Tierische Geschichten

Tierhalter erzählen

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Über unsere Tiere gibt es viel zu berichten.

Immer wieder erreichen uns E-Mails unserer Tierhalter, die von einem besonderen Erlebnis mit ihrem Tier berichten. Die schönsten und ergreifendsten Geschichten haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengestellt: Tauchen Sie ein in die Welt der kleinen und großen Abenteuer, Erinnerungen und Happy Ends ...

  • Ostergeschichte: Hund Tessa und der Osterhase

    „Oh, dieser leckere Geruch von frischen Brötchen, hmmm. Da muss ich hinterher. Und zwar schnell, wo doch gerade das Gartentor aufsteht.“ – Die neugierige Mischlingshündin Tessa nutzt die Gunst der Stunde. Verführt von der duftenden Brötchentüte, mit der die junge Frau gerade vor Tessas Haus vorbeiging, folgt sie ihrer Nase, schlüpft durch das Tor und verlässt zum ersten Mal alleine das Grundstück. Gerade noch rechtzeitig, denn nur eine Sekunde später knallt hinter ihr das Gartentürchen ins Schloss, das ihr Mensch Frederik zugeworfen hatte. Tessas Nase führt sie weiter die Straße entlang, die Rufe des überraschten Frederik, der ihr Fehlen sofort bemerkt hat, hört sie nicht mehr. Einige Zeit später bleibt die Frau mit der Brötchentüte stehen. „Nanu, was klimpert denn da so?“, fragt sie mit Blick auf Tessas TASSO-Plakette, die an ihrem Halsband hängt und bis eben geräuschvoll auf und ab hüpfte. Sie betrachtet Tessa nachdenklich, während diese mit der Nase in Richtung ihrer Brötchentüte schnuppert. „Ach so, du möchtest wohl was haben“, sagt sie lächelnd und bückt sich vor. „Na, dann lass uns doch erstmal schauen, dass wir dich wieder nach Hause bringen“, murmelt sie dabei. Doch dann verdunkelt sich plötzlich der Himmel über Tessa und schlagartig kommt etwas Schwarzes auf sie zugeschossen. Die braune Hündin springt vor Schreck zurück und landet mit einem Satz auf der Straße, wo ihr verzweifelt klingelnd im letzten Moment ein Fahrradfahrer ausweicht. Tessa flieht panisch. Dass die nette Frau, völlig überrascht von Tessas Reaktion, gerade ihre große schwarze Handtasche zurück auf die Schulter schiebt und ihr lockend hinterher ruft, bekommt sie nicht mehr mit.

    Tessa rennt. Sie ist sicher, gerade noch einem schlimmen Angriff entgangen zu sein. Sie rennt immer weiter. Langsam wird der Verkehr weniger und die Umgebung wird grüner. Erschöpft versteckt sich Tessa unter einem Busch. Ängstlich harrt sie dort aus, bis sich ihr Atem wieder beruhigt hat. Vorsichtig krabbelt sie unter dem Busch hervor und blickt sich um. Um sie herum ist alles grün. Büsche, Bäume, Blumen, aber keine Wege, keine Menschen. Wo ist sie nur gelandet? Vorsichtig wagt Tessa sich ein Stück vor und trottet los. Sie weiß nicht, dass sie am anderen Ende des Stadtwaldes ist. Ausgerechnet dort, wo sie noch nie mit Frederik war. Tessa ist verzweifelt und erschöpft.

    Erschrocken fährt sie zusammen, als eine tiefe, freundliche Stimme sie anspricht. „Hey, wer bist du denn?“, fragt jemand. Tessa blickt sich suchend um. Dann entdeckt sie, woher die Stimme kommt. Hinter einem Zweig kommt langsam ein merkwürdiger Hase hervor. Seine langen Ohren stehen aufrecht und aufmerksam betrachtet er sie. In den Armen hält er einen Bund Möhren. „Den hab ich doch schon mal gesehen“, überlegt Tessa. „Erst vor kurzem. Auf einem Bild? Vielleicht in der Zeitung?“ Dann fällt es ihr wie Schuppen von den Augen. „Du …, du bist der Osterhase?“, stammelt sie ungläubig. Sie ist viel zu überrascht, um Angst zu haben. „Ja, der bin ich. Und wer bist du? Was machst du hier so ganz alleine?“

    „Ich …, ich …, ich bin Tessa. Ich habe mich verlaufen und weiß nicht, wo Frederik ist. Ich weiß nicht, wo mein Zuhause ist. Da war diese Tüte, die so gut roch, und dann diese Frau und dann hat mich was Schwarzes angegriffen und ein Fahrrad wollte mich überfahren und Autos hupten und dann bin ich gelaufen, einfach immer weiter gelaufen. Und dann warst du da. Ich …, ich habe Angst. Und Hunger“, sprudelt es aus ihr heraus. „Ganz ruhig meine Kleine“, beruhigt der Osterhase Tessa und streichelt ihr über den Kopf. „Komm, wir setzen uns erst einmal hin und denken nach. Möchtest Du vielleicht eine Möhre? Die habe ich gerade frisch aus der Erde geholt.“ Gemeinsam lassen der Osterhase und Tessa sich nieder, Tessa knabbert an einem Möhrchen und beruhigt sich langsam wieder ein bisschen. Der Osterhase streicht ihr über den Rücken. Dabei bleibt sein Blick an der TASSO-Plakette hängen. „TASSO? Ich dachte, du heißt Tessa?“, fragt er verwundert. „Ja, das stimmt auch. TASSO ist eine Datenbank und da weiß man, wo ich hingehöre und wer mich vermisst. Wenn ich mal weglaufe …“ Sie verstummt und denkt nach. Im selben Moment schauen sich die Beiden an. „Das ist es!“, rufen beide wie aus einem Munde. Und der Osterhase sagt: „TASSO weiß bestimmt, wo Frederik ist. Komm schnell, lass uns die Nummer anrufen, die auf der Plakette steht!“ In Windeseile zückt der Osterhase sein Handy und sagt ganz bald: „Hallo, ich habe Tessa gefunden. Sie sucht Frederik und hat sich verlaufen.“ Am anderen Ende beruhigt eine TASSO-Mitarbeiterin den aufgeregten Osterhasen und fragt nach Tessas TASSO-Kenn-Nummer. „Was? Wo? Ach so ja!“, sagt der Osterhase und gibt die Nummer durch, die auf der Plakette steht. Ein paar Mal sagt der Osterhase noch „Ja“ und „Ok“ und dann verabschiedet er sich und legt auf. Noch bevor er Tessa erklären kann, was die Frau am Telefon gesagt hat, klingelt sein Handy. Am anderen Ende meldet sich der aufgeregte Frederik, der von TASSO informiert wurde. Sofort will er wissen, ob es seiner vierbeinigen Freundin gut geht und wo sie ist.

    Nur wenige Minuten später ist das vertraute rote Auto am Horizont zu sehen. Tessa kennt kein Halten mehr, sofort springt sie auf und rennt los, was die Pfötchen hergeben. „Da ist er, da ist mein Frederik. Danke TASSO. Danke, lieber Osterhase!“ Sie stürmt auf Frederik zu und bedeckt ihn mit feuchten Küssen, während dieser mit den Tränen kämpft. „Oh Tessa, da bist du ja wieder“, ruft er erleichtert und seufzt: „Danke TASSO, danke lieber Osterhase!“

    Eine schöne Ostergeschichte: Hund Tessa und der Osterhase. © pixabay.com
  • Dienststellenkatze "Dreißig" auf Kuschelkurs

    Polizeihauptkommissar Sven Langenstein erzählt, wie eine Katze ihr neues Zuhause in einer Polizeidienststelle findet

    „Unsere Dienststellenkatze (weiblich) ist schon seit ca. 10 Jahren bei uns. Sie ist irgendwann einmal aufgetaucht und hat sich auf dem Dienststellengelände (grenzt ans Grüne an) herumgetrieben. Wir hatten ihr damals eine Zeitlang ein Halsband mit unserer Telefonnummer und einer Rückrufbitte an den möglichen Eigentümer angezogen – allerdings hat sich niemand gemeldet. Wir haben uns daher dazu entschlossen, ihren Wunsch, sich hier niederzulassen, zu respektieren und die Verantwortung übernommen.

    Da die Dienststelle rund um die Uhr besetzt ist, erfährt sie regelmäßig Streicheleinheiten. Auch unsere „Kundschaft“ wird im Warteraum durch ihre Anwesenheit beglückt (der eine oder andere Anzeigenerstatter hatte sie schon schnurrend auf dem Schoß).

    In unserer Küche hängt ein „Speiseplan“, in welchem je Schicht eingetragen wird, was sie bekommen hat (Trockenfutter, Nassfutter, frisches Wasser, Leckerli). So ist sichergestellt, dass wir einen Überblick über ihre Fütterung haben. Selbstverständlich ist sie gechipt und bei TASSO registriert, wird regelmäßig untersucht, geimpft und gegen Ungeziefer behandelt. Dass wir eine Katzenkasse haben, ist selbstredend!

    Der Name „Dreißig“ ist unserem Funkrufnamen entlehnt (MERKUR 30).

    Jüngste Beobachtungen haben den Verdacht bestätigt, dass sie hier einen Freund hat! Sollte dieser sich hier auch niederlassen wollen, werden wir ihn mal genau unter die Lupe nehmen. Wenn er „ungefährlich“ ist, darf er bleiben – den bringen wir auch noch durch!“ 

    Dienststellenkatze Dreißig hat alles im Blick. © Sven Langenstein
  • Bergsteigerhund Robby: Ende gut, alles gut
    Hund Robby © Monika Stephan

    Frau Stephan erzählt, wie ihr Schlittenhundmischling von einem Bergplateau gerettet wurde

    „Meine Freundin und ich waren mit unseren Hunden im Faulenbacher Tal spazieren. Da es ein autofreies Tal ist, liefen die Hunde ohne Leine. Bei unserem kommt dann immer der Schlittenhund durch. Er rennt kreuz und quer voraus, mal den Berg hinauf und dann wieder runter. Manchmal ist er für ein paar Minuten verschwunden, um dann weiter vorne wieder bei uns aufzutauchen.

    So machte ich mir auch keine Sorgen, als er, nach einem Spurt zwischen Büschen und Bäumen den Hang hinauf, nicht gleich wieder kam. Ich pfiff dann nach ihm, aber nichts tat sich. Nach einer Weile sagte ich zu meiner Freundin: „Lass uns mal ein Stück zurückgehen, vielleicht ist er zurückgegangen.“

    Nach einer kleinen Strecke setzten wir uns auf eine Bank und warteten auf Robby. Auf einmal hörten wir ein Gebell und ein Wolfsgeheul. Ich wusste gleich, das ist Robby. Er bellt sonst sehr selten, aber da hat er sich glücklicherweise dazu entschlossen um Hilfe zu bellen. Ich rief und pfiff nach ihm, und er gab Antwort. Wir konnten ihn zwar hören, aber nicht sehen. Er war wohl den Hang hochgeklettert, bis zu einem bewaldeten Felsen, und kam nun nicht mehr herunter. Wir kamen aber auch nicht hoch. Wir standen nun ziemlich genau an der Stelle des Berges, wo unter uns der Grenztunnel der Autobahn A7 durchgeht. Auf der anderen Seite des Berges ist schon Österreich. Wir standen an einem alten Schmugglerpfad, der nur mit guter Bergausrüstung zu meistern ist.

    Glücklicherweise hatte ich noch schwachen Handyempfang und rief meinen Mann an, er solle die Bergrettung verständigen. Er rief mich dann zurück und sagte, ich solle bei der Polizei anrufen und sagen, wo wir genau sind. Die würden dann kommen und entscheiden, ob die Bergrettung nötig ist. Nach etwa einer Viertelstunde hatte uns der Polizist mit dem Auto erreicht. Er meinte, die Bergrettung sei teuer. Ich sagte, dass ich meinen Hund ja da oben nicht verhungern lassen kann und es bald dunkel wird. Er hatte selber einen Hund und konnte unsere verzweifelte Lage verstehen.

