Tipps für den Welpenkauf

Einige Kriterien sollten beachtet werden

Eine Welpe sitzt im Stroh. © Heike Raithel
Wer einen Welpen kauft übernimmt ein Hundeleben lang die Verantwortung für das Tier.

Die Anschaffung eines Hundes sollte nur wohlüberlegt erfolgen, schließlich übernimmt man die Verantwortung für das Tier ein ganzes Hundeleben lang. Spontankäufe sollten daher in jedem Fall unterbleiben. Grundsätzlich sollte der erste Weg ins Tierheim führen. Hier warten zahlreiche Hunde, auch Rassehunde und Welpen, sehnsüchtig auf ein neues Zuhause. Unser Online-Tierheim shelta  hilft Ihnen bei der Suche nach einem vierbeinigen Weggefährten.
 
Ist dennoch die Entscheidung für einen Rassehund gefallen, sollten bei der Auswahl und dem Kauf die folgenden Kriterien beachtet werden:

Der Preis

Für einen Rassehund von anerkannten Züchtern zahlt man ab 600 Euro und mehr. Alles was deutlich darunter liegt, ist nicht marktüblich und daher unseriös. Viele dieser angebotenen Welpen kommen aus Osteuropa und stammen aus tierschutzwidrigen Vermehrungsanstalten. Deshalb Finger weg von Angeboten im Internet zu Schnäppchenpreisen. Hier handelt es sich eindeutig um Wühltischwelpen.

Welpen aus dem Ausland

Seit dem 29. Dezember 2014 dürfen Hundewelpen nur dann aus dem Ausland nach Deutschland verbracht werden, wenn sie über einen gültigen und dokumentierten Impfschutz gegen Tollwut verfügen. In der Praxis bedeutet dies, dass Welpen, die aus dem Ausland stammen, erst ab einem Alter von 15 Wochen nach Deutschland transportiert werden dürfen, da die Tollwutimpfung in der Regel erst im Alter von 12 Wochen durchgeführt werden kann und es danach 21 Tage dauert, bis der Impfschutz wirksam wird. Welpen aus dem Ausland, die jünger als 15 Wochen sind und hier angeboten werden, wurden illegal nach Deutschland gebracht.

Darüber hinaus benötigt seit August 2014 jeder, der Hunde aus dem Ausland nach Deutschland verbringt, um sie hier gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung abzugeben, der Erlaubnis der zuständigen Behörde (Veterinäramt). Dies gilt nicht nur für gewerbliche Händler, sondern auch für Privatpersonen. Lassen Sie sich in jedem Fall die entsprechende Erlaubnis zeigen.

Das Angebot

Wie viele Rassen hat der Händler im Angebot? Seriöse Züchter bieten in der Regel nur eine, höchstens zwei Rassen an und haben nicht mehr als drei Würfe pro Jahr. Bei mehr als zwei Rassen und mehr als vier Würfen im Jahr ist äußerste Vorsicht geboten. Hier handelt es sich nicht um Züchtung, sondern um Welpenvermehrung, die größtes Tierleid zur Folge hat.

Der Verkaufsort

Auf Parkplätzen, Rastplätzen, Märkten, dreckigen Höfen? Aus dem Bus, Kofferraum, Pappkarton oder Drahtkäfig heraus? Will man Ihnen den Welpen vorbeibringen? Ein weiteres Indiz für Welpenhandel. Vorsicht insbesondere bei Angeboten im Internet! Die Übergabe sollte immer zu Hause bei dem Züchter erfolgen.

Sehen Sie das Muttertier?

