Urlaub, Reisen und Tierschutz-Tipps

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Der Vierbeiner ist auch im Urlaub gerne dabei.

Ob mit dem Vierbeiner in den Urlaub oder ohne: Wenn Sie Ihre Reise gut vorbereiten, wird sie für Tier und Mensch zum Vergnügen. Und auch bei Ferien zu Hause gibt es Einiges zu beachten. Hier finden Sie nützliche Tipps rund um das Thema Sommer, Urlaub mit Ihrem Tier oder wie Sie sich im Urlaub nachhaltig für den Tierschutz einsetzen können.

Inhaltsverzeichnis

Mit dem tierischen Freund in den Urlaub
Vorsicht bei Reisen nach Dänemark und in andere Länder
Ihre wichtigste Vorsorgemaßnahme: kennzeichnen und registrieren
Achtung, auch im Auto wird es heiß
Hitzschlag: Zu viel Sonne schadet Tieren
Ohne Tier in den Urlaub
Tiere aus dem Urlaub mitbringen
Tierschutz-Tipps für den Urlaub

Mit dem tierischen Freund in den Urlaub

Vergessen Sie keinesfalls bei Reisen innerhalb der Europäischen Union den erforderlichen EU-Heimtierausweis für Hunde, Katzen und Frettchen mit aktuellen Impfdaten, und informieren Sie sich vorab über die Einreisebestimmungen Ihres Urlaubslandes. Hundehalter leinen ihr Tier während der Pausen und in den ersten Tagen vor Ort an, damit ihr Vierbeiner nicht ausbüxen und in fremder Umgebung verlorengehen kann. Denn: Die unbekannte Umgebung macht manche Tiere so nervös, dass sie die Kommandos ihres Halters überhören und aufgeschreckt die Flucht ergreifen. Das verdirbt nicht nur dem Hund und seiner Familie den Urlaubsspaß, in der Nähe stark befahrener Straßen oder der Autobahn können die Folgen einer kleinen Unachtsamkeit schwerwiegend sein.

Denken Sie unbedingt an die Chippflicht für Tiere, die nach dem 3. Juli 2011 geboren wurden. Bei diesen Tieren ist die Kennzeichnung mit einem Transponder notwendig. Eine Tätowierung wird bei einer möglichen Kontrolle nicht mehr akzeptiert. Den Nachweis erbringen Sie am einfachsten mit dem EU-Heimtierausweis. Angegeben sind außerdem Informationen zum Halter, Adresse, Name, Art und Geschlecht des Tieres einschließlich Geburtsdatum, Fellkleid und Daten zu Impfungen.

Auf was Sie sonst noch beim Urlaub mit dem Hund achten sollten:

Allgemein:

  • Machen Sie regemäßige Pausen (spätestens alle 2 Stunden), um Ihrem Hund die Gelegenheit zur geben, sich ein wenig zu bewegen.
  • Lassen Sie Ihren Hund nie alleine im geparkten Auto zurück (im Fahrzeuginneren kann es unter Sonneneinstrahlung in kurzer Zeit zu Temperaturen über 60 Grad Celsius kommen und einen Hitzschlag bei Ihrem Tier auslösen.
  • Füttern Sie Ihren Hund vor und während der Reise nur mit kleinen Portionen, sorgen Sie aber für ausreichend Trinkwasser.
  • Ihr Tier sollte im Fahrzeug so gesichert sein, dass es im Fall eines Unfalles nicht im Innenraum herumfliegen kann und sich selbst oder andere Insassen verletzt.

Vor der Reise:

  • Besprechen Sie Fahrten und Urlaubsort mit dem Tierarzt.
  • Klären Sie bei Auslandsreisen die Einreisebestimmungen ab (Botschaft, Veterinärbehörde).
  • Überprüfen Sie länderspezifische Vorschriften für bestimmte Hunderassen.
  • Überprüfen Sie die Gültigkeit der allgemeinen und länderspezifischen Schutzimpfungen und holen Sie sie gegebenenfalls nach.
  • Prüfen Sie, ob wichtige Medikamente, die das Tier regelmäßig einnimmt, in ausreichender Menge vorhanden sind.
  • Besorgen Sie das gewohnte Futter für die Dauer der Reise.
  • Klären Sie, ob in der gewünschten Unterkunft Hunde überhaupt erlaubt sind.

