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Pföteln am Maul

von Ludmilla G.

Meine Katze hatte vor 3 Jahren eine Zahnsanierung wegen FORL bei einem Zahntierarzt nach DGT Standard mit Inhalationsnarkose, Monitioring, Dentalröngten usw- mit Kronenamputation unten wegen FORL 2 Canini unten und die restlichen Zähne gezogen. Kommt super klar so zahnlos Ist aber leider sehr mäkelig und verwöhnt und frisst nur Miamor Huhn naturell (ich supplementiere es) und Bierhefeflocken darüber Sie frisst schon immer mäkelig und wenig dafür häufiger, man muss aber immer wieder Bierhefeflocken oder einige Trockenhuhnleckerlie drüber bröseln. Wenn das Futter dann etwas steht wird es irgendwie pampig durch die Bierhefe finde ich, kann aber nicht immer alles wegwerfen da ich sowieso schon genug weg werfe Nun macht sie seit Januar - zumindest ist es mir da aufgefallen und dann schaut man genauer hin, ab und zu mit der Pfote ans Maul nach dem Fressen, streckt die Zunge raus und pfötelt daran. Sonst ist sie topfit, Tierarzt im Maul alles ok befunden rein äußerlich und es geht ihr super vom Allgemeinbefinden her. Es scheint mir so als ob eben etwas von dem Futter am Maul oder an der Zunge klebt und sie das entfernen möchte..dauert auch immer nur paar Sekunden an.. Was kann das sein? ich möchte invasive Diagnostik wie CT in Narkose, erneutes Röntgen eigentlich vermeiden da es ihr ja sehr gut geht und die Häufigkeit seit Januar auch nicht zunimmt sondern eher abgenommen hatte.

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau G.  

Wenn eine Katze nach dem Fressen gelegentlich mit der Pfote ans Maul geht, die Zunge herausstreckt oder kurz daran „arbeitet“, kann das tatsächlich viele harmlose Ursachen haben. Aufgrund Ihrer Beschreibung würde ich zunächst nicht sofort von einem schwerwiegenden Problem ausgehen. Gerade bei sehr weichem, faserigem Futter oder Futter, das durch Zusätze wie Bierhefeflocken etwas klebriger wird, können Futterreste an der Zunge, am Gaumen oder im Bereich der Lefzen haften bleiben. Dass das Verhalten nur wenige Sekunden dauert, direkt nach dem Fressen auftritt und sich seit Januar nicht verstärkt hat, spricht eher für eine solche mechanische Ursache. Natürlich kommen bei einer Katze mit einer Vorgeschichte von FORL auch Veränderungen im Bereich der verbliebenen Zahn- oder Wurzelanteile als Ursache infrage. Allerdings würden wir bei einem aktiven schmerzhaften Prozess häufig weitere Anzeichen erwarten, beispielsweise Futterverweigerung, verändertes Fressverhalten, Speicheln, Mundgeruch, Gewichtsverlust oder eine zunehmende Häufigkeit der Beschwerden. Nach Ihrer Schilderung ist Ihre Katze jedoch munter, frisst grundsätzlich gerne, kommt seit Jahren gut mit ihrer Zahnsituation zurecht und wurde zudem bereits tierärztlich untersucht, ohne dass bei der Maulhöhlenuntersuchung äußerlich Auffälligkeiten festgestellt wurden. Auch kleine Schleimhautreizungen, einzelne Haare im Maul oder das gelegentliche Festsetzen von Futterbestandteilen können dazu führen, dass Katzen kurz mit der Zunge oder Pfote am Maul hantieren. Da die Beschwerden seit Monaten nicht zunehmen und eher sogar seltener geworden sind, erscheint eine sofortige weiterführende Diagnostik in Narkose aus der Ferne betrachtet nicht zwingend erforderlich. Sinnvoll wäre es, das Verhalten weiter zu beobachten und gegebenenfalls einmal per Video festzuhalten. Interessant wäre dabei, ob es ausschließlich nach diesem Futter auftritt, ob frisches Futter anders reagiert als bereits etwas stehendes Futter und ob das Verhalten auch nach Leckerlis oder anderen Futtermitteln gezeigt wird. Sollten die Episoden häufiger werden oder weitere Symptome wie Speicheln, Mundgeruch, Futterverweigerung, Gewichtsverlust oder erkennbare Schmerzen hinzukommen, wäre ein erneutes Dentalröntgen die wichtigste Untersuchung, da Veränderungen unter dem Zahnfleischrand von außen nicht sicher beurteilt werden können. Nach Ihrer Schilderung klingt es im Moment jedoch durchaus plausibel, dass Ihre Katze einfach versucht, kleine Futterreste oder die etwas klebrige Mischung aus Futter und Bierhefeflocken von Zunge oder Maulschleimhaut zu entfernen. Eine sichere Diagnose ist aus der Ferne natürlich nicht möglich und ersetzt nicht die Untersuchung durch die behandelnde Tierärztin oder den behandelnden Tierarzt

Viele Grüße
Janina Rohde

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