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Hydronephrose

von Katharina N.

Hallo! Ich habe eine 15,5 jährige Kätzin. Per Ultraschall wurde (zufällig) im Sommer eine einseitige hochgradige Hydronephrose festgestellt. Ursache im Ultraschall nicht erkennbar. Die Nierenblutwerte sind noch in der Norm. Die Tierklinik riet mir, daß ich die Niere nicht entfernen lassen soll, da man nicht wisse, ob die geschädigte Niere nicht doch noch etwas funktioniert und durch die Überlastung der anderen Niere ein akutes Nierenversagen eintreten könnte. Seit Sommer war ihr Verhalten recht unauffällig. Nun nimmt sie seit vielen Tagen nur wenig bis keine Nahrung mehr zu sich, ist auch sehr unruhig und miaut ab und zu "grundlos". Vermutlich hat sie Schmerzen. Falls ich doch operieren lasse, so müsste sie erst tagelang in der Klinik Infusionen bekommen. Soll ich es wagen mit der OP, da die Katze sowieso sterben wird, wenn sie immer weniger Nahrung zu sich nimmt? Wäre dies eine unnötige Quälerei wegen des Alters bzw. wie lange könnte die zweite Niere die alleinige Last noch weitertragen? Vielen Dank!

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau N.

Eine hochgradige einseitige Hydronephrose bedeutet in der Regel, dass die betroffene Niere ihre Funktion bereits weitgehend oder vollständig verloren hat. Solange die kontralaterale Niere gesund ist, können die Nierenblutwerte dennoch über längere Zeit im Referenzbereich bleiben. Das chronologische Alter allein stellt keine Kontraindikation für eine Operation dar; entscheidend ist der funktionelle Zustand der verbleibenden Niere sowie der Allgemeinzustand der Patientin. Die aktuell beschriebenen Symptome, reduzierte Futteraufnahme, Unruhe und Vokalisieren, sind ernst zu nehmen und sprechen für eine relevante Beeinträchtigung, häufig durch Schmerzen, Übelkeit oder metabolische Veränderungen. Unbehandelte Schmerzen und anhaltende Inappetenz stellen unabhängig von einer Operationsentscheidung eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität dar. Ob eine operative Entfernung der betroffenen Niere sinnvoll ist, hängt nicht vom Alter, sondern von der funktionellen Reserve der gesunden Niere ab. Diese lässt sich durch weiterführende Diagnostik (unter anderem SDMA, Harnstatus, Blutdruckmessung) besser einschätzen. Eine allein funktionierende Niere kann bei Katzen häufig über Jahre ausreichend arbeiten, sofern sie strukturell gesund ist. Eine mehrtägige Stabilisierung mittels Infusionen vor einer Operation ist kein unnötiges Leiden, sondern dient der Risikoreduktion und der Beurteilung, ob sich der Zustand unter unterstützender Therapie verbessert. Zeigt sich trotz adäquater Therapie keine Besserung, muss auch eine palliative Entscheidung im Sinne des Tierschutzes erwogen werden. Zusammenfassend sollte zeitnah eine erneute internistische und schmerztherapeutische Beurteilung erfolgen. Die Entscheidung für oder gegen eine Operation sollte individuell, prognosebasiert und primär an der Lebensqualität der Katze orientiert getroffen werden.

Viele Grüße
Janina Rohde

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