zurück zur Übersicht Angefahrener Frischling 26.05.2026 von Eva P. Liebes Tierärzteteam, diese Nacht fand ich einen angefahrenen Frischling an der Schnellstraße. Ich hielt an und sah, dass er noch lebte, legte ihn auf den angrenzenden Fußgängerweg und rief die Polizei. Der Frischling blutete aus der Nase und während ich auf den Jäger wartete, unternahm er einen Versuch aufzustehen und wegzulaufen. Aber ich hatte Angst, er würde wieder auf die Straße laufen, und versuchte, ihn davon abzuhalten. Dann legte er sich wieder auf die Seite, hatte die Augen geschlossen und zuckte zwischendurch. Als der Jäger kam, fragte ich ihn, ob wir den Kleinen vielleicht anschubsen sollten, doch er meinte, das wäre überflüssig und er müsse getötet werden. Nun habe ich Sorge, dass das Tier nur eine Schockstarre hatte und evtl. noch überlebensfähig war. Vielleicht hätte ich ihn weglaufen lassen sollen, als er Anstalten machte, sich aufzurichten. Es ist jetzt nicht mehr änderbar, aber was denken Sie, wie ich hätte handeln sollen? Ich habe ihn bis zuletzt sanft gestreichelt. Beste Grüße Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau P. Prinzipiell haben Sie in dieser Situation genau richtig gehandelt. Einen verletzten Frischling an einer Schnellstraße nicht einfach liegen zu lassen, sondern ihn zunächst aus der direkten Gefahrenzone zu bringen und Polizei beziehungsweise Jäger zu informieren, war absolut verantwortungsvoll. Ein Frischling alleine hätte dort kaum eine Chance gehabt, insbesondere nach einem Zusammenstoß mit einem Auto. Dass das Tier noch versucht hat aufzustehen, bedeutet leider nicht automatisch, dass die Verletzungen harmlos waren. Wildtiere stehen unter massivem Stress und versuchen oft trotz schwerster innerer Verletzungen noch zu flüchten. Nasenbluten, Zusammenbrechen, geschlossene Augen und Zuckungen sprechen durchaus dafür, dass der Frischling schwer verletzt oder neurologisch beeinträchtigt war. Ob eine Behandlung und spätere Unterbringung in einer Wildtierpflegestelle theoretisch möglich gewesen wäre, kann letztlich nur eine tierärztliche Untersuchung beurteilen. In der Praxis sind die Überlebenschancen nach einem Verkehrsunfall bei so jungen Wildschweinen leider oft sehr schlecht. Wichtig ist auch: Bei einem Wildunfall muss immer der zuständige Jäger beziehungsweise die Polizei informiert werden. Das haben Sie ebenfalls korrekt gemacht. Den Frischling einfach laufen zu lassen, wäre an einer Schnellstraße wahrscheinlich keine sichere oder tierschutzgerechte Lösung gewesen. Und dass Sie bei dem Tier geblieben sind und es bis zuletzt ruhig begleitet haben, war sicher kein Fehler! Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau P. Prinzipiell haben Sie in dieser Situation genau richtig gehandelt. Einen verletzten Frischling an einer Schnellstraße nicht einfach liegen zu lassen, sondern ihn zunächst aus der direkten Gefahrenzone zu bringen und Polizei beziehungsweise Jäger zu informieren, war absolut verantwortungsvoll. Ein Frischling alleine hätte dort kaum eine Chance gehabt, insbesondere nach einem Zusammenstoß mit einem Auto. Dass das Tier noch versucht hat aufzustehen, bedeutet leider nicht automatisch, dass die Verletzungen harmlos waren. Wildtiere stehen unter massivem Stress und versuchen oft trotz schwerster innerer Verletzungen noch zu flüchten. Nasenbluten, Zusammenbrechen, geschlossene Augen und Zuckungen sprechen durchaus dafür, dass der Frischling schwer verletzt oder neurologisch beeinträchtigt war. Ob eine Behandlung und spätere Unterbringung in einer Wildtierpflegestelle theoretisch möglich gewesen wäre, kann letztlich nur eine tierärztliche Untersuchung beurteilen. In der Praxis sind die Überlebenschancen nach einem Verkehrsunfall bei so jungen Wildschweinen leider oft sehr schlecht. Wichtig ist auch: Bei einem Wildunfall muss immer der zuständige Jäger beziehungsweise die Polizei informiert werden. Das haben Sie ebenfalls korrekt gemacht. Den Frischling einfach laufen zu lassen, wäre an einer Schnellstraße wahrscheinlich keine sichere oder tierschutzgerechte Lösung gewesen. Und dass Sie bei dem Tier geblieben sind und es bis zuletzt ruhig begleitet haben, war sicher kein Fehler! Viele Grüße Janina Rohde