Katzenhaltung

Tipps für Katzenhalter

© TASSO e.V./Silke Steinsdörfer
Unsere Samtpfoten sind nicht immer leicht zu verstehen.

Katzen haben oftmals ihren eigenen Kopf, und häufig begreifen wir gar nicht, was sie uns gerade sagen möchten. Stöbern Sie doch mal in unseren Tipps für Katzenhalter. Vielleicht finden Sie den einen oder anderen Hinweis, der sie ihre Samtpfote noch ein wenig besser verstehen lässt.

Inhaltsverzeichnis

Katzenerziehung: Wasserpistole und Sprühflasche
Unsauberkeit bei Katzen
Vergiftungsrisiko für Katzen durch giftige Pflanzen
Stressfrei mit der Katze in die Tierarztpraxis
Das ideale Katzenzimmer

Katzenerziehung – „Dann musst du die Katze mit Wasser nass spritzen!“

Wasserpistole und Sprühflasche gehören zu den gängigen Erziehungsmitteln von Katzenhaltern. Was ist zu halten von der Empfehlung, eine Katze bei Fehlverhalten mit einem Wasserstoß zu strafen? Katzenverhaltensberaterin Christine Hauschild nimmt diese „Therapiemaßnahme“ einmal unter die Lupe.

Ein Großteil der Katzenhalter lässt sich in zwei Fraktionen aufteilen. Die einen sind der Überzeugung, dass sie keine Chance haben, ihre Katze zu erziehen und ihr den eigenen Willen „aufzuzwingen“. Diese Halter sind häufig sehr tolerant gegenüber verschiedensten Verhaltensweisen ihrer Katzen. Manchmal drücken sie auch notgedrungen ein Auge zu, weil sie einfach nicht wissen, wie sie ihre Katze von einem bestimmten Verhalten abbringen könnten. Die andere Fraktion gibt nicht so schnell auf, sondern versucht ihren Katzen immer wieder klarzumachen, dass einige Verhaltensweisen wie zum Beispiel das Anknabbern von Pflanzen, das Sitzen auf dem Esstisch oder das Urinieren auf dem Teppich nicht erwünscht sind. Um den Katzen die jeweilige Botschaft zu überbringen, wird gerne laut „Nein“ gesagt oder geschrien oder in die Hände geklatscht. Kommt man damit nicht weiter und fragt um Rat, so hört man schnell und von vielen Seiten den Rat, die Katze mit Wasser zu besprühen und so ihr Fehlverhalten zu bestrafen. Manchmal wird angemerkt, dass diese Strafe, besonders bei Einsatz einer Wasserpistole, anonym sei und von der Katze nicht mit dem Menschen in Verbindung gebracht wird.

Ist das wirklich eine gute Idee? Lassen Sie uns einmal genauer hinschauen, was in diesen „Erziehungssituationen“ auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet.

Zunächst: Strafen mit Wassereinsatz, sei es ein Sprühstoß aus einer Wasserpistole oder einer Sprühflasche, sind nicht anonym – es sei denn, Sie kippen einer unter Ihrem Balkon sitzenden Katze Wasser auf den Kopf und verstecken sich dann sofort. Wenn Sie Ihre eigene Katze mit Wasser bespritzen, dann wird Ihre Katze immer bemerken, wo das Wasser herkommt. Vielleicht nicht im ersten Moment, falls der Wasserstrahl von hinten kommt. Aber spätestens in der zweiten Anwendung wird die Katze verstehen, dass ein bestimmtes Ding in Ihrer Hand und Ihre Anwesenheit das unangenehme Nass auf ihrem Fell bewirken.

Wenn Ihre Katze Wasser tatsächlich unangenehm findet und sich durch den Sprühstoß erschreckt, dann wird sie das unschöne Gefühl und den Schrecken mit Ihnen verknüpfen. Sie selbst werden zum Ankündigungssignal für mögliches Unheil. Bei sensiblen Katzen reicht eine einzige derartige Erfahrung aus, um dauerhaft Vertrauen stark in Mitleidenschaft zu ziehen. Bei anderen ist spätestens nach einigen Wiederholungen Schluss mit lustig und sie beginnen, ihrem Menschen mit Argwohn zu begegnen.

