zurück zur Übersicht Katzen stecken sich gegenseitig an 05.02.2026 von Gloria H. Meine 4 katzen stecken sich im 6-8 Wochentakt immer gegenseitig mit Herpes Virus an (im Abstrich nachgewiesen) bekommen schon L Lysin und Zylexis Kur aber trotzdem Was kann man noch tun da wir langsam am Verzweifeln sind. Isoliren geht leider nicht das ist enormer Stress und funktioniert nicht Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau H. Bei einem Mehrkatzenhaushalt mit nachgewiesenem felinem Herpesvirus ist dieses Muster leider sehr typisch. FHV-1 bleibt lebenslang im Körper und wird nicht „neu übertragen“, sondern immer wieder reaktiviert. Die scheinbare gegenseitige Ansteckung entsteht meist dadurch, dass eine Katze einen Schub entwickelt, Stress im Haushalt steigt und dadurch bei den anderen Katzen ebenfalls eine Reaktivierung ausgelöst wird. Isolieren ist in solchen Fällen häufig kontraproduktiv, weil zusätzlicher Stress die Problematik eher verschärft. L-Lysin wird heute deutlich zurückhaltender beurteilt, da der Nutzen wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist und es nicht zuverlässig vor Herpesschüben schützt. Zylexis kann unterstützend wirken, reicht bei chronisch rezidivierenden Verläufen aber oft nicht aus. Wichtig ist ein konsequentes Stressmanagement im Haushalt, da Stress der zentrale Trigger für Herpesreaktivierungen ist. Dazu gehören feste Routinen, ausreichend Ressourcen (mehrere Futterstellen, Trinknäpfe, Toiletten, Rückzugsorte), Vermeidung von Konflikten zwischen den Katzen und gegebenenfalls der Einsatz von Pheromonen. Auch chronische Schmerzen, Zahnprobleme oder andere Grunderkrankungen sollten ausgeschlossen werden, da sie das Immunsystem dauerhaft belasten können. Bei Katzen mit häufigen, belastenden oder länger anhaltenden Schüben kann eine gezielte antivirale Therapie mit Famciclovir erwogen werden. Diese wird nicht prophylaktisch, sondern zeitlich begrenzt bei ausgeprägten oder wiederkehrenden klinischen Symptomen eingesetzt und sollte individuell tierärztlich begleitet werden. Ziel ist nicht die Eliminierung des Virus, sondern die Reduktion der Virusvermehrung und der klinischen Symptome. Zusätzlich sinnvoll sind supportive Maßnahmen wie Inhalationen mit Kochsalzlösung, Sicherstellung einer guten Futteraufnahme und eine insgesamt immunstabilisierende Betreuung. Wichtig ist die realistische Erwartungshaltung: Herpes bei Katzen ist in der Regel nicht heilbar, aber mit einem individuell angepassten Management oft deutlich besser kontrollierbar. Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau H. Bei einem Mehrkatzenhaushalt mit nachgewiesenem felinem Herpesvirus ist dieses Muster leider sehr typisch. FHV-1 bleibt lebenslang im Körper und wird nicht „neu übertragen“, sondern immer wieder reaktiviert. Die scheinbare gegenseitige Ansteckung entsteht meist dadurch, dass eine Katze einen Schub entwickelt, Stress im Haushalt steigt und dadurch bei den anderen Katzen ebenfalls eine Reaktivierung ausgelöst wird. Isolieren ist in solchen Fällen häufig kontraproduktiv, weil zusätzlicher Stress die Problematik eher verschärft. L-Lysin wird heute deutlich zurückhaltender beurteilt, da der Nutzen wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist und es nicht zuverlässig vor Herpesschüben schützt. Zylexis kann unterstützend wirken, reicht bei chronisch rezidivierenden Verläufen aber oft nicht aus. Wichtig ist ein konsequentes Stressmanagement im Haushalt, da Stress der zentrale Trigger für Herpesreaktivierungen ist. Dazu gehören feste Routinen, ausreichend Ressourcen (mehrere Futterstellen, Trinknäpfe, Toiletten, Rückzugsorte), Vermeidung von Konflikten zwischen den Katzen und gegebenenfalls der Einsatz von Pheromonen. Auch chronische Schmerzen, Zahnprobleme oder andere Grunderkrankungen sollten ausgeschlossen werden, da sie das Immunsystem dauerhaft belasten können. Bei Katzen mit häufigen, belastenden oder länger anhaltenden Schüben kann eine gezielte antivirale Therapie mit Famciclovir erwogen werden. Diese wird nicht prophylaktisch, sondern zeitlich begrenzt bei ausgeprägten oder wiederkehrenden klinischen Symptomen eingesetzt und sollte individuell tierärztlich begleitet werden. Ziel ist nicht die Eliminierung des Virus, sondern die Reduktion der Virusvermehrung und der klinischen Symptome. Zusätzlich sinnvoll sind supportive Maßnahmen wie Inhalationen mit Kochsalzlösung, Sicherstellung einer guten Futteraufnahme und eine insgesamt immunstabilisierende Betreuung. Wichtig ist die realistische Erwartungshaltung: Herpes bei Katzen ist in der Regel nicht heilbar, aber mit einem individuell angepassten Management oft deutlich besser kontrollierbar. Viele Grüße Janina Rohde