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Versicherung will nicht bezahlen

von I:-Dagmar H.

Guten Tag, ich habe eine Frage bzgl. des Hundes. Ist ein Hund eine Sache oder gibt es mittlerweile nicht ein Gesetz, das besagt, dass der Hund ein Lebewesen und keine Sache ist? Es geht um folgenden Vorfall: Im Jan. 2014 war ich auf Besuch bei meiner Freundin in Freiburg. Am Samstag, 25.01.14 ereignete sich folgender Vorfall, den meine Freundin verursacht und ihrer Haftpflichtversicherung als Schaden meldete. Hier die Beschreibung des Vorfalles. Frau H. war am WE zu Besuch bei mir. Am Samstag, 25.01.14 um ca. 18.45 Uhr haben wir gemeinsam ihre beiden Hunde ausgeführt, um anschließend eine gemeinsame Freundin mit dem Kfz von Frau H. zu besuchen. Frau H. hat mir ihren Autoschlüssel gegeben, damit ich die Gastblumen, Handtaschen etc. im Vorderbereich platziere, während sie sich noch den Hunden widmete. Nach dem Einladen half ich Frau H. den älteren, schwereren Hund in die Hunde Box einzuladen, weil sie Rückenschmerzen hatte. Frau H. hat währenddessen den Welpen in die Hunde Box gelegt, und die Hundeboxen verschlossen. Ich legte die Hundeleine rechts neben die Hunde Box. Da ich in dieser Hand auch noch den Autoschlüssel hatte, ist wohl die Verriegelung ausgelöst worden. Nach dem Schließen des Kofferraums war das Auto verriegelt und wir mussten mit Entsetzen feststellen, dass sich der Autoschlüssel im Wageninneren befand. Dem herbeigerufenen ADAC-Service-Mitarbeiter war es trotz fast 2-stündiger intensiver Bemühungen nicht möglich, den Wagen zu öffnen. Wir mussten unter anderem leider wg. der steigenden Minusgrade und der sich im Auto befindlichen Hunde (darunter der Babyhund), die rückwärtige rechte Scheibe einschlagen lassen. Außerdem wurden bei dem Versuch, den Wagen zu öffnen, die Fahrertür, die Türdichtung und der Türrahmen beschädigt. Weitere Öffnungsversuche fanden an der hinteren rechten Tür, am Kofferraum sowie mit dem Ausbau der rechten Rückleuchte statt. Frau H. muss schnellstmöglich das Auto zur Reparatur bringen. Alle Unterlagen hierzu erhalten Sie schnellstmöglich. Die Versicherung weigert sich für den Schaden von knapp 2000 € aufzukommen. Das Leben der Hunde spielt offensichtlich keine Rolle, Geld ist wichtiger! Sehen Sie eine Möglichkeit für uns, oder ist ein Hund/Welpe der Willkür einer Versicherung ausgeliefert? Wir bitten um Ihre Unterstützung in Form von Beratung oder anderer Möglichkeiten. Im Voraus vielen Dank.

Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries
Foto: © Ann-Kathrin Fries

Antwort von Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries

Um zunächst Ihre Eingangsfrage zu beantworten: § 90 a BGB besagt, „Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.“ Die Beantwortung der zweiten Frage, also ob und in welcher Höhe Ihre Freundin bzw. die Haftpflichtversicherung Ihnen den entstandenen Schaden zu ersetzten hat, ist ohne Kenntnis der Einzelheiten und Prüfung der vorhandenen Unterlagen leider nicht so einfach möglich. Insbesondere die Begründung der Versicherung für die Ablehnung der Kostenübernahme ist zu prüfen. So ist es z.B. ein Unterschied, ob die Versicherung die Zahlung ablehnt, da weil dieser Fall nicht versichert ist oder ob die Verursachung des Schadens durch Ihre Freundin verneint wird, da das Verschließen allein, noch keinen Schaden an Ihrem Wagen angerichtet hat, oder ob die Versicherung den Sachverhalt bezweifelt, also eigentlich davon ausgeht, dass nicht Ihre Freundin, sondern Sie selbst Ihren eigenen Wagen verschlossen haben, etc. Da es sich um eine recht große Summe handelt, lassen Sie sich über die Rechtslage und gegebenenfalls über die Erfolgsaussichten und das Kostenrisiko eines Prozesses anwaltlich beraten, wobei bei der Überlegung den Schaden einzuklagen unter anderem auch zu bedenken ist, dass Sie letztlich Ihre Freundin (und nicht die Versicherung) verklagen müssten.

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