© Michael Wiederholz
Am 15.Juli 2024 ist mein kleiner Kater Mickey spurlos verschwunden. Natürlich ging sofort die Vermisstenmeldung über TASSO raus und es folgte ein wochenlanges Absuchen der Umgebung mit dem Fahrrad, rufender und pfeifender Weise in immer größeren konzentrischen Kreisen sowie das flächendeckende Anbringen des TASSO-Steckbriefs. Alles verbunden mit der Hoffnung, dass er entweder den Weg zurück zu mir finden würde oder sich bei katzenfreundlichen Menschen einfindet, die ihn dann zum Tierarzt brächten, wo dann sein Chip zu seiner Rückkehr führen würde. Leider realisierte sich zunächst keine dieser Hoffnungen. Aus Wochen ohne Ergebnisse wurden Monate. Mein Optimismus wandelte sich in ein düsteres Szenario: die üblichen Gefahren – Jäger, Fuchs/ Hund, Falle, Gift, Hunger und Entkräftung oder Auto haben meinem geliebten Kater ein Ende bereitet, da war ich mir ziemlich sicher. Nach vielen Monaten hatte ich dann die Hoffnung aufgegeben. Die Trauer über diesen Verlust fraß sich in mein Herz.
Dann gestern Abend – nach fast 20 Monaten und zwei Wintern (!) – ein Anruf mit einer mir unbekannten Nummer auf meinem Smartphone. Wer konnte das sein? Tja, das war eine liebe Frau von TASSO! Und ihre Nachricht klang für mich schier unglaublich: „Ihr Kater Mickey ist wieder da! Er ist gesund und wohlauf.“ Ich musste schlucken und kämpfte mit den Tränen vor Freude. Der schon Totgeglaubte war am Leben!
Was war passiert? Leider sind lediglich die letzten zweieinhalb Monate bekannt – fast anderthalb Jahre von Mickeys Odyssee bleiben im Dunkeln und eine Überlebensleistung, für die ich meinen Kater nur bewundern kann. Natürlich wird er auch einen sehr aufmerksamen Schutzengel gehabt haben. Der kleine Stromer hatte es irgendwie nach einer anderthalbjährigen Wanderschaft ins 14 km entfernte Ahlhorn geschafft. Dort vertraute er sich zuletzt zwei sehr lieben Katzenmenschen an, die ihn dann zur Tierärztin brachten. Die gewissenhafte Veterinärin scannte Mickeys Chip sofort und gab umgehend die Meldung über ihren Fund an TASSO weiter. Der Rest ist "Geschichte" und ein unfassbares Happy End mit meinem kleinen Liebling, dass es ohne TASSO nie gegeben hätte. Ich durfte aus dem Geschehenen mehrere Dinge lernen. Das für mich Wesentlichste ist jedoch, dass man in Bezug auf verschwundene Katzen immer auf ein Wunder hoffen kann, dass man bei seinen Suchanstrengungen erstens alle Register ziehen und zweitens nicht vorzeitig aufgeben sollte. Und dass es eine sehr gute Sache ist, wenn deine Katze einen Chip hat.