Beziehung und Bindung zwischen Mensch und Hund

So geben Sie Ihrem Hund eine bessere Orientierung und mehr Sicherheit

Mittelgroßer Hund mit seinem Menschen beim Spaziergang an der Leine. © TASSO

Zu den Begrifflichkeiten, die in Gesprächen unter Hundehaltern oft verwendet werden, gehören definitiv (Mensch-Hund-)Beziehung und Bindung. Auch aus dem menschlichen Miteinander sind sie nicht wegzudenken. Bei „Beziehung“ denken viele in erster Linie an (Ehe-)Partner. Doch Beziehungen haben wir zahlreiche – ganz gleich, ob zu Arbeitskollegen, Bekannten, Kunden, zur Nachbarschaft etc.

Bindung meint hingegen ganz exklusive Verbindungen. Verbindungen, die so einfach nicht vergleichbar oder gar durch eine andere ersetzbar sind. Wenn solch eine Bindung zwischen Mensch und Hund entsteht, dann ist das etwas Besonderes und Einmaliges - wie ein unsichtbares Band.

Darum ist eine gute Hund-Mensch-Bindung wichtig

Voraussetzung für eine gute Bindung bzw. Beziehung ist, dass ein entsprechendes Vertrauensverhältnis vorhanden ist. Das hat ganz und gar nichts damit zu tun, Gehorsam im Sinne von „Sitz“, „Platz“, „Fuß“ zu trainieren. Vertrauen entsteht vor allem dann, wenn ein Hund spürt, dass er verstanden wird und dass man sein Ausdruckverhalten und seine Körpersprache lesen und deuten kann.

Zu den Bedürfnissen von Hunden gehört außerdem, klare Strukturen zu erhalten. Davor scheuen einige Hundehalter zurück, dabei geben gerade diese einem Hund einen Rahmen und Orientierung. Es gilt, die Regeln, die Hundehalter aufstellen, sinnvoll auszuwählen. Sie dienen dazu, dass der Hund Halt und Sicherheit erhält und haben nichts mit einem „Herumkommandieren“ zu tun.

Wer trifft die Entscheidung?
Nehmen wir ein klassisches Beispiel, die Leinenführigkeit. Angenommen, mir ist es als Hundehalter gleich, ob der Hund an der Straße rechts oder links läuft, ob er zwischendurch die Seite wechselt, mir dabei vor die Füße gerät etc. Dann trifft der Hund zwangsläufig die Entscheidung und geht mehr oder weniger seinen Interessen nach. Das wird er erst recht auch bei Hundebegegnungen tun, was dann in der Regel keine Freude macht, wenn er dann beispielsweise Richtung anderer Hund schießt und kaum zu halten ist. Es ist also sinnvoll, bereits im Alltag ohne große Ablenkung darauf zu achten, dass sich mein Hund nach Vorgabe mit lockerer Leine auf einer vorgegebenen Seite bewegen kann.

Letztendlich geht es vor allem darum, dass sich ein Hund an seiner Bezugsperson orientiert. Dann lassen sich auch ablenkungsreiche Situationen gut meistern. Je klarer die Führung für den Hund ist, umso mehr wächst das Vertrauen in den Menschen, dass dieser kluge Entscheidungen trifft und dass sich der Hund auf ihn verlassen kann.

Souveränität ist ein entscheidender Punkt
Ich bin nur dann wirklich glaubwürdig für meinen Hund, wenn ich sicher und gelassen agiere. Wieso sollte sich der Hund an jemandem orientieren, der nervös wird, hektisch von einem Bein aufs andere tippelt und der sehr aufgeregt ist? Es ist im Grunde genommen nicht anders als bei uns Menschen: Wir halten uns doch auch lieber an jemanden, der kompetent ist, der weiß, was er tut, der keine Fragezeichen aufkommen lässt. Würde beim Autofahren der Beifahrer sagen: „Hier müssen wir rechts abbiegen, ach, nein, doch lieber links, eventuell kommen wir aber auch zum Ziel, wenn wir geradeaus fahren“, dann ist das alles andere als vertrauenserweckend.

Wer vorne ist, ist in der Zuständigkeit
Ein kurzer Satz, der es in sich hat und der so aussagekräftig ist. Wenn ich meinen Hund permanent vor mir lasse, ganz gleich, ob Menschen- oder Hundebegegnung, dann ist es aus seiner Sicht nur logisch, dass er übernimmt. Er checkt die Lage, schaut, wer sich nähert. Wir sind hintendran – manchmal eher wie ein Anhängsel, anstatt derjenige zu sein, der führt. Es ist auch möglich, aus einer hinteren Position zu führen, wenn man sehr erfahren ist, doch einfacher machen es sich Hundehalter in der Regel, wenn sie den Bereich vorne übernehmen, da sie dann auch deutlich frühzeitiger tätig werden können.

  • Nehmen wir folgendes Beispiel: Sie gehen mit Ihrem Hund durch die Straßen eines Wohngebietes. An einer Kreuzung guckt der Hund zuerst um die Ecke und wer kommt da? Ein anderer Hund, genauer gesagt, der Erzfeind! Ein Bellkonzert ist sofort entfacht. Nun kann man mehr oder weniger nur noch für Schadensbegrenzung sorgen. Sinnvoller ist allerdings, vorausschauend zu agieren. Das ist das, was Hunde überzeugt: Wenn wir Verantwortung übernehmen.

Nähe und gemeinsamer Spaß
Für eine harmonische Beziehung heißt es, Einsatz zu bringen und sie zu pflegen. Das Miteinander in Form von Nähe und Spaß sollte keinesfalls zu kurz kommen. Man kann sich beim Gassigehen mal zusammen ins Gras setzt und der Hund wird geschmust. Das ist etwas, was häufig eher im Haus geschieht, doch gerade draußen wirkt es oftmals als verbindendes Element.

Gemeinsame Erlebnisse sind außerdem entscheidend. Das kann beinhalten, den Hund unterwegs eventuell mal das ein oder andere Hindernis überwinden zu lassen. Das macht Mensch und Hund stolz! Auch gemeinsames Spiel (gerne ohne Gegenstand) ist sehr förderlich für die Mensch-Hund-Beziehung.

Schutz geben
Ein ganz entscheidender Faktor in Bezug auf das Vertrauensverhältnis ist es, seinem Hund situativ Schutz zu gewähren. Das kann der Fall sein, wenn der eigene Hund durch einen anderen Hund stark bedrängt wird. Es ist auch dann sinnvoll, wenn fremde Menschen den Hund anfassen, ohne dass dieser es angenehm findet. Vor allem, wenn der eigene Hund in Begegnungen nicht ausweichen kann und seine Individualdistanz unterschritten wird, ist Unterstützung vonnöten. Dann gilt es den eigenen Hund hinter sich zu nehmen und das Gegenüber bestimmt und deutlich auf Abstand zu bringen.


Wer mehr darüber erfahren möchte, was Hundehalter dafür tun können, damit eine gefestigte Bindung zum Hund entsteht, kann sich an die Hunde-Akademie Perdita Lübbe (www.hundeakademie.de) wenden.

Text: Frauke Loup, Trainerin bei der Hunde-Akademie in Darmstadt

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