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Verdacht auf Bandscheibe

von Ramona H.

Hallo zusammen, Bei unserer Hündin besteht der Verdacht auf einen Bandscheiben Vorfall an der HSW. Seit 10 Tagen Probleme mit Schmerzen beim bellen und bei hinlegen. Vorne rechts humpelt sie. Schonung erst seit 4 Tagen. Gar keine Belastung mehr. Keine Treppen kein Spaziergang gar nichts. Trotzdem noch 3x am Tag Schmerz schreien beim hinlegen oder bellen. Waren schon bei 2 Tierärzte jeder hat ein anderes Mittel gegeben und meinte es muss in 2 Tagen besser werden. Vor 4 Tagen waren wir bei der Physio und diese meinte zu 80 Prozent Bandscheibe. Sie darf sich gar nicht mehr bewegen. Seit 8 Tagen bekommt sie 1x täglich eine 3/4 Tablette Loxitap, seit 2 Tagen 3x täglich Novalgin und seit 5 Tagen 3x täglich 50 mg Gabapentin. Wir wissen nicht mehr weiter sind am verzweifeln. So verhält sie sich normal. Frisst wedelt mit dem Schwanz. Läuft humpelt vorne rechts. Haben eben nochmal mit dem Tierarzt gesprochen die Überlegung ist Loxitap durch Phen Pred 20 mg täglich zu ersetzen und mit Gabapentin auf 3x täglich 100 mg zu gehen. Leider kennt sich unsere Tierarzt diesbezüglich nicht so gut aus. Nun unsere Frage wäre dies ein guter Weg? Ramona

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau H.

das klingt tatsächlich sehr nach einem schmerzhaften Problem im Bereich der Halswirbelsäule, und ein Bandscheibenvorfall wäre durchaus möglich. Gerade Schmerzen beim Hinlegen, beim Bellen oder Kopfbewegungen sowie Lahmheit vorne sieht man bei HWS-Problemen häufig. Dass sie trotz Schmerz noch frisst, wedelt und laufen möchte, schließt starke Schmerzen leider nicht aus, viele Hunde kompensieren erstaunlich lange. Wichtig ist: Bei einer vermuteten Bandscheibenproblematik an der HWS braucht man oft deutlich länger als „2 Tage“, bis eine echte Verbesserung sichtbar wird. Vier Tage strikte Ruhe sind noch sehr kurz. Konsequente Schonung ist tatsächlich extrem wichtig: kein Rennen, Springen, Spielen, Treppenlaufen oder Spaziergänge, idealerweise wirklich nur kontrolliertes Lösen an kurzer Leine. Die Kombination aus NSAID (Loxicom/Loxitap), Novalgin und Gabapentin ist grundsätzlich ein häufiger Ansatz bei neuropathischen Schmerzen. Eine Erhöhung des Gabapentins kann je nach Körpergewicht durchaus sinnvoll sein. Was man aber unbedingt beachten muss: Cortison (Phen-Pred/Prednisolon) darf normalerweise nicht einfach direkt mit einem NSAID wie Loxitap kombiniert oder ohne ausreichende Pause gewechselt werden, da sonst das Risiko für schwere Magen-Darm-Blutungen oder Geschwüre steigt. Das sollte wirklich nur unter tierärztlicher Anleitung erfolgen. Auch der Einsatz von Buprenorphin kann sinnvoll sein und ist besser verträglich. Wenn weiterhin deutliche Schmerzschreie auftreten oder neurologische Symptome zunehmen, wäre aus meiner Sicht eine weiterführende Diagnostik sinnvoll, idealerweise bei einer neurologisch erfahrenen Klinik oder Tierärztin/Tierarzt. Ein MRT wäre die beste Untersuchung, um einen Bandscheibenvorfall sicher zu beurteilen. Gerade an der Halswirbelsäule sollte man vorsichtig sein, weil dort wenig Platz ist und sich Symptome auch verschlechtern können. Bitte achten Sie außerdem auf Warnzeichen wie Schwäche, Taumeln, Wegknicken, Probleme beim Aufstehen oder Unsicherheit auf den Beinen, dann sollte zeitnah eine Klinik aufgesucht werden.

Viele Grüße
Janina Rohde

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