Bridge-Trainingsprojekte

Diplomatie unter Menschen zum Wohl der Tiere

Tierärzte kastrieren eine Katze. © Gudrun Koller
Kastrieren statt töten: Trainingsprojekte sollen Hundeleben retten.

Die CNR-Bridge-Trainingsprojekte, die von Gudrun Koller bereits 2011 ins Leben gerufen wurden, werden seit 2014 gemeinsam mit TASSO umgesetzt und weiterentwickelt. Diese Projekte sind ein wichtiger Bestandteil des Tierschutzes in Litauen und anderen osteuropäischen Ländern. Sie bilden eine Basis für die Erziehung der Bevölkerung zur verantwortungsvollen Haltung von Tieren und stellen Weichen für eine gute Zusammenarbeit zwischen Menschen, Politik und Tierschutz dar. Dabei stehen C („catch“), N („neuter“) und R („release“) für das Einsammeln, Kastrieren und wieder Freilassen beziehungsweise das Vermitteln von kastrierten Streunertieren an gute Besitzer. Und Bridge für die „Brücken“, die durch das Prinzip „Kastrieren statt Töten“ für ein verantwortungsvolles Miteinander zwischen Mensch und Tier entstehen.

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Neben der Aufklärung der Bevölkerung und der Kastration von Besitzer- und Straßentieren, soll auch die Kennzeichnung und Registrierung bei TASSO, sowie die Ausbildung von StudentInnen der tierärztlichen Berufe im Vordergrund stehen. Dabei sollen kleinere Eingriffe an Tierarzt-StudentInnen vermittelt werden und Assistenz-StudentInnen sollen so die nötige Praxis bekommen, um sich auch in Zukunft liebevoll und professionell für das Wohl der Tiere einzusetzen. Dieses Engagement wird zum Abschluss des Projektes mit einer Urkunde bestätigt und gewürdigt. 

Darüber hinaus werden jedes Mal etliche BürgerInnen in die Projektstruktur einbezogen. TierhalterInnen sowie Freiwillige, die Straßenkatzen betreuen und für die Projekte einfangen, LeiterInnen und Ehrenamtliche von Tierschutzorganisationen sowie viele andere werden dabei in der Infrastruktur eines gelungenen Kastrationsprojektes unterwiesen. Durch diese Zusammenarbeit von TierärztInnen und Bevölkerung soll gezeigt werden, dass in Tierschutzprojekten ein pfleglicher Umgang nicht nur mit den Tieren, sondern auch der Menschen untereinander vorgelebt werden muss.

Das wiederum verstärkt den Multiplikator-Effekt, den die CNR-Bridge-Projekte im Namen von TASSO so bekannt gemacht hat. Das Motto „Kastrieren statt Töten“ zieht somit immer weitere Kreise zum Wohl von Tier und Mensch.

Über Gudrun Koller
Gudrun Koller setzt sich bereits seit vielen Jahren für den Tierschutz in Litauen ein. In der Amtszeit ihres Mannes als österreichischer Botschafter in Vilnius, Litauen, von 2009 bis 2013 hat sie den Tierschutz in Litauen auf- und ausgebaut. So gab es im Mai 2011 die erste Tierschutzkonferenz des Baltikums in Vilnius, das Tierschutzgesetz wurde überarbeitet und modernisiert. Nach dieser Grundlagenarbeit begann sie statt Massenkastrationsprojekten, die CNR-Bridge-Trainingsprojekte als viel nachhaltigere Alternative aufzubauen. Seit sie 2013 nach München umgezogen ist, führt sie ihre Brücken bildenden Trainingsprojekte in Kooperation mit TASSO e.V. durch. Derzeit lebt sie in Wien und widmet sich mit und für TASSO e.V. aktiv der Umsetzung der CNR-Bridge-Trainingsprojekte. Warum Sie sich für den Tierschutz in Litauen einsetzt, können Sie hier nachlesen: Interview mit Gudrun Koller

Erfahrungsberichte

Um Ihnen einen weiteren Einblick in die Arbeit der CNR-Bridge-Projekte zu geben, haben wir für Sie alle Projekte in Kürze zusammengefasst und stellen Ihnen zusätzlich einige Erfahrungsberichte von TierhalterInnen und freiwilligen HelferInnen zur Verfügung.

Projekte in Kürze

  • Litauen: 2021

    Auch in diesem Jahr werden, die von Gudrun Koller entwickelten CNR-Bridge-Trainingsprojekte, in Zusammenarbeit mit TASSO weitergeführt. Dieses Jahr finden in drei litauischen Kleinstädten - Bijotai, Klaipėda und Lentvaris - jeweils für 2-3 Tage Kastrationsaktionen statt.