Wenn wir eine Katze strafen, wollen wir ihr damit sagen: „Du sollst das nicht tun!“ Aber es ist alles andere als selbstverständlich, dass die Katze auch wirklich versteht, was wir ausdrücken wollen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Strafe im Moment des unerwünschten Verhaltens erfolgt – und nicht drei Sekunden nach Ende des Verhaltens (oder gar noch später). Wir Menschen sind oft nicht so wahnsinnig schnell in unseren Reaktionen und neigen zu Strafen, die viel zu spät kommen. Eine weitere große Schwierigkeit liegt darin, dass die Katze ja oft vieles gleichzeitig macht: Sie kratzt am Ledersessel, schaut dabei ihren Kumpel an und mauzt, wenn der Wasserstrahl sie trifft. Woher soll sie nun wissen, durch was genau sie die Wasserstrafe heraufbeschworen hat? Darf sie nicht mehr miauen? Möglicherweise hält sie auch den Katzenkumpel für schuldig und tritt ihm künftig nur noch mit Vorbehalten entgegen. Katzen sind meisterhaft darin, ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Und diese Schlüsse stimmen häufig nicht mit unseren überein.

Selbst wenn die Katze versteht, dass sie durch ein ganz konkretes Verhalten den Wasserstrahl ausgelöst hat, zum Beispiel durch das Urinieren auf das Bett, und daraufhin entscheidet, dass sie dieses Verhalten also besser nicht wiederholen sollte, gibt es noch einen Haken: Die Katze hat keine Information von uns bekommen, wie sie sich aus unserer Sicht richtig verhält. Das kann dazu führen, dass sie wieder ihre eigenen Katzenschlüsse zieht: „Ich muss mal. Hm, auf dem Bett verrichte ich mein Geschäftchen lieber nicht mehr. Das ist gefährlich. Dann probiere ich mal das Sofa – das fühlt sich unter den Pfoten so ähnlich an.“ Und plötzlich haben wir das Problem aus Versehen sogar verschlimmert.

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass eine Katze ein aus Ihrer Sicht unerwünschtes Verhalten zeigt, weil sie selbst daran überhaupt nichts Schlimmes finden kann. Ein Tisch ist ein schöner erhöhter Platz, an einem Ledersessel lassen sich hervorragende Kratzmarkierungen hinterlassen (wie man das als Katze eben so macht), und Betten, Sofas und Teppiche sind durch ihre Aufsaugfähigkeit sehr gut geeignet, um auf ihnen zu urinieren, ohne nasse Pfötchen zu bekommen. Manchmal zeigen Katzen ein unerwünschtes Verhalten allerdings tatsächlich mit voller Absicht. Dann haben sie gelernt, dass sie uns damit zu Aktivitäten bewegen können. „Wenn ich am Ledersessel kratze, nimmt mein Mensch endlich den Blick vom Fernseher und kommt zu mir gelaufen. Yippieh – Verfolgungsjagd!“ Gerade aktive und mutige Katzen empfinden eine vermeintliche Strafe manchmal als Belohnung, wenn sie die Aufmerksamkeit ihres Halters so dringend wünschen. Dann ist Unfreundlichkeit manchmal besser als nichts.

Die Nebenwirkungen von strafendem Einsatz von Wasserpistole und Co. können also sein:

  • Ihre Katze bekommt Angst vor Ihnen.
  • Ihre Katze bekommt Angst vor anderen Dingen und Lebewesen, die im gleichen Augenblick anwesend sind.
  • Ihre Katze weiß nicht, wie sie sich „richtig“ verhalten kann.
  • Ihre Katze weitet das unerwünschte Verhalten auf andere Objekte/Räume aus.
  • Ihre Katze zeigt das unerwünschte Verhalten häufiger, um Sie endlich zu etwas gemeinsamer Aktivität zu bringen.

Wenn Sie sich das so überlegen, finden Sie den Einsatz von Wasser als Strafe doch nicht so optimal? Wie können Sie denn dann mit Verhaltensweisen Ihrer Katze umgehen, die Sie nicht schön finden?

