Zecken bei Hund und Katze

Gefahren, Schutz und Maßnahmen

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Lästig und gefährlich: Zecken können zahlreiche Krankheiten übertragen.

Viele Halter:innen von Hunden und Katzen kennen die Situation gut: Eine Zecke hat sich in der Haut von Hund oder Katze festgebissen. Die kleinen braunen Parasiten verbergen sich im Fell, stechen in die Haut und sind oft nur schwer wieder zu entfernen. Zecken zählen zu den häufigsten Ektoparasiten, mit denen Tier und Mensch in Kontakt kommen. Gefürchtet sind sie vor allem, als mögliche Überträger von Viren, Bakterien und Einzellern, die eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit darstellen können.

Warum Zecken so problematisch sein können, wann und wo sie vorkommen, wie Sie Ihr Tier schützen und was bei einem Zeckenbiss zu tun ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Zecken unter der Lupe – Arten, Verhalten und Vorkommen in Deutschland

Zecken sind Spinnentiere: gut erkennbar an ihrem abgeflachten Körper, den acht Beinen und den Mundwerkzeugen, mit denen sie sich festbeißen. Sie lauern zum Beispiel auf Grashalmen oder Gebüschen und warten auf ein vorbeistreifendes Lebewesen. Kommt es zum Kontakt, klammern sie sich an Fell (oder Kleidung), wandern über den Körper und suchen gezielt eine dünnhäutige, gut durchblutete Stelle, um sich festzubeißen. Das Blutsaugen bleibt vom Tier häufig unbemerkt, denn Zeckenspeichel enthält betäubende und gerinnungshemmende Substanzen. Vollgesaugt lassen sich die Zecken schließlich wieder fallen.

Zecken sind vorwiegend auf dünnhäutigen und gut durchbluteten Stellen zu finden: Kopf, Ohren, Achseln, Bauch, Kinn und Lendengegend.

Weltweit gibt es rund 900 Zeckenarten, etwa 20 davon sind in Deutschland heimisch. Beim Hund und bei der Katze sind vor allem der gemeine Holzbock, die Auwaldzecke, die braune Hundezecke und die Buntzecke anzutreffen. Durch den Klimawandel verbreiten sich Arten, die bislang vor allem in südlichen Ländern vorkamen, zunehmend auch in Nordeuropa.

Zecken sind ab einer Umgebungstemperatur von 6-8° Celsius aktiv. Damit ist die Haupt-Zeckenzeit von März bis in den November. Zecken sterben im Winter jedoch nicht ab, sondern sind (je nach Temperatur) lediglich weniger aktiv. Daher können Hunde und Katzen auch in den Wintermonaten von einer Zecke befallen werden.


Warum Zecken gefährlich werden können – Krankheiten bei Hund und Katze

Zecken sind sogenannte Vektoren: Sie übertragen Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Einzeller von einem Tier auf das nächste. Diese übertragenen Infektionskrankheiten können schwerwiegend sein, einen langen Verlauf haben und unbehandelt auch tödlich enden. Zu den durch Zecken übertragbaren Erkrankungen bei Hund und Katze zählen:

  • Borreliose

    Eine durch Bakterien verursachte Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird und vor allem bei Hunden Fieber, Lahmheit und Gelenkentzündungen auslösen kann.

  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

    Eine virale Infektion, die das Nervensystem betrifft; sie tritt bei Heimtieren selten auf, kann aber schwere neurologische Symptome wie Krampfanfälle oder Lähmungen verursachen.

  • Ehrlichiose

    Diese bakterielle Erkrankung befällt vor allem die weißen Blutkörperchen und führt häufig zu Fieber, Mattigkeit, Blutungsneigung und einem geschwächten Immunsystem.

  • Babesiose

    Auch „Hundemalaria“ genannt – einzellige Parasiten zerstören die roten Blutkörperchen, was zu Blutarmut, Fieber und dunklem Urin führen kann.

  • Anaplasmose

    Eine durch Bakterien ausgelöste Krankheit, die Blutzellen angreift und oft unspezifische Symptome wie Fieber, Appetitlosigkeit und Gelenkschmerzen verursacht.

Schnelles Handeln lohnt sich

Untersuchen Sie Ihr Tier nach jedem Spaziergang oder Freigang gründlich. Dabei sollten die Ohren, die Zwischenzehenbereiche und die Oberschenkelinnenseiten nicht vergessen werden. Sobald eine Zecke sich in der Haut festgebissen hat, kann sie über ihren Speichel Krankheitserreger übertragen. Die Übertragung kann dabei Stunden bis Tage nach dem Biss erfolgen. Warten Sie daher nicht, bis die Zecke vollgesaugt ist und von selbst abfällt, sondern entfernen Sie sie frühzeitig. Je schneller sie entfernt wird, desto geringer ist das Übertragungsrisiko.

Zecken entfernen – so geht es richtig:

  1. Verwenden Sie geeignetes Werkzeug, zum Beispiel eine Zeckenzange, einen Zeckenhebel oder eine Zeckenkarte.
  2. Setzen Sie das Instrument direkt an den Mundwerkzeugen der Zecke, so nah wie möglich an der Haut an.
  3. Entfernen Sie die Zecke durch sanften, gleichmäßigen Zug oder eine leichte Drehbewegung ohne zu quetschen.
  4. Stellen Sie sicher, dass die Zecke vollständig (inklusive Kopf und Mundwerkzeugen) entfernt wurde.