Fürs Gepäck:

  • EU-Heimtierausweis
  • Nummer und Kontaktdaten der eigenen Haftpflichtversicherung und eines Tierarztes im Urlaubsort
  • Kontaktdaten aller regional ansässigen Tierschutzorganisationen, falls das Tier am Urlaubsort entläuft
  • Transportkorb, Maulkorb (ist in einigen Ländern vorgeschrieben), Leine, Körbchen oder Decke
  • Frisches Trinkwasser in der Flasche, Wassernapf
  • Plastiktüten und Schaufel
  • Futter, Leckereien, Dosenöffner
  • Bürste, Kamm, Handtuch, Spielzeug

Für die Reiseapotheke:

  • Medikamente, die der Hund ständig einnehmen muss
  • Mittel gegen Reisekrankheit und Kreislaufmittel
  • Mittel gegen Durchfall
  • Wundspray
  • Zeckenzange
  • Erste-Hilfe-Set

Vorsicht bei Reisen nach Dänemark und in andere Länder

Informieren Sie sich umfangreich über die Einreisebedingungen für Hunde, Katzen und Frettchen, wenn Dänemark auf Ihrer Urlaubszielliste steht.

Das strenge Hundegesetz von 2010 wurde zwar inzwischen wieder entschärft, doch das geltende Verbot von Zucht, Haltung und Einfuhr 13 als gefährlich geltender Hunderassen bleibt weiter bestehen. Hunde werden also weiterhin pauschal in einer Rasseliste als gefährlich oder ungefährlich eingestuft. Wenn Sie einen Hund haben, der in Dänemark auf der Rasseliste steht, darf er nicht mit in das Land einreisen. Das Verbot gilt auch für Kreuzungen der betreffenden Hunderassen.

Ein Beißvorfall kann weiterhin die Beschlagnahme Ihres Hundes zur Folge haben kann. Allerdings beurteilte früher ausschließlich die dänische Polizei, ob es sich um eine Bissverletzung handelt und ob der betroffene Hund daraufhin eingeschläfert wird. Seit dem 1. Juli 2014 können Hundehalter hierzu die Einschätzung eines Sachverständigen einfordern, der auch berücksichtigen muss wodurch die Beißerei zustande gekommen ist. Leider ist überhaupt nicht klar, welche Ausbildung diese Person haben muss, die sie dazu befähigt, über Tod oder Leben eines Hundes zu entscheiden.

Das alte Gesetz aus 1872 wurde aufgehoben: Grundbesitzer dürfen streunende Hunde auf Ihrem Grundstück nicht mehr erschießen. Allerdings werden Hundehalter, deren Hunde in Dänemark zum wiederholten Mal auf fremden Grundstücken umherstreunen, mit einem Bußgeld von bis zu 270 Euro belangt.

Die in Dänemark verbotene Rassen (Zucht, Haltung und Einfuhr) sind:

  • Amerikanische Bulldogge
  • Amerikanischer Staffordshire Terrier
  • Boerboel
  • Dogo Argentino
  • Fila Brasileiro
  • Kangal
  • Kaukasischer Owtscharka
  • Pitbull Terrier
  • Sarplaninac
  • Südrussischer Owtscharka
  • Tornjak
  • Tosa Inu
  • Zentralasiatischer Owtscharka

Einreisebestimmungen für andere Länder finden Sie hier.

Ihre wichtigste Vorsorgemaßnahme: kennzeichnen und registrieren

Bedenken Sie, dass Hunde oder Katzen, die am Urlaubsort entlaufen, in der Regel nicht mehr allein zu Ihnen zurückfinden. Nur wenn Sie Ihr Tier bei TASSO registrieren, hat es die größtmögliche Chance, im Vermisstenfall bald wieder bei Ihnen zu sein. Dieser Schutz für Ihr Tier ist vollkommen kostenlos, denn TASSO finanziert sich ausschließlich über Spenden großzügiger Tierfreunde.