Dafür gibt es zwei Hauptstrategien:

Zu allererst versuchen Sie bitte, das Verhalten Ihrer Katze zu ergründen. Warum tut sie das? Was steckt aus Katzensicht dahinter? Warum ist ihr das wichtig? Welche Funktion hat das Verhalten? Vermeiden Sie dabei bitte wertende Interpretationen aus menschlicher Sicht („die macht das aus Protest“, „die weiß genau, dass sie das nicht darf“). Katzen suchen zum Beispiel erhöhte Plätze auf, weil sie sich dort sicherer fühlen; weil sie von dort guten Überblick haben; weil damit ihr Lebensraum in der Wohnung größer wird; um näher an ihrem Menschen zu sein; um zu schauen, ob sie etwas Spannendes finden. Um was für eine Art von Platz (Tisch, Kratzbaum, Kommode, Catwalk) es sich handelt, ist aus Katzensicht nachrangig. Auch das Kratzen an Gegenständen ist Normalverhalten von Katzen, mit dem sie unter anderem sichtbare und geruchliche Reviermarkierungen hinterlassen, Freunde zu Aktivitäten auffordern, sich nach dem Schlafen recken oder einfach zeigen, wie unglaublich toll sie sind.

Wenn Sie die Bedürfnisse Ihrer Katze verstehen, bieten Sie ihr legale Alternativen an. Geben Sie Ihrer Katze die Möglichkeit, ihr Katzenverhalten auszuleben, ohne Ihnen dabei aus Versehen auf die Füße zu treten. Diese Alternativen sollten zumindest anfangs möglichst nah am Ort des unerwünschten Geschehens angeboten werden. Wenn Ihre Katze sich etwa für ihr Geschäftchen immer Plätze mit viel Platz und Überblick sucht, probieren Sie bitte mal eine große offene Katzentoilette anstelle eines Haubenklos und als Stellplatz dafür nicht das kleine Gästebad, sondern einen zentraleren Ort.

Und nun kommt die zweite wichtige Strategie: Richten Sie Ihren Fokus bitte auf die Momente, in denen Ihre Katze Wunschverhalten zeigt, und belohnen Sie sie dafür fürstlich: Ihre Katze nutzt das neue Kratzbrett aus Wellpappe? Super! Großes Lob und ein paar Trockenfutterbröckchen geworfen zum Hinterherjagen. Ihre Katze benutzt den neuen deckenhohen Kratzbaum als Aussichtsplattform? Vielleicht freut sie sich über ein nettes Wort, ein Leckerchen ganz oben oder eine kleine Streicheleinheit. Ihre Actionkatze macht Quatsch im neuen Spiel-Pappkarton? Perfekt! Verlassen Sie Fernseher oder Computer für einen Moment und holen Sie die Spielangel heraus. Ausnahme: Wenn Ihre Katze das Katzenklo benutzt, dann freuen Sie sich einfach still. Denn allzu große Aufmerksamkeit oder gar Futter können Ihre Katze in diesem Moment eher stören.

Kurzum, helfen Sie Ihrer Katze, sich in Ihren Augen richtig zu verhalten, indem Sie umsichtig sind und ihr vielfältige Möglichkeiten zur „legalen“ Bedürfnisbefriedigung geben. Gestalten Sie das Wunschverhalten so lohnenswert wie nur möglich – damit schaffen Sie Motivation für Ihre Katze, dieses Verhalten erneut und vielleicht sogar häufiger zu zeigen. Sie werden merken, das macht Ihnen beiden mehr Spaß!

Text: © Christine Hauschild
Mobile Katzenschule Happy Miez
 
Homepage der Autorin:
www.mobile-katzenschule.de

Buchtipp zu Katzenbedürfnissen und Katzenerziehung:
Christine Hauschild: Katzenhaltung mit Köpfchen – für ein rundum schönes Katzenleben
BoD 2012, ISBN 978-3-8448-1192-6, 16,90 Euro

Probleme mit dem „stillen Örtchen“? – Unsauberkeit bei Katzen

Katzen genießen den Ruf, unglaublich reinliche Tiere zu sein. Sie betreiben vorbildliche Körperpflege und auch die Benutzung des Katzenklos bringt Miez sich in der Regel problemlos selber bei. Entsprechend überrascht und ratlos sind viele Menschen, wenn die Katze plötzlich Zimmerecke oder Teppich zur Katzentoilette umfunktioniert. Passiert das, gilt es die Nerven zu bewahren und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, weiß die Hamburger Katzenpsychologin Christine Hauschild. Stattdessen müsse man herausfinden, welche Gründe die Katze für ihr Verhalten habe.

