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Katzen mit angezüchteten Faltohren haben schmerzhafte Veränderungen an Gelenken und Knochen.
Immer wieder gewinnen bestimmte Katzenrassen an Beliebtheit. Besondere Merkmale wie Haarlosigkeit, Ohrform, Fellfarbe oder Körperbau beeinflussen die Entscheidung vieler Menschen, sich eine bestimmte Rasse zuzulegen. Doch vieles von dem, was als „niedlich“ oder „außergewöhnlich“ empfunden wird, kann für die Tiere selbst erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Katzen, die unter den Auswirkungen von Qualzucht leiden, entsprechen zwar vermeintlichen Schönheitsidealen, doch hinter den auffälligen Merkmalen stehen oft Zahnprobleme, chronische Schmerzen, Herz- oder Hauterkrankungen. Zwar ist nicht jede Katze einer betroffenen Rasse automatisch krank, dennoch sind bei manchen Rassen problematische Merkmale fest im Zuchtstandard verankert. Und so unterschiedlich das Leid des einzelnen Tieres auch sein mag: Es zeigt, wie wichtig es ist, unsere Vorstellung von Schönheit zu überdenken, wenn sie für die Tiere ein Leben voller Beschwerden bedeutet. Im folgenden Artikel befassen wir uns mit Katzen, die von Qualzucht betroffen sind. Wir erklären, wie man Qualzuchtmerkmale erkennt und was verantwortungsbewusste Katzenhalter:innen tun können, um betroffenen Tieren zu helfen.
Besondere Ohren aber Schmerzen
Kleine, nach vorne geknickte Ohren sind das Markenzeichen mancher Katzenrassen und werden von vielen Menschen als besonders niedlich empfunden. Die gefalteten Ohren sollen ein runderes Gesicht erzeugen, das dem sogenannten Kindchenschema entspricht. Durch Werbung und Prominente erfuhren diese Katzenrassen in vergangenen Jahren wieder vermehrte Beliebtheit. Doch das ruhige Wesen der Faltohrkatzen ist nicht unbedingt im Charakter begründet. Hinter den gezüchteten abgeknickten Ohren steckt eine schwere Erbkrankheit (Osteochondrodysplasie), die das Knochen- und Knorpelgewebe verändert, und zwar nicht nur an den Ohren. Dieser Gendefekt schädigt Knochen und Knorpel im gesamten Körper, insbesondere in den unteren Extremitäten und verursacht massive dauerhafte Schmerzen, Lahmheiten und Leiden. Sobald die Veränderungen im Knochen voranschreiten, beginnen die Schmerzen und die Katzen springen und laufen weniger. Manche Tiere müssen bereits im jungen Alter von ihren Schmerzen erlöst werden.
Vom Wildtier zum Haustier
Das exotische Fellmuster und die wilde Persönlichkeit von Hybridkatzen faszinieren viele Menschen. Doch die Kreuzung von Hauskatzen mit Wildkatzen ist hochproblematisch. Wildkater werden gezielt mit Hauskatzen verpaart, was für die weiblichen Tiere oft mit Schmerzen, Stress und Verletzungen durch den Größenunterschied und den Nackenbiss des Wildkaters verbunden ist. Die Nachkommen sind häufig deutlich größer als normale Katzenwelpen, was oft zu komplizierten Geburten, Notkaiserschnitten und Totgeburten führen kann. Häufig werden die Wildtiereigenschaften dieser Katzen unterschätzt. Sie bewahren ihre Wildtierinstinkte, wie einen starken Jagdtrieb und Nacht- und Dämmerungsaktivität, was Bedürfniseinschränkung, Verhaltensproblemen und schließlich Leid mit sich zieht. Sie benötigen viel Platz, Beschäftigung und eine Umgebung, die ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Anforderungen, die in einem normalen Haushalt oft nicht erfüllt werden können.
Qualzuchtmerkmale
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Zwergwuchs/abnormale Skelettform
Eine abnormale Skelettform durch Skelettentwicklungsstörungen (Chondrodystrophie/Chondrodysplasie) bei kurzbeinigen Katzen führt nicht nur zu verkürzten Beinen, sondern kann auch zu Bandscheibenvorfällen, Bewegungsanomalien, Lahmheiten und Ataxien führen.
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Verkürzung und Verkrümmung der Vorderbeine (Mikrobrachie)
Die Tiere lahmen aufgrund der Verkürzung von Vorderbeinknochen. Es kommt zur Einschränkung der artspezifischen Bewegungsabläufe.
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Schwanzlosigkeit oder Kurzschwänzigkeit
Die Schwanzverkürzung bis hin zur Stummelschwänzigkeit beeinträchtigt das artspezifische Verhalten und die artgemäßen Bewegungen. Ferner können Wirbelsäulenmissbildungen, neurologische Ausfallserscheinungen, Darmschäden und erhöhte Schmerzempfindlichkeit im Beckenbereich auftreten.
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Faltohren/Knickohren
Katzen mit angezüchteten Faltohren leiden genetisch bedingt unter Osteochondrodysplasie, einer genetisch vererbbaren Krankheit, die die gesamte Knorpel- und Knochenentwicklung betrifft und schmerzhafte knöcherne Deformationen im gesamten Körper zur Folge hat.
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Haarlosigkeit
Nackte Haut ohne schützendes Fell führt zu unzureichendem Schutz vor Wärme, Kälte und Sonne. Außerdem fehlen bei den Tieren oft die wichtigen Tasthaare. Das Fehlen bedeutet den Verlust eines Sinnesorgans, das für die Orientierung und das Sozialverhalten der Katze wichtig ist.
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Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit)
Die Verkürzung des Gesichtsschädels geht einher mit: Zahnfehlstellungen, Verengung und Umleitung der Tränennasengänge, Augenprobleme, Verengung der Stirnhöhlen, Nasenlöcher und Nasengänge mit Behinderung der Atmung. Die starke Hautfalte im Gesicht kann sich entzünden.
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„Rein-weiße“ Farbaufhellung
Das Gen für die weiße Fellfarbe ist häufig mit angeborener Taubheit und Defekten am Augenhintergrund verbunden.
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Hybridkatzen/Wildkatzen
Die Kreuzung mit Wildkatzen führt häufig zu Geburtskomplikationen und starken Wildtiereigenschaften. Die vererbten Wildtierinstinkte, wie ein starker Jagdtrieb, Nacht- und Dämmerungsaktivität zieht Bedürfniseinschränkung und Verhaltensprobleme mit sich.