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Tierfreundliches Martinsfest

Zur Freude für Mensch und Tier

Wildtiere wie Igel verstecken sich oft in Holzhaufen. © pixabay.com

Ob nun der religiöse Aspekt im Mittelpunkt steht oder die Freude der Kinder an Laternen, Weckmännern und der Gesellschaft beim Martinsfeuer – St. Martin macht vielen Menschen großen Spaß. Allerdings gibt es aus Tierschutzsicht einiges zu beachten, damit diese Feiern rund um den heiligen Martin von Tours, der der Legende nach seinen Mantel mit einem Bettler teilte, richtig unbeschwert sein können. 

Vor allem die wärmenden Martinsfeuer, an denen sich die Menschen nach den Laternenumzügen versammeln, sorgen für eine gemütliche und heimelige Stimmung und machen das Martinsfest zu einem besonderen Erlebnis. Diese Feuer, die Licht ins Dunkle bringen, können jedoch für Tiere zum Verhängnis werden. In den entzündeten Holzhaufen sterben jedes Jahr viele Wildtiere, während davor das gemütliche Beisammensein genossen wird. Denn häufig ziehen sich Tiere in die vermeintlich schützenden Reisighaufen zurück, um zu überwintern. Werden diese nun entzündet, kommen die Tiere in Feuer und Rauch um, bevor sie sich in Sicherheit bringen können.

Dieses Problem lässt sich aber zum Glück ganz einfach umgehen. Und zwar, indem die Reisig- oder Holzhaufen erst kurz vor dem Entzünden endgültig aufgebaut werden. Ist das nicht möglich, sollten sie zumindest kurz vorher noch einmal umgeschichtet werden, damit die Tiere eine Chance haben zu fliehen. Lediglich an den Haufen zu rütteln reicht nicht aus. Wird diese einfache Maßnahme beachtet, müssen die Menschen weder auf ihr Vergnügen verzichten noch werden Tiere in Gefahr gebracht.

Findet in Ihrer Nähe ein Martinsfeuer statt? Dann erkundigen Sie sich doch im Vorfeld, wie das Entzünden gehandhabt wird und regen Sie eine Umschichtung an. Viele Gemeinden appellieren vor Oster- oder Martinsfeuern bereits an die Veranstalter, tierbewusst zu handeln.

Ein weiteres Problem der Martinstage ist, dass leider vielerorts noch gerne die traditionelle Martinsgans auf den Tisch kommt. Die dafür in Massen gezüchteten Gänse wurden nicht selten unter tierschutzwidrigen Bedingungen großgezogen. Laut Statistischem Bundesamt stammten zum Beispiel im Jahr 2015 nur knapp 3.000 Tonnen des hier verzehrten Gänsefleisches aus Deutschland und etwa 21.000 Tonnen aus dem Ausland, hauptsächlich aus Polen und Ungarn. „Die Tiere werden oftmals in großen Gruppen auf engstem Raum in sogenannten intensiven Stallhaltungen gehalten. Häufig stammt das angebotene Gänsefleisch aus der in Deutschland verbotenen Stopfleberproduktion oder sogar aus Käfighaltung“, kritisiert Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO die Tradition der Martinsgans.

Dass aber auch hierzulande noch eine tierquälerische Massentierhaltung von Gänsen ohne Zugang zu einer Wasserstelle möglich ist, läge an der fehlenden Gesetzesgrundlage. „Verbindliche Haltungsvorschriften für Gänse existieren nicht in der deutschen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Auf EU-Ebene gibt es zwar eine 1999 für Hausgänse angenommene Europaratsempfehlung, die jedoch nicht rechtsverbindlich ist“, erläutert der Tierschutzexperte. In diesem Zusammenhang fordert TASSO die zukünftige Bundesregierung auf, endlich gesetzliche Vorschriften für die Haltung von Gänsen in die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aufzunehmen.

Wenn Sie dem unsagbaren Leid der Gänse bewusst entgegenwirken möchten, finden Sie im Internet viele leckere vegetarische und vegane Alternativen. Wer dennoch nicht auf den Gänsebraten verzichten will, sollte Gänse aus ökologischer und regionaler Erzeugung kaufen. Gesetzlich geschützte Kennzeichnungen wie beispielsweise „Freilandhaltung“, „bäuerliche Freilandhaltung“ oder „ökologische Tierhaltung“ stehen für eine artgerechte Haltung mit Auslauf.

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