Hier geht es zur Online-Registrierung.

Achtung, auch im Auto wird es heiß

Es muss kein Sommer mit dauerhaften Temperaturen über 25 Grad sein: Es reichen schon 20 Grad, um bei direkter Sonneneinstrahlung das Wageninnere binnen kürzester Zeit auf über 50 Grad aufzuheizen. Das bedeutet Lebensgefahr! Auch das einen Spalt breit geöffnete Fenster hilft hier nicht. Lassen Sie Ihren Vierbeiner niemals allein im Auto zurück.

Finden Sie einen sichtbar leidenden Hund in einem geschlossenen Fahrzeug vor, notieren Sie sich alle wichtigen Daten (Datum, Ort, Uhrzeit, Auto- Marke, Farbe, Kennzeichen und Zeugen). Machen Sie Fotos von dem Hund, und rufen Sie zunächst die Polizei oder Feuerwehr. Erstatten Sie zur Sicherheit auch Strafanzeige wegen Tierquälerei.

Sollte die Situation so eilig sein, dass nicht länger auf das Eintreffen der Polizei oder Feuerwehr gewartet werden kann, darf man den Hund selbst befreien. Allerdings sollten Sie unbedingt darauf achten, den Schaden am Fahrzeug so gering wie möglich zu halten. Also weder Front- noch Heckscheibe, sondern ein Seitenfenster einschlagen. Sie beschädigen vorsätzlich fremdes Eigentum!

Sollte der Pkw-Fahrer tatsächlich Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstatten – und das wird er in vielen Fällen tun – sollten Sie sich auf einen „rechtfertigenden Notstand“ (§ 34 StGB) berufen. Da Sie im Ernstfall in der Lage sein sollten, diese Notlage nachweisen zu können, auf jeden Fall zunächst die Polizei verständigen und dann so viele Zeugen wie möglich dazu bitten und sich deren Namen und Anschrift notieren!

Ist der Hund endlich befreit, sollte man sehr behutsam mit ihm umgehen und ihn keinesfalls beispielsweise mit kaltem Wasser überschütten. Gut sind feuchte Umschläge an Beinen und Pfoten. Durch die Verdunstung des Wassers sinkt schnell die Körpertemperatur des Hundes. Eiskaltes Wasser ist auch fürs Trinken tabu, lieber temperiertes Wasser anbieten, sofern der Hund es überhaupt zu sich nehmen kann. Ein Besuch beim Tierarzt im Anschluss an die Sofortmaßnahmen ist in jedem Fall notwendig.

Zur Aufklärung hat TASSO seit einigen Jahren bereits die Kampagne „Hund im Backofen“ am Start, die über die Gefahren aufklärt. Zu bestellen gibt es kostenlose Flyer und Plakate.

Zu unserer Aktion „Hund im Backofen“ geht es hier.

Hitzschlag: Zu viel Sonne schadet Tieren

Ein Hitzschlag droht schon nach wenigen Minuten ab 20 Grad in der Sonne. In der Regel kann das Tier die Überwärmung des Körpers nicht eigenständig regulieren. Die Symptome einer Überhitzung sind Hecheln, Unruhe, Schwäche, Teilnahmslosigkeit bis hin zu Bewegungsstörungen wie Schwanken.

Die wichtigste Maßnahme für Sie ist, das Tier in den Schatten zu bringen und vorsichtig mit nasskalten Tüchern für mindestens 30 Minuten abzukühlen. Beginnen Sie an den Pfoten über die Beine, das Hinterteil, über den Rücken bis zum Nacken. Das Wichtigste ist hierbei eine langsame Abkühlung. Übergießen Sie das Tier keinesfalls mit eiskaltem Wasser. Organisieren Sie danach zeitnah einen Transport in einem gekühlten Auto zum Tierarzt und vermeiden Sie eine weitere Hitzebelastung. Melden Sie sich vorsichtshalber in der Tierarztpraxis an, damit auch ein Tierarzt vor Ort ist. Die Behandlung beim Arzt besteht aus kühlen Infusionen, Medikamenten und eventuell auch Sauerstoffzufuhr.

