Pinsel und Farbrolle statt Maus und Tastatur

Giving Back Day der Software-Firma Cisco im Tierheim Rüsselsheim

„Weißt Du, was Du tust?“ „Nein, ich habe echt keine Ahnung. Das hier ist absolutes Learning-by-doing.“ Chris schaut kurz auf, zuckt die Schultern, lächelt und konzentriert sich wieder auf den aufgerissenen Boden vor sich. „Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich Fliesen lege.“ Der Mitarbeiter der IT-Firma Cisco Systems GmbH am Standort Eschborn hat mit Handwerk im Alltag nichts zu tun. Doch heute ist alles anders. Heute ist Chris einer von 14 Mitarbeitern des Konzerns, die im Marianne Friebe Tierheim in Rüsselsheim malern, gärtnern und Fliesen legen.

Mit der Unterstützung von TASSO veranstaltet Cisco an diesem Dienstag seinen „Giving Back Day“ im Tierheim Rüsselsheim. So möchte das Unternehmen seinen Mitarbeitern ermöglichen, sich außerhalb des Betriebs ehrenamtlich für eine gute Sache zu engagieren. Und diese Hilfe ist dringend nötig, da im stressigen Tierheimalltag sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen fehlen.

Der Auftrag für heute ist klar: Die Flure im Eingangsbereich sowie in der Kleintierabteilung brauchen dringend einen neuen Anstrich. Topmotiviert packen die elf Männer und drei Frauen von Cisco an. Sorgfältig kleben sie Türrahmen, Lampen und Schalter ab, um sie vor der Farbe zu schützen, breiten Malervlies auf dem Boden aus, schaffen Farbe und Pinsel heran. Mittendrin sind auch einige Helfer von TASSO, allen voran Stefan Reiber, der Leiter des TASSO-Fundraisings, der diesen Einsatz maßgeblich organisiert hat.
„Als Cisco mich auf den Giving Back Day ansprach, fiel mir gleich das Tierheim Rüsselsheim ein, das in den vergangenen Monaten wegen verschiedener Vorfälle einiges einstecken musste. Gemeinsam mit Petra Zipp, die bei TASSO für den Auslandtierschutz zuständig ist, haben wir uns für den Einsatz hier entschieden“, berichtet Stefan Reiber. „Da Petra das Tierheim wie ihre Westentasche kennt, war es uns möglich, alles zu organisieren und umzusetzen ohne die Tierheimmitarbeiter einspannen oder stören zu müssen. So kann der Betrieb weiterlaufen und wir halten niemanden von der Versorgung der Tiere ab, die ja immer im Vordergrund stehen muss.“

Und so laufen auch ständig ehrenamtliche Gassigänger mit ihren Schützlingen an den heutigen Helfern vorbei, die mit Farbrollen und -eimern bewaffnet die Flure auf Vordermann bringen. Man weicht einander aus, hält mal ein kurzes Schwätzchen, eine kleine Streicheleinheit für die Hunde ist auch drin und gut gelaunt geht es anschließend weiter mit der Arbeit. Es summt wie im Bienenstock und ähnlich produktiv geht es zu. In Windeseile zaubern die Helfer die Wände im grauen Flur weiß und arbeiten Hand in Hand. Es geht schneller voran als geplant, daher wird kurzerhand auch noch der Flur zum Quarantänebereich mitgestrichen. Da die helfenden Hände zahlreich sind, die Flure aber eng, sucht sich der eine oder andere auch noch andere Aufgaben. Dazu gehört zum Beispiel das Erneuern der lockeren Fliesen, um das sich Chris kümmert, der mittlerweile Unterstützung von seiner Kollegin Befül erhalten hat. Unter all den vielen Füßen und Pfoten, die hier seit Jahren Tag für Tag entlanglaufen, haben einige Fliesen ziemlich gelitten. Der Zuweg zum Wildkatzen-Gehege wird vollständig vom Unkraut befreit und ganz beiläufig pflanzt Cisco-Mitarbeiterin Annette noch ein paar Blümchen in einen leeren Kübel. Über freie Hände, die Streicheleinheiten versprechen, freuen sich Fly, der Hund eines Tierheimmitarbeiters, und Kira, die noch auf der Suche nach einem Zuhause ist und mit ihrem freundlichen Wesen alle um den Finger wickelt.

Aber warum packt ein Weltkonzern eigentlich im Tierheim an? „Wir wollen uns einmal im Jahr Zeit nehmen, um etwas Gutes zu tun“, erklärt Nathanael Tirtha, der sich bei Cisco um die Organisation des Giving Back Days gekümmert hat. „Das machen wir weltweit und wir, vom Standort Eschborn, haben uns entschieden, heute im Tierheim zu arbeiten. Das Interesse war super groß. Ich glaube, Tieren zu helfen ist ein Thema, das Viele bewegt. Ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere vielleicht auch nach diesem Tag noch Lust hat, sich hier zu engagieren. Schließlich wohnen die meisten von uns ja auch in der Nähe.“

Die Freude bei der Tierheimleitung ist am Ende des Tages groß. Die erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Rüsselsheim, Claudia Vietmeier-Kemmler, zeigt sich sehr beeindruckt von der Leistung des Teams, das zum Abschluss noch eine Führung über das Gelände erhält. „Da wir weder Mittel noch Leute haben, die so etwas machen können, ist das wirklich eine ganz grandiose Unterstützung gewesen“, freut sich Claudia Vietmeier-Kemmler.  

Für die Cisco-Mitarbeiter brachte dieser Tag nicht nur die Möglichkeit, anzupacken und etwas Gutes zu tun, das gemeinsame Arbeiten hatte mit Sicherheit auch eine teambildende Funktion. Außerdem haben die IT-Spezialisten einen Einblick in das Tierheimleben gewonnen und wie die gelöste Stimmung und das viele Gelächter deutlich zeigten, haben alle Helfer auch einfach viel Spaß gehabt. Und der darf bei solchen Aktionen schließlich auch nicht fehlen. Und ganz nebenbei sind zum Beispiel Chris und Befül auch noch zu Experten im Fliesenlegen geworden.
© TASSO e.V.

Die ungewöhnliche Zusammenarbeit

Ein Tag im Tierheim Wände streichen statt im Büro arbeiten. Wie die ungewöhnliche Zusammenarbeit beim Cisco "Giving Back Day" zustande kam. 
© TASSO e.V.

Vierbeiner suchen ein Zuhause

Viele Vierbeiner warten im Tierheim Rüsselsheim noch auf ein eigenes Zuhause. Einige davon stellen wir Euch im Video vor.

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