://www.schwimmen-bis-zur-verzweiflung.de/

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