Kaninchen und Meerschweinchen sind sehr hitzeanfällig, auch ohne Transportsituationen oder Aufenthalt in Fahrzeugen. Stellen Sie sicher, dass die die Außengehege und Käfige in der Wohnung bei diesen Tierarten immer größtenteils im Vollschatten stehen, und den Tieren kann nichts passieren. Vergessen Sie dabei nicht, dass die Sonne im Laufe des Tages wandert. Stellen Sie stets frisches Wasser bereit und bieten Sie im Sommer zusätzliches Wasser in einer weiteren Schale an. Oft nutzen die Tiere die zusätzliche Schale, um beispielsweise ihre Pfoten einzutunken.

Bei der Weidetierhaltung ist im Sommer Folgendes zu beachten: Grundsätzlich gilt, dass Weidetieren, wie Pferden und Ponys im Sommer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen muss und sie ebenfalls über ausreichend Schattenplätze verfügen müssen, um sich vor Sonnen- und Hitzeeinwirkung zu schützen. Die Schattenplätze (das können unter anderem Laubbäume sein) müssen so beschaffen sein, dass sie allen Tieren gleichzeitig Schatten bieten. Bei unsachgemäßer Weidetierhaltung sollte man umgehend das zuständige Veterinäramt informieren und gegen den Tierhalter Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstatten.

Ohne Tier in den Urlaub: eine Organisations- und Gewissensfrage

Der geliebte Vierbeiner kann uns nicht immer in den Urlaub begleiten. Ohne tägliche Versorgung und Betreuung sollte er aber keinesfalls allein zu Hause bleiben. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Zeit Ihrer Abwesenheit zu überbrücken. Katzen ziehen ungern um, weshalb eine Versorgung in den eigenen vier Wänden durch bekannte Menschen am besten ist. Hunde fühlen sich auch im Haushalt des Urlaubsbetreuers wohl. Wenn Bekannte die Pflege nicht übernehmen können, stehen Tiersitter oder ein Aufenthalt in einer Tierpension zur Wahl.

Was gilt es allgemein zu beachten?

Folgendes sollten Sie grundsätzlich bedenken, wenn Sie Ihr Tier betreuen lassen:

  • Am besten ist es, das Tier in seiner vertrauten Umgebung zu belassen.
  • Ist das nicht möglich, sollten Sie so viel Vertrautes wie möglich, beispielsweise Spielzeug, Decken, Kissen, Körbchen, mit zur Betreuung nehmen.
  • Geben Sie das Tier bereits einen Tag vorher ab. So vermeiden Sie Stress bei Tier und Halter während Ihrer Abreise.
  • Denken Sie in jedem Fall daran, dass Ihr Tier gechippt und bei TASSO registriert sein sollte. Im Falle des Entlaufens hat Ihre „Urlaubsvertretung“ so die besten Chancen, Ihren Vierbeiner wiederzufinden.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihr Tier für die Urlaubszeit in einer Tierpensionen unterzubringen, gilt es bei der Auswahl genau zu prüfen, ob die Einrichtung die Richtige für das eigene Tier ist:

  • Fragen Sie andere Tierhalter, Ihren Tierarzt oder Ihren örtlichen Tierschutzverein, ob er/sie eine Einrichtung empfehlen kann.
  • Wenn Sie sich ohne Empfehlung um eine Tierpension bemüht haben, fragen Sie bei Ihrem Tierarzt, ob aus seiner Sicht etwas gegen die Abgabe Ihres Tiers in diesem Hause gibt.
  • Besuchen Sie die Tierpension im Vorfeld vor Ort. Achten Sie darauf, wie die Tiere dort leben. Haben Sie genügend Auslauf? Gibt es Zugang zu Freiflächen?
  • Lassen Sie sich den Sachkundenachweis (nach §11 TierSchG) der Tierpension zeigen. Er ist Pflicht und gibt über die Seriosität des Hauses Auskunft.

Was gilt es rechtlich zu beachten? Tipps von unserer Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries.

