zurück zur Übersicht Dehydriert 18.03.2026 von Rainer Z. Ich lasse bei allen meinen 4 Katzen immer 1x im Jahr Blutbild machen zur Vorsorge Meistens sind sie im Blutbild dehydriert sagte die Tierärztin - alle 4 obwohl sie normal fressen und trinken (trinken wenig da Nassfutter) Tierärztin sagt das ist nicht schlimm die kommen gut damit klar und es ist wohl häufig so bei Katzen. dennoch frage ich mich warum das so ist Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Herr Z. zunächst ist wichtig zu sagen: Ohne die genauen Blutwerte und deren Ausmaß zu kennen, lässt sich das nicht abschließend beurteilen. Der Begriff „dehydriert im Blutbild“ wird oft verwendet, meint aber in der Regel nur, dass bestimmte Werte leicht erhöht sind, die auf eine relative Eindickung des Blutes hinweisen können. Bei Katzen ist das tatsächlich gar nicht so selten und hat mehrere mögliche Erklärungen. Katzen sind von Natur aus Tiere, die wenig trinken, weil sie ursprünglich ihren Flüssigkeitsbedarf überwiegend über Beutetiere gedeckt haben. Wenn Ihre Katzen hauptsächlich Nassfutter bekommen, ist das grundsätzlich schon sehr gut und physiologisch sinnvoll. Ein weiterer Punkt ist die Situation rund um die Blutabnahme. Viele Katzen sind beim Tierarzt angespannt oder gestresst. Stress kann kurzfristig dazu führen, dass sich Flüssigkeit im Körper anders verteilt und das Blut „konzentrierter“ wirkt. Dadurch können Werte wie Hämatokrit, Hämoglobin oder Gesamteiweiß etwas erhöht erscheinen, ohne dass tatsächlich eine klinisch relevante Austrocknung vorliegt. Auch leichte Schwankungen im Flüssigkeitshaushalt über den Tag sind normal. Wenn eine Katze vor der Blutabnahme länger nichts getrunken hat oder aktiv war, kann das ebenfalls Einfluss haben.Wichtig ist daher immer die Einordnung: Sind die Werte nur leicht verändert und sind die Katzen klinisch unauffällig, fressen normal, zeigen kein vermehrtes Trinken oder Urinieren und haben stabile Nierenwerte, dann ist das in vielen Fällen tatsächlich unproblematisch. Wenn solche Befunde jedoch deutlicher ausfallen oder regelmäßig auffällig sind, sollte man genauer hinschauen. Dann wäre es sinnvoll, sich die konkreten Parameter anzusehen (z. B. Hämatokrit, Gesamteiweiß, Harnstoff, Kreatinin) und ggf. auch den Urin zu untersuchen, um die Nierenfunktion und den Hydrationsstatus besser beurteilen zu können. Zusammengefasst: Dass Katzen im Blutbild „leicht dehydriert wirken“, ist nicht ungewöhnlich und oft situationsbedingt. Entscheidend ist immer die Höhe der Abweichung und das Gesamtbild der Katze. Wenn Sie unsicher sind, lohnt sich eine genaue Durchsicht der konkreten Werte gemeinsam mit der Tierärztin. Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Herr Z. zunächst ist wichtig zu sagen: Ohne die genauen Blutwerte und deren Ausmaß zu kennen, lässt sich das nicht abschließend beurteilen. Der Begriff „dehydriert im Blutbild“ wird oft verwendet, meint aber in der Regel nur, dass bestimmte Werte leicht erhöht sind, die auf eine relative Eindickung des Blutes hinweisen können. Bei Katzen ist das tatsächlich gar nicht so selten und hat mehrere mögliche Erklärungen. Katzen sind von Natur aus Tiere, die wenig trinken, weil sie ursprünglich ihren Flüssigkeitsbedarf überwiegend über Beutetiere gedeckt haben. Wenn Ihre Katzen hauptsächlich Nassfutter bekommen, ist das grundsätzlich schon sehr gut und physiologisch sinnvoll. Ein weiterer Punkt ist die Situation rund um die Blutabnahme. Viele Katzen sind beim Tierarzt angespannt oder gestresst. Stress kann kurzfristig dazu führen, dass sich Flüssigkeit im Körper anders verteilt und das Blut „konzentrierter“ wirkt. Dadurch können Werte wie Hämatokrit, Hämoglobin oder Gesamteiweiß etwas erhöht erscheinen, ohne dass tatsächlich eine klinisch relevante Austrocknung vorliegt. Auch leichte Schwankungen im Flüssigkeitshaushalt über den Tag sind normal. Wenn eine Katze vor der Blutabnahme länger nichts getrunken hat oder aktiv war, kann das ebenfalls Einfluss haben.Wichtig ist daher immer die Einordnung: Sind die Werte nur leicht verändert und sind die Katzen klinisch unauffällig, fressen normal, zeigen kein vermehrtes Trinken oder Urinieren und haben stabile Nierenwerte, dann ist das in vielen Fällen tatsächlich unproblematisch. Wenn solche Befunde jedoch deutlicher ausfallen oder regelmäßig auffällig sind, sollte man genauer hinschauen. Dann wäre es sinnvoll, sich die konkreten Parameter anzusehen (z. B. Hämatokrit, Gesamteiweiß, Harnstoff, Kreatinin) und ggf. auch den Urin zu untersuchen, um die Nierenfunktion und den Hydrationsstatus besser beurteilen zu können. Zusammengefasst: Dass Katzen im Blutbild „leicht dehydriert wirken“, ist nicht ungewöhnlich und oft situationsbedingt. Entscheidend ist immer die Höhe der Abweichung und das Gesamtbild der Katze. Wenn Sie unsicher sind, lohnt sich eine genaue Durchsicht der konkreten Werte gemeinsam mit der Tierärztin. Viele Grüße Janina Rohde