Wichtig: Verwenden Sie kein Öl, keinen Kleber oder andere Hausmittel auf der Zecke und quetschen Sie sie nicht. Dies kann dazu führen, dass die Zecke Speichel in die Wunde abgibt und das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern steigt.

Nach der Entfernung sollte die Zecke sorgfältig entsorgt werden. Kleine Rötungen, Verhärtungen oder Krusten an der Bissstelle sind zunächst normal und verschwinden meist nach einigen Tagen von selbst.


Wann muss ich nach einem Zeckenbiss zur Tierarztpraxis?

Suchen Sie in folgenden Situationen tierärztliche Hilfe auf:

  • Wenn die Zecke sich nicht entfernen lässt oder die Mundwerkzeuge in der Haut verbleiben und eine Entzündung auslösen.
  • Wenn die Bissstelle stark gerötet, geschwollen oder entzündet ist.
  • Wenn bei Ihrem Tier Symptome wie Fieber, Apathie, blasse Schleimhäute, Appetitlosigkeit, Lahmheit, Gelenksschwellungen, Durchfall, Erbrechen, geschwollene Lymphknoten oder dunkler Urin auftreten.

Gut zu wissen: Häufig treten Symptome zeckenbedingter Erkrankungen erst Wochen nach dem Biss auf und werden dann oft nicht mehr mit dem Zeckenbiss in Verbindung gebracht. Wenn Sie wissen, dass Ihr Tier von einer Zecke gebissen wurde und später typische Beschwerden auftreten, informieren Sie unbedingt Ihre Tierarztpraxis. Es gibt gezielte Bluttests zum Nachweis verschiedener zeckenübertragener Erkrankungen.


Vorsorge ist der beste Schutz

Für Hunde und Katzen, die regelmäßig draußen unterwegs sind, empfiehlt sich ein zuverlässiger Ektoparasitenschutz. Präparate wie Spot-ons, Halsbänder, Injektionen oder Tabletten sorgen dafür, dass Zecken bereits vor der Übertragung möglicher Krankheitserreger abgetötet werden. Dabei sind sie immer tödlich für die Zecke und, je nach Produkt, zusätzlich auch abstoßend („repellierend“) – das bedeutet, es kommt zu weniger Zeckenbissen. Häufig sind sie gleichzeitig gegen andere Parasiten wie Flöhe, Läuse oder Milben wirksam. Spot-on-Präparate können direkt auf die Haut aufgetragen werden und müssen alle 4-6 Wochen erneuert werden. Zeckenhalsbänder sondern dauerhaft einen Wirkstoff ab und wirken etwa ein halbes Jahr. Tabletten und Injektionen können Wochen bis Monate wirken.

Zecken kommen durch den Klimawandel mittlerweile ganzjährig vor. Deshalb ist eine durchgängige Vorsorge während des ganzen Jahres sinnvoll.

Wichtiger Hinweis für Katzen: Der Wirkstoff Permethrin, der in vielen Hundepräparaten enthalten ist, ist für Katzen hochgiftig. Verwenden Sie ausschließlich Produkte, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind.

Welche Mittel wirklich helfen: Die Europäische Vereinigung für Veterinärparasitologie ESCCAP empfiehlt, nur zugelassene und auf Wirksamkeit geprüfte Tierarzneimittel aus der Tierarztpraxis zu verwenden, da es für alternative Zeckenmittel oder Hausmittel keine wissenschaftlich belegten Daten zur Wirksamkeit gibt und diese mitunter auch gefährlich für die Tiere sein können. Zecken entwickeln außerdem zunehmend Resistenzen gegen bestimmte Wirkstoffe, was bedeutet, dass einige Produkte auf dem Tiermarkt an Wirkung verloren haben. Wirksame Mittel sind häufig verschreibungspflichtig und über eine Tierarztpraxis oder in der Apotheke zu bekommen. Lassen Sie sich am besten von Ihren Tierärzt:innen beraten, welches Präparat zu Ihrem Tier passt.


Checkliste: Zeckenschutz & richtiges Verhalten

Nach jedem Spaziergang/Nach dem Freigang:

  • Hund/Katze gründlich auf Zecken absuchen (Ohren, Achseln, Bauch, Zwischenzehen, Leiste)

Bei einem Zeckenbiss:

  • Geeignetes Werkzeug verwenden (Zeckenzange, -hebel oder -karte)
  • Zecke so nah wie möglich an der Haut greifen
  • Sanft und gerade herausziehen – nicht drehen, nicht quetschen
  • Kein Öl, kein Kleber, keine Hausmittel verwenden
  • Vollständige Entfernung (inkl. Kopf und Mundwerkzeuge) prüfen

Langfristiger Schutz:

  • Tierärztlich empfohlenes Zeckenschutzmittel verwenden
  • Schutz ganzjährig aufrechterhalten
  • Katzen: Nur katzengeeignete Produkte – kein Permethrin!
  • Präparat regelmäßig erneuern (je nach Produkt alle paar Wochen/Monate)
  • Bei Symptomen nach einem Zeckenbiss umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen
     

Fazit: Mit Wissen und Vorsorge gut geschützt sein

Zecken sind kleine Tiere mit potenziell großem Risiko. Wer seinen Hund oder seine Katze regelmäßig auf Zecken kontrolliert, mit geeigneten Präparaten durchgängig schützt und im Ernstfall richtig reagiert, reduziert das Risiko für übertragbare Erkrankungen deutlich. Bei Unsicherheiten oder auffälligen Symptomen sollte immer eine Tierarztpraxis aufgesucht werden.

 


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