Guten Tag, unser Hund (Malteser-Pudel-Mix, 4 Jahre, männlich, kastriert) hat seit Anfang April ohne Änderung der Futtermenge, des Appetits oder des Aktivitätsniveaus etwa 10 % seines Körpergewichts verloren (von 5,2 auf 4,7 kg). Er erhält täglich vier selbst gekochte Mahlzeiten, bestehend aus Kartoffeln, Kängurufleisch, Algenöl und einem Mineralpulver. Im Rahmen der Abklärung wurde ein umfangreiches Blutbild durchgeführt. Hierbei sind eine leichte ALT-Erhöhung (159 U/l; Referenz 10–125 U/l) sowie ein relativ niedriger Basal-Cortisolwert (1,5 µg/dl) aufgefallen. Diese Werte wurden jedoch mit einer vor vier Tagen erfolgten Prednisolongabe in Verbindung gebracht (Prednisolonacetat-Injektionssuspension 10 mg sowie Prednisolon-Tabletten 5 mg einmal täglich über drei Tage). Alle anderen Werte (unter anderem auch Spec cPL und cTLI) lagen im Referenzbereich. Der SDMA-Wert wurde aktuell nicht bestimmt. Im März lag dieser bei 14 µg/dl. Zusätzlich wurde heute eine Urinuntersuchung durchgeführt (Morgenurin, letztmalige Wassermenge vor 12 Stunden). Dabei zeigten sich folgende Befunde: * Spezifisches Gewicht: 1,005 * pH-Wert: 6,5 * Bilirubin: positiv (+) * Sediment: vereinzelt Kokken * Leukozyten, Nitrit, Protein, Glukose, Ketonkörper sowie Blut/Hämoglobin: negativ Zum Zeitpunkt der Prednisolongabe litt unser Hund unter starkem Juckreiz im Analbereich, der sich durch ständiges Beknabbern der Region sowie Schlittenfahren äußerte. Diese Symptome bestehen jedoch bereits seit über einem Jahr. Bisher wurde vermutet, dass sich die Analdrüsen aufgrund ihrer anatomischen Lage nicht ausreichend selbst entleeren. Daher werden die Analdrüsen etwa einmal monatlich tierärztlich entleert. Eine eindeutige Ursache für die Beschwerden konnte bislang nicht gefunden werden. Der Hund wurde vor 5 Wochen routinemäßig mit Milbemax entwurmt. Eine zuvor durchgeführte Kotuntersuchung ergab keinen Hinweis auf einen Befall. Tierärztlich wurde uns lediglich dazu geraten, die Futtermenge zu erhöhen. Hierbei sind wir jedoch sehr vorsichtig, da unser Hund auf zu große Futtermengen schnell mit refluxartigen Beschwerden reagiert (vermehrtes Speicheln, Schlucken und Husten). Er bekommt die aktuelle Futtermenge bereits seit einem Jahr. Es gab bis Anfang April keinerlei Schwankungen des Gewichts. Könnten Sie uns eine Einschätzung geben, welche Differenzialdiagnosen aus Ihrer Sicht bei dieser Konstellation besonders in Betracht kommen und welche weiteren Untersuchungen Sie empfehlen würden?