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Katzenschnupfenkomplex

von Kirstn S.

eine Bekannte die 300 Straßenkatzen in ihrer ehrenamtlichen Arbeit auf Tenerriffa behandelt im Tierschutz hat mir gesagt bei Katzen mit Herpes wirkt nur Zithromax Saft 1-3 Kuren mit 3 Tagen Pause Sie hat so alle Katzen vom Herpes geheilt und das waren fast 300 Stück.. Da es ja ein Antibiotikum ist und meine Logik sagt Antibiotika wirkt nur gegen Viren nicht gegen Bakterien kann das wirklich stimmen? Ich hab extra gefragt Herpes oder Bakterien? Meine Katzen haben nämlich Herpes und dadurch immer wieder Schnupfenschübe aber ohne Eiter sondern nur die Nase läuft klar und es vergeht nach paar TAgen wieder mit Immunstärkung

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau Schulz

Nein, ein Antibiotikum wie Azithromycin kann eine Herpesvirusinfektion bei der Katze nicht heilen. Felines Herpesvirus-1 ist ein Virus, das nach der Erstinfektion lebenslang im Körper verbleibt und sich bei Stress oder Immunschwäche immer wieder reaktivieren kann. Antibiotika wirken ausschließlich gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Der Eindruck, dass Azithromycin „gegen Herpes hilft“, entsteht häufig dadurch, dass bei vielen Katzen mit Herpes zusätzlich bakterielle Sekundärinfektionen der oberen Atemwege auftreten. Werden diese bakteriellen Begleitinfektionen behandelt, bessern sich die Symptome oft deutlich, was fälschlich als Heilung der Herpesinfektion interpretiert wird. Zudem hat Azithromycin leichte entzündungsmodulierende Effekte, die ebenfalls zu einer klinischen Verbesserung führen können, ohne das Virus selbst zu beeinflussen. Bei Katzen mit klarem Nasenausfluss, milden, selbstlimitierenden Symptomen und ohne eitrige Sekrete oder deutliche Allgemeinbeeinträchtigung spricht dies eher für eine virale Reaktivierung des Herpesvirus. In diesen Fällen ist eine antibiotische Therapie in der Regel nicht angezeigt. Antibiotika können sinnvoll sein, wenn Hinweise auf eine bakterielle Sekundärinfektion bestehen, zum Beispiel bei eitrigem Nasen- oder Augenausfluss, Fieber oder deutlich verschlechtertem Allgemeinbefinden Dass im Tierschutz unter hohem Infektionsdruck häufig antibiotisch behandelt wird, erklärt sich aus den dortigen Bedingungen, stellt aber keine evidenzbasierte Therapie einer Herpesvirusinfektion dar. Bei Katzen mit bekannten Herpesinfektionen und wiederkehrenden, milden Schnupfenschüben stehen vielmehr Immununterstützung, Stressreduktion und symptomatische Maßnahmen im Vordergrund.

Viele Grüße
Janina Rohde

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