Die Gefahr der Aufnahme von Giftködern vermindern

Ein Gastbeitrag von Frauke Loup von der Hunde-Akademie Perdita Lübbe

© Pixabay
Ein Hund auf der Suche nach Nahrung.

Die Sorge, dass unsere Hunde draußen etwas Schädliches fressen, wächst mit jeder Meldung über einen aufgrund von Giftködern erkrankten oder verstorbenen Hund. Hunde kennen kaum Sättigungsgefühl und fressen, was sie finden. Abtrainieren lässt sich das nicht, aber in gewissem Maße kann der Halter Einfluss nehmen.

Nahrungssuche verhindern

So simpel es klingt, so effektiv ist es: Der entscheidenden Punkt ist das Miteinander bei Spaziergängen. Wenn der Halter währenddessen ausschließlich mit seinem Handy beschäftigt ist, wird der Hund seine eigenen Interessen verfolgen und sich zum Beispiel auf Nahrungssuche begeben. Hilfreich ist es, wenn draußen ab und an kleine Übungen eingebaut werden und der Hund Aufgaben erhält, wie beispielsweise das Apportieren von oder die Suche nach Gegenständen. Meist erfahren die Vierbeiner jedoch, dass sie genau dann die meiste Aufmerksamkeit erhalten, wenn sie etwas Unerwünschtes tun und beispielsweise Müll aufsammeln. Schnell entsteht eine Art Wettlauf: Der Hund findet etwas, nimmt es auf, der Mensch wird darauf plötzlich aufmerksam und läuft schimpfend auf seinen Vierbeiner zu. Dieser ist wiederum besorgt, dass ihm die Beute streitig gemacht wird. Die Folge ist, dass der Hund sichern möchte, was er gefunden hat – entweder läuft er damit weg oder er frisst es direkt auf. Beobachten Sie daher ganz genau, wann Sie Ihrem Hund Beachtung schenken. Sind es die Momente, in denen er etwas Unerwünschtes tut? Oder ist es vor allem das positive Verhalten, das Anklang findet?

Trainingstipps gegen das „Staubsaugerverhalten“ Ihres Hundes

Weiterhin gilt zu bedenken, dass der Hund die menschliche Einflussnahme verstehen muss, damit sie etwas bewirkt. Das heißt, dass der Vierbeiner Ihr „Nein“ tatsächlich als Ausdruck eines Verbotes interpretieren kann. Und so gehen Sie vor: Üben Sie in gestellten Situationen ein Abbruchsignal. Hierdurch wird ohne Aufregung und Hektik klar und deutlich verhindert, dass der Hund an ausgelegte Leckereien geht. Legen Sie etwas Schmackhaftes auf den Boden und stellen Sie sich zwischen Ihren  Hund und die Ablenkung. Nähert sich der Vierbeiner, zeigen Sie stimmlich Ihren Unmut, beispielsweise durch ein energisches „Nein“, und gehen Sie mit deutlicher Körperspannung auf Ihren Hund zu, bis dieser zurückweicht. Respektiert der Hund Ihre Ansage, ist der nächste Schritt, mit ihm am „Köder“ vorbei zu gehen. Seien Sie gelassen und gleichzeitig aufmerksam, damit Sie schnell einwirken können, sobald der Hund einen Abstecher machen möchte. Orientiert er sich jedoch an Ihnen, loben Sie ihn mit ruhiger Stimme. Entscheidend ist, dass das Abbruchsignal (auch im Alltag) selten benutzt wird, aber wenn, dann überzeugend.

Klappt es zuverlässig, den Hund auf kurze Distanz zu unterbrechen, sobald er in Richtung Leckerei möchte, kann das Training auf große Distanz gestartet werden. Hierfür ist der Einsatz einer Schleppleine als eine Art „verlängerter Arm“ sinnvoll, so dass Sie auch auf mehrere Meter Entfernung Einfluss nehmen können. Es gilt zu verhindern, dass der Hund frisst und damit zum Erfolg kommt. Möchte er sich trotz stimmlicher Ansage dem ausgelegten „Köder“ nähern, erfolgt über die Schleppleine ein deutlicher Zupf. Ziel ist, dass der Hund sich vom Fressen abwendet, nicht jedoch, dass er in der Leine hängt und vorbeigezogen wird. Dann hat er nichts gelernt – wäre die Leine ab, würde er hingehen.

Mit Lob ans Ziel

Nach einer solchen Situation sollte der Hund beobachtet werden: Nimmt er Ihr „Nein“ ernst, macht einen Bogen um die Leckerei und hält Abstand, gibt es sehr viel Lob für ihn, denn es ist eine große Leistung für die meisten Hunde, etwas Fressbarem zu widerstehen. Dieses Training sollte an wechselnden Orten stattfinden.

Je mehr positive Rückmeldung Sie Ihrem Hund für erwünschtes Verhalten geben, desto mehr wird er dieses zeigen. In Workshops befassen wir uns mit der Giftköder-Thematik. Die teilnehmenden Hundehalter erhalten neben zahlreichen Informationen und Trainingstipps mit Hilfe von Videoaufnahmen ein Feedback zu ihrem Auftreten und ihrer Körpersprache.

Alle Informationen zur Hunde-Akademie Lübbe und Termine für Anti-Giftködertrainings finden Sie unter www.hundeakademie.de.

 

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