Olas Backaktion: Vegane Plätzchen

7. Adventstürchen

 

Oh du Mehlige

Nun ja, was laut Rezept eigentlich nur 30 Minuten in Beschlag nehmen sollte, verwandelte meine Küche für ganze drei Stunden in ein Katastrophengebiet. Mehl. Überall Mehl. Pfotenabdrücke und Patschehände, die das Mehl in der gesamten Wohnung verteilen. Ja, auch auf meinem Bett im Schlafzimmer. Als erwachsener Mensch ist man deutlich unterlegen, wenn man zwei Kinder und zwei Katzen zu bändigen hat – vor allem wenn leckerer Plätzchenteig rumliegt, der – wie ich lernen durfte – auch Katzen mundet. „Tsch-tsch, nein! Böser Maciek! Runter da!“

Aber wir haben es geschafft. Und nachdem dank Kind Nr. 2 (1,5 Jahre alt) eh schon eine ordentliche Portion Mehl auf dem Boden gelandet war, haben wir das Beste daraus gemacht: Eine Mehlparty. Kind Nr. 1 (5 Jahre alt), anfangs sichtlich irritiert, ist schnell auf meine Aufforderung eingegangen, es „schneien“ zu lassen. Leider haben wir uns da, wie zuvor bereits Kind Nr. 2, an der fertig abgewogenen Menge Mehl vergriffen und mussten die notwendigen 500 g von Neuem abwiegen. Also merke: Wenn Du Mehl-Unfug nicht kannst verhindern, gib frisches Mehl den Kindern.

Was mir anfangs zu denken gab, war der vegane Ei-Ersatz im Teig: War zwar einfach und schnell anzurühren, in seiner Konsistenz jedoch nicht vertrauenserregend. Aber: Hat super gebunden!

Also, hier zur Zubereitungsanleitung á la Ola:

500 g Mehl abwiegen und in einer Schüssel bereitstellen. Merken, dass Kind in Schüssel greift und Mehl über den Boden verteilt. Daraufhin weiteres Kind (gegebenenfalls weitere Kinder) auffordern es gleich zu tun. Danach erst überlegen, dass  von den benötigten 500 g Mehl eventuell nur noch 300 g übrig sein könnten und mit dem Abwiegen von vorne beginnen. Päckchen Backpulver hinzufügen.

Die Margarine habe ich kurz in der Mikrowelle geschmolzen und dann erst mit Zucker, Vanillezucker, Salz und Zitronenschale vermengt (Mixer hilft). Den Ei-Ersatz einfach nach Anleitung zubereiten (also mit Wasser mischen) und zum Zucker-Margarine-Gemisch hinzufügen. Dann kommt das Mehl hinzu, und mixen. Achtung: Spätestens an dieser Stelle ist mit vermehrtem Auftreten von Katzen zu rechnen, die versuchen an den klebrigen Teig heranzukommen. Hier gilt: „Nein, böse Mieze. Pfoten weg!“. Leider hilft das in der Regel nicht. Zu verlockend, was sich in der Rührschüssel befindet. Übrigens auch für Kinderhände.

Weiter geht’s: Den Großteil des Teiges, den man vor Katzen und Kindern gerade noch so verteidigen konnte, zu einem Klumpen formen, in Klarsichtfolie verpacken und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Und nun: Herzlichen Glückwunsch, wenn Ihr es bis hierhin geschafft habt. Die nächsten 30 Minuten standen bei mir ganz im Zeichen der Chaosbewältigung in der Küche und der Beantwortung der im 2-Minutentakt wiederkehrenden Frage von Kind Nr. 1: „Wann können wir denn die Plätzchen endlich ausstechen?“

Nach 30 Minuten war es dann soweit: Den zähen Teigklumpen auf der bemehlten Arbeitsplatte zu einem Fladen von etwa 0,5 cm Höhe ausrollen, gewünschte Formen ausstechen und auf einem mit Backpapier bedecktem Blech verteilen. Etwa 10 Minuten bei ca. 180°C Umluft haben bei mir gereicht, um die klebrigen Teilchen goldgelb zu backen.

Dieser Part dauerte schon etwa zwei Stunden. Aber es wären ja keine richtigen Plätzchen, wenn da nicht irgendwelche kunterbunten Zuckerperlen („Mama, die schmecken mir immer am besten“ … „Hm, ja is klar, Kind …“) mit geschmolzener Schokolade befestigt wären. Es gibt vegane Schoko-Kuvertüre zu kaufen. Einige nicht als „vegan“ gekennzeichnete Kuvertüren sind tatsächlich auch vegan, weil kein Milchpulver oder Sonstig-Tierisches drin stecken. Also, schaut einfach auf die Inhaltsstoffe. Hat man das Glück, dass von der geschmolzenen Schoki für das Bestreichen der Plätzchen genug übrig geblieben ist (ja, auch hier muss man sich vor Kinder- und Katzenzungen hüten!) hat man am Ende tatsächlich recht leckere Knabbereien für den Abend.

Und schwupptiwupp ist man nach nur drei Stunden mit dem Backen jener Plätzchen fertig, die man auch binnen fünf Minuten hätte kaufen können. Was einem jedoch bei der Kaufvariante entgeht: Eine katastrophal verdreckte Küche, strahlende Kinderaugen, eine Wahnsinns-Mehlschnee-Party (!), sich die Pfoten schleckende Katzen und eine unglaublich schöne Erinnerung an drei stressige Stunden.

Na dann guten Appetit und frohe Weihnachten.

Zutaten:

  • 500 g Mehl (+ eine ordentliche Portion für die Schneeparty)
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 125 g Zucker
  • 1 abgeriebene Schale einer Zitrone (natürlich bio)
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Einheit Ei-Ersatz
  • 250 g Margarine
  • 1 vegane Schoko-Kuvertüre

Download: Back-Rezept - Vegane Plätzchen

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