Die schriftliche Vereinbarung

Egal, ob Sie Ihr Tier privat betreuen lassen oder von professionellen Tiersittern, ob bei Ihnen zu Hause oder in der fremden Unterkunft, halten Sie die Vereinbarungen schriftlich fest. So haben beide Seiten Klarheit, und mögliche Streitigkeiten werden vermieden.

Tierpensionen und Tierheime, die auch Pensionstiere aufnehmen, haben in der Regel bereits vorformulierte Verträge, in denen die wesentlichen Dinge aufgenommen sind. Lassen Sie sich zur Sicherheit eine Kopie für Ihre eigenen Unterlagen geben.

Unbedingt schriftlich vereinbart werden sollte, dass es sich nur um eine vorübergehende Pflege handelt und das Tier nicht in das Eigentum des Betreuers übergeht. Auch wenn Sie mit dem Betreuer eine Bezahlung vereinbart haben, sollte dies und die entsprechenden Details unbedingt aufgenommen werden.

TASSO-Tipp: Insbesondere bei der Betreuung durch Freunde oder Bekannte zeigt die Praxis, dass es hier häufig zu Streitigkeiten kommt, da nur wenige oder missverständliche mündliche Absprachen getroffen wurden und diese im Streitfall nicht nachweisbar sind. Mag es Ihnen auch unangenehm erscheinen, unter Freunden und Bekannten sollten Sie ebenfalls nicht auf eine schriftliche Vereinbarung verzichten.

Allgemeine Pflichten

Diejenigen, die die Betreuung übernehmen, sind in dieser Zeit für das Tier verantwortlich und verpflichten sich, sich an die Vorschriften des Tierschutzgesetzes zu halten.

§ 2 Tierschutzgesetz besagt:

„Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“

Haftung

Da auch ein noch so sorgsamer Betreuer nicht verhindern kann, dass das Tier etwas beschädigt oder einen anderen verletzten könnte etc., sollten Sie sich frühzeitig über Ihre Tierhalterhaftung gemäß § 833 BGB informieren und je nach Tierart die erforderliche Vorsorge mittels einer Versicherung treffen. Diese Haftung ist sehr weitreichend und gilt auch, wenn Sie im Urlaub sind.

§ 833 BGB Haftung des Tierhalters besagt:

„Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.

Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde."

Zwar ist in Satz 2 eine Einschränkung dieser sehr weitreichenden Haftung aufgenommen. Allerdings gilt diese ausdrücklich nur für Haustiere, die dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalts des Tierhalters dienen (sogenannte „Nutztiere“), wie zum Beispiel Rinder, Hühner, Schafe etc. eines landwirtschaftlichen Betriebes. Für den Familienhund oder die Familienkatze gilt dies daher nicht.

Für Hundehalter ist eine Hundehalterhaftpflichtversicherung unbedingt notwendig. Wichtig hierbei ist, dass insbesondere die Betreuung durch Dritte mitversichert ist. Für Katzen und andere Tierarten gibt es keine speziellen Versicherungen, wie die Hundehalterhaftpflicht. Für diese Tiere sollten Sie sich über eine Privathaftpflicht informieren.

Steuerersparnis

Wenn Sie sich für einen Tiersitter entschieden haben, der Ihre Tiere in Ihrer Wohnung versorgt, zum Beispiel Katzen oder Kleintiere, könnten Sie einen Teil dieser Kosten bei Ihrer nächsten Steuererklärung als sogenannte „haushaltsnahe Dienstleistung“ im Sinne des § 35 a Einkommensteuergesetz (EStG) ansetzen.

So sieht es jedenfalls das Finanzgericht Düsseldorf (Urteil vom 04.02.2015, Az. 15 K 1779/14 E). In diesem Fall hatte ein Ehepaar ihre Katze in ihrer Wohnung durch eine „Tier- und Wohnungsbetreuungsfirma“ betreuen und versorgen lassen und die dafür entstandenen Kosten in Höhe von 302,90 € im Rahmen ihrer Steuererklärung angegeben. Da das zuständige Finanzamt dies ablehnte und der Einspruch der Tierhalter erfolglos geblieben war, wurde das Finanzgericht Düsseldorf eingeschaltet.