Die Ursachen für Unsauberkeit sind vielfältig, und auch wenn nicht viele Menschen darüber sprechen, gehört Unsauberkeit zu den häufigsten Problemverhalten von Katzen. Der erste Weg sollte zum Tierarzt führen, um Harnwegserkrankungen und andere Krankheiten als Ursache auszuschließen bzw. zu behandeln.

Nun muss unterschieden werden, ob die Katze sich „einfach“ einen Ersatz für das Katzenklo sucht. In diesem Fall haben wir es mit klassischer Unsauberkeit zu tun. Setzt die Katze den Urin nicht in der klassischen Hockstellung, sondern stehend ab und findet man Spuren von heruntergelaufenem Urin an senkrechten Flächen, dann markiert die Katze ihr Revier. Dies tut sie nicht, weil sie „mal muss“. Harnmarkieren dient Kommunikationszwecken. In der Wohnung oder im Haus ist es immer ein Symptom dafür, dass die Katze durch irgendetwas in eine ganz starke Erregung versetzt wird. Miez ist in einem Konflikt, den sie nicht selber lösen kann, und ihre innere Anspannung drückt sich durch das Markieren aus. Häufige Auslöser sind Spannungen unter zusammenlebenden Katzen, gefühlte Bedrohung durch Nachbarkatzen, unangenehme oder unbekannte Gerüche jeder Art, aber auch Hungergefühle und Energieüberschüsse aufgrund von Unterforderung. Um Harnmarkieren zu therapieren, muss man also an der dahinter liegenden Ursache arbeiten und der Katze helfen, ihre Schwierigkeiten zu bewältigen, so dass sie sich wieder entspannen kann. Da das nicht ganz leicht ist, lohnt es sich, frühzeitig einen Profi in Sachen Katzenverhalten hinzuzuziehen. Das kann Zeit und Nerven sparen.

Klassische Unsauberkeit ist hingegen häufig leichter zu beheben. In vielen Fällen wird die Katze nämlich unsauber, weil die angebotenen Katzentoiletten aus Katzensicht verbesserungswürdig sind. Spätestens wenn andere Widrigkeiten dazu kommen, zum Beispiel der Mensch die Spiel- und Streicheleinheiten vernachlässigt oder Miez sich über die Nachbarkatze ärgert, ist es mit der Toleranz der Katze oft vorbei. Anstatt sich in der unbequemen Haubentoilette zu ärgern oder den weiten Weg in den Keller auf sich zu nehmen, sucht sie sich ein besseres Plätzchen. Der erste Therapieschritt besteht deshalb darin, das Katzenkloangebot zu optimieren. Wenn Katzen die Wahl haben, bevorzugen sie in der Regel große offene Katzentoiletten. Diese sollten möglichst frei stehen, so dass die Katze guten Überblick hat und ihr theoretisch viele Fluchtwege zur Verfügung stehen. Wir Menschen denken manchmal fälschlicherweise, dass ein Haubenklo Sicherheit bietet. Tatsächlich kann eine Katze eine Höhle im Notfall gut verteidigen. Aber eine Katzentoilette ist eben eine Katzentoilette und kein Ort, an dem Miez sich lange aufhalten möchte. Die Streu sollte eine weiche, duftfreie Klumpstreu sein, die mindestens 7-10 cm tief eingestreut ist. Vermeiden Sie alle zusätzlichen Plastikeinlagen darunter. Jede Toilette sollte mindestens zweimal täglich von allen Klumpen und großen Geschäften gereinigt werden. Würden Sie gerne eine Toilette benutzen, bei der die Spülung defekt ist? Ein weiterer entscheidender Punkt: Bieten Sie ausreichend viele Katzenklos an. Die Faustformel lautet: Stellen Sie mindestens ein Klo mehr bereit, als Katzen in Ihrem Haushalt leben. Ihre Katzen werden vermutlich ein kleines Fest feiern, wenn Sie die Anzahl der Katzentoiletten erhöhen. Das ist für die kleinen Fellchen sooo wichtig!

