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Erhöhte Leberwerte

von Petra S.

Guten Tag, es wäre sehr nett wenn Sie mir Ihre Meinung geben könnten. Danke. Luni Jack Russel Mix 11 Jahre, bekommt seit 2 Monaten Cardalis und jetzt hat sie sehr hohe Leberwerte ich bin so arg besorgt: Ultraschall vom 9.4.26 und 16.6.26 zeigt ein wenig Sludge in der Gallenblase, dafür bekommt sie seit 9.4.26 1,2ml Ursofalk oral. Das Ultraschall von 16.6.26 zeigt noch immer ein wenig Sludge, sonst alles in Ordnung (Leber, Nieren, Blase). Da Luni im Oktober 25 schon erhöhte Leberwerte hatte bekommt sie seitdem Lega Phyton 200 , 2 x tgl 1/4 Tablette die Werte wurden dann besser und sind aber jetzt wieder schlechter geworden, der TA möchte in 3 Monaten die Werte kontrollieren und wenn dann noch immer zu hoch eine Biopsie vornehmen, eventuell findet man eine Ursuache (Stoffwechselerkrankung etc). Mir kommt der Abstand sehr lange vor, mir wurde auch sonst kein Medikament für die Leberunterstützung gegeben, was könnte ich geben ? 15.06.26 ALT 297 (10-125) einmalig erhöht am 22.10.25 mit 253 beginn mit Lega Phyton dann wieder in der Norm ALP 254 (23-212) bis gestern Werte immer normal GGT 55 (0-11) das erste mal erhöht am 22.10.25 mit 47 dann wieder in der Norm bis 23.4.26 Wert bei 41 Bilirubin gesamt 0,7 (0,0-0,9) (war sonst immer bei 0,3 max 0,6) ansonsten keine Auffälligkeiten im Blutbild Herzlichen Dank

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau S.

die geschilderten Werte sind zwar auffällig, wirken auf Basis Ihrer Beschreibung aber nicht wie ein akuter Notfall. Besonders wichtig finde ich, dass Bilirubin noch im Referenzbereich liegt und im Ultraschall keine ausgeprägten Veränderungen der Leber oder Gallenwege beschrieben wurden. ALT (297 U/l) zeigt eine Schädigung von Leberzellen an, sagt aber zunächst wenig über die Ursache aus. Die Erhöhung ist etwa 2–3-fach über dem Referenzbereich und damit nicht dramatisch hoch. Interessanter finde ich in Ihrem Fall die GGT-Erhöhung (55 U/l), da diese eher auf eine Beteiligung der Gallenwege hindeuten kann. Dass weiterhin etwas Gallengries (Sludge) vorhanden ist, passt grundsätzlich dazu. Cardalis enthält den ACE-Hemmer Benazepril und Spironolacton. Leberprobleme sind keine typische Nebenwirkung, können aber bei einzelnen Patienten nie vollständig ausgeschlossen werden. Ob hier tatsächlich ein Zusammenhang besteht, lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen. Wenn Luni klinisch stabil ist, frisst, kein Erbrechen zeigt, nicht gelb wird und keine Gewichtsabnahme hat, halte ich die von Ihrem Tierarzt vorgeschlagene Kontrolle grundsätzlich für nachvollziehbar. Persönlich würde ich bei diesen Veränderungen allerdings eher an eine Nachkontrolle der Leberwerte in 4–8 Wochen denken als erst nach drei Monaten, insbesondere weil bereits seit Oktober wiederholt Auffälligkeiten bestehen. Was zusätzliche Leberunterstützung betrifft: Mit Lega Phyton erhält Luni bereits Silymarin (Mariendistel), ein häufig eingesetztes leberunterstützendes Präparat. Weitere Präparate wie SAMe-haltige Produkte (z. B. Denamarin oder ähnliche Präparate) werden in manchen Fällen ergänzend eingesetzt. Ob das sinnvoll ist, hängt aber von der vermuteten Ursache ab und sollte mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden. Eine Leberbiopsie kann tatsächlich der Goldstandard sein, wenn die Werte dauerhaft erhöht bleiben und man die Ursache nicht anders herausfindet. Vorher werden häufig noch Verlaufskontrollen, Gallensäuretests, eventuell Gerinnungsprofile oder spezielle Untersuchungen auf entzündliche, stoffwechselbedingte oder kupferassoziierte Lebererkrankungen erwogen. Mein Eindruck anhand Ihrer Angaben: besorgniserregend genug, um die Veränderungen weiter abzuklären, aber nicht typisch für eine Situation, die nach den vorliegenden Daten sofortiges Handeln oder Panik erfordert. Wenn Luni klinisch unauffällig ist, würde ich vor allem auf eine etwas frühere Verlaufskontrolle der Leberwerte und eine enge Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt setzen. Eine sichere Beurteilung ist aus der Ferne leider nicht möglich, da Alter, Herzmedikation, Vorbefunde und die komplette Ultraschallbeschreibung eine wichtige Rolle spielen.

Viele Grüße
Janina Rohde

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