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Futter

von Reinhard W.

Meine Hündin (Malteser Mischling) frisst das Nassfutter seit ca. 2 Wochen nur noch aus der Hand. Vorher hatte sie es immer aus dem Anti-Schling Napf gefressen. Vor einer Woche habe ich ein großes Blutbild erstellen lassen, alles in Ordnung. Sie wird im August 6 Jahre.

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Herr W.

Wenn ein „großes Blutbild“ als unauffällig beschrieben wird, sagt das zunächst leider nur begrenzt etwas aus. Der Begriff wird im Alltag sehr unterschiedlich verwendet. Häufig ist damit nur das hämatologische Blutbild gemeint (rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen). Viele wichtige Organparameter oder Stoffwechselwerte sind darin jedoch gar nicht enthalten.

Deshalb wäre zunächst sinnvoll zu klären, welche Werte tatsächlich untersucht wurden. Idealerweise lassen Sie sich den Laborbefund einmal vollständig aushändigen. Relevant wären zum Beispiel Leber- und Nierenwerte, Elektrolyte, Entzündungsparameter sowie ggf. Bauchspeicheldrüsen- oder Schilddrüsenwerte – diese gehören nicht automatisch zu jedem sogenannten „großen Blutbild“.

Unabhängig davon lässt sich aus der Beschreibung allein noch nicht sicher beurteilen, warum Ihre Hündin ihr Nassfutter nur noch aus der Hand frisst. Dafür wären einige zusätzliche Informationen wichtig:
Welches Nassfutter wird genau gefüttert (z. B. Proteinquelle, Marke) und gab es kürzlich eine Futterumstellung? Ist das Verhalten plötzlich aufgetreten oder schleichend entstanden? Zeigt Ihre Hündin weitere Symptome wie Schmatzen, häufiges Leerschlucken, Erbrechen, Durchfall oder vermehrtes Grasfressen? Auch Hinweise auf Schmerzen im Maul (z. B. Zahnprobleme), vermehrtes Pfotenlecken oder Ohrenprobleme können im Zusammenhang mit Futterveränderungen stehen. Außerdem spielen manchmal auch Umgebungsfaktoren eine Rolle: Frisst der Hund vielleicht aus einem anderen Napf besser, an einem ruhigeren Ort oder wenn er weniger beobachtet wird? Einige Hunde entwickeln auch eine Gewohnheit, aus der Hand zu fressen, wenn dies einmal häufiger angeboten wurde. Bei einer Hündin in diesem Alter kann zusätzlich – je nach Zyklusphase, auch eine Scheinträchtigkeit mit verändertem Appetit einhergehen. Am sinnvollsten wäre es, den vollständigen Laborbefund noch einmal gemeinsam mit der behandelnden Tierärztin oder dem Tierarzt durchzugehen und parallel eine gründliche klinische Untersuchung (insbesondere Maulhöhle, Zähne und Bauch) durchführen zu lassen. Erst wenn klar ist, welche Untersuchungen bereits erfolgt sind und ob weitere Symptome bestehen, lässt sich besser einschätzen, ob eher eine medizinische Ursache oder ein verhaltensbedingter Hintergrund vorliegt.

Viele Grüße
Janina Rohde

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