    Als wir nun gerade bei der Bergrettung anrufen wollten, kam ein Mann mit Bergausrüstung; die Bergschuhe um den Hals hängend und ein Seil. Ich fragte ihn, ob er denn schon von der Bergrettung sei. Er meinte, nein, er sei der zuständige Jäger aus Österreich und wolle dort oben nach den Beständen schauen. Ich sagte ihm, dass sich mein Hund verstiegen hat und nicht mehr runter kommt. Man hörte ihn ja immer noch jaulen. Der Herr war gleich bereit, nach meinem Hund zu schauen. Ich gab ihm die Leine und Leckerlis mit und rief meinen Hund immer wieder, damit auch er weiter bellte, um seinen Standort zu finden.

    Nach etwa 20 Minuten rief uns der Herr zu, er habe Robby gefunden. Nach weiteren 15 Minuten brachte er ihn wohlbehalten herunter. Ich wollte dem freundlichen Herrn 20 Euro für eine Flasche guten Wein geben (mehr hatte ich nicht dabei). Er aber lehnte ab und meinte, er habe es doch dem Hund zuliebe getan. Er sagte zum Abschied: „So wie sich der Robby da oben verstiegen hat, versteigen sich sonst nur die preußischen Touristen.“ Dann mussten wir doch noch alle über das Missgeschick lachen.

    Wir haben uns anschließend das Plateau im Internet angeschaut. Es ist vollständig bewaldet, so dass auch ein Hubschrauber von oben unseren Hund nicht gefunden hätte.“

    (Text und Bild: ©Monika Stephan)

  • Karlies Geschichte: Wie ein kleiner Kater ein neues Zuhause fand

    Frau Sommer erzählt, wie Sie plötzlich zu einem Kater kam

    „Als ich aus dem Urlaub zurückkehrte, war er plötzlich da: klein, schwarz-weiß und ganz zahm. Niemand wusste, wem er gehörte. Seine hübschen blau-grünen Augen sahen mich dankbar an, wenn ich ihm etwas Trockenfutter hinstellte. Die große Wasserschale für die Vögel wurde kurzerhand zum Trinknapf umfunktioniert. Meistens schlief er in der Septembersonne unter dem großen Wacholder-Busch.

    Eines Tages gab ihm die riesige norwegische Waldkatze von nebenan, die sein Fresschen wollte, eins auf die Nase, und er lief davon. Den ganzen Tag suchte ich ihn: Karlie, Karlie, rief ich immer wieder. Als ich dann spätabends mit der Taschenlampe losging, entdeckte ich zwei kleine leuchtende Augen, umrahmt von einem weißen Gesichtchen. Das war Karlie, gar keine Frage! Im Straßengraben hatte er einen gefährlichen Schlafplatz gefunden, dicht neben ihm rasten die Autos vorbei. Ohne den geringsten Widerstand ließ er sich von mir hochheben. In meinen Armen trug ich ihn nach Hause. Es war das erste Mal, dass er in meiner Wohnung schlafen durfte und von mir dort sein Essen bekam. Jetzt entdeckte ich auch die Tätowierungen in seinen Ohren.

    Wie gut, dass ich noch den Katzenkorb von meiner ersten Katze hatte, die vor ein paar Jahren nach einem langen, erfüllten Katzenleben von 18 Jahren gestorben war. Inzwischen war das Wetter schlechter geworden, es stürmte und regnete, richtiges Herbstwetter eben. Ich packte den kleinen Kerl in den Korb und fuhr mit ihm zum Tierarzt. Karlie miaute jämmerlich, er hatte Angst und ihm war kalt. Die ganze Aufregung war aber gar nicht nötig, denn die nette Tierärztin konnte ihn sofort anhand der Tätowierung identifizieren. Ein Anruf genügte, dann gab uns ein Mitarbeiter von TASSO anhand des TASSO-Registers die Auskunft, die wir brauchten.

    Jetzt konnte ich Kontakt zu dem Besitzer des kleinen Katers aufnehmen und erfuhr dabei nach und nach seine Geschichte: Sein Herrchen wohnte nur ein Haus weit von mir entfernt. Während sein Herrchen im Krankenhaus lag, war er vom Balkon in den Garten gesprungen. Auf der Flucht vor zwei scharfen Schäferhunden, die draußen herumtollten, war er dann über den Zaun geklettert. Knapp mit dem Leben davongekommen, gab es für ihn keinen Weg zurück. Die ältere Frau, die sich eigentlich um ihn kümmern sollte, wusste sich nicht anders zu helfen, als zu warten bis ihr Sohn wieder nach Hause kam. Dieser hatte sich aber inzwischen mit dem Verlust seines Katers abgefunden.

    Da Herrchen aber dann auch eine neue Arbeit gefunden hatte, die seine ganze Zeit in Anspruch nahm, konnte sich sein Besitzer jetzt gar nicht mehr richtig um ihn kümmern. Nach einigen klärenden Gesprächen wurde Karlie kurzerhand von mir adoptiert. Jetzt hat er sich dank einer ausgewogenen Kost aus Nassfutter, gekochtem Bio-Rinderhack und ungesalzenen, klein geschnittenen Minutenschnitzeln zu einem prächtigen Kater entwickelt. Selbst die freche norwegische Waldkatze von nebenan hat mächtig Respekt vor ihm und räumt sofort das Feld, wenn er morgens seine Runde dreht. Er hat sogar einen tollen Job und hilft mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen Kindern mit Migrations-Hintergrund ihre Ängste zu überwinden. Trotz seiner schlimmen Erfahrungen ist er nämlich ein richtiger Schmusekater, der sich gerne streicheln und verwöhnen lässt.

    Selbst den Tierarztbesuch und seine notwendigen Behandlungen lässt er heldenhaft und mit stoischer Ruhe über sich ergehen.

    Vieles in seinem Leben hat sich verändert, aber eines ist so wie damals, als ich ihn im Garten fand: Wir sind immer noch die allerbesten Freunde! Ehrensache, dass ich Karlie sofort bei TASSO unter seiner neuen Adresse angemeldet habe.“

    (Text und Bild: ©Esther Sommer)

     

    Kater Karlie im Grün © Esther Sommer
  • Wie Jonas wieder nach Hause kam
    Hund Jonas mit Katze © Werner Lorenz

    Herr Lorenz erzählt die Geschichte seines Mischlingsrüden Jonas, der über zehn Wochen unter freiem Himmel lebte

    „Jonas, ein Mischlingsrüde, geboren um den 1. Mai 2013, lebte ein halbes Jahr als Straßenhund in Rumänien und muss dort schlimme Erfahrungen gemacht haben. Im Alter von sechs Monaten ist er von einem Tierhilfeverein in das Tierheim in Horka gebracht worden. Dort lebte er knapp sechs Monate. Als ich ihn dort zum ersten Mal sah, gefiel er mir sofort. Er ähnelte ein wenig meiner Yorkshire Hündin Kessy, die kurz vorher von einem Schäferhund tödlich verletzt wurde. Frau Z. vom Tierverein Horka gab zu bedenken, dass Jonas sehr scheu und ängstlich sei und noch keinen Zugang zu Menschen habe. Da ich schon seit vielen Jahren große und kleine Hunde habe, und mir der Verlust von Kessy sehr nahe gegangen ist, habe ich ihn trotz der Warnungen, wie aufwendig die Erziehung von Jonas sein wird, mitgenommen. Die ersten Tage zeigten, dass es nicht einfach werden würde das Vertrauen von Jonas zu gewinnen. Hoffnung machte dabei jedoch, dass er nach einem Gewitter, bei dem er ausgerissen war, nach drei Tagen wieder zu Hause auftauchte.

    Ende Mai war Jonas knapp einen Monat bei mir, als er mir beim Tierarzt wieder ausbüxte. Das Problem war, dass er sich in der Gegend dort nicht auskannte und es bis nach Hause über acht Kilometer Luftlinie sind. Zweieinhalb Monaten lebte er als „frei lebender“ Hund in einer 850 Meter langen Baumreihe mit viel Gestrüpp zwischen den Feldern von Malschwitz und Preititz. Alle Versuche ihn einzufangen waren erfolglos. Da er sehr scheu und ängstlich ist, kam man an ihn maximal auf fünf Meter heran. Viele Leute teilten mir fast jeden Tag mit, wo sich Jonas gerade aufhielt. Also habe ich Jonas immer wieder Futter dorthin gebracht, was er auch angenommen und gefressen hat.

    Viele Menschen haben mich bei der Suche und den Bemühungen Jonas zu fangen unterstützt. Zuerst möchte ich hier die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr von Preititz und Malschwitz mit dem Wehrleiter Udo M. nennen, die an einem Samstag ihre Freizeit dafür geopfert haben, Jonas in dem Gestrüpp aufzuspüren. Wir waren davon ausgegangen, dass Jonas von den Schlaftabletten im Futter irgendwo schlafend liegt. Leider war das ein Trugschluss, die Dosierung war zu schwach. Also haben wir es am drauffolgenden Wochenende gleich nochmal mit der doppelten Dosierung probiert, die nach Meinung der Tierärzte Dr. B. und Dr. G. ausreichend war, um Jonas für mehrere Stunden in Tiefschlaf zu legen. Gemeinsam mit Wolfgang R. (der mir ständig mit Rat und Tat zur Seite stand) vom Kreisjagdverband Bautzen, seiner Frau Peggy D. mit ihrem Jagdhund, Lars P. und seinen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Malschwitz sowie der Tochter von Frau Z. vom Tierheim Horka haben wir den nächsten Versuch unternommen Jonas zu finden. Auch die Netze von der Gerüstbau Firma M. in Litten haben leider nicht dazu beitragen können Jonas zu fangen. Er war selbst mit dem verabreichten Schlafmittel immer noch fit wie ein Turnschuh.

    Erst nachdem die Sauenfalle von der Jagdgemeinschaft Koban/Gottleuber aufgestellt worden war, hier auch ein Dank an den Jagdpächter Peter N., der sein Einverständnis dazu gab, zeichnete sich der erste Erfolg ab. Jonas wurde mit dem Futter zur Falle gelockt. Nach mehreren Tagen ist er auch in die Falle gegangen. Als ich ihn an der Leine zum Auto gebracht hatte und er in den Kofferraum geklettert war, passierte es: Beim Schließen der Kofferraumklappe ist er wieder herausgesprungen, dabei ist der Karabinerhaken von der Leine gerissen und Jonas hat sich wieder in sein „Territorium“ begeben. Als hätte es nicht sollen sein, dass er mit nach Hause kommt. An die  nochmalige Nutzung der Falle war nicht mehr zu denken, zumal sein Hundekumpel Theisen mit Frauchen Christin M. ihn öfters besuchte und dabei die Falle ausgelöst hat.

    Ich fütterte ihn jeden Tag vormittags und nachmittags vor Ort und hielt mich jeden Tag mehr als zwei Stunden dort auf. Er hat sich in der Situation wohlgefühlt. Mit anderen Tieren in der Umgebung wie Rehen, Hasen etc. hatte und machte er keinen Stress. Wie ist es sonst zu verstehen, dass ein Reh sich mit ihrem Kitz unmittelbar in der Nähe zu Jonas im Feld aufhielt und er keine Anstalten machte die Tiere zu jagen? Leider behaupteten aber Anwohner im Nachbardorf Jonas dort gesehen zu haben, wie er sich ein Huhn geholt hätte (dazu hätte er über einen 120 cm hohen Zaun springen müssen).

    Um solchen Gerüchten vorzubeugen, wollte ich Jonas so schnell wie möglich von seinem Revier wegholen. Also habe ich mit Leckerlis und viel Geduld über mehrere Wochen sein Zutrauen zu mir aufgebaut. Er nahm mir sogar Futter aus der Hand, aber anfassen ließ er sich nicht. Erst mit Hilfe meiner Hündin Amy ist es mir doch noch gelungen Jonas habhaft zu werden.

    Seit dem 20. August ist Jonas nun wieder zu Hause und er verhält sich so, als wäre er nie zweieinhalb Monate von zu Hause weg gewesen. Mit Amy, der Jack Russel Hündin, und den Katzen versteht er sich gut. Im Haus gibt es mit ihm auch keinen Stress. Nur wenn beim Gassi gehen irgendwelche Geräusche zu hören sind oder er fremde Menschen sieht, setzt bei ihm der Fluchtreflex ein. Zum Glück habe ich jetzt seine Leine zweifach und mit einem Bauchgurt gesichert, so dass es für Jonas unwahrscheinlich wird wieder auszureißen.