Lassen Sie sich das Muttertier unbedingt zeigen. Bei unseriösen Händlern werden Sie es nicht zu Gesicht bekommen, da die Welpen in den meisten Fällen aus Osteuropa stammen und die Mutterhündinnen dort zu reinen Gebärmaschinen degradiert wurden. Wenn doch, beobachten Sie, ob das Muttertier liebevoll mit den Welpen umgeht, ob die Kleinen zum Beispiel säugen dürfen. Haben Sie den Eindruck, dass es sich um die eigenen Welpen handelt? Verstößt das Muttertier den Welpen, hat es kein Interesse an ihm, entfernt es sich von ihm? Dann können Sie davon ausgehen, dass es sich nicht um die leibliche Mutter handelt. Der Welpenhändler präsentiert Ihnen eine Alibi-Hündin. Keinesfalls kaufen!

Wie sehen die Welpen aus?

Sind die Kleinen dünn oder durch Würmer aufgebläht? Liegen sie apathisch in der Ecke oder zeigen ein ungewöhnliches Verhalten? Ist das Fell dreckig und stumpf? Fiepen die Kleinen, oder geben sie sogar keinen Laut von sich? Sind sie neugierig und aufgeweckt, wie man es von einem jungen Hund erwartet? Steht Wasser und Futter in der Nähe? In der Regel sind Wühltischwelpen krank und hatten in ihrem bisherigen Leben keine Chance auf eine artgerechte Sozialisation. Viele überleben die ersten Lebensmonate nicht. Wenn doch, muss der Käufer mit horrenden Tierarztkosten rechnen und das vermeintliche Billigangebot wird schnell zur Kostenfalle.

Das Alter

Bei der Abgabe sollten die Welpen mindestens acht Wochen, idealerweise zehn Wochen, alt sein. Erst in diesem Alter sind sie so weit entwickelt, dass sie von der Mutter und den Wurfgeschwistern getrennt werden können. Eine Abgabe unter acht Wochen stellt einen Verstoß gegen § 2 Abs. 4 der Tierschutz-Hundeverordnung dar.

Stellt der Verkäufer Fragen?

Ein seriöser Züchter möchte wissen, in welche familiären und häuslichen Verhältnisse der Welpe kommt. Werden keine Fragen gestellt, geht es nur ums Geldverdienen.

Gibt es einen Kaufvertrag?

Wenn ja, enthält er Namen, Adresse und eine Haftung des Verkäufers? Ist der Kaufpreis genannt?

Die Verhandlung

Möchte man Sie mit Begriffen wie „Ratenzahlung, Rabatt, Lieferung frei Haus, Verhandlungssache” bei der Kaufentscheidung beeinflussen, können Sie in der Regel davon ausgehen, dass Sie es mit unseriösen Hundehändlern zu tun haben. Diese Händler drängen auf einen schnellen, sofortigen Abschluss, ein weiterer Besuch ist nicht erwünscht.

Mitleidskäufe

Kaufen Sie kein Tier aus Mitleid. Jedem gekauften Welpen folgt ein neuer nach. Mitleidskäufe sind von den unseriösen Welpenhändlern einkalkuliert und unterstützen das Geschäft mit der Ware Hund.
 
Schützen Sie sich vor den skrupellosen Machenschaften der unseriösen Welpenhändler und verhindern Sie weiteres Tierleid!

Das können Sie aktiv tun

1. Aufklären und informieren
Informationen an Hundefreunde weitergeben. Nur wenn es gelingt, die Nachfrage nach Hundewelpen zu stoppen, haben wir eine Chance, diesen Schwarzmarkt auszutrocknen. Aufklärung ist die einzige Chance!
 
2. Zur Anzeige bringen
Sie fühlen sich von einem Welpenhändler betrogen? Gerne gibt Ihnen unsere Rechtsanwältin Tipps, wie Ihre Anzeige Aussicht auf Erfolg hat.
 
3. Nicht kaufen!
Vertrauen Sie nur seriösen Tierschutzorganisationen (Inland wie Ausland), Tierheimen und Züchtern. Vorsicht auch im Internet! Das Positionspapier von TASSO kann eine erste Orientierungshilfe bei der Anschaffung eines Hundes sein.

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