zurück zur Übersicht IBD 23.12.2025 von Barbara P. Liebes Ärzte-Team, unser 51/2 jähriger Rüde (Mischlung 27 kg) ist seit Jahren Futtermittelallergiker. Seit Ende November hat er mehrmal Blut gebrochen, Futterverweigerung, Apathie, Gewichtsverlust. Ein Blutbild hat jetzt IBD ergeben, enterales Lymphom müßte noch überprüft werden, kein Hinweis auf Pankreatitis. Seit heute testen wir 1 Woche Prednisolon, welches bei Besserung der Symptome wohl ein Leben lang gegeben werden muss. Kann man Cortison evtl. später durch andere Präparate ersetzen, die nicht solche Schäden anrichten und die Lebenserwartung verkürzen? Im Falle eins Lymphoms würden wir keine Chemotherapie wollen. Würden Sie dann trotzdem noch eine Magen-/Darmspiegelung empfehlen? Was würde es ändern, wenn wir seine Probleme mit dem Cortison oder anderen Medikamenten in den Griff bekommen? Er bekommt seit 2 Jahren schon täglich Vit B12, da er den Spiegel nicht halten kann. Ich habe gehört, das Omega-3-Fettsäuren auch helfen können. Frohe Weihnachten und schon jetzt vielen Dank für Ihr Feedback. Herzlichst B. P. Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau P. Bei einem Hund mit chronischer Enteropathie (früher häufig als IBD bezeichnet) ist ein therapeutischer Versuch mit Prednisolon evidenzbasiert und Bestandteil internationaler Leitlinien. Zeigt sich unter Prednisolon eine deutliche klinische Besserung, spricht dies für eine immunvermittelte entzündliche Darmerkrankung. Eine lebenslange Hochdosistherapie ist jedoch nicht Ziel der Behandlung. Nach Stabilisierung wird eine schrittweise Reduktion auf die niedrigst wirksame Dosis angestrebt. Alternativ oder ergänzend können je nach Verlauf andere immunmodulierende Medikamente wie Budesonid oder Ciclosporin eingesetzt werden, die teilweise ein günstigeres Nebenwirkungsprofil haben. Auch diätetische Maßnahmen bleiben eine zentrale Therapiesäule, insbesondere bei bekannter Futtermittelallergie. Vitamin-B12-Substitution ist bei chronischen Enteropathien sinnvoll und leitliniengerecht. Omega-3-Fettsäuren können unterstützend eingesetzt werden; für sie gibt es Hinweise auf entzündungsmodulierende Effekte, sie ersetzen jedoch keine immunsuppressive Therapie. Die Abgrenzung zwischen entzündlicher Darmerkrankung und intestinalem Lymphom ist ohne histologische Untersuchung nicht sicher möglich. Eine Magen-Darm-Spiegelung mit Biopsien dient primär der Prognoseeinschätzung und Therapiesicherheit. Wenn unabhängig vom Ergebnis keine Chemotherapie in Betracht gezogen wird, kann auf eine invasive Diagnostik verzichtet werden, sofern unter Therapie eine stabile Lebensqualität erreicht wird. Entscheidend ist die klinische Kontrolle der Symptome, die Futteraufnahme, das Körpergewicht und das allgemeine Wohlbefinden. Ziel jeder Therapie ist nicht eine theoretische Diagnose, sondern eine möglichst gute und stabile Lebensqualität. Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau P. Bei einem Hund mit chronischer Enteropathie (früher häufig als IBD bezeichnet) ist ein therapeutischer Versuch mit Prednisolon evidenzbasiert und Bestandteil internationaler Leitlinien. Zeigt sich unter Prednisolon eine deutliche klinische Besserung, spricht dies für eine immunvermittelte entzündliche Darmerkrankung. Eine lebenslange Hochdosistherapie ist jedoch nicht Ziel der Behandlung. Nach Stabilisierung wird eine schrittweise Reduktion auf die niedrigst wirksame Dosis angestrebt. Alternativ oder ergänzend können je nach Verlauf andere immunmodulierende Medikamente wie Budesonid oder Ciclosporin eingesetzt werden, die teilweise ein günstigeres Nebenwirkungsprofil haben. Auch diätetische Maßnahmen bleiben eine zentrale Therapiesäule, insbesondere bei bekannter Futtermittelallergie. Vitamin-B12-Substitution ist bei chronischen Enteropathien sinnvoll und leitliniengerecht. Omega-3-Fettsäuren können unterstützend eingesetzt werden; für sie gibt es Hinweise auf entzündungsmodulierende Effekte, sie ersetzen jedoch keine immunsuppressive Therapie. Die Abgrenzung zwischen entzündlicher Darmerkrankung und intestinalem Lymphom ist ohne histologische Untersuchung nicht sicher möglich. Eine Magen-Darm-Spiegelung mit Biopsien dient primär der Prognoseeinschätzung und Therapiesicherheit. Wenn unabhängig vom Ergebnis keine Chemotherapie in Betracht gezogen wird, kann auf eine invasive Diagnostik verzichtet werden, sofern unter Therapie eine stabile Lebensqualität erreicht wird. Entscheidend ist die klinische Kontrolle der Symptome, die Futteraufnahme, das Körpergewicht und das allgemeine Wohlbefinden. Ziel jeder Therapie ist nicht eine theoretische Diagnose, sondern eine möglichst gute und stabile Lebensqualität. Viele Grüße Janina Rohde