    Ich möchte nochmals auf diesem Weg allen genannten und ungenannten Helfern und allen, die Interesse am Wohlbefinden von Jonas haben, herzlich danken.“

    (Text und Bild: ©Werner Lorenz)

  • Die beleidigte Kessi

    Frau Lehmann erzählt die Geschichte ihrer Katze Kessi

    „Klein, weiß, niedlich, so kam Kessi 1992 zu uns ins Haus. Unsere Tochter brachte sie von einer Freundin mit, und sie wohnte nun mit im Kinderzimmer. Sie war auch Freigänger und genoss es, immer zu kommen und zu gehen, wann sie wollte. Keiner von uns wollte sie mehr missen. Sie war unser aller Liebling. Selbst unsere alte Hündin akzeptierte Kessi.

    Unsere Tochter kümmerte sich besonders liebevoll um sie, während unseres Urlaubs oder wenn wir mal übers Wochenende verreisten. Schon damals bemerkte ich immer eine Art von beleidigt sein unserer Kessi, wenn wir wieder heimkamen. Sie ging uns schlicht gesagt aus dem Weg, für ein paar Stunden oder auch schon mal ein bis zwei Tage.

    Es geschah im achten Jahr ihres Daseins bei uns. Wir hatten unseren Jahresurlaub von drei Wochen beendet und waren dabei, die Koffer und Taschen ins Haus zu tragen. Auf dem Weg ins Haus kam mir Kessi entgegen, und sie würdigte mich keines Blickes. Sie ist schon wieder einmal beleidigt, dachte ich bei mir und gab nichts weiter drauf, weil ich ja mit Koffer und Taschen beschäftigt war. Am Abend war Kessi nicht nach Hause gekommen. Sorgen machte ich mir noch nicht, denn sie blieb ja öfters über Nacht draußen und kam dann am Morgen ins Haus. Als sie sich aber am zweiten Tag nicht sehen ließ, begann ich im Garten und in der näheren Umgebung nach ihr zu rufen und zu suchen. So vergingen drei, vier Tage, und ich wurde immer unruhiger. Inzwischen hatte ich allen Nachbarn und Freunden Bescheid über die Suche nach Kessi gegeben. Plakate wurden in verschiedenen Orten ausgehängt, aber niemand hatte sie gesehen beziehungsweise mir einen Hinweis geben können. Sie war einfach weggegangen, einfach so. Lange Zeit trauerten wir ihr nach. Aber es half nichts, sie war weg. Einen Kessi-Ersatz gab es nicht.

    Jahre später. Ich saß im Garten auf der Hollywoodschaukel, mein Blick schweifte über den Gartenzaun, über die große Wiese mit den alten, großen Obstbäumen, da sah ich eine weiße Katze gemütlichen Schrittes in meine Richtung laufend kommen. Mir stockte der Atem, ein Gedankenblitz ließ mich zusammenzucken. Ist das unsere Kessi? Mein Blutdruck stieg, und ich saß erwartungsvoll auf der Schaukel, bewegte mich kaum, um die Katze, sollte es doch Kessi sein, nicht zu verschrecken. So eine markant gekennzeichnete Katze wie Kessi, weiß mit einem schwarzen Fleck unter der Schnauze und einer schwarzen Schwanzspitze, gab es doch kein zweites Mal. Sie kam bis zum Gartenzaun, sprang auf einen der alten Betonpfeiler und blieb sitzen. In aller Ruhe schaute sie sich um. Gut sah sie aus, gut genährt und sauberes, glänzendes Fell. Also war sie in einem guten neuen zu Hause untergekommen. Majestätisch saß sie da und blickte mich an. „Kessi, bist du es wirklich? Komm zu mir, komm, Kessi“, sprach ich sie mit sanfter Stimme an. Sie sah mich an, kniff die Augen kurz zu und sprang vom Pfeiler. Zügig lief sie über die Wiese zurück in die Richtung, aus der sie gekommen war. Ich rief hinterher, lief ihr nach und rief sie wieder und wieder. Aber sie war zu schnell und verschwand im kniehohen Gras. Traurig und mit Herzklopfen stand ich auf der Wiese und meine Fragen blieben ohne Antwort. Warum war sie gegangen? Sie hatte es wirklich gut bei uns und wir liebten sie.

    Wieder Jahre später sah ich in der Ferne auf unserer Wiese wieder eine weiße Katze herumstreunen. Ob es wohl Kessi war? Ich konnte sie nicht auf diese Entfernung erkennen. Kommt sie immer wieder mal nachschauen, ob es uns noch gibt?“

    (Text: ©Helga Lehmann)

    © Fotolia
  • Lius Odyssee und sein Happy End
    Hund Liu © Margarete Hommes-Dziedzicki

    Frau Hommes-Dziedzicki erzählt die bewegende Geschichte Ihres Hundes Liu

    „Als mein Mann und ich uns dazu entschieden uns einen Hund anzuschaffen, stand fest, dass wir einem Tier aus Griechenland ein Zuhause geben werden. Grund dafür war, dass mir unser Tierarzt Dr. Mike Albring dazu geraten hat, nachdem er in einem langen Gespräch mit mir der Überzeugung war, dass ich aufgrund meiner Erkrankung einen Hund brauche und dann aber einen „griechischen“. So machte ich mich im Internet auf die Suche. Ich weiß es noch wie heute. Ich fand Liu und wollte auch nur noch ihn. Nach Gesprächen mit Erika Keuper (dreamdogs-griechenland.com) und nach bestandener Vorkontrolle, wurden uns die Flugdaten von Erika mitgeteilt. Wir waren sehr aufgeregt, denn wir haben uns sehr auf den Familienzuwachs gefreut.

    Am 30.10.2012 kam Liu dann mit Flugpaten aus Rhodos in Frankfurt an. Wir holten Liu bei Erika Keuper am gleichen Tag zu Hause ab. Liu lag bei Erika im Flur, zusammengerollt aus Angst und völlig abgemagert. Lius Augen sahen mich an, und unser Herz schlug für einander. Ich wusste, dass ich Liu nicht wieder hergeben werde, denn wir hatten vorher abgesprochen, dass Liu als Pflegehund zu uns kommt, um zu sehen, ob es mit den Katzen harmoniert. Wir nahmen Liu mit nach Hause.

    Zum gesundheitlichen Zustand von Liu: Er fing drei Wochen, bevor er nach Deutschland flog, plötzlich an abzunehmen. Am Anfang dachte Tsambika, seine Betreuerin in der Auffangstation, dass es daher kommt, dass er sein Fressen nie verteidigte und seine Geschwister ihm immer einen Teil einfach „wegklauten“. Hinzu kommt, wir hatten während dieses Sommers sehr viele kleine Zecken im Gebiet, die trotz aller Zeckenmitteln sehr schwer zu kontrollieren waren. Hin und wieder fand man dann eine Zecke auf den Hunden. Von den Zecken werden ja Krankheiten, wie zum Beispiel Ehrlichiose und Babesiose übertragen. Da aber der Test von Liu negativ ausfiel, machten wir uns da keine Sorgen. Aber er ist ja dann in der Klinik in Deutschland doch positiv getestet worden, wahrscheinlich mit einer besseren Technik als auf Rhodos. Also konnte der Verlust an Gewicht auch mit der Ehrlichiose zusammen hängen, die eigentlich therapiert werden sollte.

    Am 31.10.2012 fuhren wir mit Liu zu unserem Tierarzt Dr. Mike Albring in Frechen, der von nichts wusste. Als er Liu sah, schaute er mich an und meinte, das hätte er nicht gewollt, dass ich einen kranken Hund bekomme. Er würde mich ein wenig kennen und wüsste, wie sehr ich darunter jetzt schon leide. Er untersuchte Liu, nahm Blut ab, gab ihm Aufbauspritzen und und und … Als wir die Tierarztpraxis mit Liu verließen, wusste ich, dass wir noch einiges zu überstehen haben. Ich wusste aber auch, dass Liu nirgendwo besser medizinisch versorgt werden würde, als in der Tierarztpraxis von Dr. Mike Albring/Dr. Nasima Janassary in Frechen. Dr. Albring hat bereits meinen kranken Katzen geholfen, und ich vertraute ihm somit auch Liu zu 100 % an.

    Liu erbrach jedes Fressen, er behielt nichts bei sich, sodass er weiterhin abnahm und nachher noch 16 Kilogramm wog. Bei seiner Ankunft wog Liu 19 Kilogramm. Ich trug Liu nach draußen, damit er sein Geschäft verrichten konnte, was, wie es schien, für Liu immer schwieriger wurde. Die Ergebnisse der Blutuntersuchungen waren gar nicht gut. Dr. Albring begrüßte mich schon sehr nachdenklich, als ich zu ihm in die Sprechstunde kam. Er saß vor seinem PC mit Lius Blutwerten. Als ich ihm sagte, dass es Liu schlechter geht, meinte er, dass das bei den Werten nicht verwunderlich wäre. Liu hatte sehr schlechte Werte. Sehr wenig rote Blutkörper, zu viele weiße, die Leberwerte erhöht und dadurch eine Gelbsucht sowie seine Schleimhäute waren viel zu hell. Er trank nicht und musste trotzdem viel Wasser lassen, sein Fressen erbrach er. Alles mehr als bedenklich. Dr. Albring fragte, ob ich Liu in seine Obhut gebe, was für mich keine Frage war. Ich ließ Liu dann bei ihm. Liu bekam, noch bevor ich ging, drei Spritzen. Dr. Albring hat Liu durch eine sehr liebevolle Helferin auf seinen Platz bringen lassen. Er sagte ihr noch, dass sie bitte für Liu einen schönen kuscheligen Platz machen solle. Er würde ihm die Infusion legen. Ich solle gegen 19.00 Uhr kommen, um mit ihm zu kuscheln und um bei ihm zu sein. Ich wusste, Liu würde in der Praxis sehr gut versorgt und dass man alles für Liu tun wird. Dr. Albring versprach es mir und ich glaubte ihm.

    Da sich Lius Zustand nicht verbesserte, teilte uns Dr. Albring nach einer Woche mit, dass er und seine Frau Dr. Janassary bei Liu eine Gastroskopie und Endoskopie durchführen möchten/werden, damit endlich Klarheit darüber besteht, warum Liu erbricht und dadurch an Gewicht verliert. Sollte bei beiden Untersuchungen nichts festgestellt werden, würden sie Liu operieren, um zu sehen, was los ist, da er dann bereits in Narkose wäre. Beide mussten uns schweren Herzens sagen, dass es sein könne, dass Liu den Eingriff nicht überstehen könnte, da er sehr schwach wäre. Ich brach in Tränen aus, denn Liu war mir nach so kurzer Zeit sehr ans Herz gewachsen, und ich wollte alles nicht wahr haben und ihn nicht verlieren. Ich flüsterte Liu ins Ohr, er müsse kämpfen, für sich und unser gemeinsames Leben. Ich hätte ihn doch so lieb. Ich glaube, er hat mich verstanden, denn er schaute mich ganz lieb an und umso mehr weinte ich.

    Zwei Tage zuvor wurde Liu Kontrastmittel gespritzt, um vielleicht so schon bei einer Röntgenaufnahme zu sehen, was mit Liu los ist. Es war für Dr. Albring nicht zufrieden stellend, um Liu präzise behandeln zu können. Es konnte nicht festgestellt werden, warum er sich in solch einem schlechten Zustand befand. Also wurde der Eingriff zwei Tage später von beiden Ärzten gemeinsam vorgenommen. Es waren die schlimmsten Stunden für uns. Dabei stellten sie fest, dass bei Liu bereits ein Leberlappen abgestorben ist und der Rest der Leber sehr merkwürdig aussah, und dass sie so etwas noch NIE zuvor gesehen hatten. Sie entnahmen eine Gewebeprobe, fotografierten die Leber und schicken diese Fotos sofort per E-Mail an eine befreunde Pathologin, die sogar Professorin ist, um zu erfahren, ob es sich um eine bösartige Veränderung der Leber handelt. In dem Fall hätten Sie Liu nicht wieder wach werden lassen. Sogar die Pathologin hatte so etwas noch nie zuvor gesehen. Sie konnte Dr. Albring und Dr. Janassary aber schon sagen, dass es sich nicht um etwas Bösartiges handelt. Liu erholte sich von diesem Eingriff doch recht gut. Liu ist mein/unser kleiner Kämpfer!

