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Magenentleerungsstörung

von Julia D.

Guten Tag liebes Ärzteteam, Ich weiß nicht, ob ich zu ungeduldig bin, aber ich weiß so langsam nicht mehr weiter. Meine Labrador Hündin (5 Jahre) wurde letztes Jahr (Mai) notoperiert aufgrund eines geplatzten Geschwürs Nähe Magenausgang/Zwölffingerdarm. Seitdem haben wir nachts immer wieder Probleme mit Erbrechen. Als sie nach der OP wieder stabil war und genug Kilo drauf hatte, haben die behandelnden Ärzte sie komplett auf den Kopf gestellt. Mehrere Bluttests (ua auf Morbus Addison) und auch eine Magen- und Darmspiegelung. Die Biopsien aus der Spiegelung waren soweit unauffällig bis auf ein paar Entzündungsparameter. Der Vitamin B12 Spiegel war aber viel zu niedrig und wurde auch behandelt. Die behandelnden Ärzte gehen nun von einem verengten Magenausgang und einer Magenentleerungsstörung aus. Meine Hündin bekommt hypoallergenes low-fat Futter fünf Mal täglich und morgen und abends etwas, was die Magen und Darmtätigkeit anregen soll und weiterhin B12, da sie den Spiegel nicht selbst aufrecht halten kann. Dennoch bestehen viele unserer Nächte aus Erbrechen von unverdautem Futter. Mal geht es zwei Tage gut und dann kommt wieder ein Rückschlag. Ihr geht es sonst gut. Ich mache mir einfach nur Sorgen um meinen Hund. Sie ist erst fünf und hat schon solche Probleme. Ich Frage mich, ob man sowas je wieder in den Griff bekommt oder ob unsere Nächte jetzt immer so weiter gehen. Ich danke Ihnen jetzt schonmal für Ihre Zeit und Antwort. Liebe Grüße

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau D.

Guten Tag, ich kann sehr gut verstehen, wie belastend diese Situation für Sie ist, gerade weil Ihre Hündin noch so jung ist und Sie schon so viel durchgemacht haben. Wichtig vorweg: Sie sind nicht ungeduldig, sondern aufmerksam, und Ihre Sorgen sind absolut berechtigt. Nach einer schweren Erkrankung im Bereich Magenausgang/Zwölffingerdarm kann es tatsächlich langfristig zu funktionellen Problemen kommen, insbesondere zu einer verzögerten Magenentleerung oder auch zu einer narbigen Verengung des Magenausgangs. Dass Ihre Tierärztinnen und Tierärzte diesen Verdacht äußern, passt sehr gut zu den beschriebenen Symptomen, vor allem zum nächtlichen Erbrechen von unverdautem Futter. Dass die Diagnostik inklusive Ausschluss eines Morbus Addison und die Endoskopie bereits so umfassend erfolgt sind, ist dabei ein großer Vorteil, weil viele andere Ursachen bereits abgeklärt wurden. In der Praxis sehen wir bei solchen Verläufen durchaus, dass es wellenförmig verläuft: Phasen, in denen es stabil ist, wechseln sich mit Rückschlägen ab. Das bedeutet aber nicht, dass es so bleiben muss. Oft braucht es etwas Zeit und Feinjustierung, bis man eine stabile Einstellung erreicht. Fütterungsmanagement wie mehrere kleine Mahlzeiten und leicht verdauliches, fettarmes Futter, so wie Sie es bereits umsetzen, ist hier absolut richtig. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, den Zeitpunkt der letzten Fütterung noch einmal anzupassen, zum Beispiel eine kleine, gut verdauliche Spätmahlzeit direkt vor dem Schlafengehen, um nächtliche Magenüberladung oder Säureprobleme zu reduzieren. Die eingesetzten Medikamente zur Förderung der Magen-Darm-Motilität sind ebenfalls ein wichtiger Baustein. Wenn die Symptomatik dennoch anhält, lohnt sich manchmal ein erneuter Blick darauf, ob Dosierung, Wirkstoff oder Zeitpunkt der Gabe optimal gewählt sind oder ob eine Anpassung sinnvoll wäre. In einzelnen Fällen wird auch noch einmal gezielt überprüft, wie ausgeprägt eine mögliche Verengung tatsächlich ist, zum Beispiel bildgebend. Der niedrige Vitamin-B12-Spiegel passt gut zu einer gestörten Darmfunktion und sollte konsequent weiter substituiert werden, da er auch für die Regeneration der Schleimhaut wichtig ist. Die gute Nachricht ist: Viele Hunde mit solchen funktionellen Problemen lassen sich langfristig stabil einstellen, auch wenn es etwas Geduld braucht und nicht immer ganz linear verläuft. Dass es Ihrer Hündin zwischen den Episoden gut geht, sie frisst und insgesamt stabil wirkt, ist ein sehr positives Zeichen. Wenn die Nächte weiterhin so belastend bleiben, wäre es sinnvoll, noch einmal gemeinsam mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt die aktuelle Therapie gezielt durchzugehen und eventuell kleine Anpassungen vorzunehmen. Sie sind da bereits auf einem sehr guten und sorgfältigen Weg.

Viele Grüße
Janina Rohde

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