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Metacam

von Brigitte W.

Liebe Tierärzte, Meine Katze Cleo, weiblich, wurde kastriert. Ich sollte dann am nächsten Tag Metacam zuhause geben. Sofort nach der korrekten Einnahme, hatte Cleo neurologische Ausfälle. Zittern, Gleichgewichtsstörung, ungefähr 5 Minuten lang, danach war wieder alles o.k. Ich habe sofort in der Tierarztpraxis angerufen, die Mitarbeiterin teilte mir, dies könne NICHT an Metacam liegen, ich solle Cleo am nächsten Tag nur die Hälfte der Dosis Metacam geben. Habe ich gemacht, wieder neurologische Ausfälle. Bin in die Praxis, die TA sagte dann, kein Metacam mehr geben. Meine Fragem: Hat Cleo evtl. ein MDR1 Gendefekt? Oder hat Metacam solche Nebenwirkungen? Da Cleo eine Katze ist, die im Wald aufgewachsen ist, soll ich Cleo vor dem Tierarztbesuch Bonquat geben, nun mach ich mir Sorgen, dass dann wieder neurologische Ausfälle auftreten. Ich bitte um Ihre Einschätzung, danke!

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau W.

Nach dem heutigen Wissensstand gehören neurologische Ausfallserscheinungen wie Zittern, Gleichgewichtsstörungen oder kurzzeitige Ataxien nicht zu den typischen Nebenwirkungen von Meloxicam (Metacam) bei Katzen. Die häufigsten bekannten Nebenwirkungen betreffen eher Magen-Darm-Trakt, Appetit oder, insbesondere bei vorbestehenden Erkrankungen , die Nierenfunktion. Der sogenannte MDR1-Gendefekt spielt bei Katzen nach aktuellem Kenntnisstand praktisch keine Rolle. Er ist vor allem bei bestimmten Hunderassen bekannt und wird nicht als typische Ursache für eine Überempfindlichkeit gegenüber Meloxicam bei Katzen beschrieben. Trotzdem fällt in Ihrem Fall auf, dass die Symptome zweimal unmittelbar nach der Gabe von Metacam aufgetreten sind und nach dem Absetzen nicht mehr berichtet werden. Ein solcher zeitlicher Zusammenhang beweist zwar nicht, dass das Medikament die Ursache war, macht aber eine individuelle Unverträglichkeit durchaus denkbar. Auch andere Ursachen wären möglich, beispielsweise eine Reaktion auf den Geschmack des Präparats, Stress, Schmerzen, Kreislaufschwankungen nach der Operation oder ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen mit einem anderen Ereignis. Für die Zukunft würde ich diesen Vorfall bei jeder tierärztlichen Behandlung erwähnen, damit die behandelnde Tierärztin oder der behandelnde Tierarzt die Medikamentenauswahl entsprechend berücksichtigen kann. Bezüglich Bonqat (Pregabalin) ist die Situation etwas anders. Die häufigsten bekannten Wirkungen sind Müdigkeit, Unsicherheit beim Laufen, schwankender Gang und verminderte Koordination. Diese Effekte sind dosisabhängig und sogar teilweise erwünscht, da sie zur Beruhigung der Katze vor dem Tierarztbesuch beitragen. Sie unterscheiden sich jedoch von einer echten Unverträglichkeitsreaktion. Wenn Cleo Bonqat erhalten soll, sprechen Sie den geschilderten Vorfall unbedingt vorher mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt durch. In vielen Fällen kann zunächst ein Testlauf an einem ruhigen Tag zuhause durchgeführt werden. So lässt sich beobachten, wie die Katze auf das Medikament reagiert, bevor es für einen Tierarztbesuch eingesetzt wird.

Viele Grüße
Janina Rohde

 

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