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Aktuelle Beißstatistik belegt erneut Versagen der Rasseliste

Rasseliste-trauriger Pitbull auf dem Boden © Pixabay

Sulzbach/Ts., 29. August 2018 – In den Jahren 2016 und 2017 wurden nach der hessischen Beißstatistik insgesamt 297 beziehungsweise 309 Menschen von Hunden verletzt. Dabei wurden lediglich 37 beziehungsweise 35 dieser Verletzungen von Listenhunden verursacht. Dies geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag hervor.

„Die aktuellen Beißstatistiken belegen erneut ein klägliches Versagen der Rasseliste, die lediglich eine Scheinsicherheit vorgaukelt, denn die Gefährlichkeit eines Hundes lässt sich nicht durch seine Rassezugehörigkeit begründen“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei der Tierschutzorganisation TASSO e.V. „Seit über zehn Jahren stagnieren die Zahlen der Beißvorfälle auf einem hohen Niveau und ein signifikanter Rückgang ist trotz Rasseliste nicht in Sicht. Dennoch zeigt sich die Landesregierung beratungsresistent und hält weiter an der umstrittenen Liste fest, obwohl der Anteil der Nicht-Listenhunde an den Beißvorfällen jedes Jahr bei etwa 90 Prozent liegt.“

Nachdem der Landtag im Juni mit den Stimmen der Regierungsparteien im Hessischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) die Möglichkeit geschaffen hat, Regelungen zum Hundeführerschein und zur Chip- und Registrierungspflicht zu treffen, erscheint die Umsetzung noch in dieser Legislaturperiode kaum realistisch. „Nach eigenen Angaben plant das Innenministerium hierzu zunächst die Einrichtung einer Arbeitsgruppe. Da die Landesregierung jedoch schon jetzt einen Sachkundenachweis nur für bestimmte Hunde vorsieht und eine Ausweitung auf alle Hunde ablehnt, scheint es ihr mit durchgreifenden Verbesserungen bei der Prävention von Hundebissen nicht sehr ernst zu sein, fasst Mike Ruckelshaus die weiteren Antworten auf die Kleine Anfrage enttäuscht zusammen.

„Angesichts der aktuell veröffentlichten Beißstatistiken fordern wir erneut und mit Nachdruck die Abschaffung der Rasseliste, eine rasche Einführung des Hundeführerscheins und eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle in Hessen gehaltenen Hunde, damit in Zukunft deutlich weniger Menschen von Hunden gebissen werden“, so Mike Ruckelshaus abschließend.

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