Das Finanzamt berief sich zwar auf das Schreiben Bundesfinanzministerium vom 10.01.2014, wonach Tierbetreuungs-, pflege- oder -arztkosten ausdrücklich nicht unter § 35 a EStG fallen. Da das Gericht jedoch anderer Meinung war, hat es der Klage der Tierhalter stattgegeben. Hiergegen hat das Finanzamt Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) in München eingelegt und verloren.

Laut Urteil des Bundesfinanzhofes vom 03.09.2015 (Az. VI R 13/15) ist entschieden, dass die Kosten für einen Tiersitter, der ihr Haustier in ihrer Wohnung betreut, als haushaltsnahe Dienstleistungen gemäß § 35a Absatz 2 Satz 1 Einkommensteuergesetz (EStG) steuermindernd wirken können.

Um Tiersitterkosten steuermindernd ansetzen zu können, müssen allerdings die weiteren Voraussetzungen des § 35 a Absatz 4 EStG erfüllt sein:

•             Es liegt eine Betreuung eines Haustieres „im Haushalt“ des Steuerpflichtigen vor

•             Es wurde eine ordnungsgemäße Rechnung durch den Tiersitter erstellt und

•             der Betrag wurde auf das Konto des Tiersitters überwiesen.

Gemäß § 35a Absatz 1 Satz 2 EStG können dann 20 % dieses Betrages (maximal jedoch 4.000,- EUR) bei der Steuer berücksichtigt werden.

Tiere aus dem Urlaub mitbringen

Bei Reisen in südliche und südöstliche Länder kommen Urlauber oft mit streunenden Hunden und Katzen in Kontakt. Am liebsten möchte man sie mit nach Hause nehmen. Bedenken Sie dabei die damit verbundenen bürokratischen Hürden und eventuelle Quarantänebestimmungen. Informieren Sie sich vorab über eine Tierschutzorganisation, die Sie vor Ort kontaktieren können. Auch lokale Tierschützer freuen sich über Ihren Besuch und die Anerkennung ihres Engagements.

Tierschutz-Tipps für den Urlaub

Reiseparadiese des Menschen – oft die Hölle auf Erden für Tiere!

Viele Menschen träumen von der Begegnung mit exotischen Tieren, wenn sie die Reise in ein fernes Land antreten. Angesichts der Faszination, die von exotischen Tieren ausgeht, ist dieser Wunsch grundsätzlich auch verständlich.

Doch in der Realität ist bei vielen Touristenveranstaltungen mit Tieren die Freude nur auf der Seite des Touristen. In vielen Reiseländern sind Tiere als Touristenattraktion immer noch ein lukratives Geschäft, für das die betreffenden Tiere oft ein unvorstellbar qualvolles Leben in Gefangenschaft ertragen müssen.

Helfen Sie, die Situation der Tiere in Urlaubsländern zu verbessern!

Im Folgenden finden Sie einige Anregungen, wie Sie sich im Urlaub nachhaltig für den Tierschutz einsetzen können.

Vor Reiseantritt

Informieren Sie sich bei der Reiseplanung über tierschutzwidrige Angebote und Unterkünfte (zum Beispiel Hotelanlagen mit Tiergehegen oder gar Delfinarien), und buchen Sie diese nicht.

Teilen Sie dem Reisebüro mit, dass Sie jegliche tierschutzwidrigen Angebote ablehnen und auch nicht unterstützen wollen. Erkundigen Sie sich, welche Reiseanbieter bereits tierquälerische Angebote aus ihrem Programm gestrichen haben, und buchen Sie nach Möglichkeit bei diesen.

Meiden Sie folgende Angebote:

Stierkämpfe, Hahnenkämpfe & Co.

Da das Töten sowie auch Quälen und Verletzen von Tieren bereits Wesen und Ziel dieser Veranstaltungen sind, sollte deren Boykott eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Auch Tradition rechtfertigt keine Tierquälerei!

