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Bindehautentzündung

von Lars R.

Meine Katze hatte eine Bindehautentzündung und Schnupfen, der Abstrich vom Auge PCR Katzenschnupfen war negativ auf alle Erreger. Keine Läsionen im Auge. Daher hat sie 10 Tage Cefendix Augentropfen (Cortion/Antibiotika) bekommen was auch sehr gut geholfen hat (von Herpes wusste ich ja noch nichts) Nach 2 Wochen wieder nur Schnupfen , Abstrich Nase/Rachen war positiv auf Herpes. Daher kann man ja davon ausgehen dass der Erreger bei den Augen auch der Herpes war. Meine Frage ist nun, warum haben die Cortison-Antibiotika Augentropfen geholfen, obwohl der Herpes davon ja eigentlich explodieren müsste durch die immunsuppressive Wirkung vom Cortison das lokal ins Auge kommt. Gut damals wusste ich es nicht besser aber wenn wieder durch den Herpes eine Bindehautentzündung kommt was gibt man dann? Gibt man Famiclovir auch bei Bindehautentzündung schon ?das habe ich bekommen wenn sehr schwere Maulentzündungen auftreten würden eigentlich, noch nicht geben müssen bisher zum Glück. Cefendix nochmal würde ich mich mit dem Wissen Herpes nun nicht nochmal trauen obwohl es ja geholfen hatte. Und wie sieht es aus darf man Famviclovir bei leichter CNI der Katze geben ? oder ist es da gut zu überlegen

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Herr R.
Ein negativer PCR-Abstrich vom Auge schließt eine Herpesinfektion leider nicht sicher aus. Die Virusausscheidung erfolgt bei Katzen oft nur zeitweise und kann je nach Entnahmeort unterschiedlich sein. Daher kommt es durchaus vor, dass ein Augenabstrich negativ ist, während ein späterer Nasen- oder Rachenabstrich positiv ausfällt. Dass die antibiotisch-kortisonhaltigen Augentropfen damals gut geholfen haben, ist trotzdem erklärbar. Bei viralen Infektionen der Atemwege und der Bindehaut treten häufig sekundäre bakterielle Besiedlungen auf, gegen die das Antibiotikum wirkt. Das Kortison reduziert zusätzlich die Entzündungsreaktion der Bindehaut, sodass Rötung und Ausfluss schnell zurückgehen. Eine kurzfristige lokale Anwendung führt nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Herpesinfektion. Wenn bei bekannter Herpesproblematik erneut eine Bindehautentzündung auftritt, wird in der Praxis meist zunächst ohne Kortison behandelt, zum Beispiel mit lokal antibiotischen Präparaten und unterstützender Pflege der Augen. Bei stärker ausgeprägten Symptomen kann auch eine antivirale Therapie mit Famciclovir sinnvoll sein, das bei Katzen mit felinem Herpesvirus eingesetzt wird. Bei einer leichten chronischen Nierenerkrankung ist Famciclovir nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sollte aber individuell dosiert und tierärztlich begleitet werden, da der Wirkstoff über die Nieren ausgeschieden wird. Daher ist es sinnvoll, die Therapie immer gemeinsam mit der behandelnden Tierärztin oder dem Tierarzt abzustimmen.

Viele Grüße
Janina Rohde

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