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Welt-Ei-Tag: TASSO informiert über die Schattenseiten der Eierproduktion

Tierschutzbewusst einkaufen!

Eier in einem Eierkarton. © TASSO e.V.

Sulzbach/Ts., 10. Oktober 2017 – Dioxin, Salmonellen, Fipronil, Kükenschreddern: Die Skandale um die Eierproduktion reißen nicht ab. Anlässlich des Welt-Ei-Tages am 13. Oktober informiert die Tierschutzorganisation TASSO e.V. über die dunklen Seiten der Eierindustrie und appelliert gleichzeitig an die Verbraucher, dem Aufruf zu vermehrtem Eierkonsum nicht kritiklos zu folgen, sondern tierschutzbewusst einzukaufen.

Der Welt-Ei-Tag wurde 1996 von dem Internationalen Verband der Eierproduzenten ins Leben gerufen mit dem Ziel, den Eierkonsum zu steigern. „Die Eierindustrie ist jedoch mit großen Tierschutzproblemen behaftet, die nicht einfach ignoriert werden dürfen“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. Zu nennen sei als erstes das grausame millionenfache Kükenschreddern in den Brütereien, das ausschließlich aus ökonomischen Gründen stattfindet, weil die männlichen Geschwister der Legehennenküken aus der Leistungszucht nicht schnell genug Fleisch für die Vermarktung als Fleischhähnchen ansetzen. „Ein Produktionssystem, das jährlich 45 Millionen Lebewesen an ihrem ersten Lebenstag sinnlos tötet, sollte aus Tierschutzgründen an der Ladentheke nicht unterstützt werden“, so Mike Ruckelshaus.

 Der Ausstieg aus der Kükentötung durch den Einsatz eines Verfahrens zur Geschlechtsbestimmung am Ei wurde von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt für das Jahr 2017 angekündigt, ist aber auf absehbare Zeit nicht in Sicht. Und auch der Bundesratsbeschluss von 2015 zur Änderung des Tierschutzgesetzes, wonach es künftig verboten sein soll, „ein Tier ohne vernünftigen Grund, insbesondere zur Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile, zu töten“, wurde immer noch nicht umgesetzt. TASSO fordert deshalb das sofortige gesetzliche Verbot der Kükentötung.

Ebenso wird beim Eierkauf über das Schicksal der Legehennen entschieden. Denn aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungspflicht sind bei Schaleneiern tierschutzgerechtere Haltungssysteme wie Bio- oder Freilandhaltung klar ersichtlich, sodass der Konsument seine Kaufentscheidung auch von Tierschutzkriterien abhängig machen kann. Dennoch ist auch hier zu bedenken, dass Legehennen unabhängig vom jeweiligen Haltungssystem bereits nach maximal zwei Nutzungsjahren, wenn die Legeleistung nachlässt, geschlachtet werden. Dabei kann die natürliche Lebenserwartung bei Haushühnern durchaus zehn Jahre betragen.

Bei verarbeiteten Eiern in Fertigprodukten wie Backwaren, Teigwaren und Süßigkeiten hingegen sind Angaben zu dem Haltungssystem, aus dem die verwendeten Eier stammen, nicht verpflichtend vorgeschrieben und deshalb auch nur selten auf der Verpackung anzutreffen. „Da in Fertigprodukten jedoch auch Eier aus tierschutzwidriger Käfig- oder Bodenhaltung verarbeitet werden, fordern wir eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die Eibestandteile enthalten, analog der Kennzeichnung von Schaleneiern“, erläutert Mike Ruckelshaus. Auch hierzu gab es im Jahr 2016 einen Bundesratsbeschluss, dessen Umsetzbarkeit das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erst noch prüfen lassen will.

„Tierfreunde, die angesichts dieser ganzen Missstände bei ihrem Einkauf auf Eier verzichten möchten, finden zahlreiche Ei-Alternativen beziehungsweise Koch- und Backrezepte ohne Ei in veganen Kochbüchern oder im Internet“, erklärt Mike Ruckelshaus abschließend.


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Augen auf beim Eier-Kauf
© TASSO e.V.

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