Tiershows

Delfine, Orcas, Affen, Elefanten, Großkatzen, Reptilien und diverse weitere Wildtierarten werden für solche Veranstaltungen missbraucht. Zum Teil  werden sie aus der Wildnis gefangen, unter tierschutzwidrigen Bedingung – oft lebenslang in Ketten – gehalten, mit gewaltsamen Methoden gefügig gemacht und dressiert. Elefanten werden zum Beispiel „gezähmt“, indem sie gefesselt und so lange mit Stöcken geschlagen werden, bis ihr Widerstand gebrochen ist und sie sich ihrem Schicksal willenlos ergeben.

Für solche Shows müssen die Tiere zum Teil in Verkleidungen demütigende Kunsttücke zur Unterhaltung und Belustigung des Publikums vorführen, wie Motorradfahren, Musikinstrumente spielen, als Weihnachtsmann auftreten und vieles mehr.

Direktkontakt zu Tieren

Auch hier gelten für die betroffenen Tiere die schon unter dem Punkt „Tiershows“ beschriebenen Lebensbedingungen.

Urlauber sollten sich keinesfalls mit Tieren fotografieren lassen, mit ihnen schwimmen, wandern, Kutsche fahren, auf ihnen reiten, sie streicheln, füttern, auf den Arm nehmen usw.

Es wird zum Beispiel mit Betteltieren durch die Touristenzentren gezogen oder die Tiere werden den Urlaubern bis in die Hotels hinterhertransportiert.

Tierbabys zum Streicheln, wie zum Beispiel kleine Löwen, werden ihren Müttern entrissen und per Hand aufgezogen. Damit sie niemanden verletzen können, werden ihnen manchmal die Zähne und Krallen entfernt. Auch medikamentöse Ruhigstellung wird praktiziert. Wenn die Löwenbabys dann groß geworden sind, werden sie auch für Jagdtouristen zum Abschuss freigegeben.

Selbst wenn bestimmte Formen des Kontaktes mit Tieren, wie Wandern, Schwimmen oder Streicheln, als solche auf den ersten Blick noch harmlos erscheinen mögen, so sind auch hier stets die Verhältnisse, in denen man die Tiere zurücklässt, zu bedenken.

Durch Reiten können Tiere abhängig von ihrer Art (zu Beispiel Strauße), Größe und Allgemeinzustand auch zusätzlich körperlich stark geschädigt werden.

Tiere als Therapeuten

Tiere als Therapeuten sind ebenfalls längst ein lukratives Geschäft in Urlaubsländern geworden. Die Angebote erstrecken sich von der wissenschaftlich umstrittenen und kostenintensiven Delfintherapie über Elefantenmassagen bis hin zu den seit einigen Jahren in Mode gekommenen Hautbehandlungen durch knabbernde Kangal-Fische.
 
Die Tiere, die für diese „Therapien“ eingesetzt werden, haben oft schon ein grausames Schicksal hinter sich: So wurden zum Beispiel überlebende Tiere aus dem Delfinmassaker (Taiji) in Japan für die Delfintherapie in Tunesien „weiterverwendet“ und für den Edelholzabbau in Thailand abgerichtete Elefanten müssen jetzt Touristen massieren.

Mehr zum Thema Kangal-Fische finden Sie hier.

Ständig wechselnde Kontakte mit für sie fremden und im Umgang mit Tieren oft unkundigen Menschen bedeuten für viele Tiere – besonders Wildtiere – großen Stress.

Nicht zuletzt sind direkte Kontakte zwischen Mensch und Tier auch immer für beide Seiten mit einem Verletzungs- und Gesundheitsrisiko verbunden (zum Beispiel Übertragung von Krankheitserregern), das man nicht unnötig eingehen sollte.

Zoos, Tierparks und unseriöse „Auffangstationen“

Auch einfache Tierbesichtigungen ohne Direktkontakt sind nicht per se tierschutzkonform, wenn sie zum Beispiel in Einrichtungen stattfinden, die Tiere primär zum Zweck der Präsentation für Besucher halten. Da hier in der Regel Wirtschaftlichkeit und Attraktivität für die Besucher und nicht der Tierschutz im Vordergrund steht, sollten diese Einrichtungen besser gemieden werden. Gerade Gefangenschafts-Haltungen von Wildtieren lassen sich nicht tiergerecht realisieren, und in manchen Reiseländern existieren noch nicht einmal Mindesthaltungsvorschriften für die jeweiligen Tierarten.

