Kapverden

Sal – Ein Paradebeispiel für nachhaltigen Tierschutz

Eine Gruppe Menschen auf einem Auto. © Tierärztepool
Auf der kapverdischen Insel Sal engagieren sich Helfer für die vielen freilebenden Tiere.

Das Projekt in Kürze

Ausgangssituation
Auf der bei Touristen sehr beliebten kapverdischen Insel Sal leben neben den Straßenhunden viele Besitzertiere frei auf der Straße. Ausgemergelte Hündinnen, streunende Welpen, kranke Katzen etc. gehörten zum Straßenbild wie in Süd- und Osteuropa. Vergiftungsaktionen an Hotels
und Stränden führten regelmäßig zu Protesten seitens der Touristen.

Ziel
Sal ist ein klar abgegrenztes überschaubares Areal. Das Projekt hier soll zeigen, dass es möglich ist, durch konsequente, über mehrere Jahre erfolgende Kastrationsaktionen langfristig eine gesunde, überschaubare Straßentierpopulation zu erreichen.

Vorgehen
Seit 2010 führt der Tierärztepool auf der Insel in regelmäßigen Abständen Kastrationsaktionen durch. Seit Anfang 2014 unterstützt auch TASSO diese Aktion als Partner. Ca. 85 % des Hundebestandes wurden in den vergangenen Jahren bereits kastriert, die jetzigen ein bis zwei Kastrationsaktionen im Jahr sollen den Bestand stabil und gesund halten. 

Partner
Der Tierärztepool, eine Unterabteilung des Fördervereins Arche Noah Kreta e.V.

Die Problematik

Kaum einer kennt die kapverdische Insel Sal, auf der es außer Sand, Felsen, Geröll und Meer so gut wie nichts gibt. Wegen seiner Strände ist Sal inzwischen bei Touristen – hauptsächlich Kitesurfern – sehr beliebt und täglich landen dort Hunderte von Sonnenhungrigen, die sich selten von den großen Hotelanlagen entfernen. Das „richtige“ Sal bekommen die meisten Urlauber aber überhaupt nicht zu Gesicht.

Die meisten der Hunde auf der Insel haben zwar einen Halter, leben jedoch trotzdem die meiste Zeit auf der Straße. Es gibt aber auch viele „richtige“ Straßenhunde, die ihr ganzes Leben an den Stränden der Hotels von Santa Maria und auf den Straßen der drei Städte Santa Maria, Espargos und Palmeira verbringen.
In insgesamt acht Einsätzen haben Teams von Tierärzten und Helfern in den letzten vier Jahren nun insgesamt schon über 3.200 und damit ca. 85% der auf der Insel lebenden Hunde und Katzen kostenlos kastriert sowie unzählige weitere notwendige und lebensrettende Operationen durchgeführt. Künftig sollen jährlich weitere ein bis zwei Aktionen die Hundepopulation stabil und gesund halten.

Da Sal als Insel ein klar abgegrenztes Areal ist, findet keine Fluktuation statt. Das Projekt zeigt somit, dass es möglich ist, durch Kastration langfristig eine gesunde, überschaubare und kontrollierbare (Straßen-)Tierpopulation zu erreichen. Und das nicht nur auf Sal, sondern überall auf der Welt.

Das Töten der Hunde (oder auch das Einfangen und Einsperren) stellt dagegen keine Lösung des Problems dar, sondern wirkt einer Verbesserung sogar entgegen, da unkastrierte Tiere den durch die getöteten Hunde nun freigewordenen Raum einnehmen und aufgrund des größeren Nahrungsangebotes noch mehr Nachwuchs produzieren. Allein ein gesundes Hundepärchen kann innerhalb von 6 Jahren weitere 60.000 weitere Hunde produzieren, wenn deren Nachkommen nicht kastriert werden. Töten wird niemals die Hundepopulation verringern können, nur Kastrationen können dies schaffen.

Was hat sich seit den Kastrationsaktionen verändert?

Kastrierte Hunde sehen gesünder aus, sie nehmen zu, liegen entspannt in der Sonne und sind nicht mehr in Revierkämpfe verwickelt. Es gibt keine ausgemergelten Hündinnen mehr, die Milch für bis zu 17 Welpen pro Wurf produzieren müssen. Auch die Rüden kommen zur Ruhe, da sie nicht mehr nächtelang läufigen Hündinnen nachjagen. Es passieren deutlich weniger durch Hunde verursachte Autounfälle. Die Behandlung gegen Würmer, Zecken und Flöhe führt zu einer besseren Lebensqualität der Vierbeiner, und beim Deckakt übertragene Krankheiten werden eingedämmt. Dank all dieser sichtbaren Erfolge der Kastrationseinsätze verzichtet die Gemeinde seit Beginn der Aktionen auf Vergiftungen der Straßentiere.

Film des Tierärztepools

Wie genau die Kastrationsaktionen verlaufen, zeigt ein Video des Tierärztepools.

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