TASSOs Engagement im Donaudelta

In mehreren Schritten zum Erfolg

Projekt in Kürze

Die Stadt Sulina ist die einzige Stadt im rumänischen Teil des Biosphärenreservates Donaudelta. Sie ist nur mit dem Schiff erreichbar, da sie nicht an ein Straßennetz angebunden ist. Etwa 4.000 Menschen leben in Sulina, etwa 20.000 im gesamten rumänischen Teil des Donaudeltas.

Die Region hat ein großes Problem mit streunenden Hunden und Katzen, die entweder auf der Straße geboren oder von ihren Haltern ausgesetzt worden sind. Ein Tierheim oder eine Tierklinik gibt es nicht. Auch die Vierbeiner, die eine Familie haben, sind häufig nicht geimpft oder registriert und schon gar nicht kastriert. Das Tollwutrisiko im Donaudelta ist aufgrund der vielen Schakale und anderen Wildtiere eines der höchsten in ganz Europa. Durch fehlende Impfungen und zahlreiche Streunertiere verbreitet sich die Tollwut und stellt auch eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Die TASSO-Projekte in Rumänien laufen in mehreren Schritten ab. Zunächst steht das Monitoring der Hundepopulation im Fokus, anschließend werden die Tiere gekennzeichnet, registriert und geimpft, dann folgen die Kastrationen. Darüber hinaus setzt TASSO auf eine Förderung der Adoptionskultur vor Ort sowie auf Erziehung und Bildung und besucht vor jeder Aktion mit seinem Partnerverein READC Schulen, um den Schülern Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere zu vermitteln. Auch angehende Tiermediziner bindet TASSO mit Universitätspraktika in die Arbeit ein. Sie unterstützen die Aktionen vor Ort.  

Ablauf des Projekts im Donaudelta

Im Jahr 2015 startete der Projektkoordinator Marin Bleidner die Zusammenarbeit mit der Schließung eines Kooperationsvertrages zwischen TASSO, dem Tierarzt Dr. Nan Ionel, dem Bürgermeister der Stadt Sulina und regionalen Kommunen. Gemeinsam mit dem Verein READC wurde im Jahr 2015 zunächst die Population der Tiere erfasst. Zudem wurde damit begonnen, die Hunde zu kennzeichnen, zu registrieren und die in Rumänien verpflichtende Tollwutimpfung durchzuführen. Im Jahr 2016 wurden dann im Frühjahr und im Herbst im ganzen Gebiet Hunde eingefangen, gekennzeichnet, registriert und zusätzlich im Herbst wieder die Tollwutimpfungen durchgeführt. Für viele Menschen vor Ort war die Aktion eine große Erleichterung, denn sie sind häufig schon älter und viele Rentner konnten sich diese Maßnahmen nicht leisten.

Aktionen im Jahr 2017

Im Juli 2017 ist TASSO in einer Ad hoc-Aktion spontan nach Sulina gereist, weil wir erfahren haben, dass in Sulina Hundefänger beauftragt worden waren, um 200 Straßenhunde einzufangen und wegzubringen. Eine große Gefahr für unser Projekt. Einige Jahre lang war die Stadt vor Hundefängern verschont geblieben und die Streunerpopulation hatte zugenommen. Die Hundefänger hätten die Hunde in einem unklimatisierten Fahrzeug in das 70 Kilometer entfernte Tierheim Tulcea gebracht, da es in Sulina selbst kein Tierheim gibt. Die Tiere, die das überlebt hätten, wären nach spätestens zwei Wochen schweren Leidens getötet worden. Um das zu verhindern, sorgte TASSO dafür, dass klimatisierte Fahrzeuge eingesetzt wurden und schickte Helfer, die die Aktion überwachten. So wurden nur 60 Tiere gefangen und trafen nach dem langen Transport über Wasserwege lebend in der Tötungsstation in Tulcea ein. Damit sie dort überleben konnten, hat TASSOs Partnerorganisation READC sofort die Tiere adoptiert und sie nach und nach in ein autorisiertes privates Tierheim in Siebenbürgen gebracht. Dort wurden sie von unseren Tierärzten behandelt, für die Vermittlung vorbereitet und ein Zuhause für sie gesucht. Das Fangprogramm der Stadt Sulina konnte in zähen Verhandlungen mit dem Bürgermeister gestoppt werden.

Im Herbst 2017 führte TASSO mit seinen Partnern vor Ort eine großangelegte Kastrationsaktion mit einem beauftragten spezialisierten Tierärzteteam durch. 94 Tiere von bedürftigen Tierbesitzern und Streunertiere – es waren auch Katzen darunter –  konnten kastriert werden.

Aktionen im Jahr 2018

Auch im Frühjahr 2018 wurde eine Aktion initiiert, in deren Rahmen 71 Hunde und 40 Katzen in einer improvisierten Station gekennzeichnet, registriert und kastriert wurden. Zu dieser Zeit wurde unsere mobile Klinik, die in einem umgebauten Wohncontainer entstanden ist, geliefert. Sie befindet sich nun im Stadtzentrum von Sulina und ist Ausgangsort für weitere Aktionen. Im Herbst 2018 wurden darin 102 Tiere in fünf Tagen von unserem beauftragten Tierärzteteam rund um Dr. vet. Mircea Stefanache und Studenten, die an der Bukarester Universität Tiermedizin studieren, kastriert.

Grundsätzlich werden die Aktionen im Frühjahr und im Herbst durchgeführt. Im Herbst werden dann zusätzlich die Pflichttollwutimpfungen verabreicht. Jede Aktion wird durch Schulbesuche begleitet, in deren Rahmen jedes Kind die von TASSOs Partnerverein READC entwickelte Hundefidel erhält, die über den Umgang mit Vierbeinern aufklärt. Die Kinder bringen diese Informationen dann nach Hause zu Eltern und Großeltern.

Erfolgsmodell Donaudelta

Das nachhaltige Prinzip „Monitoring, Kennzeichnung, Registrierung, Impfung, Kastration und Bildung der Bevölkerung“ in Verbindung mit konstanter Hilfe hat die Straßenhundpopulation in der Region radikal reduziert. Nachweisbar wurde mehr Sicherheit für die Bürger geschaffen und das Leid der Tiere beendet. Der Bürgermeister von Sulina hat jetzt verstanden, dass Hundefangaktionen und Tötungen teuer und ineffektiv sind. Die Strategie von TASSO ist die richtige und die preiswerteste für die Stadt Sulina. Das unterstreichen auch die Zahlen. Schätzungsweise 95 Prozent der Hunde im Donaudelta sind gekennzeichnet, registriert und geimpft. Seit dem Jahr 2017 mussten im Einsatzgebiet keine Hundebisse behandelt werden. Auch in Sulina sind jetzt schon über 50 Prozent der Hunde kastriert.

„Die Zahlen zeigen, dass unser System funktioniert“, sagt Petra Zipp, die bei TASSO für den Auslandtierschutz zuständig ist. „Mit diesem Konzept wäre die Streunertierproblematik in ganz Rumänien und auch in anderen Ländern human und effektiv lösbar. Leider stehen dem immer noch die nur an Geld interessierte Hundefängermafia, große Korruption und die nicht am Tierschutz interessierte Politik im Wege. Über die rechtlichen Aktivitäten von TASSO und seinen Partnern werden wir in Kürze je nach Fortschritt berichten.“

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