Weil Tierbabys nun mal starke Publikumsmagneten sind, werden auch in den Zoos anderer Länder aus Sicht des Tier- oder Artenschutzes unnötige Nachzuchten betrieben. Wenn diese Tierbabys dann groß geworden sind, flaut hingegen das Besucherinteresse an ihnen ab, und sie werden je nach Art und Geschlecht auch für die Haltungseinrichtung zu einem Platz- oder Gefahren-Problem, das durch Tötung oder Weitergabe an andere Zoos, Zirkusse, Privathaltungen oder dubiose Geschäftemacher „gelöst“ wird.

Leider gibt es auch als „Waisenhaus“ oder „Auffangstation“ bezeichnete unseriös geführte Tierhaltungen. Die darin gehaltenen Tiere wurden nicht gerettet und zu ihrem eigenen Schutz aufgenommen, sondern aus der Wildnis gefangen und weiter gezüchtet.

Tiere oder Tierprodukte als Souvenirs

Alle Souvenirs, die Teile tierischen Ursprungs aufweisen, wie Leder, Elfenbein, Zähne, Knochen sowie auch ganze Tiere (tot oder sogar lebend), sollten auf keinen Fall gekauft werden, weil mangels Überprüfbarkeit vor Ort zunächst immer davon ausgegangen werden muss, dass für diese Produkte Tieren Leid zugefügt wurde.

Zudem werden beim Erwerb von Artikeln, deren Einfuhr nach Deutschland aus Artenschutzgründen verboten ist, neben dem Einzug auch hohe Bußgelder fällig. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter: www.artenschutz-online.de/artenschutz_im_urlaub/index.php

Speisen tierischer Herkunft

Angesichts teilweise noch schlechterer Haltungsbedingungen und Schlachtmethoden als hierzulande, ist es immer ratsam, auch im Ausland möglichst auf Nahrung tierischer Herkunft zu verzichten.

Exotische Speisen, wie zum Beispiel Haifischflossen, Froschschenkel oder Krebsscheren sollten jedoch absolutes Tabu sein, da den Tieren oft nur die benötigten Körperteile bei lebendigem Leib abgeschnitten beziehungsweise ausgerissen werden, mit der Folge, dass sie an diesen Verletzungen auch noch qualvoll sterben.

Freiwilligenarbeit in Löwenfarmen in Afrika

Diese Tierfarmen werben oft mit der Handaufzucht von jungen Löwen und verschweigen, dass diese später vor dem Gewehrlauf von Jägern landen.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Homepage von www.wegweiser-freiwilligenarbeit.com/wildlife/freiwilligenarbeit-afrika-tiere/

Tierschutzverträgliche Erlebnisse mit Tieren

Tierschutzkonformer Urlaub bedeutet nicht grundsätzlich Verzicht auf Erlebnisse mit Tieren.

Hier einige Beispiele:

  • Aktive Mitarbeit bei seriösen Tierrettungs- und Hilfsaktionen
     
  • Friedliche Begegnungen mit frei lebenden Tieren, wenn die Initiative zu dieser Begegnung von den Tieren selbst ausgeht
     
  • Störungsfreie Tierbeobachtungen aus angemessener Distanz

Dies können Sie noch tun

  • Beschweren Sie sich höflich, aber bestimmt, direkt vor Ort beim Veranstalter oder der Hoteldirektion sowie im Nachgang beim Reisebüro und Reiseveranstalter, idealerweise schriftlich, über beobachtete tierschutzrelevante Missstände. Schließen Sie sich gegebenenfalls zu diesem Zweck mit anderen Urlaubern zusammen.
     
  • Unterstützen Sie seriöse Tierschutzorganisationen und Tierheime vor Ort durch aktive Mithilfe, Sach- beziehungsweise Geldspenden.

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