    Am nächsten Tag durfte ich zu Liu. Dr. Albring sprach mit mir, teilte mir mit, dass Liu einen entzündeten Magen und Flüssigkeitsansammlung im Magen hat (warum, dafür gab es keine Erklärung) sowie auch der Darmtrakt schwer entzündet sei. Bei Liu wäre der eine Leberlappen abgestorben und der andere hätte eine sehr merkwürdige Veränderung. Was Liu genau hätte, wusste selbst die Pathologin nicht zu sagen. Liu bekam weiterhin Medikamente, Infusionen und spezielle Nahrung.

    Am 20.11.2012 durften wir (mein Mann und ich) Liu endlich mit nach Hause nehmen. Wir fuhren mindestens einmal pro Woche zur Kontrolle. Liu nahm leider nicht zu. Blieb auf 16,1 Kilogramm. Er erbrach immer wieder sein Fressen. Wir probierten alles. Am 23.11.2012 bekamen wir Besuch von Erika. Sie kam auf Krankenbesuch, fuhr an dem Tag mit zu Dr. Albring, um sich von ihm noch einmal alles erklären zu lassen, denn ich war oft sehr fertig, und Erika wollte mich unterstützen. Was ich ihr sehr hoch anrechne. Sie war da, wann immer ich sie brauchte, auch als ich ihr mitteilte, dass Liu so krank sei, zögerte sie keine Sekunde und sagte, dass Liu jede ärztliche Versorgung bekommen solle.

    Es verging ein Tag nach dem anderen, ohne dass sich bei Liu etwas veränderte. Wir waren sehr verzweifelt, weil wir auch nicht mehr weiter wussten. Am 02.12.2012 mussten wir wieder einmal zu Dr. Albring, weil es Liu gar nicht gut ging. Liu bekam Spritzen, unter anderem auch Kortison. Dr. Albring gab uns dann auch Kortison-Tabletten mit und meinte, dass das die letzte Möglichkeit wäre, Lius Gesundheit wieder herzustellen. Zuerst hatte Liu Probleme mit Kortison, die Dosis wurde reduziert. Liu erbrach nicht mehr so oft sein Fressen, nahm aber auch nicht zu. Dann wurde alles schlimmer und er konnte das Kortison nicht vertragen. Wir haben in der Zeit viele Nächte bei Liu gelegen, sodass wir sofort reagieren konnten, wenn etwas mit ihm nicht stimmte. Ich weiß nicht, wie oft ich Erbrochenes und Durchfall wegputzen musste. Aber all das war mir egal, es war nur wichtig, dass Liu wieder gesund würde. In der Woche vor Weihnachten, unser für das Jahr 2012 letzter Besuch bei Dr. Albring, wog Liu 16,4 Kilogramm. Als wir uns verabschiedeten, meinte er: „Wenn ich Liu im Januar zur Kontrolle sehe, wiegt er 18 Kilogramm.“

    Kurz vor Weihnachten nahm ich Kontakt mit Frau E. (Tierheilpraktikerin) auf, die ich durch einen Bekannten kennengelernt habe. Ich schickte ihr Lius Haare, die sie analysierte und mir dann zwei Tage später sagte, was Liu fehlte. Es war fürchterlich, was ich erfahren musste. Liu war vergiftet worden, und es war wirklich schon alles in seinem Körper entzündet, zudem ein Leberlappen abgestorben, und wir hofften so sehr, dass es noch nicht zu spät sei. Wir stellten sofort das Futter um auf Vet-Concept, denn dieses Futter hat schon vielen kranken Hunden geholfen. Ich fuhr am nächsten Tag zur Tierheilpraktikerin, um alles für die Behandlung für Liu bei ihr abzuholen. Es waren Globuli, Regulat-ProVet, Silbercolorit. Ich habe Liu alles nach Anweisung gegeben, und sein Zustand verbesserte sich, zwar jeden Tag ein ganz klein wenig, aber er erbrach seltener, der Durchfall wurde viel besser und er nahm grammweise zu und das seit nach Weihnachten 2012. Liu bekommt seitdem das Futter von Vet-Concept, als Ergänzung dazu Hepa-Complex. Wir werden dieses Futter auch weiterhin füttern.

    Als wir am 18.01.2013 zwecks Kontrolle zu Dr. Albring kamen, war die Freude groß. Liu wog 18,4 Kilogramm. Wir merkten Tag für Tag, dass Liu sich veränderte. Seine Lebensfreude kam, und er durfte jetzt auch endlich lernen Hund zu sein. Er freut sich, wenn er seinen Freund Max sieht, spielt mit ihm. Er geht sehr gerne spazieren, tobt herum, weiß jetzt auch, was ein Kauknochen ist, an dem er genüsslich herum kaut. Er freut sich auf sein Fressen wie jeder Hund, und es ist eine Freude ihm zuzusehen, wie er frisst. Jetzt hat er sein Endgewicht von 24,5 Kilogramm erreicht. Liu ist ein richtiger Lausbub geworden, denn er tobt und rennt gerne.

    Wie viele Tierfreunde wissen, haben wir eine schlimme Zeit hinter uns, und es war uns wichtig, Lius Geschichte aufzuschreiben, damit die Menschen, die mit uns gezittert und gebetet haben, erfahren, wie es Liu geht. Mit Lius Geschichte wollen wir allen Mut machen, für das Leben eines jeden Tieres zu kämpfen, denn mit viel Liebe, Zuwendung und Geduld schafft man so manchen Berg. Unser Berg war sehr hoch, aber wir haben ihn gemeistert und das nur, weil wir Menschen an unserer Seite haben, die uns aus Überzeugung, dass jedes Lebewesen ein Recht auf Leben hat, geholfen haben!“

    (Text und Bild: ©Margarete Hommes-Dziedzicki)

  • Dackel Felix – Eine Rettungsgeschichte

    Herr Mosler erzählt, wie die Wasserschutzpolizei Rüdesheim seinen Hund aus dem Rhein rettete

    „Immer wieder, wenn ich zum Einkaufen nach Rüdesheim fahre, nehme ich meine beiden Dackel mit und gehe mit ihnen am Rhein spazieren. Hier finden wir freundliche Leute, insbesondere Touristen, die mit den Hotelschiffen nach Rüdesheim gekommen sind. Besonders Japaner und Engländer mögen die Dackel und sind erstaunt über deren Leistungsfähigkeit, denn der 11-jährige Lord, der leider durch eine heimtückische Krankheit erblindet ist, war ein vielfach erfolgreicher Nachsuchenhund, insbesondere nach Verkehrsunfällen, und der viereinhalbjährige Felix wurde 2011 Gebrauchssieger des Deutschen Teckklubs und ist ein passionierter Jäger.

    Als wir dann am Dienstag, 12. November 2013 kurz nach 12.30 Uhr, an den Rhein kamen, war der Strom über das Ufer getreten und hatte einen Teil der Grünanlagen überflutet. Der Promenadenweg war noch begehbar und so gingen wir los. Plötzlich blieb der etwas nachhängende Lord abrupt stehen, sodass es einen heftigen Ruck an der Leine gab. Deshalb drehte ich mich um, um zu sehen, was los war. Was ich nicht gesehen hatte, waren etwa zehn Enten, die im Hochwasser zu dem nur schnabeltief überfluteten Gras neben dem Weg schwammen, kaum drei Meter von Felix entfernt. Das hielt er nun nicht mehr aus und sprang mit einem gewaltigen Satz auf die Enten zu, riss dabei die fast drei Meter lange Leine aus meiner Hand und schwamm den flüchtenden Enten nach. Alles Rufen half nicht, denn die Enten flogen nicht auf, sondern schwammen unmittelbar vor dem Hund her, ohne dass er sie erreichen konnte. Zunächst überquerten sie die gesamte Hafeneinfahrt des Rüdesheimer Yachthafens und anschließend die mit niederem Buschwerk bestandene gemauerte Hafenspitze, die nun auch unter Wasser lag. Panik machte sich bei mir breit, denn wie leicht konnte sich die Leine irgendwo verfangen und der Hund würde sich dabei selbst unter Wasser ziehen.

    Die Enten schwammen weiter, nun in die starke Strömung und flogen endlich davon. Doch nun hatte Felix ein Problem: Er versuchte mit aller Kraft gegen die Strömung anzukämpfen und wurde doch abgetrieben. Das Wasser war eine tödliche Falle – entweder war der Hund bald am Ende seiner Kraft oder die eisige Temperatur führte zum Kreislaufkollaps! Gerade als mir bei diesen Gedanken das „Hochwasser“ in die Augen stieg, kam ein großes Boot der Wasserschutzpolizei Rüdesheim in die Hafeneinfahrt auf dem Weg zur dortigen Station gefahren. In meiner Höhe angekommen, hatte die Besatzung die Situation erfasst, wendete sofort und fuhr zurück in die Strömung zu dem tapfer kämpfenden Hund. Vergeblich fischten sie mit einem lagen Haken nach der Leine, die durch das Wasser aalglatt geworden war. Mit viel Geschick und Gefühl manövrierte der Bootsführer nach Weisung seines Kollegen am Bug das Schiff so, dass der Wasserdruck teilweise vom Hund genommen wurde und er dabei zugleich veranlasst war, dem Schiff in Richtung Hafen auszuweichen. Über die tückische Hafenspitze schwamm der Hund zurück und versuchte an der dortigen anschießenden Hafenmauer an Land zu gelangen. Dies gelang dem Hund nicht, da weiteres Buschwerk den Ausstieg zu einer Treppe verhinderte.

    Offensichtlich hatten die Beamten der Wasserschutzpolizei dies geahnt und einen weiteren Kollegen um Unterstützung gebeten. Der brauste mit einem sehr flachen Boot mit einer Einstiegshilfe am Heck zu dem sichtlich schwächer werdenden Hund, packte die Leine und zog ihn an Bord. Mit weichen Knien und nassen Augen nahm ich den alten Lord auf den Arm, lief schnell zum Auto und fuhr zu der nahen Wasserschutzpolizeistation. Dort legten die Beamten mit ihren Booten gerade an. Einer sprang heraus und hatte eine dicke Wolldecke auf dem Arm und darin meinen zitternden Felix. Bei mir im Auto wurde er erst mal warm und trocken gerubbelt und wieder in Decken eingepackt. Erst dann war ich in der Lage, meinen tief empfunden Dank für die Rettung meines Hund bei der Wasserschutzpolizei Rüdesheim zum Ausdruck zu bringen und auch deren Freude über das glückliche Ende der Aktion gemeinsam zu genießen.

    Und „Felix“? Der war recht schnell wieder auf den Dackelbeinen, also reif für eine Übungseinheit im Gehorsam. Ganz bewusst waren wir am nächsten Tag wieder am Hochwasser bei den Enten – aber die würdigte er mit keinem Blick.“

    (Text und Bild: ©Paul Mosler)


     

    Dackel Felix © Paul Mosler
  • Findelgeschichte: Wie ich meine Katze fand
    Kater Flo © Vivien Mueller

    Frau Müller erzählt, wie der kleine Kater Flo das Herz der ganzen Familie eroberte

    „Unser kleines Findelkind hatte einen steinigen Weg, bis er unsere Familie fand. Alles begann auf dem Weg zur Disco. Um schnell ans Ziel zu gelangen, haben meine Freundin und ich die Abkürzung über eine wenig befahrene Straße genommen. Da vermehrt Wildgefahr bestand, fuhr ich sehr langsam und achtete noch stärker auf Bewegungen am Straßenrand. Zufällig entdeckte ich dabei ein kleines Tier, hielt an und beobachtete es. Am Schatten erkannte ich, dass es kein Reh oder gar ein Wildschwein war. Stattdessen war es ein kleines Kätzchen inmitten des Waldes, ganz alleine. Als ich vorsichtig ausstieg und das verängstigte Kätzchen einige Meter zurück rannte, blieb ich stehen. Daraufhin merkte das Kätzchen, dass ich ihm nichts tun wollte und kam kläglich jammernd auf mich zu. Eine sehr schöne Katze, dachte ich, in den Farben schwarz-weiß und mit weißen Söckchen an allen vier Pfoten. Sehr zutraulich ließ sich die Katze streicheln und fing zugleich an laut zu schnurren.

    Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass keine andere Katze oder gar die Katzenmama in der Nähe war, nahm ich das Kleine mit in mein Auto. Etwas überfordert mit der Situation riefen wir bei unterschiedlichen Tierheimen an. Nachts um ein Uhr nahm aber niemand ab. Die Polizeistelle, die wir kontaktierten, wollte keinerlei Hilfe leisten, und der Herr am Telefon meinte, es wäre nicht sein Zuständigkeitsbereich. Nach mehreren Telefonaten mit Freunden erkannten wir, dass niemand ein junges Kätzchen vermisste oder wollte. Mit dieser Erkenntnis fuhren wir wieder nach Hause.

    Da wir allerdings schon einen Seniorkater besitzen, und meine Eltern keine andere Katze wollten, konnte das Kätzchen nicht ins Haus. Zugleich wusste ich auch nicht, welche Krankheiten sich das kleine Ding im Wald eingefangen hatte. Zunächst ließen wir die Katze im Auto, um weitere Schritte zu überlegen. Ich holte Katzenmilch und Futter aus dem Haus. Beides war nach kürzester Zeit leer. Das bestätigte meine Vermutung, dass der Kleine schon länger alleine im Wald war. Kurzerhand räumten wir die Garage aus und richteten diese katzengerecht mit Futter, Wasser, Schlafdecke und einer Katzentoilette ein. Da es mittlerweile relativ spät war und wir müde wurden, machten wir uns auf den Weg ins Bett. Wir hatten die Garage gerade ein paar Meter hinter uns gelassen, als das Kätzchen anfing wie am Spieß zu schreien. Ich nehme an, es hatte Angst wieder alleine gelassen zu werden. Am nächsten Morgen erzählte ich meinen Eltern, was in der Nacht zuvor geschehen ist. Sie beäugten die Katze, und sofort war es um sie geschehen. Das süße kleine Kätzchen sollte nicht mehr weggegeben werden.

    In den darauffolgenden Wochen hielt ich Ausschau nach Plakaten, um herauszufinden, ob unser neues Familienmitglied vielleicht doch nur entlaufen war. Auch beim Tierarzt, zu dem ich nach dem Aufstehen ging, betrachtete ich mir die Plakate genau. Der Tierarzt untersuchte das Kätzchen nach Tätowierungen und einem Chip, doch er fand nichts außer tausenden von Flöhen. Der Kater muss schon längere Zeit im Wald gelebt haben, um einen solch massiven Befall zu bekommen, so der Tierarzt. Zudem meinte er, dass das kleine Kätzchen ein ER und etwa zehn bis zwölf Wochen alt war. Nach der Untersuchung fragte er mich, welchen Namen ich für die Katze ausgesucht hätte. Da ich mir bis zu diesem Zeitpunkt keine großen Gedanken darüber gemacht hatte, fiel mir die Überlegung nicht schwer und ich sagte: „Floh, allerdings ohne h“.

    Flo blieb noch für einige Tage in Quarantäne in der Garage. Zuerst dachte ich, er ist eine Wildkatze, doch er brauchte von Anfang an keine Erklärung, um auf die Katzentoilette zu gehen. So verging die Zeit, und ich verbrachte viel Zeit mit dem Neuankömmling. Stets ist er mein Schatten, und überall, wo ich mich aufhalte, dabei.

    Als ich nun dachte, alles sei überstanden, wurde ich eines besseren belehrt. Eine kuriose Meldung machte im Dorf die Runde. Eine schwarz-weiße herrenlose Katze soll in die verschiedensten Häuser im Dorf spazieren und sich füttern lassen. Manche Dorfbewohner wurden sogar gefragt, ob sie die Katze aufnehmen wollten. Wir scherzten, als wir die neuen, brisanten Informationen erhielten, dass es Flo sein könnte, daher machte ich mit Flo einen Spaziergang zu der Dame, die die Katze den Dorfbewohnern anbot. Natürlich meinte die gute Frau Flo, und ich klärte sie auf. Nach diesem ersten Schock registrierte ich Flo bei TASSO. Seit dem Vorfall ist er nun auch gechippt und trägt seine TASSO-Tiermarke, sodass niemand mehr auf die Idee kommt, meine Katze zu verschenken. In fremde Häuser geht er bis heute noch gerne, doch nun ist der Casanova jedem bekannt.“

    (Text und Bild: ©Vivien Müller)

  • Lissys letzter Tierarztbesuch

    „Liebes Tierarzt-Team,

    ich gebe zu, ich bin nie gerne zu euch gekommen, um ganz ehrlich zu sein, ich fand es immer ganz SCHRECKLICH bei euch. Und dann noch das Geschwätz von Fraule und Herrle: „Lissy, das ist alles gar nicht schlimm.“ Das hat mich sowas von genervt, die haben doch keine Ahnung, ES WAR SCHLIMM!

    Allein schon die Gerüche nach geschätzten 1.000 verschiedenen Hunden, blöden Katzen und sonst noch, weiß der Kuckuck was, für seltsamen Tieren, einfach nur EKELHAFT! Und dann erst das blöde Gelaber im Wartezimmer: „Ja, ist die aber SÜSS und warum zittert sie denn so? Hat sie Fieber und Schüttelfrost?“ Nein, verdammt noch mal, ich hatte weder Fieber, noch Schüttelfrost, sondern einfach nur „TIERISCH ANGST“. Ich wusste ja nie, was auf mich zukommt. Mal schob man mir so einen komischen Stab in den Hintern, beim nächsten Mal musste ich die Zähne zeigen oder man schaute nach, ob ich Flöhe habe. HALLO, jeder anständige Hund hat mindestens einmal in seinem Leben Flöhe und trägt diese dann mit Stolz. Aber am SCHLIMMSTEN waren die Spritzen! „Lissy, sei tapfer, es ist nur ein kleiner Pieks“, hieß es dann. Ja, dass ich nicht lache: „KLEINER PIEKS“, ich könnte wetten, die Spritzen waren große, stumpfe Stricknadeln. Oder erst die Blutabnehmerei! Also Leute, ich könnte schwören, der Tierarzt war in seinem ersten Leben ein Vampir! Ach und das ALLERSCHLIMMSTE hätte ich jetzt fast verdrängt, und zwar die Zeit, in der man mir wochenlang beide Hinterbeine bis zum Schwanz eingegipst hatte. Hey, könnt ihr euch vorstellen, wie ERBÄRMLICH das für einen Hund ist, nur dazuliegen und vor allem wie PEINLICH es ist, wenn man sich von Fraule oder Herrle zum Pinkeln raustragen lassen muss? (Vom Rest rede ich jetzt mal gar nicht!) Ok, ok ich gebe es ja zu, nach der ganzen Prozedur ging  es mir wieder richtig gut und ich konnte wieder überall rumrennen und rumhopsen, ohne Schmerzen und ohne Angst, dass meine Kniescheiben „rausschnappen“. Aber trotzdem, die paar Wochen waren echt richtig SCHEISSE!

    Aber das ALLERSCHÄRFSTE war immer, dass ihr doch tatsächlich dachtet, mit ein paar Leckerlies zum Abschied ist alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Na ja, manche von meinen Artgenossen sind so WEICHEIER und lassen sich mit so was beeindrucken, aber ICH nicht! Auch wenn die Leckerlies echt immer gut gerochen haben und mir das Wasser im Mund zusammenlief,  mein STOLZ hätte nicht zugelassen, diese Leckerlies von EUCH anzunehmen. Ok, jetzt kann ich es ja zugeben, ganz heimlich auf dem Parkplatz habe ich sie dann doch immer gefressen. Muss ich dafür jetzt noch DANKE sagen? Nein, das mache ich nicht!

    Aber irgendwann war es dann soweit, mir ging es nicht gut. Zuerst dachte ich: „Mensch Lissy, da hast du beim „nach-den-Mäusen-graben“ wohl mal wieder zu viel Dreck erwischt. Ok, das kann passieren, kotz dich jetzt mal richtig aus und dann ist wieder gut.“ Gesagt, getan, aber NIX war GUT! Und als ich dann von euch zurückgekommen bin und mir ging es immer noch SCHEISSE, wusste ich: „Lissy, das nimmt kein GUTES ENDE.“ Und IHR, ihr wusstet es auch! Nur mein Fraule und mein Herrle waren noch nicht soweit und ihnen ZU LIEBE habe ich noch eine Weile gekämpft. Ihr habt meine ZWEI in der Zeit aber so schonend wie möglich darauf vorbereitet, dass ich mich wohl bald auf den Weg machen werde.

    Und irgendwann habe ich meinem Fraule und meinem Herrle gezeigt, dass ich keine Lust mehr zum KÄMPFEN habe, und sie haben es kapiert und sind den schweren Weg mit mir gegangen. Hey, ihr ZWEI, ich schwör es euch, der Weg war nur für euch schwer, ich war soweit und bin das ERSTEMAL in meinem Leben gerne zum Tierarzt gegangen. 

    So, liebes Tierarzt-Team, euch möchte ich jetzt noch DANKE sagen, DANKE für die jahrelange gute Betreuung und vor allem DANKE, dass ich ganz ruhig und friedlich einschlafen durfte. Ich sitze jetzt da oben auf meinem Bänkle und erzähle allen ganz stolz von meinem tollen und langen Hundeleben, von meinen vielen, vielen Wanderungen, von meinen tollen Urlauben (ich sag es euch, ich hab viel von der Welt gesehen) und von den schönen Erlebnissen, die ich mit meinem Fraule und Herrle hatte, von meinen Streichen, die ich gespielt habe (manche davon fanden meine Zwei nicht so lustig) und davon, wie tapfer ich immer beim Tierarzt war (und gell, ihr verratet nicht, dass das geflunkert ist!).

    Macht‘s gut da unten – EURE LISSY“

    (Text und Bild: ©Familie Wöhr)

    Hündin Lissy © Familie Woehr
  • Die Tierhebamme
    Tierhebamme © Monika Feldbusch

    Monika Feldbusch – Tiergeburtshelferin mit Leib und Seele

    „Mein Name ist Monika Feldbusch, ich bin die einzige ambulante Tierhebamme mit mobilem Ultraschallgerät in Nordrhein-Westfalen. Als ich nach 16 Jahren Zucht Ende 2011 die Tore meiner eigenen Zucht geschlossen habe, suchte ich eine neue Herausforderung. Wichtig war für mich, meine Erfahrungen weiter zu geben. Nur in welchem Umfang? Mir kam dabei die Erinnerung an meinen ersten Wurf und die damit verbundenen Erlebnisse und Komplikationen.

    Die Idee, in die Haushalte zu gehen und den Züchtern mit meiner Erfahrung und meinem Wissen ein paar meiner selbst erlebten Peinlichkeiten zu ersparen, und das eine oder andere „Zusatzbonbon“ zu ermöglichen, war geboren. Also gab ich mein altes Hausultraschallgerät, zuverlässig, aber groß, schwer und unmöglich mitzunehmen, in Zahlung und habe ein tragbares Ultraschallgerät erworben.

    Das erste Mal den Herzschlag eines Babys zu hören, ist einer der aufregendsten Momente der Schwangerschaft – aber es ist nichts im Vergleich dazu, wenn man das kleine Herz zum ersten Mal auf dem Ultraschall schlagen sieht. Diese Aufnahmen sind nicht nur wertvoll als medizinische Gesundheits-Checks, sie sind auch das Fenster in die Welt des Babys vor der Geburt.

    Was hier für Menschen zutrifft, gilt ebenso für Tiere. So bin ich also seit kurzem selbstständige Tierhebamme. In dieser Form, soweit ich weiß, sogar die einzige in Nordrhein-Westfalen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen besitze ich nicht nur das theoretische Wissen über tierische Geburten, sondern habe auch schon über 400 Welpen auf die Welt geholfen. Dabei hilft mir vor allem mein mobiles Ultraschallgerät. Damit kann ich zu den Leuten nach Hause kommen und erspare dem Tier großen Stress. Doch nicht nur Hunde, auch Katzen oder Mini-Schweine bringe ich auf die Welt. Mehr oder weniger alle Säugetiere. Ich biete Tierhaltern professionelle Hilfe während der Trächtigkeit der Tiere und bei der natürlichen Geburt der Welpen an. Doch in Konkurrenz zu den Tierärzten kann und will ich damit nicht treten. Ich sehe es eher als ein Hand-in-Hand-Arbeiten an. Viele Tierärzte haben zum Beispiel gar keinen Ultraschall oder können nicht stundenlang im Haushalt verweilen, um bei der Geburt behilflich zu sein. Diesen Service biete ich mit einer individuellen Beratung an, vom Beginn der Trächtigkeit über die eigentliche Geburt bis hin zur überlebenswichtigen Wurmkur und dem Chippen vor dem ersten Tierarztbesuch. Festgehalten wird alles im eigens gefertigten Schwangerschafts- und Welpenpass.

