Montenegro

Gemeinsam gegen die grauenvollen Lebensbedingungen der Tiere

© Gudrun Koller
Kümmert sich für TASSO vor Ort um das Projekt: Gudrun Koller.

Das Projekt in Kürze

Ausgangssituation

Es ist ein Land so groß wie Schleswig-Holstein. Ein Land mit 625.000 Einwohnern, in dem zehntausende Tiere im Elend leben. Straßenhunde sind in Montenegro an der Tagesordnung. Sie werden geschlagen, sich selbst überlassen oder eingefangen. Sie sind krank, hungrig und vermehren sich unkontrolliert.

In Montenegro ist es von Gesetzes wegen her verboten, Straßenhunde im Tierheim abzugeben. Die „Tierheime“ selbst sammeln zwar streunende Hund und Katzen ein, aber nicht mit dem Zweck, Ihnen Schutz zu bieten oder sie in Familien zu vermitteln. „Vielmehr scheint es sich um Tötungsstationen zu handeln“, vermutet die Tierschützerin Gudrun Koller. Gemeinsam mit TASSO e.V. will Gudrun Koller etwas an diesen grauenvollen Umständen ändern und initiiert daher in Montenegro ein sogenanntes BRIDGE-Projekt.

Mit diesen Projekten haben TASSO und Gudrun Koller bereits im Litauen und Lettland große Erfolge erzielt. Ziel ist es, den Menschen vor Ort zu vermitteln, wie wichtig es ist, freilebende Tiere zu kastrieren. Das Motto lautet: Kastrieren statt töten. Da Straßentiere in vielen Ländern in den Augen zahlreicher Menschen nicht viel wert sind, ist es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch die Straßentiere fühlende Lebewesen sind.

Dabei werden Brücken zwischen der Bevölkerung, der Politik, den Behörden einerseits und einem ethisch korrekten Umgang mit Straßentieren in Form von Kastrationsaktionen andererseits gebildet. Die Brücke symbolisiert somit den Weg von einer tierverachtenden Sichtweise zu einer wertschätzenden Haltung gegenüber dem Leben von Tieren.

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes sind Kastrationen. Damit auch langfristig Erfolge erzielt werden können, lernen Studenten der Tiermedizin, Tierarztassistenten und Tierärzte vor Ort im Rahmen des Projektes schonende Kastrationsmethoden kennen. So können sie in Zukunft Tiere einfach und sicher kastrieren und so einen Beitrag gegen das Elend auf Montenegros Straßen leisten.

Ziel

  • Durch positives Beispiel Meinungs-Umbildung bei Bevölkerung und Behörden: Kastrieren statt Töten
  • Identifikation, Registrierung und Kastration im Sinne einer Kampagne für ‚Responsible Ownership’, Reduktion der vermehrungsfähigen Straßentier-Population
  • Ausbildung von Tierarztstudenten/innen, Tierarztassisten/Innen und Tierärzten/Innen in der in meinen mit TASSO e.V. kooperierten Projekten auch schon bisher gelehrten schonenden Kastrationsmethode
  • Unterweisung von Freiwilligen und mittellosen Tierbesitzern in der Infrastruktur der CNR Bridge Trainings Projekte, um Brücken zu bauen und weite Bevölkerungsanteile zu erreichen (CNR - Catch = fangen von Straßentieren, Neuter = kastrieren, Release = freilassen)
  • Aufbau einer Medien-Präsenz
  • Erreichen eines erhöhten Bewusstheitsgrades bei Bevölkerung, Politik und Medien über das Tier als fühlendes Wesen im Sinne des seit Dezember 2009 geltenden Vertrags von Lissabon  (Artikel 13 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union)
  • Impfaktion als Schutz für Tier und Mensch
  • Folglich Sensibilisierung des EU-Beitrittskandidaten Montenegro für einen humanen Umgang mit Tieren

Vorgehen

  • Primär auftragsgemäß CNR Bridge Trainings, die in ihrer gesamten Tragweite so wie in Litauen und Lettland bei regelmäßiger Ausführung und Wiederholung nachhaltige Effekte auf allen Ebenen zeitigen.
  • Wenn budgetär möglich, Verhandlungen mit den montenegrinischen Behörden hinsichtlich eines neuen TSG entsprechend den Normen z.B. des derzeit geltenden österreichischen Tierschutzgesetzes, wie es in Litauen im Rahmen einer Tierschutz-Konferenz 2011 auf die politische Agenda kam und schließlich beschlossen wurde.

Partner

Gudrun Koller, Ehefrau des derzeitigen österreichischen Generalkonsuls in München, hat in der Amtszeit ihres Mannes als österreichischer Botschafter in Vilnius, Litauen, von 2009 bis 2013 den Tierschutz in Litauen auf- und ausgebaut. Seit sie 2013 nach München umgezogen ist, führt sie ihre Brücken bildenden Trainingsprojekte in Kooperation mit TASSO e.V. durch.

So können Sie helfen!
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Das BRIDGE-Projekt

In einem BRIDGE-Trainingsprojekt, das etwa zehn Tage dauert, werden mehr als 200 Straßentiere kastriert. Ein Tierarzt zeigt jungen Tierärzten und Assistenten schonende Techniken bei Operationen. Gudrun Koller ist zuständig für die Infrastruktur des Bridgeprojektes und übernimmt das OP-Management.
 
Darüber hinaus werden etliche Bürger in die Projektstruktur einbezogen. Halter von Kettenhunden oder aber alte Damen, die Straßenkatzen betreuen und für die Projekte einfangen, Leiter und Helfer von Tierschutzorganisationen und viele andere werden dabei in der Infrastruktur eines gelungenen Kastrationsprojektes unterwiesen.
 
Im Sinne von TASSO führt Gudrun Koller auch Gespräche mit den Behörden vor Ort, um die geordnete Identifikation und Kennzeichnung der Straßen- und Haustiere voranzutreiben und mit TASSO zu vernetzen.

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