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Schilddrüsenüberfunktion und Diabetes

von Sascha M.

Guten Tag, ich habe einen 14,5 Jahre alten Kater, welche seit 6 Jahren Diabetis hat und bei welchem zusätzlich Anfang Oktober eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt wurde. Er wird seit Ende Oktober jetzt mit Felimazole mit 5,5 - 6 mg pro Tag behandelt. Sein Ausgangswert war Anfang Oktober 12,4. Der Wert jetzt 6 Wochen später liegt immer noch über 8 (genau kann ich es leider nicht sagen, da Messgerät des Tierarztes nur bis 8 reicht). Mir wurde jetzt eine Radiojodtherapie angeraten, allerdings ist fragwürdig, ob mein Kater hierfür geeignet ist bzw. angenommen wird, weil er im Zeitraum von diesen 7-10 Tagen Klinikauftenthalt weiterhin 2x täglich Insulin (2x 0,3 Einheiten). Ob dies aber mit der Strahlung gemacht wird und funktioniert ist für mich fragwürdig. Was würden Sie mir raten? Zusatzinfo: im Sommer hatte mein Kater noch 6,2 kg, jetzt ein halbes Jahr später liegt er bei 5,4 kg. Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen. Mit freundlichen Grüßen 

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Herr M.

Bei einer felinen Hyperthyreose mit einem Ausgangs-T4 von 12,4 µg/dl und weiterhin deutlich erhöhten Werten nach sechs Wochen Therapie mit Thiamazol, ist von einer unzureichenden medikamentellen Einstellung auszugehen. In dieser Situation ist eine Dosisanpassung zwar grundsätzlich möglich, jedoch steigt mit zunehmender Dosierung das Risiko relevanter Nebenwirkungen, insbesondere bei geriatrischen Patienten. Die Radiojodtherapie gilt wissenschaftlich als Therapie der Wahl bei stabilen Patient:innen, da sie kurativ wirkt und langfristig die höchste Erfolgsrate bei gleichzeitig geringster Rezidivwahrscheinlichkeit zeigt. Ein begleitender Diabetes mellitus stellt grundsätzlich keine Kontraindikation dar. Auch insulinpflichtige Katzen können radiojodtherapiert werden, sofern der Diabetes stabil eingestellt ist. In spezialisierten Einrichtungen ist die Insulingabe während des stationären Aufenthalts trotz Strahlenschutzauflagen möglich und klinisch etabliert. Der dokumentierte Gewichtsverlust spricht für eine weiterhin klinisch relevante Hyperthyreose. Wichtig vor einer Entscheidung für die Radiojodtherapie ist eine umfassende internistische Abklärung, insbesondere von Nierenfunktion, Blutdruck und diabetischer Stoffwechsellage. Ziel ist es, das individuelle Risiko abzuschätzen und die Therapie optimal vorzubereiten. Zusammenfassend ist eine Radiojodtherapie auch bei einem diabetischen Kater prinzipiell möglich und evidenzbasiert sinnvoll, sofern die internistische Stabilität gegeben ist und die Behandlung in einem erfahrenen Zentrum erfolgt. Eine individuelle Beratung in einer darauf spezialisierten Klinik ist zu empfehlen.

Viele Grüße
Janina Rohde

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