Schließlich gilt es, sich um die verunreinigten Stellen zu kümmern. Reinigen Sie diese gründlich mit einem auf Urin spezialisierten Reiniger, der entsprechende Enzyme oder Bakterien enthält. Anschließend wandeln Sie das „illegale Klo“ am besten für eine Übergangszeit in eine Futterstelle um. Wo gefressen wird, wird in der Regel kein Geschäftchen verrichtet. Das gilt auch bei Markierverhalten. Die Chancen stehen dann gut, dass Miez sich für das neue, große Klo in Reichweite entscheidet.

Die Berücksichtigung dieser Punkte löst viele Unsauberkeitsprobleme in Wohlgefallen auf. Manchmal stecken allerdings auch größere Probleme wie Angststörungen dahinter. In diesem Fall ist es ratsam, sich frühzeitig professionelle Hilfe zu holen. Grundsätzlich gilt: Je schneller Sie aktiv werden, desto leichter ist es, die Unsauberkeit in den Griff zu bekommen.

Text: © Christine Hauschild
Mobile Katzenschule Happy Miez
www.mobile-katzenschule.de

Buchtipp:
Christine Hauschild: „Stille Örtchen für Stubentiger“
BoD 2009, ISBN 978-383-7022-254, 14,90 Euro

Vergiftungsrisiko für Katzen durch giftige Pflanzen

Dass Katzen gelegentlich an Pflanzen knabbern, ist soweit nichts Neues. Insbesondere zu Zeiten des Fellwechsels wird nur allzu gerne Katzengras konsumiert, sofern es den Katzen zur Verfügung steht. Allerding gibt es auch zahlreiche Pflanzen, die bei Verzehr giftig für unsere Katzen sind und denen gerade Wohnungskatzen in ihrem eingeschränkten Lebensumfeld, oftmals aus Unwissenheit der Halter, direkt ausgesetzt werden. Je nach Giftgehalt der Pflanze, Menge der Giftaufnahme und den jeweiligen Rahmenbedingungen wie Alter, Gewicht und Vorerkrankungen der Katze, kann es zu schwerwiegenden bis tödlichen Folgen kommen. Denn entgegen der weit verbreiteten Meinung, wissen Katzen nicht, was für sie giftig ist und was nicht.

Im Umgang mit Katzen und Pflanzen sollten deshalb einige Dinge berücksichtigt werden. Neben dem Verzicht auf stark giftige Pflanzen im Katzenumfeld, wie zum Beispiel Lilien, ist es auch wichtig, die Pflanzen in seiner Wohnung genau zu identifizieren, um sich über mögliche Gefahren ein Bild machen zu können. Zudem hilft es, sein Tier gut zu kennen. Denn meist ist absehbar, dass die Katze irgendwann einmal an eine Giftpflanze geraten wird. Dann nämlich, wenn sie generell ein gesteigertes Interesse an Pflanzen zeigt und nur schwer der grünen Pracht auf der Fensterbank oder in der Vase widerstehen kann.

Leider ist es nahezu unmöglich, anhand von einer Pflanzenliste die „guten“ von den „bösen Pflanzen“ zu unterscheiden. Bei „Knabberjunkies“, also Katzen, die ganz wild auf Grünzeug sind, ist es deshalb besonders wichtig, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Knabbervorfälle ohne direkte Vergiftungssymptome, wie zum Beispiel Speicheln, Hecheln, Erbrechen oder Durchfall, sind übrigens kein Beweis für die Unbedenklichkeit einer Pflanze. Denn manche Gifte richten erst bei regelmäßigem Verzehr Organschäden an.

Mit dem folgenden „Kurzcheck zur Risikoeinschätzung“ können Katzenhalter die Vergiftungsgefahr ihrer Stubentiger einschätzen. Je mehr Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, desto höher ist tendenziell das Vergiftungsrisiko der Katzen. Bei erhöhtem Risiko ist es ratsam, sich näher mit dem Thema auseinander zu setzen. Allerdings ist der Kurzcheck nur als Faustregel zu verstehen, da auch bei niedrigem Vergiftungsrisiko die Gefahr bestehen bleibt, dass sich die Katze vergiften könnte.

