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Katze Struvitkristalle

von Kathrin B.

Ich habe bei meiner Katze vorsorglich Urin untersuchen lassen Probleme hat sie keine Es wurden Struvitkristalle gefunden und der Tierarzt meinte, dass es da noch zu Problemen kommen würde wenn ich gewartet hätte. Musste Urin ansäuern mit Tabletten für 4 Wochen danach waren die Kristalle weg Hatten Astorin Methio Tabs K PH Wert ist immer zu hoch so bei 8,0 ca manchmal auch weniger, ich kann nicht oft messen. Nun habe ich danach nicht mehr angesäuert und nach 3 Monaten waren wieder Kristalle da- Beschwerden aber nie. Nun muss ich wieder ansäuern für 4 Wochen Nun frage ich mich wie lang soll das Spiel noch gehen mit Urin kontrollieren, ansäuern, weglassen wieder kontrollieren. Trinken tut sie genug am Trinkbrunnen frisst Nassfutter ausschließlich. Soll ich dauerhaft ansäuern? Aber mit welcher Dosis? Ich möchte nicht Oxalt provozieren aber ständige Kontrollen möchten wir auch nicht da di Katze keine Beschwerden hatte? Gibt es das überhaupt? Keine Beschwerden bei Struvit? Urin habe ich immer selbst abgefangen und sofort zur Praxis gebracht und wurde sofort untersucht dort - Sediment. Hätte ich nicht als Vorsorge mal kontrollieren lassen wüssten wir ja gar nichts von dem Struvit Struvitfutter sämtliches, frisst sie leider nicht und wäre ja auch nix anderes als ansäuern. Was würden Sie hier raten?

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau B.

Ja, Struvitkristalle können durchaus vorhanden sein, ohne dass eine Katze irgendwelche Beschwerden zeigt. Tatsächlich finden wir bei Vorsorgeuntersuchungen oder Zufallsbefunden nicht selten Kristalle im Urinsediment von klinisch völlig unauffälligen Katzen. Ein Kristallnachweis allein bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt oder zwangsläufig eine Harnwegsobstruktion entstehen wird. Zusätzlich muss man wissen, dass Kristalle im Urin immer im Zusammenhang mit dem gesamten Befund bewertet werden sollten. Interessant sind beispielsweise die Menge der Kristalle, der pH-Wert, das spezifische Gewicht des Urins, mögliche Entzündungszellen, Bakterien, Blut im Urin sowie die Vorgeschichte der Katze. Eine Katze, die seit Jahren beschwerdefrei ist, ausschließlich Nassfutter frisst, gut trinkt und nie Probleme beim Harnabsatz gezeigt hat, ist anders zu bewerten als ein Kater mit wiederkehrenden Harnröhrenverschlüssen. Der pH-Wert spielt bei Struvit eine wichtige Rolle. Struvitkristalle bilden sich bevorzugt in alkalischem Urin. Allerdings schwankt der Urin-pH im Tagesverlauf erheblich und Einzelmessungen können daher irreführend sein. Ein gemessener pH-Wert von 8,0 ist zwar relativ hoch, sollte aber immer im Zusammenhang mit weiteren Befunden betrachtet werden. Eine dauerhafte Ansäuerung ohne regelmäßige Kontrollen würde ich eher kritisch sehen. Zwar kann eine Ansäuerung helfen, Struvitkristalle zu reduzieren, eine übermäßige oder unnötige Ansäuerung kann jedoch langfristig die Bildung von Calciumoxalatkristallen oder -steinen begünstigen. Deshalb sollte die Dosierung von Methionin-Präparaten nicht dauerhaft „auf Verdacht“ erfolgen, ohne gelegentliche Überprüfung des Urins. Wenn Ihre Katze trotz wiederholt nachgewiesener Struvitkristalle nie Beschwerden hatte, ausreichend trinkt und ausschließlich Nassfutter frisst, würde ich persönlich die Entscheidung für eine lebenslange Ansäuerung sehr sorgfältig abwägen. Häufig ist in solchen Fällen ein individuelles Vorgehen sinnvoller als ein ständiger Wechsel zwischen vier Wochen Ansäuern, Absetzen und erneuter Kontrolle. Besprechen Sie mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt, ob neben dem Sediment auch weitere Parameter wie spezifisches Gewicht, pH-Wert und gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung der Harnblase beurteilt wurden. Denn letztlich behandeln wir nicht den Kristall unter dem Mikroskop, sondern die Katze. Ein Zufallsbefund ohne klinische Symptome rechtfertigt nicht immer automatisch eine dauerhafte Therapie. Eine individuelle Empfehlung zur langfristigen Dosierung von Methionin kann aus der Ferne leider nicht gegeben werden. Sie sollte sich nach den Kontrollbefunden, dem Urin-pH und der Vorgeschichte Ihrer Katze richten. Die weitere Vorgehensweise sollten Sie daher gemeinsam mit Ihrer behandelnden Tierärztin oder Ihrem behandelnden Tierarzt festlegen.

Viele Grüße
Janina Rohde

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