zurück zur Übersicht Ratlosigkeit bei Therapie Schilddrüsenüberfunktion Katze 24.07.2026 von Gesine D. Guten Tag, Überfunktion der Schilddrüse bei 15jährigem Kater diagnostiziert. Mit 2,5 mg Felimazole begonnen, nun 2x5 mg Felicidale seit ca 2 Monaten. Bei beiden Medikamenten erscheint übermäßiger Juckreiz bis zum Fell ausreißen und kahlen wunden Stellen, Übelkeit mit Erbrechen und Futterverweigerung. Ich bin auf 5 mg pro Tag runter, das Ergebnis bleibt dasselbe. Futter von Hill wird nicht angenommen, Radiojodtherapie ausgeschlossen. Kater nimmt immer weiter ab. Der T4 Wert ist doppelt so hoch wie normal. Was kann passieren, wenn ich die SD-Medikamente schleichend auslaufen lasse? Die Lebensqualität ist unter den Medikamenten genauso gering. Regelmäßige Vorstellung und Kontrolle beim TA, Ratlosigkeit auf beiden Seiten. Wie kann ich meinem Kater noch helfen? Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau D. das tut mir sehr leid. Solche Fälle sind leider sehr belastend, weil man ständig zwischen der Behandlung der Erkrankung und der Lebensqualität des Tieres abwägen muss. Die von Ihnen beschriebenen Symptome passen durchaus zu bekannten, wenn auch selteneren Nebenwirkungen von Thiamazol. Dazu gehören starker Juckreiz im Kopf- und Halsbereich, Hautveränderungen, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Wenn diese Beschwerden sowohl unter Felimazole als auch unter Felicidale auftreten und sich auch nach einer Dosisreduktion nicht bessern, sollte gemeinsam mit Ihrem Tierarzt über alternative Behandlungsmöglichkeiten nachgedacht werden. Die Medikamente einfach auszuschleichen oder abzusetzen würde ich jedoch nicht empfehlen. Bleibt eine ausgeprägte Schilddrüsenüberfunktion unbehandelt, führt sie in der Regel zu weiterem Gewichtsverlust, Muskelabbau, Bluthochdruck und einer erhöhten Herzbelastung. Ganz wichtig ist außerdem, den Appetit bestmöglich zu unterstützen. Gerade bei Katzen lohnt es sich häufig, verschiedene Futtersorten und Konsistenzen auszuprobieren oder – wenn nötig – auch appetitanregende Medikamente einzusetzen, damit die Katze ausreichend frisst. Falls eine Radiojodtherapie doch noch eine Option sein sollte, wäre sie die Therapie mit den besten Heilungschancen und vermeidet die langfristigen Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung. Ist sie nicht möglich, gibt es noch eine weitere Alternative: eine spezielle Diätnahrung mit reduziertem Jodgehalt. Diese kann die Schilddrüsenwerte bei manchen Katzen deutlich verbessern. Voraussetzung ist allerdings, dass die Katze ausschließlich dieses Futter erhält – wirklich ohne jede Ausnahme, also auch keine Leckerchen oder anderes Futter. Da die Akzeptanz anfangs nicht immer einfach ist, muss die Futteraufnahme gegebenenfalls zusätzlich unterstützt werden. Ich würde daher gemeinsam mit Ihrem Tierarzt noch einmal alle verfügbaren Möglichkeiten durchgehen und vor allem den Fokus darauf legen, die Lebensqualität Ihres Katers zu verbessern und gleichzeitig die Schilddrüsenüberfunktion so gut wie möglich zu kontrollieren. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kater von Herzen alles Gute. Ich hoffe sehr, dass sich noch eine Therapie finden lässt, mit der sich sowohl die Schilddrüsenüberfunktion als auch die Nebenwirkungen besser in den Griff bekommen lassen. Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau D. das tut mir sehr leid. Solche Fälle sind leider sehr belastend, weil man ständig zwischen der Behandlung der Erkrankung und der Lebensqualität des Tieres abwägen muss. Die von Ihnen beschriebenen Symptome passen durchaus zu bekannten, wenn auch selteneren Nebenwirkungen von Thiamazol. Dazu gehören starker Juckreiz im Kopf- und Halsbereich, Hautveränderungen, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Wenn diese Beschwerden sowohl unter Felimazole als auch unter Felicidale auftreten und sich auch nach einer Dosisreduktion nicht bessern, sollte gemeinsam mit Ihrem Tierarzt über alternative Behandlungsmöglichkeiten nachgedacht werden. Die Medikamente einfach auszuschleichen oder abzusetzen würde ich jedoch nicht empfehlen. Bleibt eine ausgeprägte Schilddrüsenüberfunktion unbehandelt, führt sie in der Regel zu weiterem Gewichtsverlust, Muskelabbau, Bluthochdruck und einer erhöhten Herzbelastung. Ganz wichtig ist außerdem, den Appetit bestmöglich zu unterstützen. Gerade bei Katzen lohnt es sich häufig, verschiedene Futtersorten und Konsistenzen auszuprobieren oder – wenn nötig – auch appetitanregende Medikamente einzusetzen, damit die Katze ausreichend frisst. Falls eine Radiojodtherapie doch noch eine Option sein sollte, wäre sie die Therapie mit den besten Heilungschancen und vermeidet die langfristigen Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung. Ist sie nicht möglich, gibt es noch eine weitere Alternative: eine spezielle Diätnahrung mit reduziertem Jodgehalt. Diese kann die Schilddrüsenwerte bei manchen Katzen deutlich verbessern. Voraussetzung ist allerdings, dass die Katze ausschließlich dieses Futter erhält – wirklich ohne jede Ausnahme, also auch keine Leckerchen oder anderes Futter. Da die Akzeptanz anfangs nicht immer einfach ist, muss die Futteraufnahme gegebenenfalls zusätzlich unterstützt werden. Ich würde daher gemeinsam mit Ihrem Tierarzt noch einmal alle verfügbaren Möglichkeiten durchgehen und vor allem den Fokus darauf legen, die Lebensqualität Ihres Katers zu verbessern und gleichzeitig die Schilddrüsenüberfunktion so gut wie möglich zu kontrollieren. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kater von Herzen alles Gute. Ich hoffe sehr, dass sich noch eine Therapie finden lässt, mit der sich sowohl die Schilddrüsenüberfunktion als auch die Nebenwirkungen besser in den Griff bekommen lassen. Viele Grüße Janina Rohde