    So habe ich im Laufe der Jahre nicht nur sehr erfolgreich Hundebabys auf die Welt geholfen, sondern mich auch auf den Gebieten der Ernährung, Homöopathie und tierischem Verhalten durch enge Zusammenarbeit mit Tierärzten, Diplom-Biologen, Ethologen und der Politik weitergebildet. Inzwischen stehen sogar Universitäten meine über die Jahre gesammelten Daten und Statistiken rund um die Schwangerschaft und Geburt von Hunden für weitere Studien zur Verfügung. Auch sind schon zwei Seminare als Fernlehrgang bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen. Auf der Frankfurter Buchmesse 2010 wurde mein erstes Buch „Ich bin ein Briard, holt mich hier raus!“ vorgestellt und fand große Beachtung.“

    (Text und Bild: ©Monika Feldbusch, www.tierhebamme.de)

     

  • So trägt man Pelz

    Manuela Hubers Shooting-Projekt für den Tierschutz

    „Katze Rubinia, kurz Rubi, zog am 8. November 2008 aus dem Münchner Tierheim zu mir nach Hause. Im Tierheim lebte sie aufgrund ihrer abwehrenden Haltung gegenüber anderen Tieren in der Quarantänestation in einem Käfig. Umso glücklicher war Rubi, als sie in ihrem neuen Zuhause endlich wieder Platz hatte, um tagsüber durch die Zimmer zu streifen und am Abend in ihren „fünf Minuten“ laut knurrend und schreiend durch die Wohnung zu rasen. Seitdem blüht sie richtig auf. Unsere Spezialität ist das Klicker-Training. Das Klicker-Training beruht auf der klassischen Konditionierung mit dem Einsatz von Belohnungen bei richtigen und vor allem geforderten Verhaltensweisen. Auf diese Weise hat Rubi gelernt, sich auf Kommando im Kreis zu drehen, sich hinzulegen oder zu setzen, Pfote zu geben und Männchen zu machen. Weitere Übungen mit dem Klicker sind Geschicklichkeitsspiele mit dem Fummelbrett und Hoch- beziehungsweise Weitsprungübungen über Hindernisse. Diese kleinen Kunststücke begeistern nicht nur Familie und Freunde, sondern auch das Tierarztteam. So langweilt sich mein kleiner Sofatiger nicht mehr, und gut für die Figur sind die Übungen noch dazu. Wenn dann aber doch mal Langeweile aufkommt, freut sich Ruby über Freigang bei Sonnenschein.

    Unser neuestes Projekt ist die Anti-Pelz-Kampagne. Das Foto entstand aus dem Gedanken heraus, etwas Sinnvolles zu erschaffen. Wir wollten Bilder mit einer direkten Aussage gestalten. Da dem Fotografen Klaus Kremtz und mir das Wohl der Tiere sehr am Herzen liegt, entschieden wir uns für ein Shooting-Projekt für den Tierschutz.

    In der ganzen Welt, insbesondere in Asien, werden täglich tausende Tiere bei lebendigem Leib gehäutet, um deren Pelz an die Modeindustrie zu verkaufen. Unter den Tieren befinden sich im allgemeinen Nerze, Kaninchen, Hunde aber auch sehr viele Katzen. Auf so genannten Pelzfarmen werden die Tiere unter schlimmsten Bedingungen und keinesfalls artgerecht gehalten. In verdreckten Gitterkäfigen auf engstem Raum, ohne ausreichende Nahrung und Wasser und ohne medizinische Versorgung vegetieren die Tiere monatelang vor sich hin, bis ihrem Leid schließlich ohne Betäubung und auf brutale Art und Weise ein Ende gesetzt wird. Nicht nur in Asien gibt es Pelzfarmen, auch in Deutschland werden täglich noch viele Tiere, ihres Pelzes wegen, getötet.

    Mit unseren Bildern wollen Ruby und ich ein Zeichen setzen. Das Tragen von Pelz unterstützt diese Branche und fördert unendliches Tierleid. Ruby und ich sagen auf diese Weise NEIN zu Pelz und hoffen, so viele Tiere wie möglich vor dem Tod zu bewahren. Diese Grausamkeiten werden erst dann enden, wenn sich die Öffentlichkeit weigert, Pelzprodukte zu kaufen und zu tragen.“

    (Text und Bild: ©Manuela Huber)

    Frau mit Katze © Manuela Huber
  • Happy End nach dreimonatigem Irrlauf
    Frau mit Hund im Wald

    Tiersuchhunde der Suchhundegruppe-Vulkaneifel helfen entlaufenen Hund einzufangen

    „Der heute etwa zweijährige Australian Shepherd-Rüde RedCloud, der am 08.01.2013 zwischen Lückenbach und Reifferscheid entlaufen ist, konnte am 25.03.2013 durch eine gut vorbereitete Aktion von den Hundeführern der Suchhundegruppe Vulkaneifel (www.tiersuchhunde.de) mit Unterstützung der Tierarztpraxis Fr. Dr. T. Geiben aus Reifferscheid und seiner heutigen Besitzerin wieder eingefangen werden.

    Der Rüde streifte in den drei Monaten seiner Freiheit in einem etwa 40 Quadratkilometer umfassenden Gebiet in den Kreisen Ahrweiler, Euskirchen und Landkreis Vulkaneifel. Der Hund wurde während dieser Zeit immer wieder gesehen, und es wurde wiederholt versucht, in anzufüttern. Im März gelang es endlich, ihn über mehrere Tage in einem kleinen Waldstück bei Rodder zu festen Tageszeiten zu füttern und ein Geruchsmuster von ihm zu bekommen. Diese Geruchsprobe wurde für die lange geplante Such- und Fangaktion mit Unterstützung von speziell ausgebildeten Tiersuchhunden benötigt. Über zwei Tage wurden dem Rüden Betäubungsmittel unter tierärztlicher Aufsicht mit seinem Futter verabreicht. Da der Hund niemanden näher als zwanzig Meter an sich heranließ, war das die einzige Möglichkeit, ihn einfangen zu können. Mit Hilfe der Suchhunde konnte der Hund nach dem Fressen verfolgt werden. Am Montag, den 25.03.2013, konnte RedCloud eingefangen und Fr. Dr. Geiben zur Untersuchung und Behandlung übergeben werden. Er befand sich in einer erstaunlich guten gesundheitlichen Verfassung. Heute lebt der Rüde bei seiner neuen Familie unweit des Nürburgrings, besucht regelmäßig die Hundeschule und nimmt selbst an einer Ausbildung zum Tiersuchhund teil.

    An dieser Stelle soll auch noch einmal ausdrücklich der Dank an alle ausgedrückt werden, die bei der Aktion geholfen haben. Den Anwohnern der Region, die regelmäßig mitgeteilt haben, wo sie den Rüden gesehen haben, aber auch den Landwirten und Jagdpächtern, die die Fang- und Fütterungsaktionen auf ihren Gebieten geduldet und unterstützt haben.“

    Foto: Der völlig erschöpfte RedCloud mit der Hundeführerin und stellvertretenden Einsatzleiterin der Suchhundegruppe-Vulkaneifel, Frau Monika Wirfs, die den Rüden bei Minustemperaturen nach dem Einfangen in ihre Jacke hüllte.

  • Nähen für TASSO

    Daniela Ries Hund Jule brachte Sie zum Nähen für Vierbeiner

    „Mein Name ist Daniela Ries. Ich lebe mit meinem Partner, einer vierjährigen Mischlingshündin namens Jule und meinem 17 Jahre alten schwarzen Kater Maus am Stadtrand von Essen. Vor 17 Jahren habe ich ihn am Flughafen Dortmund/Wickede gefunden, wo er in einem Taxi unter der Motorhaube mitgefahren ist. Niemand wollte ihn aufnehmen, also sollte er ins Tierheim. Das konnte ich nicht zulassen. So ging seine Reise bei mir zu Ende … Seit 2011 beziehe ich eine kleine Erwerbsunfähigkeitsrente –  da konnte ich mir (dank der Unterstützung meines Partners) endlich einen Kindheitstraum erfüllen: einen Hund. Ich war vorher schon Gassigängerin bei einer privaten Tierschutz-Organisation in Essen, wo ich mich in eine leider sehr kranke Schäferhündin verliebte. Sie hatte bei uns eine Pflegestelle – leider viel zu kurz! Im Spätsommer 2011 holte ich dann meine Jule aus einer Tierschutzorganisation in Schwelm zu uns nach Hause. Sie ist unser Sonnenschein!

    Da ich nun leider nicht mehr in der Lage bin, körperliche Unterstützung zu leisten, und meine kleine Rente keine großen Sprünge zulässt, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Es fing damit an, dass Jule ein neues Halsband brauchte. Was ich fand, war billige Massenware – schlecht verarbeitet oder aber exklusive Sachen – leider total überteuert. Tja, Schönheit hat eben ihren Preis. Und ich wollte für Jule etwas Besonderes. Also nähte ich ihr selbst ein Halsband. Es macht mir unheimlich Spaß, Sachen für Hunde zu entwerfen und zu fertigen. Und ich habe das gute Gefühl dabei, etwas Sinnvolles zu tun. Ich möchte mich damit nicht bereichern, ich habe alles, was ich brauche, und darum verkaufe ich die Sachen fast zum Selbstkostenpreis – also wirklich für jeden erschwinglich. Von diesen Artikeln spende ich an TASSO.“

    (Text und Bild: ©Daniela Ries)

    Frau am Nähen © Daniela Ries
  • Wenn Goldschätze zu Goldgräbern werden
    zwei Schweine © Angela Mayr

    Einmal so richtig Schwein gehabt

    „Wir vom Amaro Hof haben an zwei Tagen das Grunzmobil in Augsburg bei einer Demo gegen Masttierhaltung unterstützt. Die grausamen Filme der Albert Schweitzer Stiftung über Schweinemast waren für uns harte Kost und haben uns motiviert, selber aktiv zu werden.

    Mit unserem „sauschönen“ Artikel (bitte auf das Bild klicken! Verlinkung auf das entsprechende PDF) möchten wir allen zeigen, dass Schweine nicht nur sehr schlau, sondern auch sehr liebenswert sind. Sie sind ebenso beseelte Wesen wie beispielsweise Katzen und Hunde. Auf den Fotos kann man sehen, dass die kleinen Schweinekinder genauso gerne spielen und toben wie Welpen. Dieser Artikel liegt uns sehr am Herzen und ist unser Beitrag für eine bessere Zukunft aller Schweine.“

    (Text und Bild: ©Angela Mayr)

  • Pünktchens Autounfall

    Mein Name ist Pünktchen. Ich bin eine kleine Katzendame. Dort, wo ich vor einem Jahr geboren wurde, war ich nicht erwünscht. Der Besitzer des Bauernhofes wollte mich „wegtun“. Nur für mein Brüderchen sollte es ein neues Zuhause geben. Doch ich hatte Glück. Mein jetziges Frauchen hörte von uns und nahm mich und meinen Bruder Fred bei sich auf. Die ersten Monate durften wir in ihrer Wohnung spielen und herumtollen, wobei einiges an Einrichtung auf der Strecke blieb. Frauchen hat uns aber das Meiste verziehen. Nur um die schöne Palme mit den großen Wedeln tat es ihr – glaube ich – doch Leid. Aber mein Bruder fand es zu toll, immer wieder mit Anlauf in die Palmenblätter zu springen. Daher beschloss unser Frauchen irgendwann, uns nach draußen gehen zu lassen.

     

    Endlich war der große Tag da (vorher mussten Fredi und ich noch jeder eine Kastration und gefühlte tausend Impfungen hinter uns bringen!). Draußen. Im Garten. In der Sonne. Im Gras. Das war ein Leben! Schon bald hatte jeder von uns die Nachbarschaft erkundet. Wir genossen den Sommer, die Freiheit und die Wonnen unseres Katzenlebens. Alles war gut und wunderbar. Bis dieser eine Tag kam. Der Tag, an dem ich in das Auto lief.

