Zecken-Gefahr im hohen Gras

Kleine Plagegeister lauern auf Hunde und Katzen

© TASSO e.V.
Lästig und gefährlich: Zecken können zahlreiche Krankheiten übertragen.

Sobald es nach dem Winter wärmer wird, werden bei Hundehaltern und Katzen mit Freigang die Ausflüge meist häufiger und die Wanderungen länger. So schön das Stromern über saftig grüne Wiesen im Frühjahr oder über das Unterholz im Wald für Hunde und Katzen auch ist, es birgt auch Risiken. Denn mit den wärmeren Temperaturen machen sich im Frühling auch wieder Ungeziefer wie Flöhe und Zecken auf den Weg, um uns aufzulauern.

Als besonders gefährlich gelten Zecken. Die kleinen Vampire, die schon ab etwa acht Grad Celsius aus ihrer Winterstarre erwachen, übertragen gefährliche, teils lebensbedrohliche Krankheiten. Ein wirksamer und frühzeitiger Schutz des Tieres vor den krankheitsübertragenden Plagegeistern ist daher unerlässlich.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Die Krankheiten, die durch bei Zeckenbissen übertragene Erreger ausgelöst werden können, sind vielfältig und gefährlich. Besonders häufig übertragen wird die Lyme-Borreliose. Die Erreger der Borreliose werden erst nach einigen Stunden bis 1-2 Tage nach dem Stich abgesondert. Die Übertragung von FSME-Viren erfolgt schon innerhalb kürzester Zeit nach dem Stich. Grundsätzlich gilt: „Je länger eine Zecke vom Blut des Wirtes saugt, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass gefährliche Erreger übertragen werden“, erklärt Tierärztin Dr. Anette Fach.

Außerdem können auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Babesien durch Zecken übertragen werden. Einen Überblick der Symptome und weiterer gängiger Tierkrankheiten finden Sie in unserem Tiergesundheits-Lexikon.

Der tägliche Zecken-Check: Tipps, wie man eine Zecke entfernt

Auch wenn es aufwändig ist: Von nun an sollten Tierhalter ihren Vierbeiner unbedingt nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich auf Zecken absuchen. Und zwar unabhängig davon, ob sie im Park, im Wald oder im eigenen Garten unterwegs waren, und ganz gleich, welchen zusätzlichen Schutz sie anwenden. Dasselbe gilt für Katzen mit Freigang – soweit sie es zulassen. 

  • Hund und Katze sollte am ganzen Körper untersucht werden, dabei dürfen die Ohren, der Zwischenzehbereich sowie das Zahnfleisch nicht vergessen werden, denn auch dort verstecken sich Zecken gerne.
  • Für das Entfernen der Zecke sollte immer das passende Instrument – Zeckenzange, -hebel oder ähnliches – verwendet werden.
  • Dabei keinen Kleber, Öl etc. verwenden und den Zeckenkörper nicht drücken oder quetschen. Dies kann sonst zur Speichelentleerung in die Wunde führen und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Erreger übertragen werden.
  • Die Zecke mit Zeckenentfernungsinstrument nah an der Hautoberfläche greifen und durch sanften Zug oder leichte Drehbewegung entfernen.

Haben Sie unterwegs am besten eine Zeckenzange oder einen Zeckenhebel dabei, um die Zecken schnell entfernen zu können.

Nicht zuletzt sollten Tierhalter auch sich selbst nicht vergessen. Am besten tragen sie lange Kleidung und überprüfen nach einem Aufenthalt im Freien, ob sie ein Opfer der Blutsauger geworden sind.

Was tun, wenn der Kopf der Zecke steckenbleibt?

Meist lassen sich Zecken leicht entfernen. Von der Entfernung der Zecke mit bloßen Fingern ist allerdings abzuraten, da dann oft der Kopf abreißt oder die Zecke gequetscht wird. Sollte der Kopf der Zecke steckenbleiben, darf an der betreffenden Stelle nicht gedrückt oder gequetscht werden. „In der Regel schafft es der Körper alleine, den Zeckenkopf abzustoßen. Wenn Tierhalter jedoch eine Rötung und Schwellungen feststellen, sollte das Tier besser dem Tierarzt vorgestellt werden“, rät Dr. Anette Fach.

Zecken – in Deutschland ist die häufigste Art der gemeine Holzbock – lauern meist auf Grashalmen, in Gebüschen oder auf herumliegendem Totholz. Bei Kontakt mit einem Tier oder Mensch bleiben sie an dem Fell oder auf der Kleidung hängen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) klarstellt, können Zecken weder springen noch fallen sie von Bäumen auf ihre „Opfer“ herunter.

Hier finden Sie eine Übersicht der Gebiete in Deutschland, die vom RKI jährlich als FSME-Risikogebiete eingestuft werden.

Wirksamer Schutz muss sein

Für die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Anette Fach führt für einen wirksamen Schutz kein Weg an einem schützenden Insektizid, dessen Wirksamkeit bewiesen ist, vorbei. Zu groß seien die Gefahren, die Zeckenbisse für die Gesundheit des Tieres bedeuten. Um das für das eigene Tier passende Mittel zu finden, ist eine individuelle Beratung beim Tierarzt wichtig. Vorsicht sollte bei vermeintlichen natürlichen Alternativen zu Insektiziden gelten. Am besten besprechen Tierhalter diese ebenfalls mit ihrem Tierarzt. Denn einige dieser Geheimtipps sind nicht nur wirkungslos, sondern können für Hund und Katze auch gefährlich sein.

Achtung: Kein Permethrin für Katzen

Zum Schutz für ihr Tier, nutzen Halter oft Floh- oder Zeckenschutzmittel, die den Wirkstoff Permethrin enthalten. Hunde vertragen diesen in der Regel gut. Bei Katzen können dagegen schwere Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod auftreten. Daher warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) jetzt vor Fehlanwendungen mit Tierarzneimitteln, die Permethrin enthalten
 
  • Leben Hund und Katze im Haushalt, kann die Katze unbeabsichtigt mit in Kontakt kommen.
  • Symptome bei einer Permethrinvergiftung bei Katzen können sein: Krämpfe, Lähmung, Erbrechen, Durchfall, Atemebschwerden etc. 
  • Benutzen Sie ein entsprechendes Mittel, informieren Sie sich bitte über den Wirkstoff und sprechen Sie das mit Ihrem Tierarzt ab.
  • Hier finden Sie weitere und wichtige Informationen: Wie schütze ich mein Tier vor Ektoparasiten? 
 

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