  1. Kurzcheck zur Risikoeinschätzung im Katzenhaushalt:
  2. Ist Ihre Katze eine Einzelkatze?
  3. Ist Ihre Katze eine reine Wohnungskatze?
  4. Ist Ihre Katze eine Langhaar- oder Halblanghaarkatze und neigt zu Haarballen?
  5. Haben Sie Ihnen unbekannte oder giftige Pflanzen in der Wohnung oder auf dem Balkon stehen?
  6. Haben Sie unbekannte oder giftige Pflanzen mit grasähnlichen Blättern?
  7. Dekorieren Sie Ihre Wohnung gerne mit Schnittblumen in der Vase, die für die Katzen erreichbar sind?
  8. Knabbert Ihre Katze gelegentlich an Pflanzen?
  9. Ist Ihre Katze oft allein?

Text: ©Sabine Ruthenfranz
Homepage der Autorin:
www.katzenpflanzen.de

Buchtipp:
Sabine Ruthenfranz: „Katzenpflanzen - geeignete Pflanzen finden, Giftpflanzen erkennen, Vergiftungen vermeiden“
BoD 2014, ISBN-13: 978-3735786371, 16,99 Euro

Stressfrei mit der Katze in die Tierarztpraxis

Kennen Sie das? Sie denken bloß an den anstehenden Tierarztbesuch und gleichzeitig verschwindet Ihre Katze unter dem Wohnzimmerschrank. Sie holen den Transportkorb aus dem Keller und „schwupp“ ist die Katze weg. Sie fangen bei dem Gedanken an die Behandlung an zu schwitzen und hoffen, dass sich das Tier „benehmen“ wird. Ihre Katze entwischt währenddessen durch die Balkontür und erscheint erst am nächsten Tag wieder.

Sie können bereits zu Hause anfangen, den Stress für Ihre Katze und Sie selbst zu reduzieren. Kleinigkeiten können dabei helfen, zum Beispiel eine ausreichend große Transportbox, die sich bequem nach oben öffnen lässt. Die beliebten und weit verbreiteten, geflochtenen Weidekörbe bieten zwar ein besseres Versteck, bergen aber beim Herausnehmen Verletzungsgefahren für Mensch und Tier. Holen Sie die Box am besten nicht erst kurz vor dem Tierarztbesuch aus dem Keller, sonst verknüpft die Katze die Box nur mit negativen Erinnerungen an fremde Gerüche, andere Tiere und den Tierarzt. Wenn die Box wie ein „normales“ Möbelstück in der Wohnung steht und ganz ungezwungen beschnuppert und besucht werden kann, hilft es Ängste abzubauen. Leckerlis in der Box suchen und fressen hilft dabei und kann richtig Spaß machen.

Für Katzen, die sehr ängstlich sind oder nicht gerne Auto fahren, gibt es ein Pheromon-Spray, das eine halbe Stunde vor der Fahrt in die Transportkiste gesprüht wird und eine beruhigende Wirkung entfaltet. Sie können Ihre Katze auch zu Hause in einen ihr bekannten Kissenbezug setzen und ihn so zuknoten, dass der Kopf heraus schaut und sie sich noch gut bewegen kann. Die bekannten Gerüche wirken beruhigend. Üben Sie diese Situation zu Hause regelmäßig, auch ohne dass Sie wirklich losfahren.

Ein dunkler, möglichst ruhiger Transport ohne Hektik hilft Ihrer Katze in jedem Fall. Je ruhiger Sie selbst bleiben, desto besser für Ihr Tier. Das ist leichter gesagt als getan. Bedenken Sie, dass Katzen über Gerüche, die Sie im Stress aussenden, Ihre veränderte Mimik und Stimmlage sehr wohl spüren können, was vor sich geht!

