Guten Tag, unser Hund (elfeinhalb Jahre) leidet seit Jahren an einer massiven Hüftarthrose. Bereits im frühen Alter bekamen wir den Hinweis, dass die Erkrankung unter Umständen lebensverkürzend sein könnte. 2021 wurde das letzte Röntgenbild erstellt. Die TÄ, (Schwerpunkt Orthopädie) prognostizierte bei gutem Schmerzmanagement eine Lebenserwartung von etwa zwei bis drei Jahren. Er bekommt seitdem Firodyl, da das anfänglich verordnete Onsior nur kurz wirkte. Auch Librela zeigte keine Wirkung. Nun hat der Hund seit ca. 3 Monaten trotz maximaler Dosierung des Medikaments dauerhaft Schmerzen, er lahmt stark auf der linken Seite vorne und hinten. Ein Versuch mit Metacam war erfolglos. Die TÄ, die die Diagnose stellte, können wir wegen eines Umzuges nicht mehr konsultieren. Unser derzeitiger TA sagte vor drei Monaten, dass man nichts weiter tun könne als zu schauen, wann man über eine Euthanasie nachdenken muss. Der Hund hat dauerhaft Schmerzen, wir laufen etwa 200 Meter, weiter kann und will er auch nicht mehr. Für die Runde haben wir früher 10 Minuten gebraucht, jetzt ist es oft eine Stunde, weil er längere Pausen braucht. Er steht noch selbständig auf, jedoch unter Schmerzen. Seit etwa einer Woche frisst er außer wirklich guten Leckerbissen fast gar nichts mehr. Er zeigt Anzeichen von Stress und Angst. Nachts "ruft" er oft, weil er nicht alleine sein möchte. Oder er scharrt minutenlang auf einem Teppich, was wir als Schmerz- und Stressreaktion deuten. Wir hatten uns schweren Herzens für die Euthanasie entschieden, wir wollten nicht warten, bis er wirklich nicht mehr aufstehen kann oder sein Leben grundsätzlich nur noch Elend ist. Nun hat der TA vorgestern ein Anabolikum gespritzt mit der Erwartung, dass er nach drei Tagen wieder laufen kann, weil "er ja noch alleine hochkommt und man ihn dann mit ein bisschen Glück noch 3 oder 4 Monate ziehen kann". Bisher sehen wir keine Wirkung des Anabolikums. Seine Lebensqualität ist massiv eingeschränkt. Was kann man dem Hund noch zumuten an Schmerz? Wir wollen ihm keine Lebenszeit nehmen, aber ihn auch nicht unnötig leiden lassen. Wir wollten nicht so lange warten, bis er aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen kann. Seit etwa 4 Wochen lassen wir ihn nicht mehr alleine, weil wir Angst haben, dass er in eine Situation gerät, aus der er sich aus eigener Kraft nicht befreien kann. Er leidet auch unter dem Verlust seiner sozialen Hundekontakte, weil er nicht mehr mithalten kann. Der Rest seiner Lebensqualität besteht darin, dass er im Garten auf einer Matratze liegt und so ein bisschen Anschluss an die Welt hat. Das wird in dieser Jahreszeit natürlich immer schwieriger. Kurz, wir sind in großem Zweifel und sitzen praktisch in einer emotionalen Achterbahn. Ein Tierarztwechsel kommt in diesem Stadium für uns nicht mehr in Frage, weil der Hund extrem ängstlich ist. Wir haben zwei Jahre gebraucht, um uns sein Vertrauen zu verdienen, obwohl er erst 4 Monate alt war, als wir ihn aus dem Tierheim geholt haben. Uns ist klar, dass uns die Entscheidung niemand abnehmen kann. Es wird vermutlich keine Besserung seines Zustandes mehr eintreten, sondern die Spirale geht abwärts. Wir möchten nur verantwortungsvoll entscheiden, was für den Hund das Beste ist. Uns ist klar, dass es für Sie schwierig ist, die Situation einzuschätzen. Aber vielleicht sehen Sie mit der nötigen Distanz einen Weg, wie wir die richtige Entscheidung treffen. Nicht zu früh, aber auf gar keinen Fall zu spät. Zum Wohl des Tieres. Vielen Dank.