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Kater Lino - Vom Ausreißer zur Hauskatze

Sonja Stadje erzählt ihre TASSO-Erfolgsgeschichte

Kater Lino © Sonja Stadje

Wir hatten Lino ganz normal in die Nacht entlassen, und am nächsten Morgen fehlte unser grundsolider Kater zum Frühstück. Zum Abendessen war er immer noch weg. Ich lief im Dunklen mit Leckerchen durchs Dorf und lernte einen Haufen freundlicher Katzen kennen, die mich völlig uneigennützig begleiteten, aber Lino war nicht dabei.

Am nächsten Tag begann die große Suche: Wir meldeten ihn bei TASSO, druckten Flyer und nahmen Kontakt zu Tierheim und Facebookgruppen auf. Das draußen hingestellte Futter begeisterte erneut eine ganze Katzencrew, aber unser Kater blieb verschwunden. Es folgten ekelhafte Tage mit Suchrunden, lieben anteilnehmenden Leuten, schlimmen Anrufen bei der Straßenreinigung ("Haben Sie diese Katze geborgen?" - "Nein, zum Glück nicht!") und einem erhöhten Bedarf an pflanzlichen Beruhigungsmitteln.

"Der hat sich verliebt", sagten unsere lieben alten Nachbarn. "Scheint was Ernstes zu sein", sagten sie Wochen später. Statt Begrüßungsworten hörten wir im ganzen Ort: "Was Neues vom Kater?" Das gab es! Sechs Wochen nach Linos Verschwinden kam der Anruf von TASSO. Lino war 35 Kilometer entfernt gefunden worden - gesund und munter! Er hatte sich bereits vier Wochen zuvor in der fremden Umgebung ein freundliches Pärchen ausgesucht und war dort Kostgänger geworden. Die Beiden waren ganz geknickt, als der Chip einen Besitzer offenbarte. Als Erstes machten wir einen Whiskey auf und prosteten uns heulend vor Glück zu. Es war nicht zu fassen. Morgen würde Lino wohlbehalten wieder bei uns sein! Es kam uns wie ein Wunder vor, dass unser schüchterner, defensiver Sonnenscheinkater in der "großen weiten Welt" da draußen zurechtgekommen war.

Man sollte meinen, es reicht schon, wenn man einmal das Glück hat, seine Katze dank Chip wiederzubekommen. Aber nein: Lino blieb ziemlich genau drei Monate, dann verschwand er wieder! Genau wie beim letzten Mal kam er morgens nicht zum Frühstück. Und alles ging wieder von vorne los. Beim zweiten Mal waren wir nur wenig ruhiger. Wir sparten uns die Flyer für die Nachbarschaft. Wir teilten die Vermisstenmeldung eher in Netzwerken im Landkreis als kleinräumig. Die Begrüßungen waren diesmal eher "Wie, ist er immer noch weg?" - "Nein, schon wieder!" Wir wussten immerhin, dass es gut gehen kann. Und das tat es.

Der Anruf kam am Freitag, den 13. Diesmal war Lino 25 Kilometer entfernt wieder aufgetaucht. Er schien sehr erleichtert zu sein, was er mit zärtlichem Fingerknabbern kundtat. So gut wie beim letzten Mal hatte er diesen Ausflug allerdings nicht überstanden. Der Junge hatte gehungert. In den Folgewochen wurde bei uns geräubert, was das Zeug hielt. Einmal lag sogar eine fremde Packung Partywürstchen im Garten (Sorry, liebe Nachbarn!), aber was soll man sagen, der Ausflugskater war zurück. Im Anschluss genoss Lino den Winter auf dem Sofa. Sein Fressverhalten hat sich wieder normalisiert. Sein einziger Ausflug in diesem Frühling dauerte nur gut 24 Stunden. Seitdem ist der Kater zu einem richtigen Homie geworden. Hoffentlich bleibt er dabei.

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