zurück zur Übersicht Erreger Katze 13.05.2026 von Ute Z. Bei einer FORL OP vor 2 Wochen haben wir, da meine beiden 4 jährigen Katzen in Narkose lagen mal mit einen Abstrich machen lassen, einfach prophylaktisch Es kam raus Mycoplasmen positiv, Herpes positiv Symptome konnte ich nie erkennen, zweimal hatte eine Katze eine Erkältung, die aber in einer Woche wieder verging, der andere mal ne Bindehautentzündung die mit Antibiotika Tropfen verging nach 3 Tagen. Nun lese ich schon in verschiedenen Foren usw und es wird gesagt behandeln auch wenn keine schweren Symptome. Stimmt das wirklich, dass man für Mycoplasmen Antibiotika geben muss und für Herpes Immunstärkung? Können die Katzen überhaupt mit solch schweren Keimen klar kommen? Es sind Hauskatzen aus einer guten Bengalen Zucht ich frage mich woher haben sie das? Die Züchterin hat mir versichert dass sie nie solche Viren und Bakterien in ihrer Zucht hatte, sonst hätte sie natürlich behandelt und keine kranken Tiere verkauft. Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau Z. Mycoplasmen und Herpes bei Katzen sorgen verständlicherweise oft erstmal für Verunsicherung – gerade wenn man plötzlich positive Abstriche bekommt, obwohl die Tiere kaum oder gar keine Symptome zeigen. Wichtig ist aber: Ein positiver PCR-Abstrich bedeutet nicht automatisch, dass eine Katze krank ist oder behandelt werden muss. Sowohl felines Herpesvirus (FHV-1) als auch Mycoplasmen können bei klinisch unauffälligen Katzen nachweisbar sein. Viele Katzen tragen diese Erreger lebenslang in sich und kommen damit völlig problemlos zurecht. Gerade Herpes ist extrem häufig. Viele Katzen infizieren sich bereits sehr früh im Leben, oft schon als Kitten, teilweise auch ohne dass die Züchterin davon weiß. Das bedeutet nicht automatisch eine „schlechte Zucht“. Herpesviren können latent im Körper bleiben und erst unter Stress, nach Narkosen, Umzügen oder anderen Belastungen kurzzeitig wieder ausgeschieden werden. Das gleiche gilt teilweise auch für Mycoplasmen. Ein positiver Nachweis alleine ohne passende Symptome ist daher kein Grund für Panik. Antibiotika gegen Mycoplasmen werden normalerweise nicht prophylaktisch gegeben, sondern eher dann, wenn tatsächlich deutliche klinische Symptome bestehen, z. B. anhaltende Bindehautentzündungen, chronischer Nasenausfluss, Husten oder stärkere Atemwegsprobleme. Auch bei Herpes behandelt man nicht automatisch „den Virus“, sondern die Symptome und den individuellen Patienten. Viele Katzen benötigen überhaupt keine Therapie. „Immunstärkung“ wird häufig empfohlen, allerdings ist die wissenschaftliche Datenlage zu vielen Präparaten begrenzt. Entscheidend sind meist eher gutes Stressmanagement, stabile Haltungsbedingungen, hochwertige Ernährung und das Vermeiden unnötiger Belastungen. Dass Ihre Katzen mit diesen Erregern klarkommen können, zeigt eigentlich schon der bisherige Verlauf: einzelne milde Episoden, die schnell wieder abgeheilt sind, sprechen eher für ein gut funktionierendes Immunsystem. Ich würde bei zwei klinisch weitgehend unauffälligen Katzen aktuell nicht automatisch eine aggressive Behandlung beginnen, sondern eher beobachten und nur bei wiederkehrenden oder stärkeren Symptomen gezielt handeln. Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau Z. Mycoplasmen und Herpes bei Katzen sorgen verständlicherweise oft erstmal für Verunsicherung – gerade wenn man plötzlich positive Abstriche bekommt, obwohl die Tiere kaum oder gar keine Symptome zeigen. Wichtig ist aber: Ein positiver PCR-Abstrich bedeutet nicht automatisch, dass eine Katze krank ist oder behandelt werden muss. Sowohl felines Herpesvirus (FHV-1) als auch Mycoplasmen können bei klinisch unauffälligen Katzen nachweisbar sein. Viele Katzen tragen diese Erreger lebenslang in sich und kommen damit völlig problemlos zurecht. Gerade Herpes ist extrem häufig. Viele Katzen infizieren sich bereits sehr früh im Leben, oft schon als Kitten, teilweise auch ohne dass die Züchterin davon weiß. Das bedeutet nicht automatisch eine „schlechte Zucht“. Herpesviren können latent im Körper bleiben und erst unter Stress, nach Narkosen, Umzügen oder anderen Belastungen kurzzeitig wieder ausgeschieden werden. Das gleiche gilt teilweise auch für Mycoplasmen. Ein positiver Nachweis alleine ohne passende Symptome ist daher kein Grund für Panik. Antibiotika gegen Mycoplasmen werden normalerweise nicht prophylaktisch gegeben, sondern eher dann, wenn tatsächlich deutliche klinische Symptome bestehen, z. B. anhaltende Bindehautentzündungen, chronischer Nasenausfluss, Husten oder stärkere Atemwegsprobleme. Auch bei Herpes behandelt man nicht automatisch „den Virus“, sondern die Symptome und den individuellen Patienten. Viele Katzen benötigen überhaupt keine Therapie. „Immunstärkung“ wird häufig empfohlen, allerdings ist die wissenschaftliche Datenlage zu vielen Präparaten begrenzt. Entscheidend sind meist eher gutes Stressmanagement, stabile Haltungsbedingungen, hochwertige Ernährung und das Vermeiden unnötiger Belastungen. Dass Ihre Katzen mit diesen Erregern klarkommen können, zeigt eigentlich schon der bisherige Verlauf: einzelne milde Episoden, die schnell wieder abgeheilt sind, sprechen eher für ein gut funktionierendes Immunsystem. Ich würde bei zwei klinisch weitgehend unauffälligen Katzen aktuell nicht automatisch eine aggressive Behandlung beginnen, sondern eher beobachten und nur bei wiederkehrenden oder stärkeren Symptomen gezielt handeln. Viele Grüße Janina Rohde