zurück zur Übersicht Mycoplasmen 05.05.2026 von Dunja R. Müssen Mycoplasmen bei Katzen immer behandelt werden, bzw wann müssen diese behandelt werden? Falls Behandlung käme nur Azithromycin in Frage - wie lange wird das empfohlen Habe diese Guidlines gefunden https://www.abcdcatsvets.org/guideline-for-feline-respiratory-mycoplasma-infections/ Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau R. Nein, Mycoplasmen bei Katzen müssen nicht automatisch behandelt werden. Das ist ganz wichtig, denn Mycoplasma spp. können auch bei klinisch gesunden Katzen nachgewiesen werden, besonders im Rahmen von PCR-Abstrichen der Atemwege. Ein positiver Befund allein bedeutet also noch nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Entscheidend sind immer die klinischen Symptome. Behandelt wird vor allem dann, wenn deutliche respiratorische Symptome bestehen, z. B. eitriger Nasen- oder Augenausfluss, Fieber, Mattigkeit, Husten, starke Bindehautentzündungen oder chronische/rezidivierende Atemwegsprobleme – besonders wenn andere Erreger wie Herpes oder Calici zusätzlich beteiligt sind. Gerade Koinfektionen mit FHV-1 können die Symptome deutlich verstärken. Laut den aktuellen Leitlinien gilt Doxycyclin meist als Mittel der ersten Wahl. Azithromycin wird eher als Zweitlinienantibiotikum empfohlen, wenn Doxycyclin nicht vertragen wird oder nicht infrage kommt. Wenn nur Azithromycin möglich ist, werden in den ABCD-Guidelines Dosierungen von 5–10 mg/kg einmal täglich für 5 Tage und danach alle 48 Stunden beschrieben. Die genaue Dauer ist aber nicht eindeutig festgelegt. Klinische Symptome bessern sich oft innerhalb einer Woche, eine vollständige Eliminierung gelingt jedoch häufig nicht. In manchen Empfehlungen werden längere Behandlungszeiträume von mehreren Wochen diskutiert, besonders bei chronischen Fällen. Wichtig ist auch: Ziel der Behandlung ist meist die klinische Verbesserung, nicht unbedingt eine komplette „Eradikation“ der Mykoplasmen. Gerade bei chronischen Herpeskatzen kann man Mykoplasmen sonst schnell „übertherapieren“, obwohl eigentlich das zugrunde liegende Problem eher Schleimhautstress, Herpesreaktivierung oder chronische Entzündung ist. Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau R. Nein, Mycoplasmen bei Katzen müssen nicht automatisch behandelt werden. Das ist ganz wichtig, denn Mycoplasma spp. können auch bei klinisch gesunden Katzen nachgewiesen werden, besonders im Rahmen von PCR-Abstrichen der Atemwege. Ein positiver Befund allein bedeutet also noch nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Entscheidend sind immer die klinischen Symptome. Behandelt wird vor allem dann, wenn deutliche respiratorische Symptome bestehen, z. B. eitriger Nasen- oder Augenausfluss, Fieber, Mattigkeit, Husten, starke Bindehautentzündungen oder chronische/rezidivierende Atemwegsprobleme – besonders wenn andere Erreger wie Herpes oder Calici zusätzlich beteiligt sind. Gerade Koinfektionen mit FHV-1 können die Symptome deutlich verstärken. Laut den aktuellen Leitlinien gilt Doxycyclin meist als Mittel der ersten Wahl. Azithromycin wird eher als Zweitlinienantibiotikum empfohlen, wenn Doxycyclin nicht vertragen wird oder nicht infrage kommt. Wenn nur Azithromycin möglich ist, werden in den ABCD-Guidelines Dosierungen von 5–10 mg/kg einmal täglich für 5 Tage und danach alle 48 Stunden beschrieben. Die genaue Dauer ist aber nicht eindeutig festgelegt. Klinische Symptome bessern sich oft innerhalb einer Woche, eine vollständige Eliminierung gelingt jedoch häufig nicht. In manchen Empfehlungen werden längere Behandlungszeiträume von mehreren Wochen diskutiert, besonders bei chronischen Fällen. Wichtig ist auch: Ziel der Behandlung ist meist die klinische Verbesserung, nicht unbedingt eine komplette „Eradikation“ der Mykoplasmen. Gerade bei chronischen Herpeskatzen kann man Mykoplasmen sonst schnell „übertherapieren“, obwohl eigentlich das zugrunde liegende Problem eher Schleimhautstress, Herpesreaktivierung oder chronische Entzündung ist. Viele Grüße Janina Rohde