Text: © Dr. Anette Fach (Tierärztin)
Kleintierpraxis Oberursel

Auch Wohnungskatzen brauchen Bewegung – Das ideale Katzenzimmer

Auch längst ausgewachsene Katzen verwandeln sich hin und wieder zu einem verspielten Kätzchen, das nach Herzenslust herumtobt. Freiläuferkatzen können ihrem Bewegungsdrang problemlos im Garten nachgehen, denn dort stehen ihnen Bäume zum Klettern, vertrocknete Früchte zum Spielen und Nachspringen sowie Insekten und andere Tiere zum Fangen zur Verfügung. Zwischen den aufregenden Aktivitäten legt jede Katze mehrfach eine Ruhepause ein. Dann döst sie entweder langgestreckt mitten in der Sonne oder sucht sich ein schattiges, heimeliges Plätzchen, an dem sie nicht gestört wird.

Zimmerkatzen brauchen Unterhaltung

Wie langweilig muss das Leben einer Wohnungskatze sein, wenn ihr Heim nicht den Vorlieben einer Mieze angepasst wurde? Auch die Stubentiger brauchen ausreichend Bewegung und wollen sich zwischendurch richtig austoben. Ein eigenes Katzenzimmer wäre ideal, in dem die Tiere auch mal über die Stränge schlagen können, ohne dass die Einrichtung darunter leidet. Fehlt es an Platz, reicht aber auch eine extra für die Katze eingerichtete Ecke im Wohnzimmer oder im Gang für den fälligen Ausgleichssport. Ein Balkon, der natürlich absturzgesichert sein muss, fungiert gleichzeitig als Erweiterung des Territoriums. Es sollten stets Bälle oder Kunstmäuse zur Verfügung stehen, die mit Freude durch die Wohnung bespielt werden. Katzen mögen es gerne einfach: Auch zusammengeknülltes Zeitungspapier ist für viele Katzen ein Highlight und ermöglicht ein geräuschvolles Spiel, das alle Sinne erfordert.

Der Kratzbaum

Ein Kletterbaum gehört zur Standardausrüstung. Er erfüllt das Bedürfnis, höhere Ebenen mittels verwegener Kletterakrobatik zu erreichen. Fehlen einer Katze derartige Kletterbewegungen, verkümmern auf Dauer ihre Muskeln. Eine Katze braucht auch noch die Möglichkeit, ihren Trieb zum Wetzen der Krallen zu befriedigen. Ist der Pfosten des Kratzbaums mit Sisal umwickelt, sind ideale Bedingungen für die Krallenpflege geschaffen. Ein Katzenbaum sollte über eine ausreichende Standfestigkeit verfügen und darf nicht wackeln. Eine ausgewachsene Katze wiegt 4 kg und mehr, das heißt, ein Katzenbaum muss etwas aushalten können. Katzen halten sich ausgesprochen gerne in hohen Positionen auf, weil sie dort alles bestens im Blick haben. Deshalb sollte ein Katzenbaum unbedingt eine obere Aussichtsplattform besitzen, die groß genug sein muss, damit sich die Katze darauf komplett ausstrecken kann. Besteht der Wunsch nach Rückzug, werden gerne integrierte Schlafhöhlen angenommen. Mit an Schnüren befestigten Glöckchen spielen viele Tiere auch lang und gerne. Eine Alternative zum Kratzbaum wäre ein richtiger Stamm, an dem noch Teile der Äste vorhanden sind, auf denen Liegeflächen angebracht werden können. Wird der Baumstamm in einen größeren Kübel einbetoniert, erhält er einen festen Stand. Statt Baum wären an der Wand angebrachte Regale, die von der Katze erklommen werden können, eine zusätzliche Variante.

Plätze zum Relaxen

Katzen oder Kater verbringen etwa 16 Stunden eines Tages schlafend. Ein auf dem Boden stehendes Katzenkörbchen wird jedoch eher selten angenommen. Weitaus beliebter sind höhere Positionen, wie etwa auf dem Kratzbaum, auf einem Schrank oder auf der Lehne eines Sofas. Katzen legen sich zum Schlafen auch gerne in Einkaufskörbe, Wäschekörbe oder Kisten. Leere herumstehende Kartons werden schnell in Beschlag genommen und zum Katzenbett erkoren. Samtpfoten mögen es hin und wieder aber auch kuschelig und bevorzugen dann Plüschkissen oder Decken. Beliebt ist auch ein Platz am Fenster, das einen Blick ins Freie gewährt. Eine Wohnung kann somit zu einem richtigen Wohlfühlrefugium für die verschmusten Vierbeiner werden.

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