    So konnten bereits an den ersten beiden Wochenende in Bijotai und Klaipėda zahlreiche Hunde und Katzen kastriert werden. Darüber hinaus wurden auch kleinere Operationen und Impfungen durchgeführt. Tiere, die noch nicht gekennzeichnet und registriert waren, bekamen einen Transponder unter die Haut gesetzt und registriert.

    Weitere Informationen zu den aktuellen Aktionen finden Sie hier: CNR-Bridge-Projekt in Litauen.

    Ein kastrierter Hund wird in den Händen gehalten. © Tonio Koller
  • Litauen: 2020

    Auch im Juli und August 2020 organisierte Gudrun Koller mit TASSO erneut die CNR-Bridge-Kastrationsprojekte, die sie seit 2012 ins Leben gerufen hat, in vier ländlichen Kleinstädten. Dabei wurden in Jonava, Bijotai, Lentvaris und Vievies für jeweils zwei Tage Kastrationen und kleinere Operationen bei Straßentieren sowie Haustieren, deren Halter sich die Behandlung nicht leisten könnten, durchgeführt. Dabei konnten in

    • Jonova: 27 Katzen, 8 Hündinnen, 6 Kater und 3 Rüden
    • Bijotai: 7 Hündinnen, 4 Rüden, 4 Kater und 24 Katzen
    • Lentavris: 46 Katzen und 1 Hund
    • Vivis: 19 Katzen und 10 Hündinnen kastriert werden


    Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie hier: Abschlussprojekt 2020.

    Tierärzt-Team von Jonava © Gudrun Koller
  • Baltikum: 2015 bis 2017

    In vielen Ländern der ehemaligen Sowjetunion werden Straßentiere und der Nachwuchs von Hoftieren als Abfall betrachtet und getötet. Um dies entgegenzuwirken, wurden die Bridge-Projekte in Leben gerufen. Mit diesem Projekt sollt auf sanfte Weise nachhaltige Nicht-Tötungs-Strategien im Umgang mit Straßentieren vermittelt werden. Zudem trug die Arbeit zur Lösung und Entspannung möglicher Konfliktsituationen mit örtlichen Veterinärbehörden bei. Die BRIDGE-Projekte ermöglichten es lettischen/litauischen Behörden, Nicht-Regierungs-Organisationen, Politikern und der Bevölkerung, diesen Weg ohne Kritik und Gesichtsverlust zu gehen.

    Diese tragende Botschaft setzte sich zunehmend durch: kastrieren statt töten! Durch Unterstützung von örtlichen Medien, wie delfi, alfa.lt und balsas.tv3.lt sowie die Fernsehsender TV3 und LTV7, konnten tausende Litauer und Letten dafür sensibilisiert werden. So lernten sie, dass Tiere Lebewesen sind, die es zu schützen gilt. ABER: Der Weg ist lang, Projekte müssen regelmäßig durchgeführt werden, um alte Traditionen durch die humanen und nachhaltigen Kastrationsprojekte zu ersetzen.

    Projektberichte

    Gudrun Koller und Hund © Gudrun Koller
  • Montenegro: 2016 bis 2017

    Es ist ein Land so groß wie Schleswig-Holstein. Ein Land mit 625.000 Einwohnern, in dem zehntausende Tiere im Elend leben. Straßenhunde sind in Montenegro an der Tagesordnung. In Montenegro ist es von Gesetzes wegen her verboten, Straßenhunde im Tierheim abzugeben. Die „Tierheime“ selbst sammeln zwar streunende Hund und Katzen ein, aber nicht mit dem Zweck, Ihnen Schutz zu bieten oder sie in Familien zu vermitteln. „Vielmehr scheint es sich um Tötungsstationen zu handeln“, vermutet die Tierschützerin Gudrun Koller. Gemeinsam mit TASSO e.V. hat Gudrun Koller das BRIDGE-Projekt ins Leben gerufen. Das Ziel dieses Projektes war es, ein Umdenken in der Bevölkerung zu bewirken: Kastrieren statt Töten. Mit hochmotivierenden Tierärzten und freiwilligen Helfern wurden die CNR-Bridge-Projekte erfolgreich in Montenegro implementiert. Weitere Informationen finden Sie in den Projektberichten.


    Projektberichte

    Kastration einer Katze © Gudrun Koller

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