TASSO-Projekt in Targu Mures

Erfolgreiches Straßenhundmanagement durch städtisches Tierheim

Targu Mures oder auch Neumarkt am Mieresch ist eine Stadt in Siebenbürgen mit ca. 125.000 Einwohnern. Sie ist Hauptstadt des Kreises Mures. Im Jahr 2010 waren dort wie in vielen anderen Städten Rumäniens noch Hundefänger tätig, die aus Brasov bestellt wurden. Ein tierfreundlicher Vizebürgermeister stellte diese Praxis ab und nahm Kontakt mit dem Tierschutz auf. Es wurde ein Tierheim für etwa 150 Hunde mit einer kleinen Tierarztpraxis errichtet. Ab diesem Zeitpunkt wurden Hunde nur noch auf Beschwerden hin von Tierheimmitarbeitern von der Straße geholt. Emilia, die Tierheimleiterin, und der stundenweise beschäftigte Tierarzt Bogdan haben ein Herz für Hunde. Die zurzeit drei Mitarbeiter sind hundefreundlich und gehen vernünftig mit den Hunden um. Inzwischen ist eine Quarantäne mit vier großen geschützten Boxen entstanden. Lichtstreifen im Dach machen den ehemals düsteren Zwingertrakt heller und freundlicher. Ein Erweiterungsbau ersetzt nun alte rostige Käfige und einen Schuppen. Die Anlage ist sauber und ordentlich, die Hunde sind im Rahmen der Möglichkeiten gut versorgt. Allerdings gibt es keine beheizten Räumlichkeiten für die Hunde, die natürlich im harten rumänischen Winter sehr leiden. TASSO unterstützt mit wetterfesten Hütten, die nach und nach die alten ersetzen.

In der kleinen Tierklinik werden die Tiere behandelt und kastriert. Aber auch hier gibt es einen Wermutstropfen, die Stadt stellt tiermedizinisches Material und Futter nur im bescheidenen Rahmen zur Verfügung. Deutsche Spenden sind daher willkommen und werden von TASSO organisiert. Seit Sommer 2018 liefert TASSO neben Futterspenden von Tierfreunden und Tierheimen regelmäßig gutes Hundefutter der Firma Interquell. Happy Dog sponsert die Transportkosten. Auch die notwendigen tiermedizinischen Bedarfsartikel werden organisiert, vor Ort gekauft oder nach Targu Mures geschickt.

Katzen kann das Tierheim leider nicht unterbringen, aber es gibt den Kontakt zu einem kleinen privaten Katzenhaus. Die Tierschützerin Ramona (Facebook-Seite Life4Cats-Rescue) nimmt Notfälle auf, kastriert Katzen und vermittelt vor Ort. Auch sie wird von Zeit zu Zeit mit Hilfsgütern unterstützt.

Zusammenarbeit zwischen TASSO und dem Tierheim Targu Mures verhindert Tötungen

Im Jahr werden rund  500 Hunde im Tierheim aufgenommen. Die Zahl hält sich in Grenzen, da es ja kein auf Stückzahlen gerichtetes Hundefängergeschäft mehr gibt. Um Einschläferungen wegen Überbelegung zu vermeiden, wird zum einen die Adoptionskultur vor Ort gefördert, zum anderen aber auch die Verlegung von Tieren in deutsche Tierheime praktiziert. Ziel ist es, langfristig alle Tiere an neue Halter im Land zu vermitteln. Gäbe es derzeit diese Vermittlung ins Ausland nicht, wäre Targu Mures aus Kapazitätsgründen kein No-Kill-Shelter mehr. Die Adoptionszahlen im Land sind noch nicht ausreichend, werden aber ständig besser.

Partnerschaftsvertrag zwischen TASSO und der Stadt Targu Mures

Der Bürgermeister ist sehr stolz auf die Bewältigung des Streunerhundeproblems in seiner Stadt und hat am 3. Mai 2018 eine feste Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit TASSO geschlossen. Dieser Vertrag ersetzt den Freundschaftsvertrag von 2010 und setzt die mehrjährige gute Zusammenarbeit auf einer soliden Grundlage fort. Freilaufende Hunde sieht man in Targu Mures inzwischen nur noch selten. „Es zeigt sich wieder einmal, dass ein vernünftiges Hundemanagement das Streunerhundeproblem human und effektiv lösen kann“, sagt Petra Zipp, die bei TASSO für den Auslandstierschutz zuständig ist. Sie fügt hinzu: „In Städten benötigt man ein funktionierendes Tierheim so wie in Deutschland zur Unterbringung von Tieren in Not mit funktionierender Vermittlung vor Ort, damit herrenlose Tiere nicht auf der Straße landen. Hier setzt unsere Beratung an.“ 

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