Pelztiere

Anforderungen an den Tierschutz werden häufig nicht eingehalten

© Fotolia/Ulrike Hammerich
Pelztiere werden häufig auf engstem Raum unter schlechten Bedingungen gehalten und schließlich getötet.

2015 gab es nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Deutschland acht Betriebe, die Pelztiere halten.
 
Verwendete Tierarten für die Pelzgewinnung sind Nerze, Füchse, Nutrias, Iltisse, Marderhunde und Chinchillas. In Deutschland sind es hauptsächlich Nerze. Die Tiere leben in unstrukturierten Gitterkäfigen auf engstem Raum direkt über ihren Fäkalien. Sie entwickeln Verhaltensstörungen in der Form von Stereotypien oder Gitterbeißen. Die Fütterung erfolgt zum Teil durch Verteilung von Brei auf den Käfigen, welchen die Tiere durch das Gitter direkt aufnehmen müssen.
 
Bei der als „Pelzernte“ bezeichneten Pelzgewinnung kommen Tötungsmethoden zum Einsatz wie Stromeinwirkung mittels in Mund und After eingeführten Elektroden (Elektrokutionsmethode), Vergasen mit Kohlenmonoxid, Kohlendioxid oder Chloroform oder die Injektion eines tödlichen Stoffes.
 
Mehr Tierschutzanforderungen an die Haltung von Pelztieren in Deutschland sind mit der Dritten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung am 12. Dezember 2006 festgelegt worden.

Hiernach müssen Pelztiere artgemäß fressen, trinken und ruhen können und über einen gesonderten Rückzugsbereich verfügen.
 
Am 11. Juni 2007 endete die erste Übergangsfrist. Pro Nerz muss seit dem 12. Dezember 2011 eine Fläche von einem Quadratmeter bereitgestellt werden, und erst ab dem 12. Dezember 2016 ist für Nerze zusätzlich ein Schwimmbecken vorgeschrieben.
 
Nach den Angaben des Tierschutzberichtes der Bundesregierung 2015 werden die Anforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung häufig nicht eingehalten, und einige Pelztierhalter haben gegen entsprechende Ordnungsverfügungen durch die zuständigen Behörden Klage erhoben.
 
Am 10. Juli 2015 hat der Bundesrat einem Antrag des Landes Schleswig-Holstein zum Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland zugestimmt. Begründet wurde die Initiative mit der fehlenden ethischen Vertretbarkeit der Pelztierhaltung und -tötung für reine Luxusprodukte. Zudem wurde die Unvereinbarkeit der Pelztierhaltung in Deutschland mit dem Staatsziel Tierschutz herausgestellt. Am 02.12.2015 kündigte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) an, dafür das Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz zu ändern.

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