     

    Ich hatte mich vor dem Auto erschreckt und wollte schnell auf die andere Straßenseite nach Hause laufen. Ein Autofahrer hatte mich bereits gesehen und angehalten. Nur leider kam von der anderen Seite ein zweites Auto. Ich spürte den Aufprall meines Körpers gegen etwas Hartes. Ich überschlug mich, flog durch die Luft und landete auf meinen Pfoten. So schnell wie möglich lief ich weg von der Straße in den nächsten Garten. Es fehlte mir die Kraft, um weiterzukommen. Mir tat alles weh, und ich bekam schlecht Luft. Also nahm ich das nächstgelegene Plätzchen und kauerte mich zusammen. An diesem Ort saß ich lange. Saß in der Kälte des klaren Oktobertages.

     

    Stunden später hörte ich eine Stimme. Es war die vertraute Stimme meines Frauchens. Sie rief mich. Wenn ich mich doch nur hätte rühren können. Aber alles tat so schrecklich weh. Jede Bewegung strengte mich unglaublich an. Die Stimme bewegte sich in der Nähe hin und her, kam näher und entfernte sich wieder. Ich versuchte zu miauen, bekam aber keinen Ton heraus. Mit letzter Kraft raffte ich mich hoch und schleppte mich Richtung Straße. Ich hörte mein Frauchen sprechen. Ganz nah. Ich zwang mich, weiter zu kriechen. Und plötzlich sah sie mich. Sie sagte meinen Namen und nahm mich ganz vorsichtig in ihre Arme. Ich war völlig erschöpft. Gerade hörte ich noch, wie mein Frauchen etwas wie „Du bist ja eiskalt, Pünktchen“ murmelte. Dann saß ich auch schon in meiner Transportkiste im Auto.

     

    Mein Frauchen ist zum Glück auch meine Tierärztin. Sie brachte mich in ihre Praxis. Ich wurde geröntgt und bekam eine Therapie gegen den Kreislaufschock und meine Schmerzen. Gott sei Dank packte sie mich dann noch schön warm ein. Ich fror bis ins Mark und war furchtbar müde. Jetzt fühlte ich mich geborgen und in Sicherheit. Doch auf einmal saß ich samt Tropf schon wieder im Auto. Was sollte das denn jetzt?

     

    Wir fuhren in die Tierklinik. Dort angekommen, wurde ich sofort von einer Frau in das Notfallzimmer gebracht. Ich wurde mehrmals geröntgt. Anscheinend stimmte mit mir etwas Ernsthaftes nicht: Mein Zwerchfell war gerissen. Der Magen und die Darmschlingen lagen in meiner Brusthöhle und behinderten meine Atmung. Außerdem blutete ich innerlich. Oje, das hörte sich selbst für meine Katzenohren nicht gut an. Aber da bekam ich auch schon eine Spritze. Mir schwanden die Sinne.

    Zwei Tage verbrachte ich in der Tierklinik, dann durfte ich nach Hause. Frauchen holte mich ab. Ich schnurrte und rieb mich vor Erleichterung an ihrer Hand. Zuhause musste ich dann allerdings in einem Laufstall sitzen – zu meiner eigenen Sicherheit. Dennoch war ich froh, wieder in meiner vertrauten Umgebung zu sein. Die ersten Tage ging es mir ganz gut. Doch dann passierte wieder etwas mit mir. Ich hatte keinen richtigen Appetit mehr, das Atmen fiel mir immer schwerer. Mein Frauchen machte sich große Sorgen. Sie maß meine Körpertemperatur, röntgte mich wieder und nahm mir Blut ab. Als wäre das alles noch nicht genug gewesen, bekam ich jeden Tag Medikamente gespritzt.

     

    Mein Unfall und die abendliche Not-Operation in der Klinik waren nun fast schon eine Woche her. Plötzlich bekam ich ganz hoch Fieber. Da fackelte Frauchen nicht lange und fuhr wieder mit mir in die Tierklinik. Ich hatte eitrige Flüssigkeit in der Brusthöhle. Alle machten ernste Gesichter. Schon wieder musste ich da bleiben. Jemand piekste mit einer Nadel in meinen Brustkorb. Das tat weh. Aber ich bekam sofort besser Luft. Später bekam ich dann einen kleinen Schlauch in die Brusthöhle eingelegt. Mehrere Tage wurde täglich der Eiter abgesaugt und alles sauber gespült. Ich hing wieder am Tropf und bekam ständig Medikamente gespritzt. Aber die Behandlung zeigte Erfolg. Es ging mir von Tag zu Tag besser.

     

    Nach fünf langen Tagen darf ich endlich wieder nach Hause. Ich habe keinen Eiter mehr in mir, bin fieberfrei und fresse mit gutem Appetit. Das wurde auch Zeit, denn mittlerweile habe ich eine echte „Twiggy-Figur“. Obwohl ich ja vorher schon dünn war. Mein Frauchen ist überglücklich, dass ich noch lebe und wieder daheim bin. Sie sagt aber auch, dass ich eine „goldene“ Katze bin und sie ab sofort eine Krankenversicherung für mich abschließen wird, die im Notfall für OP-Kosten aufkommt – Tierärztin hin oder her.“

     

    Katze Pünktchen
  • Tränen im Flieder

    Es begann der Sommer, die Luft war lau
    und unruhig ward mein Schmusekater
    und er bettelt: „mau, mau, mau“,
    es ging ein Lüftchen, ein Wind, ein zarter.

    Sein Blick sagt: „Bitte, bitte, lass mich gehen,
    denn morgen früh komm‘ ich ja wieder.
    Und es wird schon nichts mit mir geschehen.
    Also dann bis morgen, unterm weißen Flieder.“

    Die Nacht war vorbei, es nahte der Morgen,
    doch sein Platz am Flieder blieb leer.
    Und ich begann mich jetzt um ihn zu sorgen,
    doch mein Schmusekater kam niemals mehr.

    Und der weiße Flieder blühte gerade
    und ein leichter Regen fiel auf jenen.
    Hab‘ ihn verloren, es ist so schade,
    und die Tropfen glitzerten wie stille Tränen.

    Hab‘ ihn gesucht, hab‘ ihn gerufen,
    in Wiesen, Wäldern, in allen Gassen,
    vor allen Häusern, auf allen Stufen
    und dass er verschwand, kann ich nicht fassen.

    Hab‘ heut‘ Nacht von ihm geträumt
    und dass er wäre in Gefahr.
    Er war kein Kater, er war ein Freund,
    dem heut‘ Nacht etwas geschah.

    Ist ein langes Stück Weg mit mir gegangen,
    hat mich so lange begleitet.
    Wir haben so aneinander gehangen,
    hat mich in manch‘ schwerer Stunde geleitet.

    Hat sich gefreut, wenn es mir gutging,
    hat Spaß gemacht und mich geneckt,
    hat mich begrüßt, wenn ich ihn empfing
    und manchmal hat er sich versteckt.

    Und abends lag er mir zu Füßen,
    von mir gestreichelt und geliebt
    und schnurrend ließ ich ihn genießen,
    es war das Schönste, was es gibt.

    Nun ist er fort, kommt niemals mehr,
    er fehlt mir so, ist so still.
    Und meine Seele weint so sehr,
    weil ich ihn wiederhaben will.

    Mach‘s  gut, mein Bommel, so war sein Name,
    doch irgendwo sehen wir uns wieder.
    Dann nehme ich Dich sanft in meine Arme
    und wir sitzen unterm  weißen Flieder.“

    (Text: ©Gaby M.)

  • Die Geschichte der Kiosk-Katze Minka

    „Meine Katze Chiara war in ihrem ersten Leben obdachlos. Sie lief hinkend, fast verhungert und mit einem geradezu kläglichen Fellkleid am Kiosk im Schloss Neuhäuser Park herum und hat unter den Tischen die Krümel aufgelesen. Als ich sie sah, habe ich sie angesprochen und auf den Arm genommen, um sie zum Tierheim zu schaffen. Aber wie – schließlich war ich mit dem Fahrrad unterwegs. Schon sprach mich aber die Dame vom Kiosk an und sagte, man habe das Tierheim bereits benachrichtigt und es käme gleich jemand.

    Am nächsten Tag habe ich mich nach ihr erkundigt. Für mich war schon klar, dieser kleinen Schnecke bieten Isabella und ich ein gutes Zuhause. Und so kam es dann auch. In diesem zweiten Leben heißt die kleine nun Chiara, hungern muss sie nie mehr, und es geht ihr gut.

    Bei meiner nächsten Radfahrt durch den Park – einige Tage später – hielt ich am Kiosk an, um zu erzählen, was aus dem Tierchen geworden war. Da berichtete mir die Kiosk-Dame, es sei schon wieder eine Streunerin aufgetaucht, und deren Geschichte möchte ich Ihnen nun kurz berichten.

    Die Kiosk-Clique, wie ich die kleine Freundesgruppe für mich nenne, wurde auch bei dieser zweiten Streunerin aktiv. Das örtliche Tierheim wurde benachrichtigt, das Tierchen abgeholt, ordnungsgemäß tierärztlich versorgt und kastriert und gechippt. Aber was nun? Das Tierheim quoll vor Katzen wieder einmal über. Man empfahl der Kiosk-Clique, das Kätzchen, nachdem sie sich von ihrer OP erholt hatte, an Ort und Stelle wieder freizulassen, da es sich offenbar ohnehin um eine freilebende Katze handelte.

    Gesagt, getan. Aber seither genießt das Tierchen das Beste aus beiden Welten: Sie lebt weiterhin ihr freies, ungebundenes Leben im Park, muss sich nicht mehr um Nahrung sorgen und hat im Winter einen warmen, trockenen Unterschlupf. Dafür sorgt die Kiosk-Clique. Die Freunde füttern sie jeden Tag – auch im Winter. Wenn der Kiosk geschlossen ist, kommt täglich gegen 17.00 Uhr jemand und füttert Minka, wie sie nun in ihrem zweiten Leben heißt. Im Außenbereich gibt es eine Ecke, in der man ihr einen warmen, trockenen und geschützten Unterschlupf bieten kann und jedes Jahr wird sie für ihre Schutzimpfungen zum Tierarzt geschafft. Regelmäßig wird sie entwurmt und mit Frontline gegen Fellparasiten geschützt. Das alles regeln die Freunde aus eigener Tasche und in Eigeninitiative.“

     

  • Ponyreiten auf der Kirmes

    „Ponyreiten während der Kirmes, und warum es schlecht ist: Sicher wart ihr schon mal auf der Kirmes oder dem Oktoberfest. Man findet dort außer Karusselle manchmal Stände, wo kleine Kinder auf Ponys reiten können. Aber habt ihr gewusst, dass es für die Tiere schlecht ist? In diesem Artikel nehme ich Stellung zu diesem Problem. Auf solchen Festen ist es immer viel zu laut: Da alle Pferdeartigen zu den Fluchttieren gehören, können sich die Ponys erschrecken und durchgehen. So können traumatische Unfälle passieren. Außerdem sind die Tiere nur in provisorischen Unterbringungen untergestellt. Diese bestehen aus einer Metallkonstruktion und einer Zeltplane aus Plastik. Im Sommer können die Temperaturen dort zu heiß sein. Im normalen Stall haben sie viel Stroh zum Liegen, hier haben sie wenig oder gar keines. So können sich Schwellungen bilden, und diese können schmerzhaft sein. Die Tiere sind den ganzen Tag auf den Beinen, haben keine oder nur kurze Pausen. Es gibt zu viele Ponys in viel zu kleinen Reitbahnen. Ein anderer Grund ist die fehlende Abwechslung. Die Tiere laufen nur im Kreis herum und werden mit der Peitsche angetrieben. Dies kann sich schlecht auf die Psyche auswirken. Abschließend appelliere ich an euch: Geht nicht auf solchen Festen reiten. Es gibt auch viele andere Möglichkeiten: Viele Reitställe bieten Reit- oder Voltigierunterricht an.“

    (Text: ©Klára Nekulová)

  • Sammies Odyssee

    „Meine Gattin hat vor ein paar Tagen einen herrenlosen Kater zwischen Winterhausen und Fuchsstadt entdeckt und mitgenommen. Beim Tierarzt stellte sich heraus, dass der Kater gechippt ist, also einen Mikrochip unter der Haut hat. Bei TASSO ist der Kater nicht registriert (nach Telefonat mit einem sehr netten Mitarbeiter am sehr späten Abend), aber über Ihre Homepage können wir international suchen. Mit Erfolg! Die Besitzer stammen demnach aus den Niederlanden, genau 500 Kilometer von uns entfernt. Ihr Name ist nicht mit angegeben, nur der des Katers: Er heißt Sammie.

