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Hundehaltung

von Katharina S.

Sehr geehrte Frau Fries, ich habe da mal eine Frage! Ich bin heute am Strand in Eckernförde (Schleswig-Holstein) spazieren gegangen und dort ist der Freilauf für Hunde zur Zeit erlaubt. Plötzlich kamen zwei Hunde friedlich auf meinen Hund zugelaufen, alles harmlos, alles ok. Nur ich bemerkte, dass diese beiden Hunde (ein Altdeutscher Schäferhund und ein Husky) zusammen an einem Halsband liefen. D.h. der Schäferhund hatte ein Halsband und der Husky war durch ein Ziehhalsband an ihm befestigt. Meiner Meinung nach gab der etwas ältere (Vermutung) Schäferhund den Weg an, der jüngere Husky (Vermutung) "hatte" zu folgen. Es war kein schöner Anblick, ich hatte das Gefühl, der Husky wurde durch die Gegend gezerrt. Dann lief der Schäferhund ins Wasser, der Husky musste folgen. Die Halterin war einige hundert Meter entfernt. Als ich die Halterin ansprach und fragte, ob dies so sein muss, erwiderte Sie mir: Ja, der Husky würde sonst weglaufen, er braucht ja auch mal Auslauf und die Hunde wären es so gewohnt, von klein an. Sie würde ihn ja auch mal frei laufen lassen, aber hier würde er vielleicht zur Straße laufen. Und der Husky ginge auch nicht gern ins Wasser ... Und ich antwortete: Das sehe ich, denn der Schäferhund lief ins Wasser und der Husky wurde nun hinterhergezogen, ob er wollte oder nicht. Ich sprach Sie darauf noch einmal an, dass ich dies als Quälerei empfinde, aber als Antwort erhielt ich, ich sollte mich mal über Huskys informieren, ich hatte keine Ahnung und das ginge mich im übrigen nichts an. Sicher ist so eine "Zweierleine" bei zwei Hunden üblich, wenn man sie an der Leine hat, aber wenn die Hunde frei laufen können, müsste man sie dann nicht trennen? Ich habe der Dame vorgeworfen, es sieht wie Tierquälerei aus, da der Husky ja nicht so richtig seinen eigenen Weg verfolgen kann und permant von dem andere gezogen und eigentlich auch gewürgt wurde. Sie meinte, das Halsband wäre ja nicht stramm ... Im übrigen denke ich, wenn die Hunde so "zusammen" frei laufen, könnte es mit einem dritten Hund vielleicht auch mal schief gehen, denn die Halterin ist ja außer Reichweite, um etwas zu regeln ... Was denken Sie? Ist dieses Zusammenhängen im Freilauf erlaubt? Ich empfand es für den Husky als Quälerei. Die Geschichte geht noch weiter. Ich habe mir dann die TASSO-Marke des Hundes versucht zu merken (ich glaube, ich weiß Sie auch), habe noch mal auf die Frau eingeredet und eine weitere Hundebesitzerin am Strand auf die Situation aufmerksam gemacht, die "Zeugin" fand das Verhalten auch nicht gut ... Ich habe erklärt, ich würde mich an TASSO wenden oder sie anzeigen ... Sie ging dann weg und kam später mit der Polizei und wollte mich wegen Belästigung anzeigen! Also die Personalien liegen jetzt in Eckernförde vor, einer der beiden Polizisten sprach von Kindergeburtstag und tat als lächerlich ab ... Aber das alles führt auch zu weit. Also, noch einmal zur Frage: Was denken Sie? Ist dieses Zusammenhängen im Freilauf erlaubt? Ich empfand es für den Husky als Quälerei. Denn sobald der Schäferhund stoppte, lief, sich umdrehte, wurde der Husky mitgezogen. Über eine Antwort würde ich mich freuen! Katharina S.

Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries
Foto: © Ann-Kathrin Fries

Antwort von Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries

Ich kann Ihre Bedenken, ob dies Art des „Freilaufs“ für den Husky artgerecht ist, gut nachvollziehen. Verbindlich bewerten muss dies das zuständige Ordnungs- und/oder Veterinäramt, da diese Behörden für Überwachung der artgerechten Tierhaltung zuständig sind und bei Verstößen entsprechende Auflagen und Sanktionen verhängen können. Eine strafbare Tierquälerei liegt meines Erachtens nicht vor, da eine solche gemäß § 17 Tierschutzgesetz vorliegt, wenn ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet wird oder einem Wirbeltier „aus Roheit erhebliche Schmerzen oder Leiden“ oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden“ zugefügt werden. Dafür ergeben sich aus der Schilderung jedoch keine realistischen Anhaltspunkte. In Betracht könnte aber eine nicht artgerechte Haltung des Huskys kommen und damit ein gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung, der dann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden könnte. Auch die Gefahr für einen dritten Hund, der bei einem Vorfall zwischen die Leinen geraten und „gefangen“ sein könnte, ist zu beachten. Wenden Sie sich an das zuständige Veterinäramt schildern den Fall dort und bitten um Prüfung. Wenn Sie den Namen und die Daten der Zeugin haben, geben Sie Daten auch mit an.

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