    Wir rufen die eingetragene Telefonnummer an – doch der sehr nette Niederländer am anderen Ende versichert uns glaubhaft, keine Katze zu besitzen. Offenbar stimmt die Telefonnummer nicht.

    Meine Frau gibt nicht auf und schreibt eine Mail an die „Nederlandse Databank Gezelschapsdieren“, die Datenbank für Haustiere, in der Sammie registriert ist. Wir erfahren endlich den Namen der Besitzerfamilie. Ihre richtige Telefonnummer finden wir im niederländischen Online-Telefonverzeichnis. Es war tatsächlich ein Tippfehler. Wir rufen dort an. Vergebens. Niemand da, auch keine Mailbox geht dran.

    Wir vermuten, dass die Familie in den Urlaub gefahren ist und Sammie während einer Pause bei Winterhausen abgehauen ist. Aus Spaß empfehle ich meiner Frau, doch mal die Campingplätze in der Umgebung anzurufen, bekanntlich seien Holländer ja immer mit Wohnwagen unterwegs. Dann vergeht mir das Grinsen. Denn schon der erste Anruf beim Heidingsfelder Campingplatz ist ein Treffer: Ja, die Familie habe dort übernachtet. Nein, sie sei bereits wieder abgereist. Nein, man habe keine Handynummer.

    Wir holen Sammie vom Tierarzt und quartieren ihn bei uns ein. Ich rufe mehrmals in den Niederlanden an. Und tatsächlich: Gestern Abend geht die Mutter von Sammies Besitzern an den Apparat, sie gießt gerade die Blumen der Urlauber (vermutlich alles Tulpen). Als ich ihr erkläre, dass wir Sammie aufgegabelt haben, ist sie sprachlos. Und jetzt wird’s völlig verrückt: Die Mutter dachte schon seit Tagen, dass Sammie IHR aus der Wohnung abgehauen sei, weil er seit der Abreise seiner Familie nicht mehr auffindbar war. Sie hatte die Urlauber schon auf dem Handy angerufen und gebeichtet, dass Sammie verschwunden sei.

    Wir rekonstruieren am Telefon den Fall: Tatsächlich hatte das Kerlchen sich bei der Abreise in Holland im Wohnwagen versteckt und beim Zwischenstopp in Heidingsfeld einen Ausflug gemacht, während die ahnungslose Familie aufbrach und weiter in den Urlaub fuhr – nach Slowenien. Seit rund einer Woche irrte er also hilflos umher, von Heidingsfeld nach Winterhausen, bis meine Frau ihn fand.

    Heute Morgen hat mich Sammies überglücklicher Besitzer aus Slowenien angerufen. Todtraurig waren seine drei Kinder, erzählt er, weil Sammie „daheim“ verschwunden sei. Bis Oma mit der frohen Nachricht anrief. Gestern hat eine glückliche Familie ihren Sammie hier bei uns eingesammelt.“

    (Text und Bild: ©Michaela Deppe)

     

    Kater Sammie © Michaela Deppe
  • Cloudi – Botschafterin der Freude
    Mann mit Hund und Schaf © Bernhard Fricke

    „Cloudi, eine vierjährige, dunkelbraune Bergschaf-Dame, gehört zu meinen Lieblingstieren in der Sonnen-Arche. Wenn sie mich mit ihren blitzenden Mandelaugen anhimmelt, schmilzt mein oftmals vom beruflichen Alltagsstress geplagtes Herz und nach kurzer Zeit schwinge ich mich auf die ungewöhnlich reine Seelen-Ebene dieses besonderen Wesens ein.

    Cloudi ist kein normales Schaf, dessen Daseinszweck im Grasen, Spielen und Schlafen, am liebsten im engen Körperkontakt mit anderen Schafsbrüdern und Schafsschwestern besteht. Im Gegensatz dazu hat Cloudi, unser „Wölkchen“, durch eine seltene Nabelinfektion eine seit zwei Jahren immer stärker auftretende Arthrose an beiden Kniegelenken. Diese Diagnose wurde von der besten bayerischen Tierklinik, der Uniklinik für Tiere in München, gestellt – verbunden mit dem sorgenschweren Hinweis, dass in derartigen Fällen eine Heilung unmöglich sei und das Tier am besten so schnell wie möglich von seinen Leiden erlöst werden solle.

    Dieses „Todes-Urteil“ konnten und wollten wir so nicht ohne weiteres akzeptieren. Von diesem Zeitpunkt an hat Cloudi unsere ganze Aufmerksamkeit gegolten. Zunächst konnten wir feststellen, dass sich die Arthrose durch einen humpelnden Gang bemerkbar machte. Die deutlich sichtbaren Schwellungen an beiden Kniegelenken waren die Ursache für ihre eingeschränkte Beweglichkeit.

    Nach einiger Zeit wurde Cloudi zum Schlusslicht der Herde, konnte aber zunächst noch den Anschluss bis zum nächsten Rastplatz wiederfinden. Es fiel ihr aber von Tag zu Tag schwerer, der Herde zu folgen. Mir brach es fast das Herz, wenn ich beobachtete, wie Cloudi mit letzter Willensanstrengung den Anschluss an die Herde zu halten versuchte. Aber kaum hatte sie den Rastplatz erreicht und sich kurz, viel zu kurz, ausruhen können, zog die Herde schon wieder weiter. Man konnte Cloudi die Enttäuschung und Erschöpfung deutlich anmerken.

    So konnte es nicht mehr weitergehen. So haben wir mit Cloudi eine Krisensitzung abgehalten und ihr dann folgenden Vorschlag gemacht: „Wir bieten Dir ein Dauerquartier in einem geräumigen Schafstallabteil mit Blickkontakt zum Himmel und zur Herde. Du kannst jederzeit ins Freie gehen. Wir besuchen Dich, so oft wir können und geben Dir jede Unterstützung. So lange Du keine Schmerzen hast und Du bei uns bleiben möchtest, bist Du uns immer von Herzen willkommen.“ Cloudi war einverstanden.

    Aber alle unterstützende medizinische Hilfe aus allen Bereichen der Schul- und Naturmedizin brachte nur kurzfristige Besserung. Was haben wir nicht alles versucht: von Quark- und Brennnesselumschlägen, über Kortison-Spritzkuren, über Arnika-Globuli bis hin zu einer Blutegel-Intensiv-Kur, Reiki- und Heilmagnetismus-Behandlungen und Heilgebeten. Sogar aus Jerusalem habe ich Cloudi von einem Internationalen Kongress für „Integrative Medizin“ ein neu entwickeltes entzündungshemmendes Medikament mitgebracht, das anfangs eine Wende einzuleiten schien und die Beweglichkeit deutlich verbesserte – leider war die Besserung nicht von Dauer.

    Aber es geschah ein Wunder anderer Art: Trotz ihres schweren Schicksals hat sich Cloudi bis heute nicht unterkriegen lassen. Obwohl ihre beiden Vorderbeine inzwischen fast im 90-Grad-Winkel abstehen, kann sie immer noch selbstständig ihre Liegeposition ändern und einen anderen Ruheplatz suchen. Cloudis Lebensmut ist ungebrochen. So wie es meine Zeit erlaubt, besuche ich sie und bringe ihr frisches Gras, ein paar Möhren oder Äpfel. Als wichtigste Überlebensmaßnahme massiere ich ihren Körper und ihre Beine zur besseren Durchblutung. Wie durch ein Wunder hat Cloudi bisher die überwiegenden Liegezeiten ohne Wundliegen und ohne Verdauungs- und Kreislaufprobleme überstanden.

    Wie überwältigend groß ist ihre Freude, wenn ich zu ihr komme: Da reckt sie ihren Hals, ruft ein freudiges Begrüßungs-Mäh und kuschelt sich in meine Arme. Das größte Vergnügen bereitet ihr eine kreisende Nacken-Kopf-Massage, die sie mit unvergleichlichen Tönen des Wohlbehagens begleitet. Cloudi weiß genau, was sie will: Bietet man ihr Wasser an, wenn sie keinen Durst hat, oder eine Möhre, wenn sie keinen Hunger hat, streckt sie mit sichtbarer Empörung über diese unsensible Aufdringlichkeit ihren Kopf zur Seite. Jeder Besucher der Sonnen-Arche wird als Gesellschafter zu Cloudi geschickt. Noch jeder hat sich von Cloudis königlich leuchtender Ausstrahlung anstecken und ermutigen lassen.

    Für mich ist Cloudi eine inspirierende Quelle der Freude und des Lebensmutes und eine Mahnung, mit „Todes-Urteilen“ über Tiere und Menschen vorsichtiger umzugehen.“

    (Text und Bild: ©Bernhard Fricke)

  • Richies Schutzengel

    „JA – jedes Tier hat einen Schutzengel, das kann ich nur bestätigen. Unser Freigänger-Kater Richie, gesucht über TASSO und volle zehn Tage spurlos verschwunden, ist wieder zu Hause. Wir haben wirklich alles unternommen, was man bei einer Katzensuche nur tun kann, und wir haben keine Kosten gescheut. Sogar ein großes Suchinserat mit Foto haben wir in unserer Stadtteilzeitung aufgegeben. Kein Feedback. Es war wohl reine Intuition, dass mein Mann am 13.5. auf die Idee kam, unser Richie könnte nur noch bei der Nachbarin in der unbewohnten Kellerwohnung sein. Es ist eine Frau, die uns bereits verklagt hat, da unsere Katzen über ihr Grundstück laufen und und und … Sie hätte uns nie freiwillig in ihren Keller gelassen.

    Als die Nachbarin am 13.5. mittags wegfuhr, ging mein Mann einfach über ihren Garten zum Fenster der Kellerwohnung. Der Rollladen war unten, da sie nicht bewohnt war. Er drückte ihn etwas hoch und meinte, ein leises „Meeeep“ gehört zu haben. Kam aber wieder von dem Gedanken weg, dass dort unsere Katze war. Vielleicht war es auch ein Geräusch, das gerade aus anderen Gärten kam. Ich bekräftigte ihn aber, dass wir nachts, wenn alles still ist, nochmals dorthin gehen. Und wirklich, am 13.5. um 22.30 Uhr hörten wir deutlich ein zartes Miauen. Da uns die Dame niemals in den Keller lassen würde, verständigten wir die Polizei. Zwei Beamte waren schnell zur Stelle und fragten zuerst, wieso wir wissen, dass dies unsere Katze sei. Schließlich klingelten sie bei der Frau und bekamen dann doch Zutritt zum Keller. Nach kurzer Zeit kamen beide Beamte wieder mit der Botschaft „in dem Keller ist keine Katze“. Ich wurde ziemlich ungehalten und verteidigte das, was ich gehört habe, nämlich unsere Katze dort in diesem Keller.

    Nach ewigem Hin und Her durfte mein Mann mit den beiden Polizisten in den Keller gehen. Mein Mann suchte natürlich so, wie es sich für einen Katzenfreund gehört: nämlich unter und hinter allem, was da so herum stand und lag. Und dann die Erlösung: Unser tapferer kleiner Kerl versteckte sich hinter Kartonagen, roch und hörte meinen Mann und ließ sich sofort nehmen. Völlig abgemagert und verstört nach zehn Tagen im dunklen Keller. Wahrscheinlich wäre unser Richie (sein Bruder Urban ist glücklich, sich wieder in Katzensprache unterhalten zu können) dort in diesem Keller verhungert und verdurstet (er trank wohl Wasser aus einer Blumenvase). Weder Tierschutz noch Polizei können es beweisen, dass diese Frau mutwillig unser Katerchen eingesperrt hat.

    Unserem Richie geht es jetzt wieder blendend. Er hat schon wieder 500 g zugenommen und hat einen guten Appetit. Die Tierärztin war zufrieden mit der Untersuchung, aber Magen und Darm waren durch die fehlende Nahrung geschrumpft. Er bekam ein Aufbautonikum zum Futter, das sehr schnell und gut wirkte. Aufgrund von diesem Erlebnis können wir bestätigen, dass Tiere wirklich einen Schutzengel haben.“

    (Text und Foto: ©Edith Exner-Goldschmitt)

    Kater Richie © Edith Exner-Goldschmitt

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